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  1. Auf dem Decksplan, der 1839 anläßlich des Umbaus von Erebus und Terror angefertigt wurde, sieht man die "Prestons Patent Illuminators" auch so beschriftet. Das Deck des zeitgenössischen Erebus-Modells zeigt leider kaum Details, so auch nicht die "deck lights".
  2. Essex - die Anatomy? Die war ja recht detailversessen. Mit Primärquellen zu dem Schiff habe ich mich nie eingehender beschäftigt. Es ist schade, daß es beim Pellatt-Patent keine Abbildung gab, bislang habe ich auch kein Originalstück aus der Frühzeit gesehen. Eine schöne Abbildung gibts hingegen zum Patent von Grant Preston von 1818 - das dürfte das Muster sein, das auch bei Erebus / Terror eingebaut wurde. Interessanterweise sind diese "illuminators", die auch als ventilators dienen konnten, zuerst auf Leith-Smacks ausprobiert worden, wie einige testimonials zeigen. (Repertory of Patent Inventions, Vol XXXII, Series II, 1818)
  3. Die Queen hat sogar ein wenig geweint, als die Britannia 1997 außer Dienst gestellt wurde. 1953 bei der Taufe:
  4. Sie mußten ihm bestimmt ziemlich leidenschaftlich zureden, damit er sich nicht ritzt und nochmal mitmacht.
  5. Diese Yacht ist schon ein extrem schönes Schiff, auch abgesehen von der noblen Ausstattung, soetwas wird ja gar nicht mehr gebaut. Wundert mich gar nicht, daß Queenie extrem sauer war, als dieser Kommunist Blair die Stillegung der Britannia betrieb!
  6. Auf jeden Fall sehr interessant! In der ziemlich riesigen französischen Armee gab es schon extrem viele ausländische Regimenter - es gab zur Zeit des Siebenjährigen Krieges sicher ein gutes Dutzend Schweizer und grob nocheinmal soviele Deutsche Infanterieregimenter, neben z.b. auch italienischen. Iren gab es weit weniger, und Schotten, vielleicht drei? Der im Wiki-Artikel angestellte Vergleich mit den Hessen, die im Unabhängigkeitskrieg Mietkontingente für die Briten stellte, hinkt m.E. Denn die Ausländerregimenter der Franzosen wurden eben von diesen selbst aufgestellt, uniformiert und ausgerüstet und waren Bestandteil der regulären Armee. Es ist richtig, daß die Uniformen der irischen Regimenter den englischen ähnelten, aber es ist natürlich Blödsinn daraus abzuleiten, sie hätten sich als "Exilarmee der Stuarts" betrachtet. Sie haben sich ja weder Uniformen noch Fahnen selbst ausgedacht. Und wieso wären da rote Uniformen signifikant für die Stuarts gewesen? Die französische Royal Ecossois hatten blaue, dito die Gardisten des Prinzen Charlie, wenn ich mich recht entsinne. Es gab in vielen Armeen die Neigung zu gewissem militärischem Nippes, also sich "exotische" Formationen in Anlehnung an ausländische Truppen, zu halten, selbst wenn die Rekrutierung nicht immer dort erfolgte, wo sie ursprünglich vielleicht mal stattfinden sollte - Ersatz wurde dann auch von anderswo genommen. Schotten oder Engländer in den französischen Irenregimentern sind insofern wirklich nicht erstaunlich. Die preußischen Bosniaken waren ursprünglich wirklich solche, aber um 1800 bestanden sie wohl fast ausschließlich aus Polen, wenn ich mich recht entsinne. Und Husaren, diese ursprünglich ungarische leichte Kavallerietruppe, bestanden wohl in den zahlreichen europäischen Armeen in den seltensten Fällen aus echten Ungarn. Etikettenschwindel, schlimmer als Kalbsleberwurst! Auch andere französische Ausländerregimenter waren durch Uniformierung und Fahnen von den nationalen abgehoben. Die Schweizerregimenter hatten lange Zeit rote Röcke und blaue Aufschläge und Unterkleider, die Uniformen unterschieden sich durch die Anordnung der Knöpfe. Die Fahnen wiesen das typische französische weiße Kreuz auf, aber die Felder waren bei den Schweizern geflammt.
  7. Ausgehend vom Constitution-Thread hier die ein Extrathread zu: Skylights, Deck Lights, Deck Prisms, Illuminators, Bull's Eyes und wie auch immer die Tageslicht-Beleuchtungsvorrichtungen genannt wurden. Neptun65 hatte im Constitution-Thread dankenswerterweise auf eine hochinteressante Angabe zu „deck lights“ der Fregatte United States im Jahr schon für 1809 hingewiesen, auf Quellen für die Constitution 1813, aus denen Art und Einbauort der erwähnten „lenses“ nicht klar hervorgehen, und den den Einbau von „Illuminators“ auf dem Hüttendeck der britischen 74er Black Prince bzw. Schwesterschiffen statt der traditionellen Oberlichter oder „companions“ 1816. Zunächst zur United States (1809), den „deck lights“ aus Boston und den „lenses“ der Constitution: Neptuns Hinweis für die „deck lights“ auf der United States bezieht sich auf eine Passage in einer Geschichte des Washington Navy Yard, im Jahr 1809, die einzubauenden „Prismen“(?) – es standen nur zur Verfügung – stammten aus Boston. Ein genereller Einbau für Marineschiffe wurde angeordnet. Zwar spricht die erwähnte Werftgeschichte von 1891 von „Prismen“, aber vielleicht könnte es sich auch im eher um „Linsen“ gehandelt haben – es käme darauf an, was in den Originaldokumenten steht, vielleicht heißt es dort auch nur vieldeutig „Illuminators“. Der Grund für den Vorbehalt wird weiter unten noch dargelegt. Im Falle der „deck lights“ aus Boston wäre es vielleicht möglich, die Glashütte festzustellen. Eine beispielsweise, die Boston Crown Glass Company, bestand wohl schon seit 1789, seit 1809 „incorporated“, sie verfügte über ein Kapital von 200.000 Dollar. Als Sitz wird in späteren Jahren Cheshire genannt, wo es Quarzsandvorkommen gibt – ich weiß nicht, ob die Firma da von anfang an ansässig war, oder vielleicht erst später; es gab in Cheshire ab 1812 auch eine „Cheshire Crown Glass Company“ – das wären jedenfalls schon mal Ansatzpunkte für weitere Nachforschungen. In zeitgenössische Lokalzeitungen oder Wirtschaftspublikationen findet man eventuell etwas über das Angebot dieser Firmen. https://en.wikipedia.org/wiki/Early_glassmaking_in_the_United_States https://en.wikipedia.org/wiki/Cheshire_Crown_Glass_Company Zu den „lenses“ der Constitution (1813): Hier also werden ausdrücklich „lenses“ genannt, aber nicht, wo sie genau eingebaut wurden. Sie könnten sich sowohl für den Einbau ins Deck, als auch für Stückpfortendeckel oder die Beleuchtunng des Pulvermagazins gedient haben. Prismen hingegen hätten, wenn ich das recht sehe, nur ins Deck eingebaut werden können. Ab wann gab es überhaupt Decksprismen? Ein englisches Patent des Londoner Glasfabrikanten Apsley Pellatt von 1807 beschreibt jedenfalls linsenförmige „Illuminators“. Die amerikanischen waren möglicherweise Kopien der britischen, und daher würde ich vermuten, daß die United States vielleicht doch eher „lenses“ statt der in der Sekundärquelle so bezeichnente „prims“ hatte, und das wäre ein Ungenauigkeit des Verfassers jener Washington-Werftgeschichte. Zur Biographie Pellatts: "PELLATT, APSLEY (1791–1863), glass manufacturer, eldest son of Apsley Pellatt, and of Mary, daughter of Stephen Maberly of Reading, was born on 27 Nov. 1791, probably at 80 High Holborn, London, where his father kept a glass warehouse. The elder Pellatt removed his business subsequently to St. Paul's Churchyard, and then to the Falcon Glass works, Holland Street, Southwark. He was the inventor of the glass lenses, known as ‘deck lights,’ used for giving light to the lower parts of ships, for which he obtained a patent in 1807 (No. 3058). He died on 21 Jan. 1826 (Gent. Mag. 1826 i. 187).“ https://en.wikisource.org/wiki/Pellatt,_Apsley_(DNB00) Eine wunderbare Galerie zu „deck lights“, sowie allerhand Schriftquellen sind bei glassian.org zu finden. Pellatts Patent findet man, neben zahlreichen anderen, ebenfalls dort; ich habe den Text dem Universal Magazine (1807) entnommen, ohne das juristische Vorgeplänkel. Die technische Spezifikation für "AN IMPROVED METHOD FOR ADMITTING LIGHT IN THE INTERNAL PARTS OF SHIPS, VESSELS, BUILDINGS AND OTHER PLACES," lautet folgendermaßen: „THIS consists in placing an illuminator in suitable apertures in the decks or sides of ships, buildings &c., to answer as a window or sky-light. This illuminator is a piece of solid glass of a circular or elliptical form at the base, but the circular form is the most productive of light, and the strongest against accident. Its outside is convex to receive and condense the rays of light, and has a flat or plane surface on the inside of the room or apartment, which it is intended to light. It is or approaches to a segment of a sphere or spheroid; it is in fact a lens; both sides may in general be left polished, but where the illuminator is to be placed in a situation where any danger may be apprehended of it being acted upon as a burning glass, one side at least should be ground or roughed. Its size is various according to the purpose or situation for which it is designed, and its convexity is increased or diminished according to the side required. The ordinary dimensions are a base of about five inches diameter, to one inch and a half in height from the center of the base; the illuminator is fixed in a square or circular frame made of wood or of metal, with glazier's putty or other cement. For decks and other parts of ships, its construction is so managed by thickening the edges, as to render it capable or resisting any injury from the weight of goods of every description, and the beating of the waves of the sea in the ports and scuttles. It is let into the deck or other building with the convex part projecting above it, so as to receive the rays of light; it is fixed in the deck or other building either with or without a wooden or metal frame, according as the space wherein it is to be fixed will allow; a groove of only one quarter of an inch will be sufficient to keep it firm, and in a deck of three inches thick, one quarter of an inch is bearing enough; in decks of less substance, the bearing must be increased one-eighth of an inch. The under part of the deck or other building which forms the ceiling of the cabin or place must be sloped away all round, so as to form a small dome, that the rays of light may diverge in all directions; the like method is to be observed in the ports and scuttles of ships, or in what place soever the illuminator is fixed. By being fixed in a square or round frame, with or without hinges, it may be made to open and shut for the free admission of air in hot climates.“ In dwelling houses, buildings, and all other places, it is far superior to the skylights now generally used, not being liable to accident or leakage, nor can water pass under what it is fitting into. For buildings it is necessary that one side should remain unpolished, as the rays of the sun produce the prismatic colours when shining on the illuminator; this precaution is unnecessary in ships' decks, as the traffic on them in a short time grinds or roughs the upper surface, but in no degree to prevent the effect, but if any thing conveying a more pleasing light under ground, vaults, and cellars, wherever any communication may be made with the open air, may also be lighted with this Invention, excepting only where from its situation it may be liable to injury from the passing or repassing or horses, &c. The illuminator will also prove a very important substitute for the glass now used in lanthorns for lighting the powder magazines in ships of war, care being taken that the convex side be in the inside of the lanthorn where the light is placed." Ein paar kleinigkeiten zu Stückpfortendeckel-Illuminators kommt noch, und zu den Prestons Patent-Illuminators von Erebus und Terror; von Erebus wurde ein rundes "deck light" sowie ein rechteckiges Prismal geborgen, siehe schon mal hier. Jegliche weiteren Hinweise sind sehr willkommen.
  8. Souljacker / Eels https://www.youtube.com/watch?v=PNEVbhqkKhY
  9. Leider muß ich erstmal etwas meinen computator herumflicken, daher bin ich noch nicht fertiggeworden. Bei der Constitution-Quelle ist auch der Reflektor interessant, das deutet wohl schon Richtung Magzinbeleuchtung. Und hervorragend natürlich, daß auch der Name es Patentinhabers, Lewis, genannt wird, das ist nämlich dann noch ein anderes Patent das das erwähnte englische. Ach ja, wichtig auch, daß hier von "lenses" die Rede ist - also keine Prismen.
  10. Phantastisches Bild! Sehr gute Komposition, mit dem Denkman im Mittelgrund und dem Blick in die Ferne, und die gestaffelten Berge. Und auch noch erstaunlich wolkenlos!
  11. Ja, richtig, bei Lavery steht das. Die Illuminators sind dann also beim Black Prince nur auf dem Hüttendeck, nicht wahr? Ich hoffe, daß ich nachher noch dazu komme, die bisherigen Funde zum Thema in einem neuen Thread zusammenzufassen.
  12. Other Voices / The Cure
  13. Ja, das ist auf jeden Fall ein Anstoß, noch mal nachzusehen, wenn die eingeführt wurden - ich meine mich auch auch an verglasten Stückpfortendeckel-Lichtlöcher zu einem relativ frühen Zeitpunkt zu erinnern... Zweifellos basiert die Werftgeschichte auf Originaldokumenten - wie weit die Verbreitung dieser deck lights dann wirklich ging, ist offen. Es wäre auch interessant zu wissen, wie diese Deckslichter zeitgenössisch bezeichnet wurden - das ist der Nachteil bei einem solchen Sekundärtext; andererseits wäre ohne diese Fleißarbeit ja sogar der Umstand an sich, daß die Deckslichter so früh verfügbar waren, für die Interessierten quasi verloren in Aktenbergern. Ein erstes Patent für deck lights scheint es 1807 gegeben zu haben, wie ich noch fand - dazu später mehr, in einem separaten Thread.
  14. Nettes Thema! 1809 ist ja ein recht früher Zeitpunkt für diese Deckslichter. Das Zitat ist ein Sekundärtext - interessant wäre es, ob es wirklich eine Quelle gibt, die den Einbau für die United States und für weitere Schiffe definitiv bestätigt. Ob ansonsten Absichtserklärungen auch umgesetzt wurden, ist ja nicht immer sicher. Man kann ja auch immer wieder in der Ausrüstungsphasen der Constitution ein ziemliches hin und her feststellen. Der spätere Plan der United States von Charles Ware zeigt ja, obwohl auch etwas krude gezeichnet, allerhand Details bis hin zum Pissoir, aber zu der Zeit dann keine Deckslichter, wenn ich mich recht entsinne. Daß ich mit mit diesen Dingern befaßte, ist schon eine ganze Weile her. Furchtbar viel hatte ich nicht gefunden, aber etwa seit den späten 1820ern scheinen sie ja etwas gebräuchlicher geworden zu sein. Gab es Vorschriften, in welche Plankengänge die einzusetzen waren? Vermuten würde ich, daß man sie tendenziell ins spirketting setze, sonfern sie sich nicht mit den Geschützen, Augbolzen, Balken, usf, ins Gehege kamen.
  15. Bare / The Cure