Jump to content
Sign in to follow this  
Byes

Kupferplatten

Recommended Posts

Liebe Freunde,

 

bevor ich mich nun auch mal an eine Bekupferung eines Unterwasserschiffes wage, habe ich ein paar Fragen und hoffe, dass jemand diese genau beantworten kann.

 

Ich denke, dass Thema ist für viele Andere auch von Interesse, da im Mondfeld nicht wirklich viel steht.

 

1. Wie werden Kupferplatten auf den Holzplanken befestigt?

 

- Sekundenkleber? (wirklich Pattex?)

- 2 Komponenten Kleber?

- Ponal Holzleim?

- wasserfest oder wasserlöslich?

- anderer Kleber?

- andere Art der Befestigung?

 

2. Wie ist die richtige Anordnung / Musterung der Platten im Unterschiff?

 

- parallel zur Wasserlinie?

- parallel zur Plankenmaserung?

- mit Abschlussleiste (Kante) oder ohne?

- Mix aus beidem?

 

3. Welche Art der Kupferplatten bei Kriegsschiffen d. 18. Jh.?

 

- mit Bolzen oder ohne

- Endkante bis zur Wasserlinie oder etwas darüber?

 

4. Mit welcher Beize oder Farbe läst man die Kupferplatten künstlich altern?

 

 

Freu mich über viele fachlich avisierte und authentische Vorschläge. Bitte keine Vermutungen!

Share this post


Link to post
Share on other sites

2. Wie ist die richtige Anordnung / Musterung der Platten im Unterschiff?

 

- parallel zur Wasserlinie?

- parallel zur Plankenmaserung?

- mit Abschlussleiste (Kante) oder ohne?

- Mix aus beidem?

 

Es gibt nicht nur eine richtige Möglichkeit, wofür allein schon die Verschiedenheit der Rumpfformen gesorgt haben dürfte. Lavery schreibt in "Arming and Fitting", daß der Verlauf der Kupferplattenbahnen grob jenem der Planken gefolgt sei. Es ist aber wirklich nicht mehr als ein grober Hinweis, traf bei den meisten Mustern wahrscheinlich auf einen Großteil der Bahnen zu, aber auf sehr viele auch nicht.

Das visuell gefälligste Muster ist wohl in der Tat, Lavery einigermaßen wörtlich zu nehmen. Es gibt einen Bekupferungsplan einer Fregatte von 1779 - leider nicht der vollständige Rumpf - der ungefähr so aussieht, als folgten die Kupferbahnen in etwa der Beplankung. Weil es natürlich ein Problem ist, einen unregelmäßigen Körper wie einen Schiffsrumpf mit Rechtecken zu bedecken, mußte man sich etwas ausdenken. Im Fall der Fregatte gibt es z.B. einige Gänge, die in der mittschiffs breiter sind und zu den Enden hin schmaler werden. Am Achterschiff (wird im Plan leider nicht gezeigt) hat es mit einiger Wahrscheinlichkeit verlorene Gänge gegeben. Eine andere Variante zeigt McKay für die Victory. Heck und Mitte des Schiffs sind ungefähr so belegt wie nach genanntem Plan zu erwarten und wie es Lavery auch für Bellona zeigt. Im unteren Bugbereich jedoch steigen die unteren Kupfergänge viel steiler an als die Beplankung. Das geht allerdings nicht so weiter bis zur Wasserlinie, denn die oberen Kupfergänge verlaufen in etwa wie bei o.g. Beispiel. Ist das ungefähr klar? ;) Es ist wie die mögliche Problemlösung, wenn man einen Modellrumpf in ein Blatt Papier einwickeln wollte. In der Mitte liegt es eng an, aber am fast halbkugelförmigen Bug halt nicht. Also macht man in der Problemzone einen horizontalen Schnitt, so daß man die beiden entstehenden Streifen mit etwas weniger Problemen anlegen kann.

Aber es gab auch noch andere und merkwürdigere Lösungen, wenn man z.B. Boudriot und einem Plan aus den 1840ern glauben darf.

 

Abschlußleisten: Zu Beginn der englischen Bekupferungsoffensive Ende der 70er gab es sogar mehr als nur eine einfach hölzerne Abschlußleiste. Die Bekupferung endete zunächst noch unterhalb der Wasserlinie, und darüber waren noch ein oder vielleicht auch zwei hölzerne Plankengänge angebracht. Das Bellona-Modell, das um 1780 entstand, zeigt eine schmale Leiste (im Original Ulme, S. Lavery) auf der Oberkante des inzwischen höhergezogenen Kupfers. Mir ist nicht bekannt, daß man diese Leisten später weggelassen hätte - sie erscheinen ja zum Schutz des Kupfers sehr sinnvoll. Dazu empfehle ich mal einen Blick auf Fotos HMS Trincomalee, von den Klassikern der Epoche wohl das einzige Schiff, das noch über eine richtige Bekupferung verfügt. In Lambert, Trincomalee, gibts ein sehr schönes Foto des Schiffs im Trockendock, auf dem man erkennt, daß die Kupfergänge nicht ganz der Beplankung folgen, außerdem erkennt man auch die sehr schmale Abschlußleiste; und wie glatt so eine Kupferhaut ist. Was vielleicht noch für die Nagelfrage interessant ist (Das Kupfer wurde nicht angebolzt!)

Edited by McCool

Share this post


Link to post
Share on other sites

Hier noch einige Abbildungen, zunächst der erwähnte Fregattenplan. Die verschieden schraffierten Flächen zeigen die Verwendung verschiedener Blechstärken an.

post-21-034561900 1294335957_thumb.jpg

Hier der niederländische Plan von 1843

post-21-040137100 1294336014_thumb.jpg

Dies hier eine Victory-Zeichnung - auf welcher Grundlage der Plan entstand, weiß ich nicht. Bis in die 2. Hälfte des 20. jhdts. hatte die Victory noch Kupfer am Boden (natürlich nicht mehr das von 1805), aber mittlerweile hat man es weitestgehend entfernt. Ob das Muster also verbindlich oder authentisch ist, ist mir nicht bekannt. Plausibel sieht es aus.

post-21-019954500 1294336188_thumb.jpg

Hier noch ein Modell der Korvette Creole aus den 1830ern.

post-21-003449900 1294336294_thumb.jpg

Aug dieser Seite hier unten eine Nahaufnahme vom Kupfer von Trincomalee.

http://rememberwhen.gazettelive.co.uk/2010/03/hms-trincomalee-the-floating-t.html

Im Gegensatz zur Erscheinung der arg picklig wirkenden Modellbau-Kupferplättchen, die im Handel erhältlich sind, sieht man deutlich, daß die Köpfe der Kupfernägel natürlich nicht herausstehen und keineswegs so aussehen wie Nieten eines alten eisernen Schiffs. Im Gegenteil.

Das oben erwähnte Dockfoto von Trincomalee findet sich auch hier:

http://modelshipworld.com/phpBB2/viewtopic.php?t=2453&postdays=0&postorder=asc&&start=0

Edited by McCool

Share this post


Link to post
Share on other sites

Vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen!

 

Das hilft auf jeden Fall schon erheblich weiter.

 

Leider bekommt man über den Handel nur die "pickligen" Kupferplatten. Zum selber Ausschneiden habe ich kein .... .

 

Jetzt noch eine Idee wie man die Platten am besten befestigt? (siehe meine Fragen)

Share this post


Link to post
Share on other sites

Hi Byes.

 

ich habe vor einigen Jahren mal gezeigt, wie ich die Kupferung

mit Tiffany-Kupfertape angebracht habe.

(Das war meine erste Kupferung bei einem Modell überhaupt. Heute

würde ich das wohl vorbildlicher hinbekommen.)

Das Kupfertape klebt extrem gut (damit werden Glasteile verlötet).

Da gibt es sicherlich mehrere Möglichkeiten, dieses Tape zu verwenden,

z.B. als einzeln geschnittene Platten mit geprägten Nägeln oder auch als

lange Streifen, bei denen die Plattenstöße nachträglich eingeritzt werden.

Hängt natürlich auch vom Maßstab ab.

 

Hier der Link:

Modellmarine: Kupferplatten anbringen

 

Gruß

Jörg

--

Edited by Jörg

Share this post


Link to post
Share on other sites

Hallo Jörg,

 

auch Dir Dank für die Informationen.

 

Das mit dem Kupfertape scheint eine gute Alternative zu sein und es sieht sehr sauber geklebt aus.

 

Nichts desto Trotz möchte mich an die kleinen Platten wagen. Übrigens, die Santisima Trinidad von OcCre warte bei mir im Keller geduldig auf Ihre Geburt. Da muss sie sich aber noch gedulden, denn nach der Bounty kommt die Endeavour v. James Cook in die Werft.

 

Mit welchem Klebemittel arbeitet man hier am besten? Hast Du irgendwelche Erfahrungen? Kupfer auf Holz stell ich mir schwierig mit der Bindung des Klebemittels vor, da die Kupferplatten wenig Möglichkeit zur Haftung bieten.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Ich bin gerade am experimentieren mit einem Kleber von Patex (ohne Schleichwerbung zu machen :unsure: ).

 

Die ersten Resultate sind viel versprechend. Sobald ich zu einem verwendbaren Ergebnis gekommen bin, werde ich für alle meine Erfahrungen und natürlich die Bekupferung dokumentieren. Fotos gibt es dann auch in meinem Baubericht (HMS Bounty).

Share this post


Link to post
Share on other sites

Aus dem Thread von Byes' Bounty zur Frage der Überlappung der Kupferbleche:

 

 

Bist Du Dir sicher mit der Überlappung? Das hatte (hat) die Victory doch auch nicht?!?

 

Falls es stimmt, ist es aber beim Modell in diesem Maßstab nicht realisierbar, da es keine Platten gibt, die das annährend können. Eine Überlappung (sicherlich wie beim Decken eines Schieferdaches) mit diesen kleinen Platten lässt sich unmöglich darstellen. Dazu sind diese zu dick.

 

Selbst bei den Museumsschiffen ist das nicht so gemacht. Wo hast Du das gefunden?

Die Überlappung wird in der Fachliteratur erwähnt, z.B. Lavery, Arming & Fitting oder auch Petrejus, Modell der Brigg Irene. Das ist ja eigentlich logisch, denn man vermeidet zum einen Ritzen zwischen den Blechen und zum anderen spart man teure Kupfernägel. Die Überlappung betraf natürlich nur die Ränder, gerade so viel, daß es für die gemeinsame Befestigung von unten- und obenliegendem Blech reichte.

Das bekannte zeitgenössische Modell des 74-Kanonen-Schiffs Bellona ist im Hinblick auf die Bekupferung ziemlich interessant, denn es entstand offensichtlich im Rahmen des Bekupferungsprogramms der Royal Navy um 1780. Die Bekupferung ist beim Modell so detailliert realisiert, daß man auch die Überlappung erkennt. Zwei Fotos, auf denen man das erkennt, sind in o.g. Buch von Lavery.

 

Ein Foto, auf dem man die Überlappung erkennt, hatte ich schon oben gepostet - siehe hier, im unteren Teil der Seite. http://rememberwhen.gazettelive.co.uk/2010/03/hms-trincomalee-the-floating-t.html

Wie die Gänge sich überlappten, konnte nach Petrejus offenbar variieren.

 

Die erhältlichen vorgeprägten Modellbau-Kupferplatten sind unter dem Gesichtspunkt der Überlappung vermutlich wirklich größtenteils unbrauchbar. Die übertriebenen Nagelköpfe sind ja ein zusätzliches Hindernis. Eigentlich müßten vorgefertigte Platten ja nur an zwei Rändern (und in der Mitte) geprägt sein. Da lohnt es sich vielleicht nochmal nachzusehen, was der Modellmarkt so bietet. Irgendwer hatte Bleche mit sehr flachen Nagelköpfen im Angebot, leider weiß ich aber nicht mehr genau, welcher Hersteller.

Edited by McCool
rectification

Share this post


Link to post
Share on other sites

Wollte zu dem Thema noch beitragen, dass es mit dem künstlichen Altern der Kupferplatten so eine Sache ist.

 

Ein Holzmodell wird nur in seltenen Fällen mit Gebrauchsspuren versehen. Es wäre dann aber merkwürdig, unter der Wasserlinie zu altern, oberhalb nicht. Deshalb sollte man das Kupfer mit Zaponlack versiegeln, damit es vor Fingerspuren geschützt ist.

Holz und Kupfer nimmt dann im Laufe der Jahre sowieso eine gewisse Patina an.

 

Im Plastikmodellbau ist es natürlich gang und gäbe, die Modelle zu altern, das ist eigentlich auch das Interessante an dem Thema.

 

Ein in jahrelanger liebevoller Arbeit erbautes Holzmodell zu altern ist aber ein enormes Risiko. Was ist, wenn die Patina sich nicht so verhält, wie man sich das gedacht hat? Dann könnte das Modell schnell Schrott sein.

 

Grüße, Alexander

Edited by Foxtrott

Share this post


Link to post
Share on other sites

Sehr wahr! Zudem ist ja, wie im Bounty-Thread schon angedeutet, ein realistisches matt-blaßrosa vielleicht gar nicht so einfach zu erreichen, vom konservieren ganz zu schweigen.

 

 

Anhängend noch ein Foto vom oben erwähnten zeitgenössischen Modell. Man erkennt hier die Überlappung, und zwar überlappen die tieferliegenden Bleche die höherliegenden. Die Überlappung in horizontaler Ebene ist nicht ganau zu erkennen, aber es wäre natürlich ziemlich ungünstig, wenn die Überlappungen "gegen die Fahrrichtung" angebracht worden wären.

post-21-096185900 1299695400_thumb.jpg

Share this post


Link to post
Share on other sites

Ahoi Foxtrott, Ahoi McCool,

 

vorab vielen Dank für die rege und qualifizierte Beteiligung.

 

Hier geht es ja nicht um eine perfekte Kopie sondern eher um eine gute Imitation von typischen Gebrauchsspuren. Letztendlich ist alles eine subjektive Betrachtung von dem, was gefällt. Der eine mag es, wenn das Modell aussieht als ob es eben aus der Werft kommt, der andere mag es, wenn es schon kurz vor der Abwrackung steht. Beider ist richtig.

 

Ich persönlich bin eher der zweite Typ und mag es nicht, wenn die Platten neu-kupfern glänzen. Wie Foxtrott richtig sagt, muss dann in diesem Fall mit Lack versiegelt werden, da Kupfer sofort unter O2 oxidiert.

 

Meine Zaubermixtur:

 

Ihr werdet jetzt lachen oder es vielleicht etwas skurril finden aber meine Speziallösung zum „altern“ ist eine Zusammensetzung aus Schweiß (natürlich nur der eigene :rolleyes: ), Zitronensaft, Nagellackentferner (von meiner Frau :unsure: ) und etwas Avocado. Anhand der Bilder kann ich sagen, es funktioniert innerhalb einer Nacht. Ich mag es eben so.

 

Jemand der den perfekten Neulook haben möchte, sollte sich Foxtrotts Rat annehmen, denn sonst gibt es spätestens nach 4 Stunden ein Problem mit ersten Verfärbungen.

 

Um einen Altlook für Holz zu bekommen kann man auch in die Trickkiste greifen:

 

- Kürbiskernöl vermischt mit Schwarzteesud und Beize

 

Wie richtig von McCool angemerkt waren die Platten überlappt. Leider gibt es im Handel keine dafür vorgesehenen Platten, die das mitmachen. Somit müsste man jede einzelne Platte aus einem Feinblech schneiden. Das ist mir dann aber auch zu aufwendig, da die Arbeitzeit sich exorbitant nach oben bewegen würde. Eine andere Lösung war mit den handelsüblichen Platten von Krick leider nicht möglich.

 

Anfängern würde ich es abraten, ein Modell künstlich altern zu lassen. Ich spreche aus Erfahrung. Foxtrott hat hier das Risiko des Fehlschlagens angesprochen. Hier kann ich nur raten, ausreichend Test- und Feldversuche zu unternehmen bevor man das Wagnis eingeht.

 

Ich habe zum Beispiel fast 2 Wochen mit Kleber und der Lösung experimentiert, bevor ich direkt an mein Schiff bin. Die Ergebnisse waren von Katastrophe bis utopisch. Ich denke aber, es kann sich sehen lassen und bitte keinen Widerspruch ;) .

 

Gerne werde ich später meine Erfahrungen, wie auch schon mit McCool besprochen, hier niederschreiben um anderen nicht etwas vorzuschreiben, eher eine Orientierung zu geben. Letztendlich muss jeder selber sich probieren, deswegen ist es ja auch ein Hobby und wir profitieren hier alle von den Erfahrungen.

 

An dieser Stelle auch mal ein Lob an Alle, die hier wirklich sehr sachlich, kompetent und hingebungsvoll mitwirken und an die Redakteure, die diese Forum aus meiner Sicht sehr professionell leiten.

Edited by Byes

Share this post


Link to post
Share on other sites

Wie richtig von McCool angemerkt waren die Platten überlappt. Leider gibt es im Handel keine dafür vorgesehenen Platten, die das mitmachen. Somit müsste man jede einzelne Platte aus einem Feinblech schneiden. Das ist mir dann aber auch zu aufwendig, da die Arbeitzeit sich exorbitant nach oben bewegen würde. Eine andere Lösung war mit den handelsüblichen Platten von Krick leider nicht möglich.

Noch mal schnell zu dieser Frage: Es gibt doch zumindest einen Hersteller, der die Überlappung der Bleche berücksichtigt hat. Im Bausatz von HMS Vanguard in 1/72 von Amati/Victory-Models sind die Bleche entsprechend geätzt.

Das kann man hier in der Baukastenvostellung sehen (unteres Drittel der Seite):

http://modelshipworld.com/phpBB2/viewtopic.php?t=5640&start=0

Hier ist ein Baubericht, bei dem schon einige der Bleche angebracht sind (S. 23).

http://modelshipworld.com/phpBB2/viewtopic.php?t=7754&postdays=0&postorder=asc&&start=220

Ob diese Bleche einzeln erhältlich sind, weiß ich nicht.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Noch mal schnell zu dieser Frage: Es gibt doch zumindest einen Hersteller, der die Überlappung der Bleche berücksichtigt hat. Im Bausatz von HMS Vanguard in 1/72 von Amati/Victory-Models sind die Bleche entsprechend geätzt.

 

Ahoi McCool,

 

diese sind zwar vorgestanzt aber letztendlich werden die auch nur in Reihe geklebt. Eine tatsächliche Überlappung ist es auch nicht. Ich glaube, es würde auch schlecht aussehen. Von meinem ästhetischen Empfinden gefällt mir meine Variante besser, auch wenn sie nicht 100% historisch korrekt ist.

 

Ich denke, um eine Überlappung zu simulieren müsste man beim nächsten Kupfern einfach nur die unterer Reihe abschneiden, oder? :lol:

Share this post


Link to post
Share on other sites

Ahoi McCool,

 

diese sind zwar vorgestanzt aber letztendlich werden die auch nur in Reihe geklebt. Eine tatsächliche Überlappung ist es auch nicht.

Das ist klar, aber die tatsächliche Überlappung wurde eben durch die Antordnung der Nagelköpfe berücksichtigt.

Die sonst erhältichen, rundum geprägten Bleche sind ja, an der Realität gemessen, in zweifacher Hinsicht unangenehm. Wegen der viel zu groben Prägung könnte man sie beim besten Willen nicht überlappen lassen, und wenn man sie nebeneinander anordnet, hat man eben an zwei Kanten Nagelreihen, die eigentlich nicht zu sehen sein sollte.

Bei der begonnenen Bekupferung des Vanguard-Modells im Link oben sind übrigens die "Überlappungen" in horizontaler Ebene falschherum, d.h. die Vorderkanten lägen auf den Hinterkanten der weiter vorn befindlichen Bleche (man sieht die Steuerbordseite). Es müßte ja umgekehrt sein (das habe ich nochmal an einen Foto von Trincomalee und einer Zeichnung bei Lavery, Bellona, verifiziert, s.u.*).

Vielleicht liegt dem Bausatz ja nur eine Sorte Bleche bei. Eigentlich müßten es für Backbord und Steuerbotd ja verschiedene Bleche sein, wenn man sie mit den "abgeschnittenen" überlappten Nagelreihen anbietet, was ja eigentlich eine gute Idee ist.

Nun ja, aber selbst wenn es nur eine Sorte gibt: Immerhin gibts damit keine doppelten Nagelreihen.

 

 

*Ein sehr brauchbares Bild vom Trincomelee-Kupfer ist das obere hier in diesem Thread

http://modelshipworld.com/phpBB2/viewtopic.php?t=10216&postdays=0&postorder=asc&&start=0&sid=0cb51be895adb8b39a9607393a578bf3

http://lh3.ggpht.com/_KNy25kU_Ha8/Sxol2hVa0kI/AAAAAAAAEyA/IAaN5OzvOUU/127.JPG

Es ist die Steuerbordseite, der Bug ist also rechts. Die hinteren Kanten der vorn liegenden Bleche überdecken die vorderen Kanten der dahinter liegenden. Man beachte ansonsten, wie wenig man von den Nägeln selbst sieht.

Share this post


Link to post
Share on other sites

moin moin an die meute,

 

bin noch am hadern wegen der kupfer-auflage, jetzt weniger wegen der optische geschichte , also wie rum und in welche richtung, ich hab da so meine probleme mit WAS klebt man die plättchen auf holz ???

 

1. kann holzleim (egal welcher) kupfer auf holz kleben ??

 

2. den fertigen rumpf mit haftgrund tränken, und danach die kupferplättchen mit nen zweiten schicht haftgrund darauf antrocknen lassen

 

3. oder würde das ganze auch mit sekunden-kleber funktionieren

 

womit klebt ihr sowas

 

gruß innu

Share this post


Link to post
Share on other sites

Ich habe mal eine Frage dazu, wie weit und wie schnell sich die Bekupferung der Schiffsrümpfe eigentlich durchgesetzt hat. Hat man das nur bei den größeren Schiffen getan oder auch bei Kuttern und Schonern bzw. wie schnell hat es sich dort durchgesetzt?

Share this post


Link to post
Share on other sites

Die Bekupferung hat sich erstaunlich schnell durchgesetzt, auch bei kleinen Schiffen wie Kuttern. Ein Beispiel dafür ist der bekannte Kutter Alert, der angeblich schon 1777 bekupfert wurde. Da man zu der Zeit aber noch experimentierte, ist nicht immer sicher, wie das im Detail aussah. Wenn ich nicht irre, erkannte man erst in den 1780ern, daß man die Korrosion des Kupfers nur durch die Benutzung von entsprechenden Nägeln aus Kupferlegierung verhindern konnte, vorher befestigte man sie noch mit eisernen Nägeln (ähnliches gilt für die Ruderbeschläge) - insofern waren die ersten Kupferbeschläge wohl nicht so sehr lange haltbar.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Danke, das hätte ich nicht gedacht. Mir war eigentlich immer so, als hätte man erst in den 1780er Jahren bei den rated ships flächendeckend mit den Kupferplatten angefangen.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Erfreulicherweise stehen solche Sachen dann auch meist bei Winfield, Warships, drin. In dem Band 1714-1792, der für die Einführungszeit des Kupferbeschlags natürlich besonders interessant ist, kann man das auch für die kleineren Schiffe gut verfolgen. Ähnlich ist es übrigens mit Carronaden - die wurden sowohl bei einigen großen als auch kleinen Schiffen zeitgleich eingeführt - das aber bei weitem nicht flächendeckend.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Ich beziehe mich auf meinen Beitrag zum Vaisseau Napoleon.

Ich habe mir 01, mm Kupferblech besorgt. Die einzelnen Platten zeichnete ich in 2D AutoCAD. Die Senknägel mit denen die Platten auf dem Rumpf genagelt wurden zeichnete ich als Ringe mit 0,3 mm Durchmesser. Dadurch war es möglich annähernd ein oiriginalidentes  Nagelbild zu erzielen. Ein Spezl ist Inhaber einer Werkzeugschleiferei und hat einen Gravurlaser für Metall. Die Feldgröße des Lasers ist 110x110 mm. Die Aufnahmegröße ca. 400x600 mm. Das bedeute, dass immer ein Feld von max. 110x110 mm gelasert wird, anschließend verfährt der Laserkopf um ca 1200 und graviert das nächste Feld. da der Laser zu schwach ist, um das Blech durchzuschneiden, kann ein lediglich die Randlinien und die Ringe gravieren. Die Strichdicke des Lasers ist ca. 0,1 mm.

Die Felder und Einzelplatte können sehr leicht mit einer Schere ausgeschnitten werden, da die Gravurlinien ein Führung für die Schere sind.

Gegenüber den früher gekauften, geätzten Platten, wie sie auch renommierte Modellbaukollegen verwenden, sieht meine Kupferung wesentlich originalgetreuer aus. Die geätzten Platten, bei denen die Nagelköpfe um ca. 0,1 mm vorstehen sehen meines Erachtens aus wie ein Igel!

Gerne stelle ich Euch eine AutoCAD-Datei oder eine PDF-Datei für französische Kupferplatten im Maßstab 1:75 zur Verfügung. Die Datei muss von Eurer Lasergraviererei noch umgewandelt werden. Billig ist die Sache aber nicht. Nur dadurch, dass es mir ein Spezl machte, kam ich bei der Napoleon für ca. 3000 Platten mit um 800.-€ davon.

 

 

KP75 groß.pdf

KP75 Randplatte.pdf

KP75 schmal.pdf

  • Like 1

Share this post


Link to post
Share on other sites

Aufkleben der Kupferplatten:

Da bei meiner Herstellung kein Nägel igelartig vorstehen und das Blech nur 0,1 mm dick ist, können die Platen problemlos überlappt werden.

Arbeitsbeginn: Unten am Heck.

Ich werde Mc. Cool ein paar Bilder schicken, die er ins Forum stellen kann. Hier sieht man, wie ich die Cu-Platten anbringe.

Als Kleber verwende ich Dünnflüssigen Sekundenkleber von Conrad. Auf die Flasche stecke ich eine Kanüle von 0,6 (Hellblau) oder 0,7 (schwarz) auf die Flasche.

Als oberen  Anschlag wird eine Holzleiste in entsprechenden Abstand fixiert.

  • Like 1

Share this post


Link to post
Share on other sites

Die Bilder dazu, Dankesehr fürs Zusenden!

Zunächst LE NAPOLEON:

Kupfer001.thumb.jpg.22a640cb451f49c7031624334b0ad601.jpg

Kupfer002.thumb.jpg.a588a14054e43fc8d5e4a26995271dde.jpg

Kupfer003.thumb.jpg.224cc37bb50b6a09f4b612356dcf8a6f.jpg

Kupfer004.thumb.jpg.95445e86f1079cdb25196d4b54d9ade8.jpg

 

Und dann noch eine SUPERBE, die ihrem Namen alle erdenkliche Ehre macht:

Kupfer005.thumb.jpg.1479d35df391a709ccd936d3b6f8f6b6.jpg

Kupfer006.thumb.jpg.5d08d37d871e7dbb44552ef0638872b6.jpg

 

Share this post


Link to post
Share on other sites

Noch einige Fotos zum Thema von Karl, hier speziell die SUPERBE. Dazu seine Anmerkung, in Bezug auf die Ausführungen oben zu NAPOLEON: 

"Als Vergleich: Le Superbe mit geätzten Kupferplatten. Die Platte wurden hier mit Pattex geklebt. Die verschmierte Schicht kaum zu entfernen.Hier habe ich also eine deutliche Qualitätsverbesserung erzielt."

Superbe004.thumb.jpg.b496f8da48a99d60688dac5a703a92d2.jpgSuperbe003.thumb.jpg.599579a3c32506b6c9522dcb8f119558.jpgSuperbe002.thumb.jpg.a35d34e74e67f4f61ddb27115cc3d3b0.jpgSuperbe001.thumb.jpg.1797e590756e828153f0273d02d0bf14.jpg

Share this post


Link to post
Share on other sites

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!

Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.

Sign In Now

Sign in to follow this  

×