Ballonkanonen für S.M. Kanonenboote CYCLOP & NAUTILUS
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3 posts in this topic

Auf wohl nur einem der deutschen Kanonenboote der 1870er waren ein paar aus dem Krieg übriggebliebene Ballonkanonen installiert. Habe leider gerade vergessen, welches Kanonenboot das war.

Weiß jemand, ob es noch auf weiteren Schiffen der kaiserl. Marine Ballonkanonen gab?

 

Die Bezeichnung ist mir geläufig, aber ich dachte da doch eher an den 1. Weltkrieg. Natürlich spielten Ballons eine Rolle bei der Belagerung von Paris, und offensichtlich der Grund für die Entwicklung der hier gemeinten.

 

In Luegers technischem Lexikon (1904) findet man dieses:

 

Ballonkanone, ein 1870 von der Firma Krupp konstruiertes Geschütz, bestehend aus einem 3,6 cm Kaliber weiten gezogenen Gußstahlrohr, das auf einer Säule als Lafette so montiert war, daß nach allen Richtungen hin schnell große Erhöhungen genommen werden konnten. Das Geschütz war auf einem vierräderigen Wagen befestigt und sollte während des Fahrens durch zwei Mann bedient werden. Vor Paris wurde am 12. November 1870 der Ballon Daguerre vermittels der Ballonkanone herabgeschossen.

 

Hatten dies Ballonkanonen noch etwas zu tun mit denen des ersten Weltkriegs?

 

Ballonkanone in Dresden:

Ballonkanone.JPG

By Billyhill (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

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Ja, danke, Cyclop (II) war das. Nach H/R/S waren die Ballonkanonen aufgestellt worden, um chinesische Piraten damit zu behelligen - keine Ballons! - die Geschütze seien aber nie zum Einsatz gekommen und bis spätestens 1881 ersetzt worden. Das Kaliber wird mit 4 cm angegeben, während das Zitat oben 3,6 cm nennt.

Auch Nautilus (Albatross-Klasse) erhielt auf Wunsch des Kommandanten für den Ostasieneinsatz zwei Ballonkanonen, aber die kamen wohl schon '78 wieder weg.

 

Ballonkanonen wurden auch wieder vor dem 1. Weltkrieg entwickelt zur Abwehr vor allem von Ballons und Luftschiffen, es war ja nicht ganz so einfach, sie in größerer Höhe zu erwischen.

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    • By McCool
      Durch einen Thread bei Napoleon Online geriet mir mal wieder ins Bewußtsein, daß es bei Youtube ein paar interessante Videos zur Artillerie gibt. Es gibt halt Leute, die Kanonen sammeln und diese gelegentlich auch benutzen.
       
      Ein interessantes maritimes Stück wird hier vorgestellt. Es ist ein etwa einpfündiges Bronzegeschütz in Form einer Carronade oder "Gunade"; die in dem Filmchen geäußerte Definitionsfrage, Carronade und Gunade seien das gleiche, sie unterschieden sich nur dadurch, daß die Carronade statt der Schildzapfen eines Öse habe, während die Gunade Schldzapfen wie eine Kanone besitzen, ist aber m.E. nicht richtig. Frühe Carronaden besaßen Schildzapfen; es ist wohl mehr eine Frage der Proportionen des Geschützes.
       
      Dieses vorliegende Muster ist anscheinend etwas mysteriös. Der Sprecher nimmt an, es sei eine "Swivel" gewesen, was aufgrund des Kalibers und des relativ geringen Gewichts ganz bestimmt richtig ist. Er meint, Abdrücke am Stoß des Rohrs (Unterseite) ließen auf eine Swivel-Montierung schließen (heftiges Aufschlagen auf eisernen Gegenstand).
      Die allgemeine Form entspricht, abgesehen von den Schildzapfen, der moderneren Carronaden-Form, die ca in den 90ern aufkam. Das Geschütz war für eine Steinschloß eingerichtet. Kurios der angegossene Brooktauring wie bei einer echten Carronade; hier kann dieser Ring zumindest nicht die Fuktion gehabt haben, ein Brooktau hindurchzuführen.
       
      Beachte die weiteren Videos des Users, auch von Geschützen in Aktion.
    • By Threepwood
      Ich bin mir nicht sicher ob wir schon einen Thread zu diesem Thema haben. Meine Frage dreht sich um das Thema Pulverrauch während eines Gefechts. Wie stark war die Sichtbehinderung während einer Schlacht wirklich? Konnte es schon bei kleinen Duellen zu Sichtbehinderungen kommen oder trat das Problem erst bei größeren Gefechten auf?
    • By McCool
      Die Renown war das einzige hölzerne Linienschiff, das die deutsche Marine besaß; es war ein 1857 in England gebauter 90-Kanonen-Zweidecker mit Schraubenantrieb.
      In der deutschen Marine diente das 1870 gekaufte Schiff allerdings nur noch als Artillerieschulschiff - siehe hier!
      Es gibt hier ein paar Zeilen eines 1881 an Bord Kommandierten zu lesen.
    • By Jörg
      Hallo,
       
      ich recherchiere ja immer mal wieder gern zur preussischen Segelfregatte GEFION
      und so fand ich kürzlich einige sehr interessante Fotos und ich konnte das
      Schiff auf zwei Fotografien identifizieren.
      Die Quellenangaben der Bilder befinden sich am Ende dieses Beitrages.
       
      Eine kurze Beschreibung zur GEFION findet sich bei Wikipedia:
      Gefion bei WIKIPEDIA
       
      Es gibt nicht wirklich viele Fotografien der Gefion und die folgenden beiden
      Bilder sind vielen von Euch vermutlich bekannt.
       
      Bild 1

       
      Bild 2

       
       
      Die Gefion lag ab 1870 als Wohnschiff in Kiel und wurde 1891 abgewrackt.
      Von Gustav Schönleber (1851-1917) gibt es den Holzstich der Gefion und mich
      hat immer interessiert, wie authentisch die Szenerie ist, die Schönleber zeigt.
       
      Man sieht auf dem Holzstich die Gefion an einem Anleger an der Wasserallee
      in Kiel mit dem Schloss im Hintergrund und ich machte mich auf die Suche nach Fotos.
      Bild 3

       
       
      Ich durchstöberte das Online-Fotoarchiv des Stadtarchives Kiel. (Ein hochinteressantes Fotoarchiv.)
      Online-Fotoarchiv - Stadtarchiv Kiel
       
       
      Folgendes Bild habe ich gefunden. Es zeigt den Bereich der Anleger an der Wasserallee um 1900
      und in dem Bereich lag die Gefion als Wohnschiff.
      Bild 4

       
      Hier ein Vergleich des Holzstiches von Schönleber und der Fotografie.
      Bild 5

       
       
      Ein weiteres hochinteressantes Foto fand ich in dem Onlinearchiv.
      Es stammt, lt.Bildbeschreibung, aus der Zeit um 1882. Also aus der Zeit, wo die
      Gefion noch als Wohnschiff in Kiel lag. Links im Bild sieht man das Schloss
      und etwa in Bildmitte kann man einen Rumpf mit einem weißen Streifen erahnen.
      Bild 6

       
      Hier ist ein vergrößerter Ausschnitt.
      Bild 7

       
      Und noch weiter vergrößert.
      Bild 8

       
      Man erkennt die Gefion mit dem Untermast des Großmastes und drei "Krangalgen".
      Ich bin nicht sicher, wie diese Konstruktionen genau heißen,
      die vermutlich zum Heben von Lasten durch die Luken benutzt wurden.
      McCool schickte mir netterweise einen Link, wo man derartige Konstruktionen auch sehen kann.
      Hastings (Cooke Stich)
       
      Es ist natürlich faszinierend, so ein Foto zu finden, auch weil man hier sieht,
      dass Schönlebers Stich offenbar sehr exakt ist, denn auch auf dem Stich
      ist auch nur der Großmast mit diesen 3 Krangalgen zu sehen.
      Zwei auf der Gefion und einer auf einem Schiff hinter der Gefion.
      Eventuell hat Schönleber ja sogar eine Fotografie als Vorlage gehabt, oder er hat
      die Szenen dort vor Ort skizziert und danach den Holzstich gefertigt.
       
      Aber es kommt noch interessanter...
       
      Der Bereich, in dem die Gefion liegt, wurde später zum Oslokai (1961) und danach zum
      Ostseekai (2007). Dort legen heute die großen Kreuzfahrtschiffe an.
      Auf der Suche nach Bildern vom Oslokai in Kiel fand ich dieses Foto.
      Es zeigt den Oslokai vom Sellspeicher aus fotografiert im Jahre 1966 mit den Fährschiffen
      Kronprins Harald, Scania und Langeland.
      Den Sellspeicher erkennt man gut auf Bild 7. Es ist das hohe Gebäude unterhalb vom Schloss.
      Bild 9

       
      Ein weiteres Bild aus dem Jahre 1888 zeigt den gleichen Bereich.
      Rechts im Bild das Panzerschiff BADEN.
      Bild 10

       
      Und dann fand ich noch dieses Bild aus dem Jahre 1878 in der Bundesarchiv Bilddatenbank.
      Es zeigt eindeutig den gleichen Bereich mit einigen aufgelegten Schiffen.
      Das Schiff rechts oberhalb der Bildmitte ist vermutlich die Niobe.
      Bild 11

       
      Dann stach mir der Heckspiegel eines Schiffes mit den weißen Untermasten, links oben in
      Bild 11, ins Auge. Das ist die Gefion.
      Es gibt keine guten Aufnahmen vom Heck der preussischen Gefion und insbesondere
      nicht vom genauen Verlauf der weißen Zierlinien am Heckspiegel.
      Die bekannten Aufnahmen lassen immer noch Raum für Spekulationen.
      Auf diesem Bild sind zwar keine Details erkennbar, aber das Bild mit der Gefion war
      so nicht bekannt und man weiß jetzt, wie die weißen Zierlinien, insbesondere im
      oberen Bereich des Heckspiegels, tatsächlich verlaufen. Ich freue mich sehr über das Bild.
       
      Ich wollte einen "Beweis", dass das Schiff auf dem Bild aus dem Bundesarchiv (Bild 11)
      auch tatsächlich die Gefion zeigt. Durch den Vergleich mit den Bildern 9 und 10 ist
      für mich dieser Beweis erbracht. Vorher war ich mir nicht wirklich sicher, wo genau die
      Aufnahme entstand und ob das tatsächlich die Gefion ist, die man da sieht.
      Hier nochmal ein Vergleich der drei Bilder.
       
      Bild 12

       
      Und hier ein Vergleich mit zwei Ausschnitten der Darstellung der Eckernförde/Gefion
      auf Lüder Arenholds Bildern der ersten Bundesflotte und der preussichen Flotte.
      Bild 13

       
      Abschließend noch ein Vergleich mit Vergrößerungen der Gefionbilder aus dem Bundesarchiv
      und den dänischen Originalplänen.
      Hier sieht man deutlich die Umbauten, insbes.an den Gallerien, der preussischen Gefion.
      Bild 14

       
      Nun, mir macht diese Art Recherche viel Freude. Besonders so Vergleiche von
      Bildern (damals/heute, Gemälde/Realität) finde ich faszinierend.
       
      Ich freue mich auf eine interessante Diskussion.
      Jörg
       
       
      Bildquellen:
       
      Bild 1 - Bundesarchiv Bilddatenbank, Signatur: Bild 134-B0340
       
      Bild 2 - Bundesarchiv Bilddatenbank, Signatur: Bild 134-B0339
       
      Bild 4 - Online Fotoarchiv, Stadtarchiv Kiel, Signatur: 44728 Public Domain Mark 1.0
       
      Bild 6 - Online Fotoarchiv, Stadtarchiv Kiel, Signatur: 44773 Public Domain Mark 1.0
       
      Bild 9 - Online Fotoarchiv, Stadtarchiv Kiel, Signatur: 38196, CC BY-SA 3.0 DE
       
      Bild 10 - Online Fotoarchiv, Stadtarchiv Kiel, Signatur: 45728 Public Domain Mark 1.0
       
      Bild 11 - Bundesarchiv Bilddatenbank, Signatur: Bild 134-C0848