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McCool

Karl May - Der Phantast aus Sachsen / Themenabend zum 175. Geburtstag

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Aus Anlaß des 175. Geburtstages von Karl May bringt der MDR am So, 26.02.17, ab 23.10 Uhr einen Themenabend (oder besser: -nacht) inklusiver dreier ältere "Dokus": 

Mit May selbst hat nur die erste Sendung etwas zu tun;  diese gibt es noch einmal am 05.03., von 22:15 - 23:00 Uhr auf ARD Alpha zu sehen.

 

 

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Der Sioux-Indianer, dem Karl May nie begegnete... Ein toller Aufhänger für einen Themenabend zu Karl May. Übrigens bin ich Karl May auch nie begegnet, aber das scheint ja beim MDR keine Sau zu interessieren.

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vor 11 Stunden schrieb Speedy:

Der Sioux-Indianer, dem Karl May nie begegnete... Ein toller Aufhänger für einen Themenabend zu Karl May.

Ja, fand ich auch, ich habe das extra überprüft, ob der irgendetwas mit May zu tun hatte.

 

vor 11 Stunden schrieb Speedy:

Übrigens bin ich Karl May auch nie begegnet, aber das scheint ja beim MDR keine Sau zu interessieren.

Ja, eine Schande. Aber möglicherweise wärst Du ja auch von der reißerisch-verzerrenden Darstellung eines Kommodore Speedy-Porträts auch nicht unbedingt begeistert! 

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    • By McCool
      Die erste Häfte von "Zepter und Hammer" habe ich brav und relativ akribisch durchgelesen; bei der zweiten schaltete ich in den Schnell- und Sehrschnellgang, und den nächsten Band, habe ich nur noch stichprobenartig einige Stellen gelesen. Schon die ersten Hälfte des ersten Romans hat meine Geduld ziemlich auf die Probe gestellt, wie ich sagen muß.
      Den großen Rahmen in "Zepter und Hammer" bildet ein Konflikt zwischen zwei fiktiven, deutsch anmutenden Fürstentümern, namens Norland und Süderland; ein Großteil der Handlung findet aber in realen Ländern statt.
      Die Geschichte setzt mit einer hübschen Szene ein; auf einer Waldlichtung, etwas Abseits eines Lagers der Gitani, oder Zigeuner, verhandelt ein Pärchen sein Liebesverhältnis, und konkret ein Gedicht und einen Kuß; das Mädchen, eine "vollendete" Schönheit von etwa 17 Jahren, ist vielleicht ein wenig zu kokett und leichtfertig, der junge Mann hier ein wenig zu ernsthaft, es hakt etwas zwischen den beiden.  Dies sind zwei Hauptfiguren - der junge Mann ist Katombo, und er ist von den Gitani adoptiert worden; seine wahre Identität birgt einige Brisanz;  das Mädchen heißt Lilga. Dieses hübsche Pärchen soll bald auseinandergerissen werden, und nie wieder zusammenfinden.  Denn ersteinmal hat der böse Graf, in dessen Wald die Gitani lagern, ein Faible für bildschöne junge Zingaras (er hatte sie wohl nur deswegen dort campieren lassen, um sich an die Schöne heranzumachen), außerdem erkennt er in Katombo den rechtmäßigen Anwärter auf den Grafentitel will den Rivalen um Herz und Krönchen natürlich beseitigen, aber Katombo kann fliehen. 
      Der Beginn war also, wie ich fand, recht vielversprechend. Der nächste Abschnitt begann irritierenderweise in - Ägypten.  Weshalb Katombo ausgerechnet hier Unterschlupf suchte, wird nicht erklärt. Er tritt hier als Kapitän eines Nilschiffes in Erscheinung, der das volle Vertrauen und die Wertschätzung seines Chefs, des Reeders besitzt.  Es ergeben sich hier natürlich wieder etliche atemberaubende Abenteuer und nebenbei auch ein weiteres Weib - die Tochter des Reeders. Unter ihrem Schleier war diese - Ayescha -  natürlich irgendwie schon in Verehrung zum wackeren Katombo entflammt, und eines Tages kommt es zu einem rein zufälligen Treffen in einem Gartenhaus; und irgendwie weht versehentlich der Schleier zur Seite, und man erkennt recht bald, daß man füreinander bestimmt sein muß. Weiterhin ergibt sich, daß Ayescha überraschenderrweise eine Art Kryptochristin ist, was am Einfluß einer ehemaligen Haushaltshilfe gelegen zu haben scheint; so steht ja einer Ehe nur noch die väterliche Zustimmung entgegen. Die ergibt sich verblüffend unproblematisch, denn durch irgendeine Koinzidenz hat der Patriarch die Szene beobachtet und belauscht, findet alles ganz toll und ist einverstanden.
      Was die Abenteuer angeht, so dreht es sich um allerhand Blutfehden und dergleichen. Katombo, in Ehrensachen ohnehin empfindsam, integriert sich hervorragend ins Morgenland und lernt, sich vollendet kultursensibel an seinen gefährlichen, mächtigen Feinden zu rächen.  Denn er entwickelt ein großes handwerkliches Geschick darin,  seinen Gegnern vermittels des Krummsäbels in elegantem Schwung den Kopf vom Hals zu trennen. Eh der sich's versieht, zack, ist die Rübe ab.
      Im Verlauf der Geschichte ergibt sich aus zwingenden Gründen die Notwendigkeit, daß Katombo in Begleitung Ayeschas mit dem besten der Flußschiffe seines Schwiegervaters über das Meer zu segelt.  Dummerweise wird das Schiff von einem vor der Küste patroullierenden englischen Dampfsegler aufgebracht, die Mannschaft wird an Bord des Kriegsschiffs namens "Eagle" gebracht. Durch eine eigenwillige Schicksalsfügung findet sich an Bord als Offizier: Katombos alter Erzfeind, der notzüchtige, böse Graf, der sich an Bord militärisch fortbilden will.  Den Graf hatte, so wird erwähnt, seine krankhafte Libido dazu gebracht, in den Harem des Khediven einzudringen wie der Fuchs in den Hühnerstall - das ward von dem nicht gern gesehen, so mußte der Graf entweichen.  Hatte der Unhold sich schon auf Katombos zingarische Verlobte abgesehen, so beabsichtigt er nun auch noch die Schändung der Ayescha und läßt sie in seine Kabine bringen. Klar, daß Katombo da einen Aufstand organisieren und das britische Kriegsschiff in seine Hand bringen muß; die Besatzung läßt sich ziemlich leicht davon überzeugen, zu desertiren und in Katombos Dienste zu treten.  Den fiesen Grafen schickt Katombo mit freundlichen Grüßen als Gefangenen an den Khediven, der ja noch einige Hühnchen mit ihm zu rupfen hat. 
      So in ent- und verwickeln sich die verschiedensten Handlungsfäden, Katombo bringt es zwangläufig zum Großadmiral des Khediven, Plausibilität spielt dabei keine Hauptrolle.  Was hat das mit dem ursprünglichen Handlungsstrang in Norland zu tun? Nicht allzu viel. Es ist, offen gesagt, einfach wahnsinnig viel beliebiges FLüllmaterial, das sich Karl May aus den Fngern saugt. ""Scepter und Hammer" erschien eben als Kolportageroman, das merkt man ihm trotz teils wohl ziemlich radikaler Bearbeitung für die Neuveröffentlichung 1926 immer noch deutlich an.
      Der zweite Teil des Romans führt wieder zurück in nördliche Gefilde. Dort tritt eine etwas verlumpte Zingara auf; sie sieht aus wie fünfzig, aber da Zingaras ungünstig altern, habe sie dieses Alter wohl noch nicht erreicht, so der Erzählr. Es ist die arme Lilga, die mittlerweile Vajdzinia ihres Stammes geworden ist und auf den Sohn des bösen Grafen trifft....
      Lilga durchlebt auch noch den Band "Die Juweleninsel" weitgehend; es gibt, wenn ich mich recht entsinne, auch noch ein leztes Wiedersehen mit Katombo . 
      In diesem Band wird es, was die Schauplätze betrifft, auch recht bunt, neben den fiktiven eurpäischen Fürstentümern zumindest Texas, San Franciso und der Pazifik. Einen längeren Einschub bilden hier die beiden Teile der "Tagebücher des Verschollenen", eine Art Robinsonade, die für sich genommen vielleicht gar nicht mal schlecht wären. Es ist hier wieder eine Geschichte in der Geschichte, die mit dem Hauptstrang letztlich wieder wenig zu tun hat. May hätte das im Prinzip ad infinitum treiben können, und das ist das Haupproblem der beiden Bände - es ist irgendwie alles sinnlos, weil völlig beliebig. May soll sich selbst in seinen Handlungsfäden derart verheddert haben, daß sich manche Figuren, die sich eigentlich kannten, bei späteren Begegnungen wiedererkannten, und ein paar Fäden hat er wohl auch völlig verloren und nicht zudende erzählt. Das alles ist in Bearbeitung verschwunden und berichtigt, aber die Bände wirken trotzdem ziemlich verfahren. Vielleicht kann man das mögen, aber mir ging es auf die Nerven. Ein Fortsetzungsroman weit, weit höherer Qualität war beispielsweise Dumas' Graf von Sainte Hermine, der auch in seiner wiederveröffentlichten unbearbeiteten Form sehr gut lesbar ist, trotz gewisser Redundanzen, die Dumas wohl beseitigt hätte, wenn es zu einer Buchausgabe gekommen wäre. 
      Empfehlen würde ich diese beiden Bände nicht - besonders nicht May-Erstlesern, denn die Strukturlosigkeit wäre wohl eher abschreckend. Sammler werden sich die Bücher natürlich zulegen, sie sehen ja auch sehr nett aus.  Aber es gibt viele, viele Bücher, die stärker und berechtigter danach verlangen, gelesen zu werden.
                                       
         
    • By McCool
      Die Editionsgeschichte des Karl May-Gesamtwerks ist ja einigermaßen verwickelt. Es wurden offenbar mehrfach Geschichten innerhalb von einem Band zum anderen getauscht; sie sind wohl lediglich durch eine Rahmenhandlung lose verbunden.
      Es ging mir in diesem Fall natürlich wieder darum, eine weitere maritime Rosine herauszupicken. Vielleicht kann jemand dazu sagen?
      Soweit ich mir das bisher mithilfe der extrem nützlichen Karl May-Wiki zusammenzureimen versuchte, stellt es sich so dar:

      "Auf der See gefangen" ist ein früher Roman Mays, der 1878 in der Zeitrschrift Frohe Stunden erschien, siehe hier.

      Der prinzliche Held der Geschichte wird zu Unrecht eines Verbrechens beschuldigt und wird amerikanischer Piratenjäger.

      Der Text ist heutzutage (natürlich ohnehin online) gedruckt zu finden:

      1. In den Auflagen des Bandes No 19 "Kapitän Kaiman" von 1949-1999.
      http://www.karl-may-wiki.de/index.php/Kapit%C3%A4n_Kaiman_(GW19)
      Außerdem enthielt der Band die Geschichten
      Der Kanada-Bill (Three carde monte) Das sprechende Leder (Unter der Windhose) Der Pfahlmann (Ein Dichter)
      2. Seit 1998 in Band No 80 "Auf der See gefangen".
      http://www.karl-may-wiki.de/index.php/Auf_der_See_gefangen_(GW80) 

      Von den knapp 500 Seiten nimmt diese Geschichte in dem Band  etwa 330 ein, der Rest sind Essays und die Geschichten
      Winnetou (eine frühe Erzählung) Ein Ölbrand Leseprobe und Inhaltsverzeichnis hier.
      Kennt jemand diese Kaiman-Geschichte, sei es im alten Band No 19  oder neuen Band No 80?  Daß erläuternde Artikel zur Werksgeschichte im "neuen" Bd 80 enthalten sind, finde ich ja ganz interessant. 
    • By Bonsai
      Hallo zusammen
      habt ihr schon mal die Karl May Romane: Der Weg nach Waterloo, Das Geheimniss des Marabut, Der Spion von Orty, Die Herren von Greifenklau.
      Die Romanreihe erzählt von den Familien Greifenklau (preussischer Ulan) und den Französischen Käpitän der Kaisergarde Napoleons Riechmont. Die Geschichte reicht von Waterloo bis zum Deutsch Französischen Krieg von 1870/71. Das ganze geht über drei Generationen. Die geschicht ist spannend und extrem fesselnd geschrieben, und völlig zu unrecht fast in vergessenheit geraten.
      Die historischen Ereignisse sind gut beschrieben und man fühlt sich in die damalige Zeit versetzt.
      Gerade im ersten Band sorgt Feldmarschall Blücher in seiner derben und urigen Art für so manchen Schmunzler. Ob wohl es schon lange Herr ist das ich die Bücher gelesen habe. haben sie sich mir doch mehr ins Gedächtniss gebrannt als so manche Winetou Geschichte. Und deswegen habe ich auch Blücher als Avatar gewählt.
       
      Gruß Stefan
       
      P.s.: Auch so manches Seegefecht gibt es bei Karl May, allerdings nicht in diesen Bänden
       
      Edit : Ich habe mir erlaubt den Verschreiber 1970/71 zu editieren.
      Werner, Redakteur und Moderator
    • By McCool
      An anderer Stelle wurde nach Seeromanen aus französischer Perspektive gefragt, und da fiel mir mal wieder Karl Mays Surcouf-Roman ein, der hier schon mehrfach erwähnt wurde (z.B. hier) , aber sicher auch noch mal einen eigenen Thread verdient.
      Man kann hier auf den Seiten der Karl May-Gesellschaft zwei verschiedene Fassungen lesen, und es gibt eine Vergleichsübersicht.
      http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/pr...rcouf/index.htm
    • By Bonsai
      Hi
      Habt Ihr die Neuverfilmung von Winnetou gesehen? Wie hat es Euch gefallen?
       
      Da Ja schon klar war das die Handlung nur an Rande mit den Büchern zutun hat konnte Ich mit der Story ganz gut leben. Die Schauspieler haben mir sehr gut gefallen , vor allem die Darstellung des Sam Hawkins fand Ich deutlich besser als in den alten Teilen. Musik und Kamera waren gut. Und gefallen hat mir auch das man gar nicht erst versucht hat die alten Filme und Piere Briece zu Klonen sondern man sich bewußt für einen eigenen Weg entschieden hat.
      Für RTL Verhältnisse ein gelungenes Event (RTL ließ ja schon schlimmes befürchten).
      Werde mir die anderen Teile definitiv auch anschauen.
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