Marin de la Garde um 1808, 54 mm, Bruno Leibovitz/Metal Modeles
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Zur Geschichte der Marins de la Garde Imperiale:

Das Bataillon des Marins war ein Bestandteil der enorm expandierenden Garde Impériale Napoleons; bereits in der Konsulargarde hatte es Marins gegeben. Das Bataillon der kaiserlichen Garde wurde 1804 errichtet. Die Rekrutierung erfolgte, wenn ich das richtig verstanden habe, aus Marinepersonal bzw. aus Überschüssen. Die Rangbezeichnungen entsprachen jenen der Marine.  Der Rang des heweiligen Kommandeurs war zumeist der eines Capitaine de Vaisseau 1er Classe; Baste (1809-10) und Ganteaume (1811)  zum Contre Amiral auf (Kommandeure siehe Linke zu Napoleon Series).

Die Marines wurden in verschiedenen Feldzügen als u. a.als Artilleristen oder Pioniere eingesetzt. Nachdem Napoleons Invasionspläne für 1805 gescheitert waren, nahmen die Marins am Feldzug gegen Österreich teil (Ulm, Austerlitz), ein Teil im folgenden Jahr an dem gegen Preußen (Jena, Belagerung von Danzig, Preußisch-Eylau, Friedland).

Auf dem anschließenden Peninsula-Feldzug wurde die Einheit größtenteils vernichtet und wurde ab 1809 bis zur einer Stärke von etwa 1100 Mann neu aufgestell; wiederum extrem dezimiert im Rußlandfeldzug, den nur 85 Mann überlebten, und anschließend wieder durch Rekruten verstärkt, kämpften sie im Oktober 1813 als Teil der Jungen Garde bei Leipzig. Ob zu dieser Zeit noch seemännische, artilleristische oder pioniertechnische Expertise in der Truppe vorhanden war?

5999989e14439_MarindelaGardeNapoleon-Bellange.thumb.jpg.9c3d60759032913bafbea0e70238afba.jpg1814  waren die Marins noch an der Verteidigung von Paris beteiligt; 21 Mann begleiteten Napoleon nach der Niederlage nach Elba, der Rest der Truppe wurde aufgelöst.

Während der 100 Tage wurden die Marins im Mai in einer Stärke von  150 Mann wiedererrichtet und nahmen an den Schlachten von Ligny und Waterloo teil; im August 1815 wurde die Truppe endgültig aufgelöst.

Die Uniform ist für eine Truppe mit maritimem Bezug durchaus seltsam: Eine Husarenunifrom inklusive verschnürtem Dolman und all den anderen typischen ungarischen Elementen, und als Krönung war die Seitenwaffe auch noch ein kavalleristisch anmutender Schleppsäbel. 

 

Zum Figurenbausatz:

Die Figur von Metal Modeles wurde von Bruno Leibovitz modelliert und ist m.E. in Pose, Guß und Detaillierung exzellent. Hergestellt wurde sie offenbar im Schleudergußverfahren, was extrem feine Gravuren und Details ermöglichst - insofern ist sie an der Feinheit der Detaillierung z.B. der vor einiger Zeit von mir vorgestellten Figur einens peußischen Grenadiers von Puchala sicherlich überlegen.

Der Bausatz besteht aus einer ziemlichen Anzahl von Teilen: Rumpf, Arme, Kopf, Muskete, Säbel, Tschako-Federstutz, einige weitere Kleinteile wie Epauletten und seitlicher Tschakobehang, sowie ein Sockel und ein dazugehöriger Poller, genauer ein "eingegrabenes" Kanonenrohr-Segment: Damit hat man gleich eine hübsche kleine Vignette mit der maritimen Anmutung eine Hafenszene. Inspiriert wurde dieser Kanonenrohrpoller offenbar durch eine Grafik eines Marin de la Garde von Bellange.  An den Füßen des Marins den länglichen Zapfen angegossen, die exakt in die Aussparungen des Sockels passen - das wird hier ein bequemes Kleben.  Außerdem liegt noch Metallfolie bei, vermittels derer die das Gehänge des Schleppsäbels anzufertigen ist. Bemalungsangaben befinden sich auf der Rückseite des Kärtchens mit einer farbigen Vorder- und Rückansicht einer zusammengesetzten und bemalten Figur, allerdings nur auf Französisch. 

5999985fa47e6_MarindelaGardeMetalModeles.thumb.jpg.a32a13ad1ef9603bf190c03ddcd7da4a.jpg

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