H. L. HUNLEY - neue Erkenntnisse über den Untergang des konföderierten Tauchboots
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Es gab viele Spekulationen um das genaue Ende des Tauchboots, das am 17. Februar 1864 einen Spierentorpedo-Angriff auf die etwa 5 Meilen vor Charlston liegende hölzerne US-Schraubensloop Hoausatonic durchführte, bei dem das Ziel versenkt wurde. Auch die Hunley sank, die gesamte Besatzung kam ums Leben.

Neuere Erkenntnisse zeigten, daß die Meldungen über ein angeblich abgebranntes Blaufeuer bzw. Signale mit einer Laterne nach erfolgreichem Angriff nicht stattgefunden haben kann. Es zeigte sich, daß die Hunley auch nicht erst nach einem Wassereinbruch sank, als sie sich durch eigene Kraft vom Zielobjekt entfernt hatte, denn die Pumpe war, wie Archäologen herausfanden, nicht benutzt worden.  Vielmehr kam die Besatzung direkt durch die Druckwelle des explodierenden eigenen Spierentorpedos um. Reste einer kupfernen Befestigung an der Torpedospiere deuteten drauf hin, daß der Torpedo direkt an dieser befestigt war - das bedeutete, daß sich das Boot weniger  20 ft von der Housatonic entfernt war, als der Torpedo expodierte. 

Eine neue Untersuchung von zeigt nun detailliert, daß die Druckwelle der Explosion die Besatzung sofort tötete.  Das Tauchbootboot wurde danach durch die Gezeitenströmung späteren seewärtig vom Wrack der Housatonic, gelegenen Fundort  getrieben, es ist nicht mehr durch eigene Kraft dorthin gelangt.   

 

 

 

Edited by McCool

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Der Sprecher des folgenden Videos klingt, als hätte er zuviele Haschkekse gefrühstückt,  das wird vielleicht nicht jeder schätzen, nichtsdestotrotz:

 

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Sehr interessant. Da stellt man sich natürlich die Frage, ob man die Wirkung der Sprengladung falsch eingeschätzt hat, oder es sich um ein Himmelfahrtskommando, ganz abgesehen von den Risiken der neuen Technik, handelte.

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Ich erinnere noch, vor langer Zeit einen halb  Doku, halb nachgestellten Film gesehen zu haben.

Darin wurde das so dargestellt, dass die Hunley durch Fahrtdruck die Bombe mittels des Widerhakens  im Holz des gegnerischen Schiffs festrammen  sollte.

Sodann sollte das U-Boot zurückrudern und sich somit von der Bombe freimachen. Das hat dann ja wohl halt nicht geklappt.

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Diese Spierentorpedos waren ohnehin eine recht fragwürdige Angelegenheit. In einem Buch zur Entwicklung der deutschen Torpedoboote habe ich mal gelesen, dass sie im Grunde für den Angreifer nicht weniger gefährlich waren als für das Angriffsziel.

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Daß die Fahrt mit diesem Boot ein Himmelfahrtskommmando war, dürfte wohl allen Beteiligten klar gewesen sein - es waren ja schon Leute während der Testphase in dem Ding umgekommen, wenn ich mich recht entsinne. 

Ein absichtlicher Kamikaze-Angriff war der Einsatz aber nicht, es ist wohl so, daß der Mangel an Erfahrungen und Daten zu einer fatalen Fehleinschätzung führte. So, wie die Hunley ausgesrüstet war, hätte sie den Einsatz gar nicht überleben können.

Interessant war eben die Untersuchung der Torpedospiere. Das Boot hatte ja zwei Spieren am Bug - die obere, eine hölzerne, die aussieht wie ein Bugspriet, diente dazu, die untere, mittels Flaschenzug die beweglich gelagerte Tordpedospiere, in die richtige Höhe zu bringen. Und an dieser Spiere ist der Torpedo wirklich fest angebracht gewesen. Es gab verschiedene Rekonstruktionen und Mutmaßungen, eben auch die Variante mit dem Stachel, der in den Gegnerischen Rumpf zu bohren war, um dann den Torpedo von der Spiere zu lösen und sich zu entfernen; die Auslösung sollte dann über eine Leine erfolgen. Aber, wie gesagt, der tatsächlich verwendete Torpedo war fest mit der Torpedospiere verbunden, wie die Kupferreste der Torpedohülle an der Spiere  verraten. Von diesem verwendeten Torpedo existieren noch Zeichnungen, aber nun hat man eben belegt, daß es auch wirklich diese war, die verwendet wurde. Die stählerne Torpedospiere zeigt außerdem Deformierungen, wie die durch die Explosion verursacht worden sein dürften. 

Dem Einsatz der Hunley zuvorgegangen war im Oktober 1863 ein Angriff des konföderierten David mit einem Spierentorpedo auf das hölzerne Breitseiten-Panzerschiff New Ironsides (das zu Ehren der Constitution so hieß.)  Conrad_Wise_Chapman_-_Torpedo_Boat_David_at_Charleston_Dock,_Oct._25,_1863.jpg

David - siehe Abildung rechts -  war ein zigarrenförmiges Torpoedoboot, das weitesgehend eingetaucht fuhr, aber es war kein Tauchboot. Die Torpedospiere lag in der Längsachse der Zigarre. Der Angriff war insofern erfolgreich, als New Ironsides wenigstens leicht beschädigt wurde, aber für eine Versenkung hatte es nicht gereicht. Die zurückfallende Wassersäule der Explision hatte dummereise die Maschinenfeuer des David gelöscht, aber es gelang den Konöderierten doch noch nach einigem merkwürdigen hin und her,  das Boot zurückzubringen.

Die Ladung von 65 Pfund war an der Seite angesetzt worden, man kam aber zu dem Schluß, daß es besser sei, sie unter dem Schiff zu zünden. 

Die Konsequenzen für die Hunley aus diesem Teilerfolg waren, daß die Ladung unter den Gegner lancieren wollte, daher die absenkbare Spiere, und daß die Ladung drastisch erhöht wurde:  Auf 135 Pfund.  Was diese Ladung so anzurichten vermag, kann man in diesem Video erahnen: 

Vielleicht hätte ja der David oder ein anderes nicht-tauchendes Torpedoboot sogar die Wucht dieser großen Ladung überleben können, denn sie war ja durch das Hinabsenken ins Wasser gewissermaßen verdämmt?  - aber für die getauchte Hunley war sie absolut tödlich.

Mit Spierentorpedos habe ich mich auch nie weiter beschäftigt, aber vielleicht ist es interessant, auch mal die russischen Entwicklungen und Erfahrungen aus dem Krimkrieg zu betrachten.

 

 

 

 

 

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