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McCool

Verschollen im Pazifik: Das BOUNTY-Experiment [TV-Reihe, Channel 4/ DMAX 2017]

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Im Männchensender DMAX läuft ab Sonntag, dem 17.09. eine Art mutmaßlicher Doku-Action-History-Soap, in der die Fahrt Blighs und seiner Genossen im 23-ft-Launch der BOUNTY nachvollzogen wird; vielleicht ist das ja dochmal  die feine, köstliche Erdnuß im Bullshitfladen? 

1. Auf Gedeih und Verderb 17.09.2017 22.15 Uhr
2. Ausdauer und Disziplin 24.09.2017 dito
3. Der Außenseiter 01.10.2017 dito
4. Hunger und Durst 08.10.2017 dito
5. Land in Sicht 15.10.2017 dito
                   
                   
                   
                   
                   

 

 

 

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DMAX ist halt auch ein Sender der Discovery-Gruppe. Da kann sich solch eine Serie schon mal dorthin verirren.

Das Experiment selbst sehe ich eher kritisch, denn wie es scheint, nehmen ja nur 8 Personen daran teil, also deutlich weniger als mit Bligh unterwegs waren.

Das macht die ganze Unternehmung natürlich deutlich "komfortabler" als es in Wahrheit war, weil einfach viel mehr Platz zur Verfügung steht. Außerdem wird auch das Begleitschiff eine Menge Annehmlichkeiten bieten, vermute ich mal.

Es gab ja vor Jahren mal ein Experiment mit einem Wikingerschiff, bei dem die teilnehmenden Damen regelmäßig zum Duschen und Schlafen übersetzten.

 

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Jedenfalls, in Betrachtung des maritimen Projekts an sich, des Sendeorts, und einiger Teilnehmerporträts, gewinnt das hübsch-fiese Wort des amerikanischen Kulturhistorikers Paul Fussell von der "prole drift" neue Bedeutungen.  Nur 8 statt 18 Mann in einem Boot gleicher größe ist ein drastischer Unterschied (obwohl eine bestimmte Person des "cast" so aussieht, als ob sie das Dreifache einer Durchschnittsteerjacke des 18. Jhdts wiegen könnte).  Die Bounty-Barkasse lag ja auch gefährlich tief im Wasser. Richtig interessant fände ich, wenn die Reenactors wie Bligh ausschließlich per Kompaß und Quadrant navigiert hätten. Mal sehen, wie sie das gehandhabt haben, aber in der Tat, es war ja irgendwo ein Begleitschiff, das aufpaßte. Wären diese Leute unter den Verhältnissen von 1789 nach 3600 Seemeilen dort angekommen, wo sie hinwollten? Scheint mir unwahrscheinlich. Ich glaube nämlich nicht, daß es heutzutage allzu viele Seeleute gibt, deren Fähigkeiten jenen der Seefahrer der Frühen Neuzeit nahekommen - und Bligh gehörte zu den besten seiner Zeit.

 

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Wenn ich dran denke, werde ich mir am Sonntag mal die erste Folge anschauen. Vielleicht wird man ja angenehm überrascht.

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:lol: Und? 

Na ja, es war ja ungefähr  so, wie es vorherzusehen war. Allerdings fand ich die Dramaturgie des Drehbuchs dann doch überraschend plump. Da ist jetzt also schon mal der Querulant, der in angeblich ach so gefährlicher Brandung einfach mal keinen Bock hat um sein Leben zu rudern, oder partout kein Brennholz sammeln will, usf. Schon am 2. Tag.

Es wurde ja soetwas gesagt, daß es sich bei dem Boot um eine "exakte Kopie" des Bounty-Launch handele. Wäre ja möglich, die Pläne existieren ja. Aber das Boot in der Reihe ist geklinkert, die Bounty-Barkasse war aber natürlich kraweelgebaut. Das ist schon eine Unterschied, selbst wenn sie dieselben Linien benutzt haben sollten. Denn Kraweelbau ist bedeutend schwerer - aber auch stabiler. Und stabil mußten Barkassen sein, weil es die großen Last- und Arbeitsboote eines Schiffes waren. 

Man hat hier für diese Ferhnseshow nicht nur die Hälfte der Leute, welche die Barkasse 1789 fassen mußte, sondern auch eine leichtere Bootsbauweise.  Die Barkasse der Bounty war mit 18 Mann gefährlich überladen, und die Barkassen waren ohnehin nicht auf Seetauglichkeit gebaut - ein Kutter wäre da eben die bessere Wahl.  Auch die älteren Longboats/Großboote waren wohl nicht zuletzt aufgrund größeren Sprunges seetüchtiger als die Launches/Barkassen, die sie ersetzten. Siehe Lavery, "Arming and Fitting...", u.v.a .

Hier ein kleines Video über das Boot für die Dokusoap:

 

http://www.classicboat.co.uk/spotlight/walkaround-replica-boat-channel-4s-mutiny/

 

 

 

Bligh selbst veröffentlichte in seinem Reisebericht die Pläne, nach denen die Barkasse gebaut worden war. Im Plan ist sie mit Spill und Davits für Ankerarbeiten zu sehen. 

Bounty - Launch

 

 

 

 

 

 

 

Ein exakter Nachbau des Bootes wurde für eine Ausstellung über Bligh und die Meuterei gebaut und ist dort nun zentrales Ausstellungsstück - 

https://nmmc.co.uk/captain-bligh-myth-man-mutiny

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Naja Ich nehme solche "Dokus" nicht besonders ernst schaue sie höchstens wegen des Unterhaltungswertes den mache haben. Die Schatzsucher von Snake Island fand Ich zum Beispiel recht unterhaltsam..

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    • By McCool
      Der Trimm eines Schiffs hatte entscheidende Auswirkungen darauf, wie gut ein Schiff segeln konnte. Das ist neben der Frage der Takelung noch ein weiterer Faktor, der die Vergleichbarkeit verschiedener Rümpfe erschweren könnte, wenn einer davon ideal, der andere aber schlecht gestaut war.
      Ballasts bestand aus eisernen Barren, Kies und anscheinend wurden die darin gelagerten Wasser - und Bierfässer auch dazugerechnet.
      William Bligh war der Ansicht, daß "viele Mißgeschicke der Schiffe in schweren Stürmen durch zuviel toten Ballast ausgelöst" wurden. Statt der "üblichen" Menge Eisenballasts, die 45 tons Eisen betragen hätte, ließ er nur 19 laden und hielt ansonsten Vorräte und Proviant für ausreichend.
      Anscheinend ließ er auch die Menge des Kiesballasts verringern, aber leider habe ich weder dafür noch für die mitgeführten Vorräte Zahlen.
      Jensen warnt in seinem "Handbuch der Seemannschaft" vor Leichtfertigkeit im Umgang mit Ballast, nennt aber nur maßnahmen, sein Verrutschen zu verhindern und keine allgemeinen Richtlinien.
      Das Gewicht des Kiesballasts überstieg wohl meist den des Eisens, und zusammen mit dem Wasser ganz erheblich. Bestand eine Gefahr des Verrutschens des Kiesballasts oder verhinderten die dichtgepackten Faßlagen ein solches? Kennt jemand allgemeine Richtlinien aus dem 18./ 19. Jhdt zum Stauen von Ballast und dem Trimmen von Schiffen (bis zur Abschaffung des Kiesballasts bei der Marine)?
      Wenn Bligh mehr als die Hälfte des üblichen Eisenballasts einfach nicht einlud, scheint der Kapitän auch bei der RN ja in diesem Punkt einige Handlungsfreiheit besessen zu haben, was bestenfalls natürlich gut sein konnte, wenn er wußte was er tat, aber wie will ein Kapitän, der vielleicht sein neues Schiff nicht kennt, dieses richtig trimmen?
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