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Flyingdutchman

SMS Amazone - Schiffskennzeichnung entdeckt

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Vielen Dank, das sind ja sehr interessante Nachrichten!  Das dürfte wohl das erste Objekt nach sehr, sehr langer Zeit sein, das gefunden wurde - jedenfalls an Gegenständen, die  als zur Amazone gehörend identifiziert wurden wurden. 

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... es gab erhebliche Ungenauigkeiten bezüglich der Opfer der Schiffskatastrophe. 

Ein Freund von mir ist diesbezüglich fündig geworden, er forscht über die frühen deutschen Marinen. 

Anbei der Artikel mit der genauen Namensliste, der von ihm ermittelt werden konnte.

Gruß

Hermann

 

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Edited by Flyingdutchman
  • Thanks 1

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Dankeschön, sehr interessant! Zu seinem Dienst auf der Amazone und zu ihrem Untergang der Amazone schreibt übrigens ja auch Adolf Mensing ein paar Dinge, in seinen Erinnerungen, welche, wie ich vermute, in recht großem zeitlichen Abstand geschrieben wurden.

Mensing hatte dem dem Ausbildungsjahrgang angehört, der dann von jenen abgelöst wurde, die mit dem Schiff untergingen.

Mensing schildert  die eklatante Unfähigkeit des Kommandanten. Als einmal Hamburg besucht werden sollte, traute sich der Kommandant nicht die Elbe hinein, ankerte bei Helgoland und forderte einen Lotsen an. Der rief ihm vor versammelter Mannschaft zu: "Min Jung, was bist du dämlich west, dat Do to Anker gaun best!" Eine weitere Episode spielte sich bei einer teils stürmischen Fahrt durch Skagerrak, Kattegat und die Schären ab, als der Kommandant in Panik "blödsinnige Befehle" von der Kampanje rief, während praktsisch der Erste Offizier das Kommando übernommen hatte und sich niemand um den Kapitän kümmerte. Zum Untergang der Amazone schrieb Mensing:

"Ich möchte hervorheben, daß es unbillig wäre, dem Kommandanten wegen seiner Unkenntnis der Witterungsverhältnisse einen Vorwurf zu machen. Er hatte, wie ich schon erwähnte, zwölf Jahre lang die Leitung der Navigationsschule in Danzig inne gehabt und war mit der seemännischen Praxis nicht mehr vertraut. Nur der Gutmütigkeit des Prinzen Adalbert hatte er das Kommando auf der AMAZONE zu verdanken. Denn der Prinz war der Ansicht, daß Offiziere in ihrem Fortkommen nicht benachteiligt werden sollten, auch wenn sie längere Zeit dem praktsichen Marinedienst entfremdet waren."  Mensing erwähnt dann noch Verschwörungstheorien um den Untergang und eine entsprechende Geschichte in der "Gartenlaube". Immerhin, "wie alles Böse eine gute Seite haben kann", so habe das Unglück laut Mensing noch den Vorteil gehabt, daß die Öffentlichkeit begonnen habe, sich für die Flotte zu interessieren, und daß die Kadetten nun auf der Straße öfter angesprochen und um Auskünfte über die Marine gebeten wurden.

Bald nach dem Untergang, 1863, stellte man ja im Berlin im Invalidenpark ein Monument für die Amazone auf. Es existierte noch bis Anfang der 1950er, als es das SED-Regime zerstören ließ - warum auch immer!

59f234d50e35d_Amazone-MonumentLeipzigerIllustrirteff.thumb.jpg.cbe34e8daf68f75847b063df8b9757c4.jpg

 

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    • By Jörg
      Hallo,
       
      ich recherchiere ja immer mal wieder gern zur preussischen Segelfregatte GEFION
      und so fand ich kürzlich einige sehr interessante Fotos und ich konnte das
      Schiff auf zwei Fotografien identifizieren.
      Die Quellenangaben der Bilder befinden sich am Ende dieses Beitrages.
       
      Eine kurze Beschreibung zur GEFION findet sich bei Wikipedia:
      Gefion bei WIKIPEDIA
       
      Es gibt nicht wirklich viele Fotografien der Gefion und die folgenden beiden
      Bilder sind vielen von Euch vermutlich bekannt.
       
      Bild 1

       
      Bild 2

       
       
      Die Gefion lag ab 1870 als Wohnschiff in Kiel und wurde 1891 abgewrackt.
      Von Gustav Schönleber (1851-1917) gibt es den Holzstich der Gefion und mich
      hat immer interessiert, wie authentisch die Szenerie ist, die Schönleber zeigt.
       
      Man sieht auf dem Holzstich die Gefion an einem Anleger an der Wasserallee
      in Kiel mit dem Schloss im Hintergrund und ich machte mich auf die Suche nach Fotos.
      Bild 3

       
       
      Ich durchstöberte das Online-Fotoarchiv des Stadtarchives Kiel. (Ein hochinteressantes Fotoarchiv.)
      Online-Fotoarchiv - Stadtarchiv Kiel
       
       
      Folgendes Bild habe ich gefunden. Es zeigt den Bereich der Anleger an der Wasserallee um 1900
      und in dem Bereich lag die Gefion als Wohnschiff.
      Bild 4

       
      Hier ein Vergleich des Holzstiches von Schönleber und der Fotografie.
      Bild 5

       
       
      Ein weiteres hochinteressantes Foto fand ich in dem Onlinearchiv.
      Es stammt, lt.Bildbeschreibung, aus der Zeit um 1882. Also aus der Zeit, wo die
      Gefion noch als Wohnschiff in Kiel lag. Links im Bild sieht man das Schloss
      und etwa in Bildmitte kann man einen Rumpf mit einem weißen Streifen erahnen.
      Bild 6

       
      Hier ist ein vergrößerter Ausschnitt.
      Bild 7

       
      Und noch weiter vergrößert.
      Bild 8

       
      Man erkennt die Gefion mit dem Untermast des Großmastes und drei "Krangalgen".
      Ich bin nicht sicher, wie diese Konstruktionen genau heißen,
      die vermutlich zum Heben von Lasten durch die Luken benutzt wurden.
      McCool schickte mir netterweise einen Link, wo man derartige Konstruktionen auch sehen kann.
      Hastings (Cooke Stich)
       
      Es ist natürlich faszinierend, so ein Foto zu finden, auch weil man hier sieht,
      dass Schönlebers Stich offenbar sehr exakt ist, denn auch auf dem Stich
      ist auch nur der Großmast mit diesen 3 Krangalgen zu sehen.
      Zwei auf der Gefion und einer auf einem Schiff hinter der Gefion.
      Eventuell hat Schönleber ja sogar eine Fotografie als Vorlage gehabt, oder er hat
      die Szenen dort vor Ort skizziert und danach den Holzstich gefertigt.
       
      Aber es kommt noch interessanter...
       
      Der Bereich, in dem die Gefion liegt, wurde später zum Oslokai (1961) und danach zum
      Ostseekai (2007). Dort legen heute die großen Kreuzfahrtschiffe an.
      Auf der Suche nach Bildern vom Oslokai in Kiel fand ich dieses Foto.
      Es zeigt den Oslokai vom Sellspeicher aus fotografiert im Jahre 1966 mit den Fährschiffen
      Kronprins Harald, Scania und Langeland.
      Den Sellspeicher erkennt man gut auf Bild 7. Es ist das hohe Gebäude unterhalb vom Schloss.
      Bild 9

       
      Ein weiteres Bild aus dem Jahre 1888 zeigt den gleichen Bereich.
      Rechts im Bild das Panzerschiff BADEN.
      Bild 10

       
      Und dann fand ich noch dieses Bild aus dem Jahre 1878 in der Bundesarchiv Bilddatenbank.
      Es zeigt eindeutig den gleichen Bereich mit einigen aufgelegten Schiffen.
      Das Schiff rechts oberhalb der Bildmitte ist vermutlich die Niobe.
      Bild 11

       
      Dann stach mir der Heckspiegel eines Schiffes mit den weißen Untermasten, links oben in
      Bild 11, ins Auge. Das ist die Gefion.
      Es gibt keine guten Aufnahmen vom Heck der preussischen Gefion und insbesondere
      nicht vom genauen Verlauf der weißen Zierlinien am Heckspiegel.
      Die bekannten Aufnahmen lassen immer noch Raum für Spekulationen.
      Auf diesem Bild sind zwar keine Details erkennbar, aber das Bild mit der Gefion war
      so nicht bekannt und man weiß jetzt, wie die weißen Zierlinien, insbesondere im
      oberen Bereich des Heckspiegels, tatsächlich verlaufen. Ich freue mich sehr über das Bild.
       
      Ich wollte einen "Beweis", dass das Schiff auf dem Bild aus dem Bundesarchiv (Bild 11)
      auch tatsächlich die Gefion zeigt. Durch den Vergleich mit den Bildern 9 und 10 ist
      für mich dieser Beweis erbracht. Vorher war ich mir nicht wirklich sicher, wo genau die
      Aufnahme entstand und ob das tatsächlich die Gefion ist, die man da sieht.
      Hier nochmal ein Vergleich der drei Bilder.
       
      Bild 12

       
      Und hier ein Vergleich mit zwei Ausschnitten der Darstellung der Eckernförde/Gefion
      auf Lüder Arenholds Bildern der ersten Bundesflotte und der preussichen Flotte.
      Bild 13

       
      Abschließend noch ein Vergleich mit Vergrößerungen der Gefionbilder aus dem Bundesarchiv
      und den dänischen Originalplänen.
      Hier sieht man deutlich die Umbauten, insbes.an den Gallerien, der preussischen Gefion.
      Bild 14

       
      Nun, mir macht diese Art Recherche viel Freude. Besonders so Vergleiche von
      Bildern (damals/heute, Gemälde/Realität) finde ich faszinierend.
       
      Ich freue mich auf eine interessante Diskussion.
      Jörg
       
       
      Bildquellen:
       
      Bild 1 - Bundesarchiv Bilddatenbank, Signatur: Bild 134-B0340
       
      Bild 2 - Bundesarchiv Bilddatenbank, Signatur: Bild 134-B0339
       
      Bild 4 - Online Fotoarchiv, Stadtarchiv Kiel, Signatur: 44728 Public Domain Mark 1.0
       
      Bild 6 - Online Fotoarchiv, Stadtarchiv Kiel, Signatur: 44773 Public Domain Mark 1.0
       
      Bild 9 - Online Fotoarchiv, Stadtarchiv Kiel, Signatur: 38196, CC BY-SA 3.0 DE
       
      Bild 10 - Online Fotoarchiv, Stadtarchiv Kiel, Signatur: 45728 Public Domain Mark 1.0
       
      Bild 11 - Bundesarchiv Bilddatenbank, Signatur: Bild 134-C0848




























    • By Steam&Sail
      Hallo Forum,
       
      da McCool nachfragte srtaarte ich hier kurz meinen Thread über die beiden Schwesterschiffe.
      Als Radavisos folgten dem 1420 t großen Postdampfer Preußischen Adler 1850 die deutlich kleineren Schwesterschiffe Nix und Salamander mit 430 t sowie 1859 die ebenso große Loreley. Diese Schiffe sollten ja als Führungsschiffe für Ruderkanonenbootsflotillen dienen.
       
      Daten:
      Länge: 53,85 m
      Breite: 7,20 m
      Tiefgang: 2 m
       
       
       
       
       
      Die erhältlichen Zeichnungen im Dt.Museum hatte ich so weit möglich kopiert... sobald meine Umzugskisten sich im Sommer leeren kommen auch die Ablichtungen aus demArchiv hier herein...
      Bis dahin nur Kleinkram. Tut mir leid, aber meine Bibliothek steckt in Kisten... nach GOESZE sortiert
       
      ....wird fortgesetzt.
       
      Grüße von
      Steam&Sail
    • By McCool
      Dieser kleine Ausschnitt stammt aus einem englischen Werk über Schiffbau von 1781 und zeigt eine vermutlich fiktive Ship Sloop. Das bedeutet aber nicht, daß die Galionsfigur nichts bedeutet; einen ebenfalls aus diesem Werk stammenden 44er habe ich aufgrund seiner Galionsfigur mal für den 1. HMS Charon gehalten - weil die Figur eben einen solchen darstellte.
       
      Wer aber nun könnte dies hier sein - eine Pandora mit der Büchse, eine Atalanta mit dem Apfel, eine Ostara mit dem Osterei? Erkennt jemand das provokant hochgehaltene, und doch nicht gebnau erkennbare Attribut der Gottheit? Naheliegend wäre ein typischer Sloop-Name. Das restliche Figurenprogramm (am Heck) scheint mir leider in dieser Hinsicht nicht weiter aussagekräftig. Es sind nur ein paar Nereiden od. dgl. und in der Mitte des Hackbords die Kartusche mit einem GR (Georg Rex).
       

    • By Marcus.K.
      Ahoy there!
       
      Habe gerade beim Surfen im PEM diesen kleinen Film entdeckt - William Rush ist ja der Bildhauer, der die Original-Schnitzwerke an meiner großen Lieblingsfregatte (der USS Constitution) gefertigt hat.
       
      Das PEM hat eine sehr interessante Martime Ausstellung mit Bildern, Modellen (u.a. das berühmt/berüchtigte Isaac-Hull-Modell der Constitution) und eben Galionsfiguren!
       
      Have fun!
       
      Seite anwählen - rechts den Beitrag "behind the scenes william rush figurehead conservation" anwählen ...
       
      http://www.pem.org/collections/1-maritime_art_and_history
    • By McCool
      Hier ist beim Auktionshaus Christies eine Figur von HMS Anson (64, Intrepid-Klasse) zu sehen, die da mal versteigert wurde.
      http://www.christies.com/lotFinder/lot_details.aspx?intObjectID=1929613
      Weitere Fotos hier

      und hier

      Sie soll angeblich 1807 vom Wrack des Schiffs abgemacht worden sein. Ist das möglich? Oder stammt die Figur doch eher vom Nachfolger-Anson (Armada-Klasse)
      Auf der Originalzeichnung des 1781er Schiffs konnte ich die Figur bislang nicht recht identifizieren....

      ...ist es die Steuerbord-Tarmenfigur in der oberen Galerieebene?
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