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RobertRogers

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  1. Zurzeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges bzw. während der French-Indian-Wars, wurden die leichten Kompanien (Flankenkompanien) auf dem Schlachtfeld wie reguläre Kompanien eingesetzt. Sie hatten zusätzlich nur den Auftrag bei Märschen die Flanken zu schützen und die Avantguard zu bilden, bzw. im Stile der Rangereinheiten auch ireguläre Taktiken anzuwenden, wie Überfälle und Hinterhalte. Während der Unabhängigkeitskrieg wirklich durch die Feldschlachten entschieden wurde, so war dies bei den French-Indian-Wars genau das Gegenteil der Fall. Hier war es eigentlich mehr ein Krieg der in der "Wildnis" gewonnen wurde, in dem dem Gegner die Rückzugsmöglichkeiten und der Nachschub abgeschnitten wurden, man versucht hat seine indianischen Verbündeten für sich zu gewinnen und ihm damit seine Hauptmittel zur Aufklärung zu nehmen, um dann diese Schwächen für einen überraschenden Vorstoß der Hauptkräfte zu nutzen. Hier sei nur als Beispiel der Fall von Fort William Henry zu nennen. Durch die Verletzung Rogers bei der Schlacht auf den Schneeschuhen, und dem damit verbundenen nicht-ausrücken seiner Rangerkompanie, sowie dem Abfall der indianischen Verbündeten als Nachwirkung von Braddocks Niederlage, waren die britischen Truppen um Fort William Henry herum quasi blind für Feindbewegungen. Dies nutzten die Franzosen aus um sich dem Fort unbemerkt zu nähern, es zu belagern und zur Aufgabe zu zwingen. Der Unterschied zwischen den beiden Kriegen rührt aber daher, dass die Großzahl der amerikanischen Offiziere vorher als Offizier der kolonialen Miliz für die Briten gekämpft hatten und daher nur mit dieser Kampfweise vertraut waren und ihren Kampf gegen das britische Mutterland so führten wie sie ihn kannten, was besonders in der Anfangszeit zu horrenden Verlusten führte. Während die Franzosen den Briten rund 20 Jahre vorher ihre Form des Kampfes aufgezwungen hatten, was die Briten an den Rand der Niederlage getrieben hatte. Letztlich war aber in beiden Kriegen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die logistische Organisation entscheidend für den Sieg.
  2. Die leichten Flankenkompanien der Regimenter waren in der Tat eine Innovation, jedenfalls aus britischer Sicht. In den Rangereinheiten wurden gezielt reguläre Offiziere eingesetzt um diese in der irregulären Kriegsführung zu schulen, damit diese dann die leichten Kompanien entsprechend den Grundsätzen der Rangerkompanien ausbilden und aufstellen sollten. Diese Entwicklung der leichten Kompanien hat auf kurze Sicht zur Entwicklung der leichten Kompanien der Infanterieregimenter geführt und auf lange Sicht zur Aufstellung des Experimental Rifle Corps. Wie die Entwicklung auf dem europäischen Kontinent aussieht kann ich nicht genau sagen. Aber da die irreguläre Kriegsführung in Europa mit der in Amerika nur schwer zu vergleichen ist, (Einsatz als Späher, Überfälle, Flankenschutz und Vorauskräfte) bestand in Europa nie die Notwendigkeit irreguläre Einheiten als Späher einzusetzen und ihnen den Flankenschutz zu übertragen. Viel mehr waren diese leichten irregulären Einheiten nur zur Bekämpfung anderer irregulärer Einheiten nützlich, daher war außerhalb eines Krieges keine wirkliche Notwendigkeit für die Beschäftigung solcher Einheiten in Europa gegeben.
  3. Ganz im Gegenteil. In Europa war die irreguläre Kriegsführung, wie wir sie heute nennen, durch aus bekannt. Die Briten kannten Sie aus ihren Kämpfen in Schottland und Irland, die Preußen aus dem Kampf gegen österreichische Panduren und die Franzosen hatten ihre Erfahrungen mit preußischen Husaren gemacht. Auch gab es genug Fachliteratur von hochrangigen Generalen und Gelehrten wie Turpin de Crissè, Roger Stevenson oder auch Georg Wilhelm Baron von Valentini. Diese Truppen waren aber alles keine Truppen, die von den Offizieren der regulären Armeen als reguläre Soldaten angesehen wurden, daher unterstanden ihre Offiziere auch nicht einem Ehrenkodex und durften Hinterhalte und sogar Massaker durchführen, da sie im Grunde genommen auch nur Wilde waren für den adeligen Offizier. Der Einsatz der Ranger Kompanien in den French-Indian-Wars oder auch der Einsatz von Rangereinheiten und leichten Kompanien während des Unabhängigkeitkrieges zeigen, dass die Briten durch aus den Nutzen dieser irregulären Einheiten verstanden. Loudoun ( Vorgänger Lord Abercrombies als Oberbefehlshaber der britischen Truppen in Amerika während des sieben jährigen Krieges) hatte den Ausbau der Ranger Kompanien befohlen, nachdem die meisten indianischen Verbündeten nach Braddocks Niederlage zu den Franzosen übergelaufen waren. Dieser Verlust der indianischen Verbündeten hatte zu einem Verlust in der Aufklärung der britischen Armee geführt, die nur durch die amerikanischen Rangerkompanien gedeckt werden konnte. Ziel Loudouns war es jedoch diese schnellst möglich durch reguläre leichte Einheiten zu ersetzen, da diese besser zu führen und zu kontrollieren waren durch ihre Offiziere. Den Briten war also durchaus die Bedeutung von irregulär kämpfenden Einheiten bewusst und nutzen diese auch gezielt. Wen das Thema näher interessiert dem empfehle ich SCHEIPERS, Sibylle: Unlawful Combatants. A Genealogy of the Irregular Fighter, Oxford 2015, sowie ROGERS, Robert: Journals of Major Robert Rogers, Dublin 1769.
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