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Hat jemand genaue Angaben über die deutsche Schiffsartillerie der 1860er bis Anfang der 1870er Jahre? Insbesondere geht es hier um die Bewaffnung der gedeckten Korvetten. Die Anaben in der Literatur sind immer etwas nebulös. Beispiel aus Hildebrandt/Röhr/Steinmetz für SMS Arcona von 1858: "6-68 Pfünder; 20-36 Pfünder, später 17 dann 8 RK 15 cm.

 

Für Elisabeth wird nur ein "Endstand" von 17 RK 15 cm und 2 RK 12,5 cm angegeben.

 

Hertha besaß angeblich bis 1868 18 68-Pfünder, danach 17/19 RK 15 cm und 2/0 RK 12,5 cm.

 

Mir ergab sich allerdings nun die Frage, ob alle modernen und um 1868 eingeführten Geschütze zwangsläufig "RK" also Ringkanonen waren. Eine Abbildung von 1871 zeigt einen 72-Pfünder ohne die charakteristischen Ringe, ebenso kenne ich die Darstellung eines 24-Pfünders ähnlicher Erscheinung.

Unglücklicherweise sind zu dieser Zeit auch noch diese dämlichen Pfundangaben üblich gewesen; worauf bezieht sich diese: Entsprach das Kaliber des gezogenen 24-Pfünders dem des alten 24-Pfünders, der eine eiserne Vollkugel verschoß; oder wog das Geschoß des gezogenen 24-Pfünders tatsächlich 24 Pfund; und welches war die Geschoßsorte, die man dann zugrundgelegte? Gab es 1870 bereits Stahlgranate, Hartgußgranate, Zündergranate? (1878 jedenfalls schon).

Was waren die alten 68-Pfünder, die anscheinend 1868 ausrangiert wurden (s. Hertha) für Geschütze, und von wem wurden sie hergestellt?

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Hier noch zur Illustration: Oben links ein Kruppscher 96-Pfünder, ein Ringgeschütz. Unten rechts ein 72-Pfünder, offensichtlich kein Ringgeschütz, beide um 1870.

adwisvy5.jpg

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Du greifst da ein Thema auf, das mich im Zusammenhang mit den Arbeiten an meiner HP über die Norddeutsche Bundesmarine ebenfalls beschäftigt hat. Leider ist die Informationslage tatsächlich sehr dürftig.

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Bei Foss habe ich folgende Angaben zur Arcona für 1864 gefunden:

 

Batterie: 18 glatte 36pfünder, 6 gezogene 24Pfünder

Oberdeck: 2 36Pfünder

 

Und zur Nymphe (Glattdeckskorvette):

 

1 gez. 24Pfünder

6 gez. 12Pfünder

6 glatte 36Pfünder

 

Werner beschreibt Herthas Bewaffnung für 1870 wie folgt:

 

13 gez. 15 cm

2 12 cm

10 glatte 36Pfünder

Edited by Speedy

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:angry: ...ja das Thema ist schlechterdings übelst mit Unterlagen versehen - diese Lücke scheint sich aber schon um 1820 aufzutun (ein Freund von mir aus dem arbeitskreis hat sich für einen Lamellengebremste Holzlafette Interessiert und ist auch im MFGA in P'dam nicht weit gekommen, erst an 1880/90 wird es wieder besser)... anbei ein aus dem imperialen Frankreich importiertes kleines Trostpflaster :P

Ansonsten wühle ich mich auch in diese schwerer als andere zu durchforstende Epoche hineien, um den LoB-Appendix sinnvoll&realistisch zu gestalten.

 

Ich habe im Dt.Museum in München schöne Kopien der kgl.prß.S.M.S. Nix ) (oder/und Salamander ) gemacht

und dort ist sowohl die Lafettendraufsicht wie das Rohrprofil/Zapfenstellung und auch die Radien der Führungsschienen auf dem Deck gut zu sehen... desgleichen bei der kgl.prß.S.M.S. Arcona also nicht viel - aber immer noch besser als Nix!!! ;)

 

HTH

Steam&Sail

post-279-1238519860_thumb.jpg

Edited by Steam&Sail

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Ich habe im Dt.Museum in München schöne Kopien der kgl.prß.S.M.S. Nix ) (oder/und Salamander ) gemacht

und dort ist sowohl die Lafettendraufsicht wie das Rohrprofil/Zapfenstellung und auch die Radien der Führungsschienen auf dem Deck gut zu sehen... desgleichen bei der kgl.prß.S.M.S. Arcona also nicht viel - aber immer noch besser als Nix!!!

 

Kannst Du mir sage wo im Dt.Museum?

 

Grüße

 

avm

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Kannst Du mir sage wo im Dt.Museum?

 

Die Frage ging zwar nicht an mich, aber ich denke, dass ich diese Pläne auch schon gesehen habe: die findest Du in der Bibliothek des Deutschen Museums. Der Eingang ist gegenüber vom Haupteingang, das Planarchiv ist recht weit oben im Gebäude (nicht die großen Treppen hinter dem Eingang hoch gehen, sondern davor nach rechts gehen, dann links und ein paar Treppen rauf).

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Wo das Thema gerade wieder aktiviert wurde, möchte ich auch gleich eine Frage stellen.

 

Ich suche Informationen aller Art zu dem 30-Pfünder (Zeichnungen, Beschreibung, Fotos von Museumsstücken) den der Schoner Frauenlob an Bord gehabt haben soll. Könnte es sich hier um ein Preußisches Modell gehandeln? Neben diesem Exemplar scheint es ansonsten nämlich an Bord von preußischen Schiffen keine 30-Pfünder als Bordgeschütz gegeben zu haben. Oder irre ich mich diesbezüglich?

Leider habe ich kaum Unterlagen zum Thema. Was ich habe, sind Teile des Artikels über Preußische Schiffsgeschütze aus dem Logbuch. In einem dieser Hefte wird erwähnt das die Lafette für den 68-Pfünder, die dort mit einer Planzeichnung vertreten ist, nach der Beschreibung so oder kleiner auch für ein 30-Pfünder Rohr verwendet wurde. Gab es also einen preußischen 30-Pfünder, und wenn ja, wie sah der aus und ab wann stand der in Dienst?

Oder handelt es sich um ein aus dem Ausland angekauftes Exemplar?

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Da kann ich nur mutmaßen. Und zwar, daß die Geschütze irgendwo angekauft wurden - wo, ist aus meiner Sicht völlig offen, weil man sich ja in der Frühzeit doch letztlich an sämtlichen seefahrenden Nachbarländern orientierte (Frauenlob angeblich nach niederländischem Vorbild gebaut?). Wenn ich mich recht entsinne, gibt es von Müller aus den 1870ern jeweils ein Werk zur Entwicklung sowohl der Feld- als auch der Festungs- und Belagerungsartillerie. Vielleicht finden sich ja in letzterem Band wenigstens Hinweise - obwohl es mir ziemlich unwahrscheinlich erscheint. Infos zum Thema würden mich auch sehr interessierne.

Noch eine wilde Mutmaßung: Bestand die Bewaffnung des Frauenlob gar nur aus altem Kanonenschaluppen-Geschütz (gabs mit 30-Pfündern?)?

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Ja, nichts genaues weiß man nicht, jedenfalls noch nicht. Funkes`s Buch und einen Plan vom 30-Pfünder zu bekommen ist wohl nicht länger ein Problem. Bei Frauenlobs 30-Pfünder handelt es sich wohl tatsächlich um ein preussisches Geschütz.

Kennts Du dieses Buch "Die deutschen Marinen 1818 - 1918: Organisation, Uniformierung, Bewaffnung und Ausrüstung"(2 Bände im Schuber). Ist recht Neu, klingt interessant habe aber noch keine Rezension drüber gelesen oder sonstwie von gehört.

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Kennts Du dieses Buch "Die deutschen Marinen 1818 - 1918: Organisation, Uniformierung, Bewaffnung und Ausrüstung"(2 Bände im Schuber). Ist recht Neu, klingt interessant habe aber noch keine Rezension drüber gelesen oder sonstwie von gehört.

Das ist sicher auch interessant, dürfte aber wohl mit Schiffsartillerie nichts zu tun haben. Da geht es wohl nur um das Personal und dessen: Uniformierung, Ausrüstung, Bewaffnung (Handfeuerwaffen, Blankwaffen - aber ausdrücklich wird erwähnt, daß dies wegen reichlicher Fachliteratur nicht unbedingt ausführlich geschieht!) und Organisation der Mannschaften. So erscheint es jedenfalls nach dem Eindruck auf der Verlagspräsenz, wo man einige Probeseiten begutachten kann (wobei mir die langweiligen, am Computer erzeugten Abbildungen nicht sehr zusagen):

http://www.militaria.at/ShowTOC.aspx?book=8482500&Language=de

http://www.militaria.at/Book.aspx?book=8482500&Language=de

Da es anscheinend weder um das "schwimmende Material" noch um dessen Bewaffnung und Ausrüstung geht, ist der Titel allein irreführend, weil er auf mehr hindeutet. Das Wesentliche sagt der kleingedruckte Untertitel...

Edited by McCool

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Hallo Modellbau Kollegen,

 

bin auf der Suche nach weiteren Geschützunterlagen auf dieses Forum gekommen. Baue seit ca. 1 Jahr an der Segelfregatte Thetis 1:48. Auf die Frage mit Band II und III zu kommen. Kenne beide Autoren persönlich. Leider kommen die für uns wichtigen Bände nicht mehr. Konnte meinen Freund H. Bayerlein nicht überreden weiter zu schreiben.

 

Habe von H. Bayerlein eine Zeichnung von einem 30 Pfünder Nr. III wie auf der Frauenlob. ( evtl. auf der Thetis 16x )

 

Gruß Rack

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Bei Foss habe ich folgende Angaben zur Arcona für 1864 gefunden:

 

Kannst Du sagen was von eine Quelle der Foss ist?

 

Foss "Marine Kunde" :)

Edited by AvM

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bin auf der Suche nach weiteren Geschützunterlagen auf dieses Forum gekommen. Baue seit ca. 1 Jahr an der Segelfregatte Thetis 1:48.

(..)

 

Habe von H. Bayerlein eine Zeichnung von einem 30 Pfünder Nr. III wie auf der Frauenlob. ( evtl. auf der Thetis 16x )

 

Gruß Rack

 

Hallo Rack, benutzt du für die Thetis deutsche oder englische Unterlagen oder beides?

 

Zur Thetis-Bewaffnung: Wurde die evtl von England übernommen? Dann wären es natürlich 32-Pfünder. Ansonsten müßte man auch in Erwägung ziehen, daß für Breitseitengeschütze wohl doch meist leichtere Geschütze verwendet wurden als für Pivot- und Jagdgechütze.

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Hallo McCool,

 

Für die Thetis hab ich vom NMM alle Pläne von 1843 und 1846. Aus dem Logbuch hab ich den Funke mit den Geschützen. Die Thetis wurde von England ohne Bewaffnung eingetauscht.Die Geschütze der Gefion wurden im Danziger Hafen am 20. April 1855 übernommen.

Später wurden sie gegen 68 Pfünder Bombenkanonen aus Schweden nach preußischen Angaben ausgetauscht.(15.Juni1855)

Nach meinen Unterlagen gab es auch später (1862) eine Entladeliste der preußischen Schiffe von welcher von der Thetis 30Pfünder Nr.II und III ausgeladen wurden.

Meine Thetis wird von 1856 sein, daher dann sehr wahrscheinlich die 68 Pfünder. ( Nach Funke )

 

Gruß Rack

 

PS bin immer auf der Suche nach Unterlagen der Thetis

Edited by Rack

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Sehr interessant! Hättest Du vielleicht Lust, das Modellbauprojekt kurz in einem eigenen Thread vorzustellen? Oder lohnt sich zumindest ein allgemeiner Thread zur Thetis hier im Forum? Zur Niobe gibts schon irgendwo einen älteren, wenn ich mich recht entsinne, sind auch ein paar Anmerkungen zur Thetis drin. Übrigens scheinen zu letzterer die Bewaffnungsangaben wirklich spärlich; nach oberflächlicher Durchsicht der allerdings nicht sehr spezifischen Literatur fand ich gar keine konkreten Kaliberangaben - i. Ggs. zu Niobe (in der Tat hauptsächlich 68-Pfünder und vier 30-Pfünder - letztere evtl an Oberdeck?). Lag es evtl an der relativ kurzen aktiven Dienstzeit der Thetis?

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Sehr interessant! Hättest Du vielleicht Lust, das Modellbauprojekt kurz in einem eigenen Thread vorzustellen? Oder lohnt sich zumindest ein allgemeiner Thread zur Thetis hier im Forum? Zur Niobe gibts schon irgendwo einen älteren, wenn ich mich recht entsinne, sind auch ein paar Anmerkungen zur Thetis drin. Übrigens scheinen zu letzterer die Bewaffnungsangaben wirklich spärlich; nach oberflächlicher Durchsicht der allerdings nicht sehr spezifischen Literatur fand ich gar keine konkreten Kaliberangaben - i. Ggs. zu Niobe (in der Tat hauptsächlich 68-Pfünder und vier 30-Pfünder - letztere evtl an Oberdeck?). Lag es evtl an der relativ kurzen aktiven Dienstzeit der Thetis?

 

 

Hallo McCool,

Danke für das Angebot. Einen Baubericht ist mir etwas zuviel, aber einen allgemeinen Thread zur Thetis ist super. Bin etwas schreibfaul,sorry. Möchte die wenige freie Zeit vorwiegend für den Modellbau nutzen. Den Thread von der Noibe habe ich mit großem Interesse gelesen. Vielen Dank !

 

Gruß Rack

Edited by Rack

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Hollo!

Ich kaufe die alle Langsam,

werde mich auch gern Beteiligen

 

Die sind nur also Mikrofilmen vorhanden

Muss man ein Mikrofilm bestellen und denn digitalisieren

Kost ca 1 EURO pro lMtr denn ca 40 EURO für eine Rolle.

avm

Edited by AvM

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Hallo an alle,

 

ich recherchiere zusammen mit einem Freund zur Segelfregatte SMS Gefion (Ex. Eckernförde), da wir gerne ein historisch korrektes Modell bauen wollen.

Bis jetzt haben wir seit 2013 schon gut Bild- und Planmaterial zusammengetragen - allerdings sind wir beide keine Fachmänner im Thema Segelschifffahrt und Schiffsartillerie. Sagen wir mal eher das Projekt GEFION ist uns mittlerweile echt ans Herz gewachsen ;)

Ich suche zur Zeit stark nach Informationen zur Armierung der Gefion unter preußischer Flagge.

Wir planen im März nach Freiburg ins Bundesarchiv zu fahren und dort über zwei Tage einige Findbücher zur Gefion einzusehen.

 

Eventuell hat jemand von euch Informationen für uns, betreffend Kanonen, Lafetten, etc. der preußischen Marine.

 

Ist davon auszugehen, dass die Gefion bei Übergabe in deutsche Hände armiert übergeben wurde?

Falls ja, übernahm auch Preußen zuerst diese Bestückung oder wurden die Kanonen nicht mit erworben?

 

Nach einer Auskunft des Nationalarchivs Kopenhagen wurde mir zur Armierung unter dänischer Flagge mitgeteilt:

zuerst: 44 x 24-Pfünder

später: 28 x 24-Pfünder und 20 x 8-Pfünder

 

Laut deutscher Auskunft (und Wiki):

2 x 60-Pfünder

26 x lange 24-Pfünder

20 x kurze 24-Pfünder

 

Gegen 1850 führte der deutsche Bund einige Kanonenboote (wie die "Von der Tann") die jeweils zwei (dänische?) 60-Pfund Bombenkanonen trugen.

 

Für Konstruktionszeichnungen oder Herkunftsangaben dieser 60, und 24-Pfünder und deren üblicher Lafettierung wäre ich sehr dankbar.

Anlaufstellen für die Suche nehme ich auch dankend entgegen.

 

Bis dahin schöne Grüße

 

Sebastian

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Es gibt ein ziemlich teures Buch über die dänische Schiffsartillerie. Ich denke, dass es im Verlag Devantier erschienen ist. Ich finde nur gerade den Titel nicht. Es gibt "Dansk Søartilleri 1860-2004" von Admiral Sven Egil Thiede, aber ich denke, dass es das nicht war. Das Buch hatte ich schon öfters im Tøjhusmuseet in Kopenhagen gesehen, konnte mich aber noch nicht aufraffen, es auch zu kaufen.

 

Aber das dänische Rigsarkivet könnte die Zeichnungen haben.

 

Und im Tøjhusmuseet in Kopenhagen könnte man die entsprechenden Geschütze eventuell noch im Original finden. Ich habe da schon viele Fotos gemacht, aber leider sind nicht alle Geschütze gut beschriftet.

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      Der deutsche Titel "Waffen auf See" ist irreführend - man hätte ihn mit "Geschütze auf See" übersetzen müssen, denn es geht ausschließlich um die Entwicklung der Schiffsartillerie - selbst die Torpedoentlwicklung wird kaum berührt, von Congreves Raketen, Mörserschiffen oder gar Handfeuerwaffen ist nicht die Rede.
       
      Das ehrgeizige Ziel des Buchs ist es, die Entwicklung von Technik und Taktik der Schiffsartillerie von den Anfängen im 14. Jahrhundert bis zum zweiten Weltkrieg darzustellen - zwangsläufig bleibt da manches Detail auf der Strecke - Padfield interessiert sich nur für die jeweils höchstentwickelte Technik oder Schießkunst - die Carronade ist denn in seinen Augen nur eine temporäre kleine Verirrung in der Geschichte der Schiffsartillerie - mit dieser Annahme folge er allerdings der zeitgenössischne Auffassung Philip Brokes.
      Die Hälfte des großformatigen, über 300 Seiten starken Buchs wird von der Entwicklung seit etwa 1850 eigenommen, und angesichts der sich geradezu überschlagenden Entwicklung nicht erstaunlich. Sprenggranaten und Panzerung, Hinterlader mit gezogenen Rohren, Rammtaktik versus Artillerie, die Aufstellungsproblematik der Geschütze: von der Breitseite über Drehbeschütze, Barbetten, Kasematten und schließlich Türme, endlich die Notwendigkeit, aufgrund rapide anwachsender Reichweiten der Kanonen komplexe Feuerleitsysteme zu entwickeln - das alles will erörtert sein, und es gelingt Padfield sehr anschaulich.
      Insbesondere für die Zeit des 17. bis beginnenden 19. Jahrhunderts sind die vielen Zitate von Zeitzeugen, die Padfield immer wieder einflechtet, höchst interessant. Das Buch ist recht gut bebildert, teilweise farbig, wenn man allerdings z.B. fürs 18. Jahrhundert auf solche Feinheiten wie verschiedene Armstrong- Blomefield oder Congreve - Kanonenrohrtypen hofft, wird man in dieser Hinsicht enttäuscht - das ist vermutlich bei Howard, Segelkriegsschiffe, mehr zu finden.
      Insgesamt wirkt das Buch in seiner Machart etwas veraltet und weist zwangsläufig Lücken auf, aber leider kenne ich kein moderneres Buch, das einen so großen Zeitraum abdeckt. Ein höchst aufschlußreicher Überblick ist das Buch allemal.
    • By Steam&Sail
      Es ist schon höchst verwirrend was so alles in der era of uncertainy versucht wurde, um die neuen Möglichkeiten aus
       
      - Dampfantrieb
      - Panzerung
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      auf höchste Effektivität hin zu kombinieren.
       
      Sicherlich einer der mißlungernstern Versuche sind die in Franbkreich vom Stapel gelaufenben Spekulationsbauen Cheops dann verkauft an Preußen und Sphinx wie gedacht an die C.S.N. dann als C.S.S. Stonewall - sog. "Spekulationsbauten", weil man sie in der Annahme die C.S.N. würden sie kaufen auf Kiel legte und offiziell das Schild "für Ägypten" (daher die Namenswahl) daranhängte - um internatiomnale Probeme zu vermeiden. [aktuelleres Bsp.: Schließlich hat die B.R.D. ihre NVA"Beute" auch nicht direkt an Kroatien verhökert - sondern elegant via Ungarn z.B. den Sanitätsfuhrpark der jungen Republik vermacht.]
      Ähnlich war es auch hier.
       
       
       
      Doch nun zu den Schiffen:
       
      Zuerst einige Skizzen zum allgemeinen Aufbau:

       
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      hier eine recht gute Heckansicht:

       
      sie wurde dann verkauft und ging in japanische Hand u.a. als Katetsu und später Azuma:

       
       
       
      und ihr Schwesterschiff die (kgl.prß.)S.M.S. Prinz Adalbert:
      sie wurde vermutlich unbewaffnet an Preußen geliefert, da man die Armstronggeschütze ohnehin gegen bereits bestellte Artillerie aus heimischer Produktion eines nicht näher zu nennenden Lieferanten aus Essen and der Ruhr hätte austauschen müssen.
       
      Die Namensnachfolgerin in der Kaiserlichen Marine war deutlich formschöner

      hier die 2Ebenenansicht aus Janes'sFightingShips von 1905 (Sammlung des Autors)
       
      (wird fortgesetzt)
    • By McCool
      Eine Reihe interessanter, schön illustrierter Artikel zu britischer Artillerie von einem Gentleman namens Dr. A R Collins .
      Im Artikel über die Armstrong Pattern Guns findet man neben detaillierten Entwurfsangaben eine  interaktive Tabelle mit Grafik. Durch Klick auf die Grafik kann man ein Rohrkaliber und die Länge des Rohrs auswählen, und dann wir eine maßstäbliche Zeichnung des gewählten Rohrs angezeigt. 
      Sicher in der Literatur oft vernachlässigt: Cannonball Sizes.
      Anschaulich die Animationen für Steinschloß und Radschloß. 
      Et cetera.
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