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Rattlesnake war ein amerikanischer Freibeuter im Unabhängigkeitskrieg. Nach seiner Kaperung 1781 tat das Schiff als Cormorant in der britischen Marine Dienst.

Rattlesnake war ein höchst merkwürdiges Fahrzeug - obwohl es mit ca 90 ft Länge deutlich kleiner ist als z.B. eine (spätere) Brigg der Cruizer-Klasse und zeitgenössische "Quarterdecked Ship Sloops", maßt es sich mit recht langen Back- und Achterdecksplattformen Attribute einer Fregatte an. Dummerweise erreicht die Bordwand mittschiffs aber gerade einmal die Höhe von noch nicht einmal 4 Fuß, unter dem Achterdeck sind es nur knapp über 4 Fuß, wenn ich das richtig abschätze. Wie soll es möglich sein, dort Geschütze zu bedienen? Konnte man sich dort anders als auf allen Vieren bewegen?

Von der Firma "Lumber Yard" gibt es einen von Harold Hahn entwickelten Bausatz bzw. Pläne (nach Admiralitäts-Original). Auf der Seite ist auch ein Modell zu sehen, auf dem dankenswerterweise auch ein paar Figuren placiert sind. Jemand in der Kuhl hätte sich schon ziemlich tief bücken müssen, um sich hinter der Verschanzung verbergen zu können, auf der Back befindet sich ein Matrose, dem die Reling nur bis zur Mitte der Oberschenkel reicht.

Daß das Schiff sehr klein ist, wird auch an dem verhältnismäßig groß erscheinenden Spill auf dem Achterdeck ersichtlich. Ein Rätsel, was sich der Konstrukteur dabei gedacht haben mochte, ein solches Schiff zu entwerfen!

http://www.dlumberyard.com/Hahn/rattlesnake.htm

Auf der Seite gibts übrigens Harold Hahns Pläne der Rattlesnake als PDF herunterzuladen. Nett!

 

Der Erbauer eines anderen Modells hier hat sein Objekt vorher wohl nicht so gründlich durchdacht:

http://www.raynbow.com/models/rs.htm

Das Schiff hat hier in der Kuhl Gangways sowie auf fregattenart gelagerte Spieren und darauf verstaute Boote. Bei den tatsächlichen Abmessungen des Schiff wär dieses Arrangement nicht praktikabel!

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:unsure: ...die sieht ja mal knuffig aus.

 

Sag mal McCool hat du Infos wie sie als Cormorant bei der RN bewaffnet war?

Edited by Steam&Sail

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. :unsure: ..wäre das übernommen worden? 20 Pfünder klingt doch RN-kompatibel, oder irre ich mich? Und sonst gibt's irgendwelche Umbauten, die irgendwo vermerkt worden wären?

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. :unsure: ..wäre das übernommen worden? 20 Pfünder klingt doch RN-kompatibel, oder irre ich mich? Und sonst gibt's irgendwelche Umbauten, die irgendwo vermerkt worden wären?

 

McCool hatte ja 20 x 6 Pfünder geschrieben nicht 20 Pfünder. :blink: Ob diese weiter verwendet oder verkauft wurden hängt davon ab ob es englische oder z.B. französische Geschütze waren. Jedenfalls scheinen sie nicht an Bord der Cormorant ex Rattlesnake weiterverwendet wurden zu sein.

Denn die Bewaffnung der nun englischen Cormorant soll lt. Lyon aus 12 x 4 Pfünder Kanonen (short) + 10 Drehbassen bestanden haben.

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McCool hatte ja 20 x 6 Pfünder geschrieben nicht 20 Pfünder. :blink: Ob diese weiter verwendet oder verkauft wurden hängt davon ab ob es englische oder z.B. französische Geschütze waren. Jedenfalls scheinen sie nicht an Bord der Cormorant ex Rattlesnake weiterverwendet wurden zu sein.

Denn die Bewaffnung der nun englischen Cormorant soll lt. Lyon aus 12 x 4 Pfünder Kanonen (short) + 10 Drehbassen bestanden haben.

Hm, das könnte ja auch mit den etwas schwierigen Bedingungen im Kanonendeck zu tun haben. Vielleicht war es britischen Seeleuten nicht zu zu muten, in so stark gebückter Haltung eine 6-Pfünder Kanonen zu bedienen?

 

Ich finde, das klingt glaubwürdig. Ein freier amerikanischer Matrose, der auf einem Privateer nach Beute ausschau hält und der vom Fang einen ordentlichen Batzen abkriegen würde, würde ganz anders motiviert sein - und zur Not auch auf Knien sein Geschütz als "Argumentenverstärker" einzusetzen.

 

Aber ein britischer Seemann, der von einer Pressgang zum Dienst gepresst wurde und der eigentlich nur dank der wahnsinns Ration täglichem Grog (oder was war das für ein Fusel?) halb besoffen und damit widerstandslos gemacht wurde, dem könnte es eventuell einfach ZU blöd gewesen sein in so einem Halbdeck eine Kanone zu bedienen. Vielleicht wäre der in der Haltung am späten Nachmittag schon besoffen eingeschlafen, wenn er an der Kanone "gefechtsbereitschaft" hätte halten müssen ... :unsure: Oder es war den Herren Leutnants nicht zu zu muten, solche Geschütze zu befehligen ... ?

Edited by Marcus.K.

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McCool hatte ja 20 x 6 Pfünder geschrieben nicht 20 Pfünder. :blink: Ob diese weiter verwendet oder verkauft wurden hängt davon ab ob es englische oder z.B. französische Geschütze waren. Jedenfalls scheinen sie nicht an Bord der Cormorant ex Rattlesnake weiterverwendet wurden zu sein.

Denn die Bewaffnung der nun englischen Cormorant soll lt. Lyon aus 12 x 4 Pfünder Kanonen (short) + 10 Drehbassen bestanden haben.

 

:lol: "Egal! Hauptsche das Breitseitengewicht stimmt!" ;)

 

Nee im Ernst...

12 4Pfünder - wäre das nicht eine Reduktion der Kampfkraft gewesen - gegenüber 20 6pfd.?

Finknetzhalterungen gab's ja offenbar mittschiffs nicht... naja wo sollte man auch die Hängematten hernehmene bei der kleinen Besatzung... ???

 

 

P.S.:

o-> Kleine Besatzung, das ist die Lösung!!! Die ex-Rattlesnake - das war das Schiff auf dem die Presser ihre spätabendlichen "Fehlfänge" von unter 1,61m noch unterbringen konnten in der RN... :P

 

...oder wurden die Stückpforten zugemacht und man schoß über die Bordwand hinweg auf besonders hochbordigen Lafetten? :unsure:

Edited by Steam&Sail

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Pfund ist nicht gleich Pfund!

Wenn es sich um französische 6 Pfünder gehandelt hat wäre das reale Breitseitengewicht höher als bei englischen 6 Pfündern.

Der Geschoßdurchmesser einer französischen Kugel dürfte damit auch größer gewesen sein.

 

 

@Markus

 

Deine gepreßten ab mittags besoffenen englischen Seeleute müssen sich auch bei 4 Pfündern bücken insbesondere dann wenn sich die Deckshöhe nicht verändert haben sollte. Außerdem bekamen die englischen Seeleute auch ihren Anteil am Prisengeld eroberter Schiffe. Und wenn das als Anreiz nicht ausreichte gab es ja noch das neunschwänzige Schlaginstrument für eine bessere Motivation.

Übrigens eine Motivationmethode die auch auf amerikanischen Schiffen Verwendung fand. :unsure:

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Guest Philipp27
Übrigens eine Motivationmethode die auch auf amerikanischen Schiffen Verwendung fand. :unsure:

 

Nur das die US-Navy 1812 zu 100% aus Freiwilligen bestand und das Leben auf einem amerikanischen Schiff nicht ganz so zaach war wie anderswo.

Edited by Philipp27

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Sicher gab es 1812 mehr Freiwillige an Bord von US-Schiffen als bei den Engländern. Trotzdem gab es Bestrafungen wegen meuterischem Reden etc. Die Gefahren auf See durch mangelhafte Ernährung oder den Unbilden der Natur waren für Seeleute, ob gepreßt oder freiwilliger, aller Nationen gleich. Wenn Du vom Mast fällst spielt es keine Rolle welche Flagge daran baumelt. Oder Krankheiten, lese dochmal nach wieviel Leute der USS Macedonian während Ihres Aufenthaltes in der Karibik nach dem Krieg gestorben sind.

Übrigens gab es diese große Anzahl an Freiwilligen für die US Navy auch deswegen weil wegen der zunehmenden Blockade der Engländer die Handelsschiffahrt der Amerikaner immermehr zum erliegen kam.

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Natürlich war mein Einwand kein absolutes Urteil. Mir ist schon klar, dass auch auf amerikanischen Schiffen alkoholische Getränke in ähnlichem Ausmaß gereicht und mit der Katze gedroht (und auch benutzt) wurde. Zuckerbrot und Peitsch quasi.

 

Aber die Rattlesnake war ja nun kein Kriegsschiff sondern ein "Privatunternehmen" (stimmt das denn? Das habe ich irgendwie so im Kopf und voraus gesetzt - kann mich aber auch irren), zu dessen Besatzung sicher NUR Freiwillige gehörten, oder? DAS meinte ich mit höherer Motivation. Die Leute wußten schon beim Einschreiben, was auf sie zukam und WOLLTEN genau das. Und ich denke auch der Anteil an der Beute war bei den Freibeutern sicher höher, als bei der Royal Navy. So meinte ich den Unterschied in der Motivation erklären zu können.

 

Außerdem glaube ich, dass die 12 4-Pfünder (fast) alle in der ja oben offenen Kuhl untergebracht werden konnten (dort hat es je Seite 5 Stückpforten), so dass es nur ein Kanonenpaar gab, das "unter Deck" bedient werden musste. Deswegen glaube ich ja, dass man diese Reduktion gemacht hat - weil man der Ansicht war, dass die Plätze unter dem Achter- und Back-Deck nicht vernünftig handlebar sind.

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Zur Bewaffnung: oben hatte ich ja zur Bestückung als Freibeuter geschrieben angeblich 20x6-Pfünder. Das ist die Angabe von Harold Hahn. Wenn man sich den Plan des Schiffs ansieht, kann man da Zweifel bekommen. Bei der angegebenen Bewaffnung hätten alle Breitseitenpforten bestückt sein müssen. Vorn ist der Rumpf allerdings so schmal (zudem nahm das Bugspiret noch Platz weg), daß das erste Pfortenpaar wahrscheinlich eh leer war.

Ich weiß nicht, woher Hahn seine Angabe nimmt- wenn er es nur nach der Anzahl der Stückpforten und evtl nach der Bewaffnung von Shipsloops kalkuliert hat, ist es nicht unwahrscheinlich, daß er falsch liegt.

Vielleicht war die Bewaffnung als Freibeuter leichter als angegeben, vielleicht hat man bei der RN auch tatsächlich ein paar Geschütze weniger aufgestellt, damit das Schiff seetüchtiger war und einen größeren Einsatzradius hatte. Falls die Bewaffnung so schwer war wie von Hahn angegeben, wäre es auch denkbar, daß das Schiff nur für kurze Vorstöße gedacht war. Auf jeden Fall klingt die von Neptun zitierte Bewaffnungsangabe weit gesünder. Das ist allerdings auch nicht mehr, als ein zeitgenössischer großer Kutter tragen konnte.

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Gibt es übrigens irgendwelche Aussagen darüber, ob Rattlesnake/Cormorant durch die Briten bekupfert wurde?

 

Was das Problem mit den Gangways angeht, so hat das bereits Chapelle erörtert; in seinem 1935 veröffentlichten Buch "History of American Sailing Ships" kommt er zu dem Schluß, daß es - die festen - Gangways nur von Achterdeck bis zur Fallreepstreppe gab; falls es eine Gangway bis zur Back gegeben habe, müsse die wg, der geringen Kopffreiheit zur Bedienung der Geschütze wegnehmbar gewesen sein, die Abwesenheit von Relings in der Kuhl im (ansonsten detaillierten) Admiralitätsplan ließe darauf schließen, es habe keine gegeben.

Entsprechend zeigt Chapelle in den 1935er Plänen keine Gangways bis zur Back; rund 30 Jahre später schien er sie doch für wahrscheinlicher zu halten und zeichnete sie in neuen Plänen gestrichelt ein (ebenso gestricheklte Relings), und zwar wenn ich das recht sehe, ohne das im Text (Search for Speed under Sail) weiter zu kommentieren.

Ergibt es einen Sinn, bei einem solchen, winzigen Schiff eine Art temporäres, wegnehmbares Spar Deck zu schaffen? Denn in der Mitte zwischen den Gangways wäre kaum Plan in der Kuhl geblieben um sich zu bewegen, besonders wenn dort etwa noch ein Boot gestaut war.

Das Modell hier verdeutlicht das:

http://www.shipmodel.com/models/rattlesnake-full-hull

Unter diesen Gangways hätte man nur kriechen können. Anscheinend sind sie beim MOdell - auf Höhe des Schandeckels - noch tiefer angebracht, als Chapelle sie vorgesehen hätte - bei ihm hätten sie wohl auf Höhe des Achterdecks/Back gelegen.

Ein Rattlesnake-Modell sollte unbedingt ein paar maßstäbliche Figuren an Bord haben, damit der Berachter die Dimensionen dieses eigentümlichen Schiffchens abschätzen kann.

 

Hier auch noch mal der aktuelle Link zu Harld Hahns Rattlesnake:

http://www.dlumberyard.com/shipkits.html

Edited by McCool

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Nach Winfield wurde Cormorant ex Rattlesnake Rumpf gekupfert.

 

Die Gräting-Gangway war nach Chapelle's späterer Rekonstruktion, wenn man sich den Plan aus Search for Speed genauer anschaut, wohl abbaubar.

Allerdings kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen warum gerade dieses Schiff, mit niedrigem Schanzkleid im Bereich der Kuhl, solche abbaubaren Grätings gehabt haben soll.

Zu der Zeit waren Gangways, bei Fregatten & Ship Sloops, ja erst am Anfang ihrer Entwicklung. Und abbaubare Gräting-Gangways, wie Chapelle sie vermutet (ich kenne keinen anderen Fall) sollten ja noch eine Stützkonstruktion (Rahmen mit Stützen) aufweisen, die dann im Fall eines Gefechts auch noch abgebaut werden müsste.

Leider kenne ich die Originalpläne des Schiffes nicht. Das NMM hat sie zwar bereits online aber ohne Fotos gelistet.

Edited by Neptun65

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Nach Winfield wurde Cormorant ex Rattlesnake Rumpf gekupfert.

Danke, sehr interessant! Die Kupferei hatte ja wirkich beträchtliche Ausmaße angenommen.

Die Gräting-Gangway war nach Chapelle's späterer Rekonstruktion, wenn man sich den Plan aus Search for Speed genauer anschaut, wohl abbaubar.

Allerdings kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen warum gerade dieses Schiff, mit niedrigem Schanzkleid im Bereich der Kuhl, solche abbaubaren Grätings gehabt haben soll.

Zu der Zeit waren Gangways, bei Fregatten & Ship Sloops, ja erst am Anfang ihrer Entwicklung. Und abbaubare Gräting-Gangways, wie Chapelle sie vermutet (ich kenne keinen anderen Fall) sollten ja noch eine Stützkonstruktion (Rahmen mit Stützen) aufweisen, die dann im Fall eines Gefechts auch noch abgebaut werden müsste.

Daß die Gangways, sofern vorhanden, abnehmbar gewesen sein sollten, ist glaube ich im Plan irgendwo erwähnt. Es ist mir auch noch ein Rätsel, weshalb Chapelle diese Gangways überhaupt erwog, denn...

Leider kenne ich die Originalpläne des Schiffes nicht. Das NMM hat sie zwar bereits online aber ohne Fotos gelistet.

post-21-037166800 1339366050_thumb.jpg

...der Originalplan gibt eigentlich keine Hinweise, und in "History" bemerkt er ja selbst, daß die Abwesenheit von Relings - die ja ansonsten in diesem Plan detailliert gezeigt sind - gegen Gangways spreche. In der isometrischen Ansicht des Schiffs ist auch noch in der Kuhl eine Figur eingezeichnet, welche die Größenverhältnisse verdeutlicht.

Im Originalplan scheint - im mir zur Verfügung stehenden Scan aus einem Buch jedenfalls - lediglich ungefähr auf Höhe der Barringsbalken etwas Gestricheltes zu sein, wenn man es unbedingt hineininterpretieren will. Aber nicht einml das scheint mir sicher. Es könnte auch eine Spur von Fliegenschissen sein.

post-21-076478100 1339366269_thumb.jpg

Gangways, wie Chapelle sie zeichnet, oder eine Reling, kann ich darin jedenfalls so nicht erkennen...

Edited by McCool

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Gangways, wie Chapelle sie zeichnet, oder eine Reling, kann ich darin jedenfalls so nicht erkennen...

Nö, aber schön nun mal den Plan gesehen zu haben. Interessant sind ja auch die Riemenpforten, obwohl natürlich nicht ungewöhnlich. Und, besonders herrlich, das Gangspill für Riesen:lol:

Edited by Neptun65

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Bei Chapelles Neigung zu Rekonstruktionen ist es immer gut, das Original zu kennen - besonders bei einem so eigenartigen Schiff wie Rattlesnake. Hier allerdings war ja nicht viel zu rekonstruieren - ausgerechnet die Gangways waren ja überflüssig... woher Chapelle übrigens den Takelplan nimmt, hätte mich doch interessiert - gibts noch überlieferte Spierenabmessungen?

 

Das Schiff wirkt ja, nicht zuletzt wenn man den Eindruck diverser Modelle auf sich wirken läßt, wie eine schwimmende, kleine Folly mit seiner Anmaßung, eine kleine Fregatte zu sein, während die allzu niedrigen Aufbauten ja offensichtlich einen Teil der Stückpforten kaum bedienbar machen. Aber des Rätsels Lösung für die anscheinend für ein "Kriegsschiff" so ungeschickte Auslegung - in gewisser Weise ist etwas in der Art zu "privateers" allgemein, nicht zu Rattlesnke, auch von Chapelle in dem Kapitel über "privateers" angedeutet, wenn ich mich recht entsinne- könnte in einer doch unter Umständen anderen Bedürfnissen von Freibeutern gegenüber regulären Kriegsschiffen liegen (wobei wohl bei den kleinen Fahrzeungen eine gewisse "Professionalisierung" zu der Zeit gerade einsetzte - wichtige, schlagkräftige Typen wurden ja gerade erst erfunden). Das Freibeuterschiff mußte keine so effektive Kampfmaschine sein wie ein reguläres Kriegsschiff, von dem man erwarten durfte, Salve auf Salve abzufeuern. Es reichte, das stets ohnehin schwächere Handelsschiff einzuschüchtern. Und da mußte man die Geschütze z.B unter dem allzu niedrigen Halbdeck vermutlich gar nicht mehr als einmal abfeuern. Hingegen mußte das Schiff schnell sein - was Rattlesnake wohl war - und einer ausreichend großen Mannschaft einigermaßen Wohnraum bieten - so niedrig sie waren, Back und Achterdeck machten das Schiff natürlich "wohnlicher", als es ein Glattdecker gewesen wäre. Könnten diese Mutmaßungen wohl teilweise zu treffen?

Erstaunlich an Rattlesnake wäre dann vor allem, daß die Briten das Schiff doch noch relativ lange als Kriegsschiff in Dienst hielten. Spricht für gewisse Qualitäten.

Übrigens scheint z.B. die Dimensionierung der Decksbalken für Achterdeck und Back wirklich extrem zierlich, oder? Spricht auch dafür, daß man das Schiff leicht (und niedrig) halten wollte.

Edited by McCool

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[...] Dummerweise erreicht die Bordwand mittschiffs aber gerade einmal die Höhe von noch nicht einmal 4 Fuß, unter dem Achterdeck sind es nur knapp über 4 Fuß, wenn ich das richtig abschätze. Wie soll es möglich sein, dort Geschütze zu bedienen? Konnte man sich dort anders als auf allen Vieren bewegen? [...]

 

Ich habe diesen alten Thread entdeckt auf der Suche nach der wahrscheinlichen Höhe der großen Kabine hinten im Schiff bei kleineren Schiffen der damaligen Zeit und insbesondere bei der Vencejo oder HMS Sophie die ich als 3D-Modell nachgebaut habe. Wenn ich meinen Offizier in die Kabine setzte, so kann er sich höchstens sitzend oder kriechend bewegen. Kann das so richtig sein?

 

Gruß

 

Ivi

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Bei Vensejo komme ich unterm Achterdeck auf knapp 5 englische Fuß, also etwas mehr als 1,50 m. Man kann drin sitzen und hat ein Dach überm Kopf. Viel mehr nicht, aber immerhin.

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Hi!

 

Dann würde es ja passen. Trotzdem gibt mir das zu denken. Das bedeutet, dass die Kabine ja nur "kriechend" zu betreten ist und man nicht wirklich viel dort machen kann, da immer in geduckter oder gebückter Haltung. Habe mal ein Bild angehängt mit dem Modell mit und ohne Oberdeck. Stehend würde der Offizier durch das Deck brechen. Der Offizier ist ca. 1,85m hoch.

 

Waren solche Kabinen dann doch etwas besser ausstaffiert wie bei größeren Schiffen, trotz ihrer beengten Größe? Konnte der Kapitän da überhaupt normal arbeiten?

 

Gruß

 

Ivi

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Edited by ivica70

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Also die Wohnverhältnisse waren auf einer Brigg wie Vensejo wegen der Enge deutlich schlechter als auf größeren Schiffen, aber Dank Back und Achterdeck ganz bestimmt viel besser als auf einer Glattdeck-Kriegsbrigg ähnlicher Größe- die hatten schlichtweg noch weniger umbauten Raum. Vensejos Kammer für den Kommandanten war sicher im Verhältnis zu anderen Kriegsbriggs, die bei den Briten immer Glattdecker waren, eine ziemliche Wohltat- trotz mangelnder Stehhöhe. Allerdings hatte er noch die Gesellschaft einiger Geschütze, was bei einem Glattdecker entfiel.

Eine Weltumsegelung auf einem kleinen Schiff wie der Beagle (ursprünglich Glattdeck - Brigg Cherokee-Klasse) muß ziemlich strapaziös und nervtötend gewesen sein, obwohl das Schiff mit einer kleinen Poop und einer kleinen Back sowie einem um ein paar Inches angehobenen Oberdeck modifiziert wurde und mehr Platz bot als die frühen Exemplare der Serie.

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Hi!

 

Wenn man sich das Heck bei diesem von der Rattlesnake gebauten Schnittmodell anschaut, dann fragt man sich ob da überhaupt jemand sitzen konnte, geschweige den gebückt gehen. Der Stuhl der da steht gibt einen sehr guten Eindruck von der Größe bzw Höhe wieder.

 

http://www.shipmodel.com/files/ship-model-rattlesnake-detail2.jpg

 

Ich habe aber gesehen, dass bei manchen kleineren Schiffen, wie Briggs und kleineren Schoonern die Räumlichkeiten hinten abgesenkt wurden, d.h. dass man über eine Treppe hinuntersteigen konnte, weil sonst ja echt kein Platz in der Höhe da gewesen wäre. Ich frage mich auch wirklich wie die Besatzung die hinteren Geschütze bei der Rattlesnake überhaupt bedienen konnte?

 

Zur Vencejo - die hinteren Räumlichkeiten des Kapitäns umfassten ja mehrere voneinander trennbare Bereiche (wobei während des Gefechtes die abnehmbaren Trennbereiche einfach weggestellt wurden um ein durchgehendes Gefechtsdeck zu haben) wenn ich mich richtig erinnere? Welche Geschütze lagen schon in diesen Bereichen? Ich nehme an, dass die jeweils letzten Kanonen auf beiden Seiten schon in den Räumlichkeiten des Kapitäns lagen, oder liege ich da falsch?

 

Gruß

 

Ivi

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Vincejo besaß auf dem Batteriedeck 16 18-Pfünder-Carronaden und auf dem Achterdeck zwei 6-Pfünder-Kanonen; die Spanier hatten 18 6-Pfünder-Langrohre vorgesehen.

In britischem Dienst werden dann also je Seite entweder die erste und die letzte Stückpforte auf dem Batteriedeck oder auch die letzten beiden freigeblieben sein; ich vermute ersteres. Da ist schon ganz nett Platz. Vielleicht mußte ihn sich der Commander allerdings noch mit Offizieren teilen.

 

Rattlesnake: Was die Platzverhältnisse und das Abfeuern der GEschütze angeht: Wenn man davon ausgeht, daß das SChiff ursprünglich als Freibeuter nur für kurze Raubzüge vorgesehen war, mag das alles ja angehen. Das Gefecht mit diesem Schiff aber kann man sich bestimmt nicht so effektiv vorstellen wie etwa mit einer Glattdecks-Brigg der napoleonischen Zeit. Zwar konnte man bei Rattlesnake im laufenden Gefecht vielleicht sogar die Kanonen unter Back und Achterdeck noch nachladen (evtl auch von außen?), wenn auch durch die geringer Höhe stark erschwert, aber vielleicht kam es nur darauf an, einem Handelsschiff höchstens eine einzige Breitseite vor den Latz zu knallen und ihn allenfalls noch mit den besser nachladbaren Geschützen, vielleicht auch Handfeuerwaffen, zu demoralisieren und zur Aufgabe zu bringen.

 

Edit: 2. Absatz bezieht sich auf Rattlesnake

Edited by McCool

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Hi!

 

Also sitzen kann er der Captain wie man auf dem Bild sehen kann was ich hochgeladen habe. Mal ne Frage zu den Geschützen der Vincejo - ich habe Langrohre angebracht und keine Karronaden. Kann mich auch nicht an Karronaden in dem ersten Buch von Patrick O-Brian erinnern. Weiß aber das Kaliber nicht mehr. 6-Pfünder meinstest Du? Außerdem hat mein Schiff 20 Kanonen auf jeder Seite?

 

Gruß

 

Ivi

post-3778-067713900 1436390831_thumb.jpg

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      Das Blue Ensign wurde am Heck des Schiffes gesetzt. Die Flagge war blau über alles und hatte in der oberen linken Ecke das Georgskreuz (im Falle schottischer Schiffe das Andreaskreuz). Ab 1707 wurden die Kreuze durch den Union Jack ersetzt (in der Handelsmarine war das Red Ensign mit Union Jack schon seit 1687 in Gebrauch, der sog. "Budgee" Jack).
      Der Admiral führte eine Flagge blau über alles im Großtop, der Vizeadmiral im Vortop und der Konteradmiral im Besantop. In einigen Bilden wiederholt sich auch das Ensign in den Tops anstelle der uni gefärbten Flagge.
      Die einzelnen Schiffe des Blauen Geschwaders führten anstelle der Flaggen Wimpel in der Geschwaderfarbe am entsprechenden Mast ihrer Gruppe. Ob der Wimpel gegabelt war oder ein Kreuz/Union Jack trug ist nicht ganz klar, nach 1653 wurde zumindest das Georgskreuz hinzugefügt.
      Das hier gesagte gilt auch für die beiden anderen Geschwader mit Ausnahme des Flaggschiffes des Admiral Of The Fleet/Lord High Admiral. Am Heck wurde das Red Ensign geführt, aber im Großtop war eine andere Flagge gesetzt. Dazu siehe unter Royal Standard.
       
      1633-17071707-1801 Topflagge
       
      Das White Ensign veränderte sich stärker als die beiden anderen Ensigns. Ab 1702 wurde dem White Ensign ein großes Georgskreuz zugegeben. Die Stärke der Kreuzbalken betrug 1/3 der Flaggenhöhe. In der oberen linken Ecke blieb das ursprüngliche Georgskreuz erhalten.
      Als 1707 das Georgskreuz in der Flaggenecke durch den Union Jack ersetzt wurde, schrumpfte die Stärke der Kreuzbalken des großen Georgskreuzes auf ca. 1/9 der Flaggenhöhe. Zunächst waren beide Varianten des White Ensigns in Gebrauch, um 1744 setzte sich die Variante mit großem Kreuz durch. Das weiß uni Ensign verschwand.
      Als das Geschwadersystem aufgegeben wurde, wurde das White Ensign zur generellen Flagge der Kriegsmarine.
       
       
      War eine Flotte nicht groß genug, um in drei Geschwader eingeteilt zu werden, führten alle Schiffe das Red Ensign am Heck. Im Mast wurde der Union Jack anstelle der Geschwaderfarben geführt. Die Unterteilung in Vizeadmiral am Vormast, Admiral am Großmast und Konteradmiral am Besan wurde beibehalten.
    • By McCool
      Ein zeitgenössischer Artikel zu Robert Surcouf aus einem britischen Journal. Es nimmt die Veröffentlichung eines biographischen Textes in einer französischen Zeitung auf, der dort aus Anlaß des Todes von Surouf erschienen war.
      Der Autor des Asiatic Journal zweifelt die Glaubwürdigkeit der französischen Darstellung an, bezeichnet sie als "Gasconade" und stellt ihr eine Passage aus dem britischen Untersuchungsbericht zum Verlust des Ostindienfahrers Kent gegenüber.
       
       
      The Asiatic Journal ant Monthly Miscellany, Vol. 24, July to December 1827, S. 396-397.
       
      [396]
       
      FRENCH NAVAL HERO.
       
      A French provincial paper, Le Breton, contains the memoirs of a Captain Robert Surcouf, a native of St. Maloes, who died in July last, whose naval feats, especially in the East-Indies (as reported in the paper), throw those of our own heroes completely into the shade. 
      Capt. Surcouf, who, it is stated, was descended from the celebrated Duguay Trouin, was born in 1773, and went to sea at the age of thirteen; after some voyages in Europe, he became a captain, and sailed for India, where he remained till 1809. He commanded successively the privateers La Clarisse, La Confiance, and Le Revenant: each of his cruizes, says his biographer, was marked by some splendid action. One of his actions is thus related:
       In 1796, he commanded the ship Emilie, in which he sailed (with slaves?) from the Seychelles to the Isle of France. Chased by the English as far as north of the Equator, he found himself in a very awkward condition, not having provisions enough on board his ship to carry him back to the French colony. He therefore conceived the bold project of proceeding to the Bay of Bengal, in order to "get provisions from on board some English ships." The Emilie was of 200 tons burthen, with only two guns on board, and twenty-six men. In this weak vessel he attacked and took an English armed schooner (name not mentioned), with a numerous crew. After putting nineteen of his own crew on board the schooner, he took the command of her and proceeded to cruize upon the coast of Bengal. He there fell in with the Triton, a vessel belonging to the English East-India Company, armed with twenty-six 12-pounders, and manned with one hundred and fifty men. Expecting that the vessel would take him for "a pilot of the Ganges", he manoeuvred accordingly. The Triton manifested no suspicion, whereupon he suddenly darted with his brave followers upon the Triton's deck, overturned all who opposed them, and killed the English captain by a pistol shot. The English fied the deck in confusion, and endeavoured to hide themselves. The Triton surrendered, and "thus", continues the memoir, "by a determination full of audacity, and by the precision of his attack, Surcouf, with nineteen men, took a vessel of twenty-six guns and a crew of 150!"
      How far this narrative may be true, we cannot say, but the next, fortunately, contains sufficient data to enable us to pronounce it a gross piece of gasconade. The French author's statement is as follows:
      "In 1799 he took the command, at the Isle of France, of the privateer La Confiance, of Bourdeaux, wtth a crew of 120 men, and armed with twenty guns. In one of his cruizes, he fell in with an English East-Indiaman, and dared to form the project of getting possession of her. This vessel was named the Kent, carrying forty guns, and it had a crew of 437 men, of whom 100 were troops, besides the crew of another East-Indiaman taken on board in consequence of their vessel being burnt.* Never was there beheld in naval combats, such an unequal conflict: even the height of the vessel compared with the feeble privateer augmented the chances against Surcouf. But the difficulty and the danger, far from discouraging this intrepid sailor, acted as an additional spur to his brilliant valour. After electrifying his crew with a few words full of hope and ardour, he manoeuvred and ran on board the enemy. In this position he received a broadside when close to (à bout portant); but he had expected this, and made his men lay flat upon the deck. After the first fire, they all rose, and from the yards and tops, threw bombs and grenades into the forecastle of the vessel. This sudden and
      [397-1]
       unforeseen attack caused a havock so much the greater by reason of the English deck being crowded with about 400 armed men. In an instant, death and terror made them abandon a part of the vessel near the mizen mast. Surcouf, who observed every thing, seized the decisive moment, beat to arms, and forty brave men prepared to board, with pistols in their hands, and daggers held between their teeth. As soon as they got on the deck, they rushed upon the affrighted crowd, who retreated to the steerage, and endeavoured to defend themselves there. Surcouf thereupon ordered a second division to board, which he headed himself: the captain of the enemy's vessel was killed, and all were swept away in a moment. The rest of the crew flying below, were attacked de novo. Surcouf caused a gun to be loaded with grape, which he pointed towards the place where the crowd was assembled, threatening to  exterminate them. The English, deeming resistance fruitless, surrendered, and Surcouf hastened to put a stop to the slaughter. This exploit, hitherto unparalleled, resounded throughout India; the name of Robert Surcouf became the terror of English commerce in these latitudes, and the British government actually sent thither several frigates to protect their ships from this redoubtable captain, who ceased not to harass them."
       
      This account contains internal evidence of being exaggerated: but we have still better proofs. The official statement of the Capture of the Kent, "published by order of Government," is now before us, from whence we extract the following particulars:**
       The action took place off the Sand Heads, on the 7th October 1801; the Confiance is described as a French privateer of 26 guns and 250 men, more than double the number stated. She was mistaken by the Kent for a pilot schooner. It was soon afterwards discovered that she was an enemy, and all hands prepared for an action.
      "Upon her approach to the Kent, as she shewed no colours, a shot was fired at her from the larboard side, which was followed up, as she passed, upon the opposite tack, by a broadside, and a constant fire kept up whilst she was within reach of the guns. The privateer, for it was soon ascertained to be one, soon afterwards tacked, came up to the larboard side, and commenced the engagement within about musket shot, but without doing much injury, although she continued in this position some time; she then got a-head, and passing round the bow of the Kent, renewed the engagement on the other side, nearly at the same distance, and for the same length of time, 
      [397-2]
       but with as little effect as before. She afterwards made sail a-head, as if with an intention of relinquishing the attack, and making off, which she could easily have done, having greatly the superiority in sailing. When she had got about the distance of half a mile a-head of the Kent, she was, however, observed to haul her mainsail up, and wear round immediately towards her; and in about ten or fifteen minutes afterwards, or as soon as her guns would bear, she for the first time hoisted the national colours (Surcouf afterwards declared that he had forget them before) and fired a broadside and volley of musketry from every part of the ship, which was immediately returned by the Kent, and continued while her guns would bear: the privateer then wearing round her stern, ranged close up alongside, and received a full discharge from the Kent's starboard guns: at this moment she fired a whole broadside, and threw a number of hand grenades from her tops into the Kent, some of which penetrated the upper deck, and burst on the gun deck, at the same time a fire of musketry was kept from her tops, which killed and wounded a number of passengers and recruits that were on the quarter deck and poop. When the ships were completely locked with each other, Capt. Surcouf entered at the head of about one hundred and fifty men, completely armed for boarding, having each a sable and a brace of pistols. The contest upon deck was now desperate, and lasted for about twenty minutes, but the enemy having greatly the superiority, both in number and arms, were victorious, and a dreadful carnage ensued, they shewing no quarter to any one who came in their way, whether with or without arms; and such was their savage cruelty, that they even stabbed some of the sick in bed."
      Such is our official account: which of the two is to be depended upon we leave others to determine.
      We should not perhaps have thougt it necessary to notice this article had it not appeared in a Paris work of some reputation, where it is introduced with an eulogium very misplaced. The concluding part of the official statement will serve as an answer to that part of the article, in which it is said that the English, if they would do justice to the military talents of their conqueror, ought to be anxious to proclaim his generosity in the affair of the Kent.
       
      * The vessel burnt was the Queen, the survivors of whose crew and passengen the Kent saved. Ed.'
      ** See the account in full, in the Annual Register, vol. xlii., p. 36.
       
      Anm: Kursiv gesetzte Wörter und Passagen so beibehalten. Schiffsnamen fett hervorgehoben.
       
      https://books.google.de/books?id=tbRAAQAAIAAJ&dq
    • By McCool
      Erstaunlicherweise hatten wir ja noch gar keinen allgemeinen Thread über die Victory (obwohl hier mehr drinsteht, als der Titel verrät).
       
    • By McCool
      Als vollgetakelter Glattdecker - hätten die Franzosen das Schiff wohl als "Corvette" bezeichnet?- scheint dieses Schiff seiner Zeit voraus, n'est-ce-pas?
      Das NMM hat schöne Pläne davon, auf dem Decksplan sind auch die Spierenabmessungen notiert, die man hier leider nicht entziffern kann:


      Nach der Erbeutung 1781 war das Schiff als "Pelican" nur bis 1783 im Dienst der Royal Navy. 1782 wurde Pelican von Edward Pellew kommandiert. Pellews Biographie spottet über "the Pelican, a French prize, and a mere shell of a vessel; so low, that he would say his servant could dress his hair from the deck while he sat in the cabin." (Osler, Life of Admiral Viscount Exmouth,S 37). Ähnliches liest man ja über Speedy und ihren Kommandanten Cochrane der sich rasierte, indem er in seiner Kammer stand, den Kopf durchs Oberlicht und den Rasierspiegel auf dem Achterdeck, wenn ich mich recht entsinne?-
      Im April gelang es Pellew, mit Pelican drei französische Freibeuter auf den Strand zu treiben:
       
      On the 28th, observing several vessels at anchor in Bass Roads, he made sail towards them; upon which a brig and a lugger, of ten or twelve guns each, laid their broadsides to the entrance of the harbour. He attacked them immediately, and compelled them to run themselves on shore under a battery, which opened on the sloop. The Pelican tacked, and stood out of the harbour, returning the fire, and the same night arrived at Plymouth. Her loss was only two men wounded. A heavy shot which struck her was begged by a friend, who, in a recent letter, makes a jocular allusion to it, and says that it is still doing service in the kitchen as a jack-weight.
       
      Für diesen Erfolg wurde Pellew zum Post Captain befördert:
       
      Admiralty Office. May 25, 1782.
       
      "Sir,—I am so well pleased with the account I have received of your gallant and seaman-like conduct in the sloop you command, in your spirited attack on three privateers inside the Isle of Bass, and your success in driving them all on shore, that I am induced to bestow on you the rank of a post-captain, in the service to which your universal good character and conduct do credit: and for this purpose, I have named you to the Suffolk, and hope soon to find a frigate for you, as she is promised to a captain of long standing.
       
      "Keppel."
       
      Weitere bedeutsame Vorfälle scheint es im Leben des Schiffs dann wohl nicht gegeben zu haben.
       
      Gibt es wohl irgendwelche Infos über dieses als Entwurf doch bemerkenswerte Schiff aus der französischen Zeit als Frédéric? Es soll ein Freibeuter gewesen sein - immerhin ja ein relativ großer. Gibt es irgendwelche Hinweise auf den Konstrukteur?
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