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Die Constitution wurde in ihrem langen Leben in verschiedene Bauzustände versetzt. Welche verschiedenen Bauzustände würdet Ihr von wann bis wann identifizieren? Schön wäre eine chronologische Darstellung. Ich muss dazu leider extra einen Thread dazu aufmachen, da es in vorhandenen Threads sicher untergehen würde. :rolleyes:

Edited by McCool
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Ein Problem dabei ist, daß es wohl für die Constitution keinen Plan aus ihrer aktiven Dienstzeit zu geben scheint, der sie so zeigt, wie sie wirklich aussah. Vor einiger Zeit hatte ich im "großen" Constitution-Thread ja schon mal die Chapelle-Rekonstruktion und die drei überlieferten Entwurfszeichnungen diskutiert. Die Entwürfe sind alle verschieden, und Chapelles Rekonstruktion ist so mit Sicherheit auch nicht richtig. Wichtig sind als Quelle die Gemälde. Für die Zeit vor ca 1803 gibts keine Abbildung, danach wird es dann ergiebiger. Aber auch die Gemälde aus der Zeit von 1812ff sind teilweise widersprüchlich. Insgesamt dürften die Bauzustände für die Zeit aber am besten zu dokumentieren sein, wobei ich persönlich das Aussehen des Hecks für eines der größeren Rätsel halte. Für viele Änderungen wird man wohl nicht unbedingt ein genaues Datum finden können. Eine Übersicht wie z.B. "vom 1798-März 1803 hat die Constitution soundso, vom April 1803- September 1807 soundso ausgesehen" ist nicht möglich. Die Komplexe Rumpf, Takelage, Bewaffnung, sonstige Ausrüstung hängen ja auch alle zusammen, es wurde ständig das eine oder das andere mit Folgen für das dritte geändert. :rolleyes:

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Die Constitution wurde in ihrem langen Leben in verschiedene Bauzustände versetzt. Welche verschiedenen Bauzustände würdet Ihr von wann bis wann identifizieren? Schön wäre eine chronologische Darstellung.

Super Idee - ich denke schon länger über eine Tabelle / Matrix nach, in der ich das Aussehen verschiedener Schiffskomponenten über der Zeit und über verschiedene Quellen erfassen könnte.

Damit hätte man auch eine Chance, "Wahrscheinlichkeiten" und "Glaubhaftigkeiten" auszuloten.

Aber das ist eine irre Arbeit und mein Tyron Martin ist zur Zeit verliehen - da steht ja nun eindeutig am meisten drin zum Aussehen. Bei Ian Toll habe ich einen Bemerkung zur Farbgebung von 1797 entdeckt - aber er nennt halt keine Quellen und in amerikanischen Foren wird die Aussage kritisch betrachtet.

 

Ich muss dazu leider extra einen Thread dazu aufmachen, da es in vorhandenen Threads sicher untergehen würde. :rolleyes:

Das finde ich jetzt nicht schlimm - das Schiff ist so vielfältig, bietet so viel Diskussionstoff - das macht gar nichts! Gerade diese Frage wird allein ein Thread locker beschäftigen! Demnächst will ich gern versuchen, aktiv daran mit zu machen!

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Hallo Experten,

 

ich bin gerade in einer Diskussion verstrickt, wo es um die Breite der gelben Streifen an britischen Fregatten geht.

 

Hintergrund: wir wissen, dass die Constitution auf See im Krieg 1812 - 1815 gegen die Briten mehrfach von einem weißen Streifen auf einen gelben Streifen "umdekoriert" wurde, um sich britischen Schiffen nicht gleich zu erkennen zu geben. Auf See erst, weil man natürlich auch Spione an Land im Hafen fürchtete.

 

Will man ein Modell des Schiffes zu dieser Zeit bauen, ist also ein gelber Streifen denkbar. Die Frage aber: wie breit war er. So breit wie der weiße (also gerade so hoch wie die Geschützpforten?) Oder etwas breiter?

 

Es gibt aus meiner Sicht zwei Dinge zu bedenken:

1. das Überstreichen des schwarzen Untergrundes um den gelben Streifen breiter zu machen, könnte schwierig sein. Wie gut nahm das Schwarze den gelben Lack an? Wie deckend war das dann? .. davon aber gaaaaaaar keine Ahnung.

2. wenn ich auf den Punkt 1 keine Rücksicht zu nehmen bräuchte (weil die Farbe gut deckt und hält) würde ich natürlich den Streifen genau so breit machen, wie es die Mehrzahl der britischen Fregatten 1812 üblicherweise so hatte.

 

Also: die Frage an die Fregatten-Spezialisten: Wie war die Mode 1812 - 1815 in England? Gibt es schöne zeitgenössische Bilder, die eine typische "Tracht" dokumentieren?

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Wir haben hier ja den beliebten Thread "zur Farbgebung historischer Schiffe", da steht in der Richtung auch schon etwas drin.

http://www.napoleon-forum.de/index.php?showtopic=682

Für spätestens ca 1810 ist bei den Briten auch schon mit weißen Batteriestreifen zu rechnen - Bacchante 1811:

http://www.portcities.org.uk/london/server.../13/viewImage/1

Andererseits, darauf hatte ich auch schon hingewiesen, war Brokes Shannon anscheinend fast ganz schwarz mit einem schmalen weißen Streifen unterhalb der Stückpforten.

 

Ansonsten wüßte ich keinen Grund, warum ein gelber Streifen aus technischen Gründen breiter oder schmaler sein sollte als ein weißer. Wahrscheinlich wurde nämlich ohnehin weiß grundiert. Neulich schickte mir jemand einen Link mit Fotos der Victory, die gerade neu gestrichen wurde - die Streifen waren weiß gestrichen, die ockerfarbene Schicht noch nicht aufgebracht. Sofern es keine zuverlässigen Aussagen von Augenzeugen zur Breite der Streifen der Constitution gibt, wüßte ich nicht, wie man das sonst herausfinden sollte. Man kann so höchstens vermuten, daß die großen Fregatten, um nicht erkannt zu werden, den Streifen eher schmal hielten, um etwas kleiner zu wirken.

 

Es ist ja durchaus mal interessant, sich ein modernes Foto der Constitution anzusehen -

http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:USS_Constitution_1997.jpg

Der Streifen ist ziemlich schmal, hat gerade Stückpfortenhöhe, wie es scheint. Das ist vielleicht nicht ohne Grund so?

Was man oft bei britischen Schiffen so sieht - abgesehen von Shannon und wahrscheinlich noch vielen anderen Abweichlern - ist , daß der weiße Streifen unten etwas unterhalb der Stückpforenunterkanten verläuft. Oben allerdings konnte er auch ein wenig unter der Oberkante verlaufen, so daß der Streifen insgesamt dann oft auch nur knapp Stückpfortenhöhe haben mochte.

Recht typisch ist wohl diese Darstellung hier:

800px-Apollo36.jpg

Aber daß die US-Fregatten zwangsläufig anders aussahen, kann man wahrscheinlich auch nicht sagen.

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Hallo Miteinander,

 

da sind wir ja alle mal wieder beim Thema.

 

Ich habe bis morgen Nachmitag vor, Euch mal 4 wahrscheinliche Anstrichsmöglichkeiten der USS Constitution (wenigstens ein zeitgenösischem Gemälde vorhanden) auf der Steuerbordseite des 1/96 Revellmodells zu presentieren.

 

Ich möchte Euch hiermit bitten mir Eure Meinung zu den Varianten mitzuteilen. Für jeden Hinweis bezüglich der Farbe, des Zeitrahmens, der Breite der Anstriche oder ander Anstrichsvorschläge wären Marcus und ich Euch sehr dankbar.

 

Ziel von uns ist es ein Modell der USS Constitution mit einem soweit wie möglich belegbaren Anstrich zu bauen, wobei wir einen Bauzustand mit gelben oder weisgelben Streifen bevorzugen würden.

 

Gruß

Steffen

 

P.s. Soll ich die Bilder in diesen Thread oder in den Modellbordthread stellen?

Edited by neffets71

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Hallo Neffets,

 

sind alle vier gezeigten Versionen Blassgelb?

Denn so schauts für mich aus wenn ich mir Deine Bilder anschaue. Bitte nicht als Kritik auffassen

Nun gelbocker als Farbe zumal häufog mit weiß gemischt hat sicherlich ein großes Spektrum.

Aber wurde der gelbockerne Streifen im Krieg v. 1812 nicht von den Amerikanern verwendet um sich englischen Schiffen anzupassen? Dann würde ich den Ton kräftiger wählen da sonst ja die Gefahr besteht das man Blassgelb aus der Ferne oder im Dunst mit weißer Farbe verwechselt.

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Hallo Neptun,

 

ja alle Anstriche sind Blassgelb. Für die Versuche hab ich Restfarbe genommen die relativ leicht wieder ab bekommen kann. In erster Line ging es mir bei den Versuchen um die Form des Anstriches.

Der Farbton dürfte so in etwa das Gelb sein das ich auf der USS United States gesehen habe (nehmen würde ich den Farbton für Version 2). Für Version 1 und 3 würde ich derzeit das Gelb von HMS Victory nehmen. Für Version 4 käme nach den Bild von Wylli auch ein Hellgrau oder dunkeles Weiß in Frage.

 

Gruss

Steffen

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Wyllie ist aber kein Zeitgenosse und sein Gemälde damit nicht gerade eine historische Quelle, das ist doch hoffentlich klar? Wieso sollte nicht das Hull-Modell als Vorlage dienen? Soll das Modell das Schiff zu einem ganz bestimmten Datum darstellen?

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Hollo McCool,

 

weil wir gern ein Modell mit einem gelben Streifen bauen würden (und das Hull Modell hat einen einfachen schmahlen weißen Steifen wie Version2). Sonst würde nichts dagegen sprechen zumal der Bauzustand mit dem Revell-Modell übereinstimmt.

 

Das Wyllie erst 1851 geboren wurde weis ich. Aber vieleicht hat er das Schiff in dem Zustand gesehen. Ich find leider nichts weiter zu dem Bild. Schön wärs wenn ich irgeneinen Anhaltspunkt finden würde weil sie so einfach richtig gut aussieht.

 

Der Zeitraum ist mir eigentlich relativ egal. Schön wäre es wenn wir ein Datum finden könnten wo wir relativ sicher über das Aussehen des Schiffes sind. Prijorität liegt eigendlich nur daruf das Schiff mal mit keinem weißen Streifen zu bauen. Je näher wir dabei dem Zeitraum 1812 kommen des so besser (Bauzustand des Revellbausatzes).

 

Derzeit würde ich als die glaubwürdigste Variante mit gelbem Streifen (Version 3) im Zeitraum 1812 das Gemälde von Nicholas Pocock ansehen (Dezember 1812 USS Constitution gegen HMS Java).

 

Das Problem dabei ist das Pocock ein Engländer war und ich nicht weis woher er seine Quelle für das Bild hat.

 

Wenn ich das Schiff In dem Zustand baue würde ich folgende Farbauswahl nehmen:

 

Rumpf:

Teerschwarz

Rumpfstreifen Weißgelb wie bei United States bis jeweils eine Planke über und unter den Stückpforten

Innenbordwände Dunkelgrün wie im jetzigen Zustand

alle Aufbauten (Gangspill, Nagelbänke) Dunkelgrün

Laffeten Rot

 

Heck:

Streifen zwischen den Fenstern und Fensterrahmen Weißgelb

Schnitzwerk Heck Weißgelb

Adler und Sterne Gold

 

Masten:

Weiß

Maststengen Braun

Rahen Teerschwarz

 

Was sagst Du zu dem Vorschlag?

 

Gruß

Steffen

Edited by neffets71

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War United States jemals gelb? Es gibt ja anscheinend nicht sehr viele Darstellungen dieses Schiffs, aber die kenne ich eigentlich nur aus dem Gefecht mit Macedonian in Schwarz (siehe dazu den Thread über United States).

 

Ansonsten kenne ich keine zuverlässige Darstellung der Constitution in gelb. Corne hat sie ja im Guerriere-Gefecht in der Farbe gemalt, aber nach Schriftquellenlage scheint sie ja in Wirklichkeit weiß gewesen zu sein, was jedenfalls für 1811 belegt ist. Explizit schriftlich belegt ist der gelbe Anstrich dann also erst für 1814, nicht wahr? .

 

Ich hatte es schon anderswo gepostet, aber hier nochmal (obs noch weitere Hinweise in den Logbüchern gibt, ist mir unbekannt):

 

Aus den Logbüchern der Constitution (Nur Anstricharbeiten usw. berücksichtigt, bei denen die Farbtöne erwähnt werden oder die anderweitig interessant erscheinen):

 

11. Jan. 1804 - Received 15 kegs of yellow ochre, 2 of red paint, 7 small ones of black paint, and 50 gallons of black varnish

 

22. Jan. 1804 - Painting hammock cloths ; painting the leading blocks and the ring bolts on the gun carriages

 

19. Aug. 1810 - Received a quantity of green paint.

 

09. März 1811 - Varnished spars and painted head railings.

 

07. Apr. 1811 - Painting quarter galleries and "white streak."

 

11. Apr. 1811 - Painting the head and stern

 

29. Feb. 1812 - Whitewashing hold.

 

11. Feb. 1814 - Painting ship's outside black and yellow

 

Ob das Schiff auch in der Zeit vorm Februar 1814 gelb war, weiß ich leider nicht. Es wird ja behauptet, man habe den Anstrich zur Täuschung aufgebracht, d.h. unmittelbar vorher müßte er dann weiß gewesen sein. Andererseits wurde auch vermutet, da Constitution 1812 mal mit einem britischen Schiff verwechselt wurde, sei es zu dem Zeitpunkt wohl gelb gewesen. M.E. ein Trugschluß, denn wie oben geschrieben waren auch die britischen Schiffe zu der Zeit nicht mehr zwangsläufig gelb.

Wie auch immer, ich kenne keine Darstellung, die in die Zeit paßt. Wenn es unbedingt gelb sein soll, dann wohl besser ohne komplizierte Varianten wie Zusatzstriche unter dem Batteriestreifen, die sich erst recht nicht belegen lassen - wäre meine Ansicht. Aber ich würde für diesen Krieg eher einie weiße Constitution bevorzugen, oder auch mit dem Gedanken spielen, sie im Zustand zu zeigen, wie sie auch Charles Wares Nachkriegs-Segelplan erscheint.

 

Welcher Pocock ist gemeint? Ich kenne nur das Motiv mit der sinkenden Java, aber als Druck.

Edited by McCool

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Hallo Miteinander,

 

das Bild von Pocock ist in American Heavy Frigates von Osprey enthalten. Seite weis ich jetzt leider nicht. Ist auch relativ klein und schwarz-weiß gedruckt. Auf jeden Fall sieht man den Bug und Backbordseite der Constitution. Sie liegt ein paar Meter neben der fast völlig entmasteten Java.

 

Mit den gelben Anstrichen der United States meine ich ebenfalls die Abbildung aus American Heavy Frigates . Ich habe das Modell von dem Schiff auch schon mit gelben streifen gesehen. Bei Ebay ist derzeit noch eine 1/96 United States im Angebot, die auf dem Karton auch mit gelben Streifen dargestellt ist.

 

Die Logbucheintragungen kannte ich aus dem MB Thread. Sie sind wahrscheinlich die einzige Quelle die ich kenne der man ohne bedenken folgen kann.

Wenn man danach geht würde man bei einer Darstellung des Schiffes mit gelbem Streifen im Jahr 1814 nicht viel falsch machen können.

 

Könnt Ihr mir sagen ob zwischen 1812 und 1814 irgendwelche größeren Umbauten am Schiff oder Umrüstungen an der Bewaffnung gemacht wurden? Könnte ich die Farbzusammenstellung die ich oben gepostet habe für 1814 übernehmen?

 

Noch so ein Gedanke. Kann es sein das der weiße Anstrich bei längeren Einsätzen durch Sonne und Wasser, oder vielleicht auch durch Abnutzung (Holz scheint leicht durch) einen gelben Stich bekommen haben kann und dadurch diese ungereimtheiten mit den gelben und weißen Darstellungen entstanden sind?

 

Gruss

Steffen

Edited by neffets71

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Anstrichschema No 3 für 1814 würde mir als das "sicherste" erscheinen, da nicht unnötig kapriziös. Es gibt bei modernes Gemälde von William Gilkerson, auf dem das Schiff einen entsprechenden Streifen hat - unspektakulär, abgesehen davon, daß man die Constitution für 1812 ff. halt sonst in s-w- zu sehen gewohnt ist.

 

Die Verwitterungstheorie scheint mir zu komplizert gedacht. :lol: M.E. entstanden die Abweichungen ob gelb oder weiß lediglich durch die Auffassungen der Künstler. Corne hat sich bei seinen 1812er-Gemälden in dieser Hinsicht vielleicht nach seinen eigenen früheren Gemälden/bzw. Erinnerungen gerichtet.

 

Die Farbwahl wäre dann ja im Prinzip: Hull-Modell mit gelbem Streifen, richtig? Da wäre dann wohl nicht viel dagegen einzwenden.. ;)

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Na das ist doch mal ein Wort. Marcus wird bestimmt begeistert sein.

Kannst Du zu evtl. umbauten oder umrüstungen des Schiffes in dem Zeitraum (1812-1814) eine Ausage machen?

 

Gruß

Steffen

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Also wenn du willst, kann ich ja noch nach ein paar Gründen suchen, die gegen diese Farbwahl sprechen. :lol: Aber ein Problem wäre vielleicht das Heck. 1812 mußten ja bei der Verfolgung durch die Briten erst gewaltsam Stückpforten ins Schiff gehauen werden (auf der Spardecksebene, nicht wahr?). 1814 werden dann wohl welche regulär eingebaut gewesen sein. Der Revell-Bausatz hat keine, oder? Bzw. nur diese kleinen runden?

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Nein der Revell-Bausatz hat keine Stückpforten im Heck. Es dürfte aber eine relativ leicht Übung sein 2 Pforten in das Schanzkleid des Hecks zu schneiden (oder anzudeuten). Man müßte aber die letzten beiden Caronaden gegen 18Pfünder Langrohre austauschen? (oder?)

 

Gruß

Steffen

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Wow geht das hier ab! Seid Ihr schnell!!!

 

Also .. nach meinem Verständnis hatte Hull die Stückpforten provisorisch in´s Heck hauen lassen - und auch die Kapitänskajüte ramponiert, um auf beiden Ebenen Langrohrgeschütze für die Flucht zu benutzen. Er hat damit die Beiboote der Briten beschossen, die es ihm gleich tuen wollten und Ihre Schiffe ihm nach ziehen wollten. Durch den Beschuss über die provisorisch platzierten Langrohrgeschütze (auf dem Spardeck vermutlich die eigentlich im Bug gedachten Jagtgeschütze, in der Kapitänskajüte wohl zwei normale große Langrohrgeschütze) konnten sie nicht direkt hinter ihm nachkommen sondern nur seitlich versetzt - und eben nicht so schnell wie er. So konnte er den Vorsprung halten (und ausbauen) bis Wind kam und ihm die Flucht ermöglichte.

 

Das Heck konnte dann Ende Juli, Anfang August 1812 in Boston repariert werden - und wurde gewiss auch repaiert. Leider gibt es wohl aber keine vernünftige Quelle, die besagt, wann dann reguläre Pforten im Heck waren und wie die Aussahen.

 

Es ist denkbar, dass sie erst nach dem Gefecht mit der Java regulär eingebaut wurden - und also vorher noch nicht. Möglich. Kann aber auch sein, dass sie nach der Hull-Verfolgung und der Zwangspause in Boston schon eingebaut waren.

 

Sicher ist wohl nur, dass das Heck nach der Java-Action erneuert werden musste, weil britische Breitseiten es einigermaßen aufgemischt hatten. So ist sehr wahrscheinlich, dass das Heck vor und nach der Java deutliche unterschiedlich ausfiel.

 

Nach meinem Verständnist zeigt das Revell-Modell das Heck des Schiffes zum Zustand des Gefechtes mit der Guerriere. D.h. also nachdem man die Erfahrung mit fehlenden Stückpforten gemacht hatte. Das Revell-Modell scheint auch hier dem Hull-Modell zu folgen, das die Manschaft ihrem Kapitän Ende 1812 präsentiert hat. Sie würde Cmd. Hull doch nicht ein Modell bauen, das einen veralteten Zustand zeigt? Ich denke, es wird die Constitution zum Zeitpunkt ihres bis dahin größten Triumphes zeigen wollen. Es war schließlich auch eine Art Danke-Schön - für den Erfolg gegen die Guerriere - mit all den Prisengeldern, Medallien und dem Ruhm für die Leute.

 

D.h. dann aber auch, dass dieses Heck vermutlich nie gemeinsam mit gelben Streifen zu sehen war, denn das war frühestens unter Bainbrigde wahrscheinlich (oder zumindest erwähnt, wenn ich nicht irre...???). Spätestens aber eben 1814 unter Rodgers - wie McCools Logbuchauszüge belegen.

 

Also ist das Revell-Modell - wenn unverändert - vermutlich am wahrscheinlichsten mit dem klassischen weißen Streifen zu machen.

 

Nichts spricht allerdings gegen einen Umbau?! Oder?

 

Also nochmal Fazit:

Revell-Modell unverändert: entsprechend dem Isaac-Hull-Modell in der im Blue-Jacket dargestellten Farbwahl entsprechend Cmd. Hull - mit weißem Streifen und einem Heck ohne Geschützpforten. Wer will, könnte vielleicht noch "provisorische" Lücken reinschneiden und das Ganze dann die Flucht vor der britischen Schwadron zeigen lassen - aber dann ist schon wieder der Schmuck am Heck fragwürdig, denn der würde sich ja nach der Reparatur Anfang August eventuell geändert haben. Wenn wir davon ausgehen, dass meine Vermutung (Hull-Modell = Zustand 19. August 1812) stimmte.

Also: Gefecht mit der HMS Guierre - entsprechend dem Hull-Modell - ohne Stückpforten nach hinten und mit weißem Streifen. Und übrigens ohne die Geschützpfortendeckel (Ausnahme: die vorderen Bridle-Ports, in denen keine Geschütze waren) - die hatten als einziges klappbare Deckel. .. Oh, ich sehe gerade, dass McCool recht hatte: das Hull-Modell zeigt zwei klappbare Deckel - und ein Geschützpaar in der vordersten Pforte ??? Hm... So viele Ungereimtheiten.

 

Gelbe Streifen möglicherweiße und am wahrscheinlichsten erst ab 1814 unter Cmd. Rodgers. Also auf Kaperfahrt oder auch später 1815 - im Gefecht gegen die beiden kleinen Schiffen, der "sixth rate figate" HMS Cyane und der "ship-sloop" HMS Levante (bezeichnung nach Marquardt).

Dann allerdings sind auch wieder bauliche Änderungen an dem Revell-Modell durchzuführen. Das Heck war sicher verändert (denn es wurde ja im Dezember 1812 unter Bainbridge gegen die Java stark beschädigt.)

 

Wenn ich nur etwas mehr Zeit und meinen T. Martin hätte ... Je mehr ich in Marquardts Lebenslauf nachlese, desto mehr denke ich, dass in T. Martin´s Buch deutlich mehr stand! Mehr Geschichte - und mehr Details zum Aussehen! Muss unbedingt das Buch zurückverlangen.

 

Steffen - ich fürchte, ich kann Dir so schnell nicht helfen, wie Du das Modell bauen möchtest!!!

Edited by Marcus.K.

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Nach Canney hatte das Schiff 1812 unter Hull zunächst 30 x 24er Kan. und 24 x 32er Carr. und 1 18er Jagdkan. Beim Gefecht mit Java eine weitere 18er Kan und zwei Carronaden weniger. Beim Gefecht mit Cyane/Levant keine 18er mehr, stattdessen eine 24er Kan. (aufgebohrter 18-Pfünder?). Ob letztere Bewaffnung für die gelbe Epoche 1814 zutrifft, oder die vorangegangene Version mit zwei 18-Pfündern weiß ich nicht.

Übrigens müßten es dann nach Canney ab 1812 drei Heckpforten sein, vielleicht ähnlich wie es dann bei Guerriere von 1813 von Anfang an war. Was Marquardt für 1812 zeigt, wäre also wohl falsch - es müßten nach Canney ja entweder drei Pforten sein oder keine, nicht zwei.

Canney schreibt auch, daß, bei der Verfolung 1812, "Hull had to demolish his quarters as well as the taffrail". Scheint so, als habe man auch 24-Pfünder auf Batteriedecksebene nach achtern geschafft - kennt jemand Textbelege dafür? Auch hier ist Guerriere interessant, sie hat nicht nur auf dem Achterdeck, sondern auch eine etage tiefer drei Stückpforten. Das Heck ist dem heutigen der Constituion in der Hinsicht nicht unähnlich.

Wie auch immer, da könnte noch etwas Nachforschung nötig sein.

Entfiele alles, wenn du dich mit einem weißen Streifen begnügtest! :lol:

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Also bleibt zu klären wie das Heck nach dem Java Gefecht aussah (ich hatte schon gedacht wir hättens geschaft).

 

Das ganze ist trotzdem recht unlogisch.

 

Für was brauch ich 3 Heckpforten wenn ich nur 1 oder max. 2 Langrohre auf dem Oberdeck habe?

Wenn ich schon in die Werft gehe und mir auf Grund meiner schlechten Erfahrungen bei einem Verfolgungsgefecht 3 Stückporten in die Heckreling schnitzen lasse würd ich doch bei der Gelegenheit auch gleich die jeweils 2 letzten Caronaden durch Langrohre ersetzen lassen. Wenn ich keine Langrohre auf dem Oberdeck habe kann ich mir die Stückpforten eigentlich schenken.

 

Kann es sein das wir das ganze Bewaffnungsthema noch mal von vorn beginnen müßen?

 

Übrigens gibt es bei Marquardt sogar einen Heckspiegel mit 6 Geschützpforten so um 1870.

 

Gruss

Steffen

Edited by neffets71

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Der Spiegel mit den sechs Pforten dürfte ja der aktuelle sein. Ist allerdings die Frage, ob die "Kabinenpforten" bei der Constittuion nach 1812 - wenn sie diese damals tatsächlich auch bekam (wie gesagt, Guerriere hatte diese insgesamt "sechs" auf beiden Decks) als solche unbedingt zu erkennen waren. Bei englischen Fregatten Endes des 18. Jhdts befand sich unter zweien der Heckfenster so eine Halbpforte, die heruntergeklappt werden konnte. Damit bildete dann ein Teil des Fensters mit dem heruntergeklappten Teil darunter die Heckpforte. War das Teil hochgeklappt, sah der Spiegel ganz normal aus.

Das ist jetzt die interessante Frage - war der reparierte Constitution-Spiegel strukturell (in puntco Pforten) dem der Guerriere von 1813 ähnlich, und wie war er dekoriert? Oder glich er noch dem Spiegel des Hull-Modells? President hatte bei der Kaperung übrigens zwei Heckpforten auf dem Achterdeck. Aber der Spiegel sah weit schlichter aus als der des Hull-Modells (auch wenn vielleicht noch irgendwelche Deko drauf war, die im Plan nicht gezeigt wird).

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Glaubt Ihr wirklich, dass man sich nach der wilden Verfolgung im Juli 1812 die Zeit genommen hat, das Heck "strukturell" umzubauen? Hull musste befürchten im Hafen von Boston eingschlossen zu werden. Ich denke (und verbeisse mich gerade darin!), er hat den Original-Zustand erstmal einigermaßen herstellen lassen (was sicher am schnellsten ging) und hat sich gleich wieder ab auf See gemacht, um der Schwadron nicht im Hafen zu begegnen.

 

Wie gesagt: es musste schnell gehen!

Und wie gesagt: wenn Ihr Eurem Kapitän eine Freude machen wolltet - welchen Zustand würdet ihr wohl darstellen? Doch wohl den des wichtigsten Ereignisses - das war der 19.August 1812.

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Also bleibt zu klären wie das Heck nach dem Java Gefecht aussah (ich hatte schon gedacht wir hättens geschaft).

 

Das ganze ist trotzdem recht unlogisch.

 

Für was brauch ich 3 Heckpforten wenn ich nur 1 oder max. 2 Langrohre auf dem Oberdeck habe?

Wenn ich schon in die Werft gehe und mir auf Grund meiner schlechten Erfahrungen bei einem Verfolgungsgefecht 3 Stückporten in die Heckreling schnitzen lasse würd ich doch bei der Gelegenheit auch gleich die jeweils 2 letzten Caronaden durch Langrohre ersetzen lassen. Wenn ich keine Langrohre auf dem Oberdeck habe kann ich mir die Stückpforten eigentlich schenken.

 

Oh, das hatte ich jetzt falsch Verstanden! Ihr wollt ja gar nicht mehr 1812!!

 

Steffen,

Du möchtest also den gelben Streifen retten und das Modell auf 1814 darstellen???

 

Das ist dann aber gleich wieder Arbeit, denn da hat sich so ziemlich alles geändert: Takelage, Masten und Spieren, feste Reling, Bewaffnung ... ups, ja das wird Arbeit - und ich fürchte, für diese Zeit hat man einfach keine so gute (und verlässliche, zeitgenössische und über die Mannschaft und/oder den Commandanten bestätigte) Quellenlage.

 

Immerhin: die Masten und Spierenmasse sowie die Bewaffnung dürfte nachvollziebar sein. Beim Rumpf wird´s schon schwieriger. Und bei der Farbgebung weiß man auch deutlich weniger, als noch 1812..

 

Da brauche ich unbedingt meinen T. Martin ... :lol:

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Wenn ich es so recht überdenke sollte man sich vieleicht mal die kleineren Modelle der Constitution anschauen. Der Bauzustand ist definitiv anders. Das Schanzkleid mitschiffs in höhe der Boote ist massiv (kein Gerüst) und sie hat eine Galionsfigur.

Auserdem haben alle Geschützpforten im Batterideck diese neuen Doppellucken mit dem halbrunden Ausschnitt für die Geschützmündungen.

Nur wie das Heck aussah weis ich nicht mehr so genau. Hab das Schiffchen leider verschenkt.

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      http://hamptonroadsnavalmuseum.blogspot.com/2018/02/chesapeake-to-bone.html
      Beachte den Link im Nachtrag! Dort befindet sich der relevante Text auf der allerletzten Seite. 
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      Lernabenteuer an Bord von "Old Ironsides": http://www.allhandsondeck.org
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      "In solemn Majesty, the Constitution advanced against the frowning guns of Tripoli. "
       
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      Ein Stück von 20 Minuten kann man sich hier anschauen:


      Pulverdampf, Slapstick (für mich nicht immer zu entscheinden, wo beabsichtigt und wo nicht), und Segelschiffe, wenn auch mit recht brüchigen Spieren - was will der Sofamatrose mehr? Na gut, vielleicht ein wenig mehr historische Akkuratesse.
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      Hallo zusammen,
       
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      Ich würde mich sehr freuen wenn mir jemand weiterhelfen oder Recherchetips gebe könnte (bin noch recht neu in dem Hobby).
       
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      valfar
    • By Threepwood
      Ist etwas über die Segeleigenschaften von USS Pennsylvania bekannt? So richtig getestet wurde das Schiff wohl nie, oder?
       

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