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Nachbau der Hermione in Rochefort (Video)


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Seit 1997 wird ja bekanntlich in Rochfort die 12-Pfünder-Fregatte Hermione von 1779 nachgebaut. Eine gewisse Sonderbedeutung wird dem Schiff anscheinend deswegen zugewiesen, weil es den Marquis de Lafayette im Unabhängigkeits zum amerikansichen Kriegsschauplatz brachte. Die HP kann man hier betrachten: http://www.hermione.com/

Im MB wurde gerade auf ein sehr schönes Video bei Youtube verlinkt, durch das man einen hervorragenden Eindruck von der Größe und der Konstruktion des Schiffs erhält:

http://de.youtube.com/watch?v=tdNwZwkxk8E

Einige Fotos gibts auch noch hier:

http://fr.wikipedia.org/wiki/Hermione_(fr%C3%A9gate)

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  • 4 years later...

Ahooooy there ..

 

ich bin gerade in der Nähe von Rocheford - und das Wetter ist auch nicht gerade zum Baden geeignet. Allerdings interessieren sich meine beiden Jungs nicht wirklich für die alten Segler (Piratenschiff - das wär was anderes!) ..

 

Lohnt sich ein Besuch? War schon jemand dort? Das Schiff scheint zu Wasser gelassen seit Frühjahr 2012.

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Es wäre doch bestimmt beeindruckend, das Schiff zu sehen- inwieweit eine regelrechte Besichtigung jetzt möglich ist- keine Ahnung!

Es gab im Juli eine Pomphafte Wasserungs-Feier, von der man auch Videos im Netz findet (allerdings nicht auf der oben verlinkten Hermione-HP, die seit Mai nicht aktualisiert wurde):

 

 

Edited by McCool
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Oh, das sind schöne Bilder! ..

 

Also die Begeisterung meiner Familie (und der Befreundeten auf dem Camping-Platz) hält sich leider in Grenzen! Außer mir interessiert sich leider keiner für die schönen alten und neuen Holzgefährte - wenn nicht wenigstens eine Piratenflagge darüber weht! :unsure:

 

Tja .. mal schauen. Wenn das Wetter weiterhin so unbademäßig bleibt, habe ich eine Chance auf einen "Landgang" von der Insel in die Stadt ..

 

Melde Vollzug wenn ich da war!

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Viel Glück! ;) Übrigens gab es Freibeuter, die fast so groß wie die Hermione waren... und daß sind doch nach der Lässigkeit der Journaille bei der Unterscheidung von Feinheiten doch praktisch eh "Piraten". Jack Sparrow hätte jedenfalls froh sein können, so ein schönes "Piratenschiff" zu haben. Und wenn das als Argument nicht hilft - Fregatten wie die Hermione haben Piraten zur Strecke gebracht. Bezüge zu Piraten gibts also in jedem Fall!

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Ahooooy there!

 

Wir haben angeheuert. Entgegen des vorab gezeigten - extrem geringen - Interesses der Familien- und Freundesfamilienmitglieder unter 12 Jahren wollten doch alle vier "großen" (unsere Kleine mit gerade mal 1 Jahr war wirklich nicht interessiert!) tatsächlich mit mir das "Schiff" ansehen (sehr zur Freude der übrigen Familien- und Freundesfamilienmitglieder über 35, die dadurch mal einen Tag (Kinder-)"frei" hatten).

 

Also: ca. 12:00 Uhr ab und von der Ile D´Oleron runter; was wegen der einzigen Rue National (die den Namen "Straße" wirklich verdient - alles andere sind dort eigentlich mehr schlecht als recht geteerte bucklige Feldwege!), die von der Insel von Norden nach Süden zur Brücke zum Festland führt doch erheblich mehr Zeit brauchte, als man für eine ca. 40 km lange Insel erwarten sollte. .. Auf dem Festland dann etwas nördlich der Brücke ist die kleine Stadt Rocheford (ich denke beim Namen immer an "Die drei Musketiere" .. gibt es da einen "Rocheford"??? .. oder verwechsle ich das mit einem Käse?)

 

Rocheford ist ein kleiner Küstenort an der Mündung der Moine und ist unter Louis XIV durch Colbert 1666 zu einem Arsenal der königlichen Marine ausgebaut worden. Das Zentrum des Ortes ist direkt beim Aresenal und hat den Alstadt-Charakter im Gegensatz zu den Teilen von La Rochelle, die wir gesehen haben (um das Aquarium herum am Hafen) gut erhalten. Abgesehen von den Auto´s könnte man sich schön in der Zeit zurückversetzen.

 

Für die Kids die erste Attraktion: vor dem Musee de la Marine (vermutlich ehemals die Verwaltung des Arsenals direkt zur Stadt) stehen zwei Kanonen und zwei Carronaden - und überall wo man in dem Bereich Poller brauchte, wurden alte Kanonen im Boden verankert - herrlich zum Klettern - und ein echter Thrill, in die Kanone hinein zu schauen und sich vorzustellen, dass da eine Kanonenkugel rauskam - noch kommen könnte, Papa?? "Schaut mal, da hinten liegen zwei große Kugeln" "BOAH! Waren die SOO dick?!"

 

Die Werft der Herminon ist z. T. mit einem Bretterbau vor Blicken geschützt - aber man sieht schon von außerhalb das Schiff im Wasser liegen ("Oh, das ist ja ganz bunt!" "Ja klar, damals wurden die Schiffe noch sehr stark bemalt - waren ja die Schiffe des Königs und der wollte doch was zeigen!")

 

Hat man bezahlt (5 Euro für Kinder von 6 - 15 Jahren, 9 Euro ein Erwachsener) wird man zunächst durch die Zelte geleitet, in denen die "Werkstätten" tatsächlich eingerichtet sind. Man beginnt mit der Segelmacherei, die von einem winzigst-Mast beendet wird, an dem ein exemplarisches Segel vorbildlich angeschlagen ist.

 

Danach folgen die Werkstatt für die Takelage (83 % der Taue und Blöcke sind gekleidet und vorbereitet), die Schmiede, der Figuren-Schnitzer (wo tatsächlich zwei Mann am Schnitzen waren) und ein schönes großes Modell des Schiffes hinter Glas.

 

Alle Stationen sind tatsächliche Werkstätten in denen immer wieder gearbeitet wird. Alles wird über Tafeln auch sehr kindgerecht - aber auch sehr genau und präzise beschrieben. Leider natürlich in Franzöischer Sprache - aber mit einem etwas vorgebildeten Papa ;) kann man dann schon mitbekommen, worum es gerade geht.

 

Dann kommt man am letzten Zelt auf den Platz hinter den Zelten - und blickt auf das mit Wasser gefüllte Trockendock - und den im Wasser liegenden Rumpf der Schönheit!

 

Beim Betreten des Schiffes über eine der Gangways fällt auf, dass das Schiff von Wasserspeiern eingenebelt wird. Eine an Bord befindliche Führerin erklärt mir dann, was ich bereits vermutet hatte: man versucht die Feuchtigkeit des Holzes konstant zu halten.

 

Unter Deck (sowie aufs Vor- und Achterschiff) darf man leider nur mit einer Führung und nur mit Kindern über 6 Jahre. Unter Deck gibt es schwer zugängliche Bereiche und es ist z. T. sehr dunkel, so dass man kleine Kinder und "Bewegungseingeschränkte" nicht gern mitnimmt - und in jedem Fall nur mit Führung (in französisch). Das habe ich den Kids also besser erspart (leider für mich, natürlich). Aber vom Bereich um die Kuhl herum kann man ja das ganze Spardeck und auch einen Teil des Kanonendecks überblicken, so dass immer noch viel zu schauen und zu erklären gibt.

 

Auf der gegenüberliegenden Seite hat es dann den zweiten der beiden Shops (ja, ich habe mir die Planseiten "pour Modeliste gegönnt 35 € ...) und danach (Aufenthalt ca. 2 h) verlässt man das Gelände.

 

Hat man die etwas teurere Variante gewählt, kann man noch die Königliche Seilerei, die ebenfalls zum Arsenal gehört besichtigen. Der Weg dorthin führt am Fluß entlang (wenn man will durch ein Hecken-Labyrinth) und um die Ecke herum betritt man einen sehr schönen Park, in dessen Mitte das Ende eines fast schloßähnlichen, ca. 300 m langen Baues liegt - die Seilerei.

 

Im ersten Viertel - so etwa - bekommt man dort einen schönen Einblick in die Entstehung eines Taues, vom Rohstoff bis zum Ankerkabel - und auch hier ist alles so gemacht, dass die Kinder (meine mitgebrachten immerhin zwischen 5 und 12 Jahren - Jungs und Mädchen!) sich die Sache gern angesehen haben. Vieles kann man auch ertasten und berühren, was natürlich auch viel spannender ist!

 

Danach folgen noch einige Räume mit Wechselausstellungen - im Moment wird einem die Welt der Polynesier und deren Navigationskünste nahe gebracht. Diese Ausstellung ist durch mehrere kurze Filmprojektionen leider etwas sprachlastig, was meinen Kids wegen der französischen Sprache natürlich nicht half. Andererseits war die Präsentation der Filmchen derart spannend gemacht (große Leinwand, moderne Übergänge, toller Sound), dass sie sich die Filme (je ca. 10 min.) gebannt angeschaut haben und sich z. T. wie auf dem Meer fahrend gefühlt hatten. Man bekommt auch ohne die Sprache ein Verständnis davon, dass sich die Südsee-Insulaner mit Hilfe der Sterne und sogar anhand von Fischwanderwegen orientiert haben müssen - und wie sie sich in rauher See in Nacht und Sturm gefühlt haben mögen.

 

Der Plan war ursprünglich auch noch das Musee de la Marine zu besuchen - aber bis wir dann nach einem Eis und etwas zu Trinken und Toben im Park um die Seilerei dann wieder dort ankamen (wo der Eintritt für alle vier Kids und mich nur 5,50 Euro gekostet hätte), war es dann doch schon 17:00 Uhr - und in anbetracht der Tatsache dass die Rückfahrt über Brücke und zentrale (verstopfte) Rue National auf der Insel eher mehr als eine Stunde dauern würde, haben wir den Rückmarsch angetreten.

 

Fazit: die Werkstätte und das Schiff sind natürich einen Besuch wert - alles ist sehr kindgerecht gestaltet aber auch der etwas mit der Materie vertraute Erwachsene entdeckt überall Details und Spannendes! Es ist eine Freude, ein solches Projekt so voranschreiten zu sehen.

 

Allerdings: die Wahl des Objektes läßt sich wohl nur über den finanziellen Aspekt und den Versuch amerikanische Touristen zu ködern verstehen .. jedenfalls erscheint mir die historische Bedeutung des Schiffes - auch in Bezug auf Lafayettes Überfahrt - doch eher als schwach. O.k. er ist mir diesem Schiff in in Amerika angekommen - und o.k. es war an einer Seeschlacht für den Unabhängigkeitskampf der US-Amerikaner beteiligt. Aber ist eine solche Fregatte mit einer Passagierfahrt nicht eher schwach repräsentiert? .. Da gäbe es doch sicher bedeutendere Beispiele - und auch besser dokumentierte?!

 

Auch die Planseiten für den Modellbauer haben mich im Nachhinein doch etwas enttäuscht - auch wenn sie mit 35 Euro vermutlich halbwegs preiswert sind. Zwei A0-Planseiten und drei Seiten im gleichen Maßstab mit je einem getakelten Mast .. das sind leider sehr dürftige Informationen für ein Schiff, das ja offenbar deutlich genauer geplant sein musste. Dafür - für eine hübsche Monographie mit entsprechenden Plänen - hätte ich auch den Preis eines Ancre-Werkes bezahlt. Schade, dass man diese Informationen dem Modellbauer nicht zugänglich macht.

 

Egal: es ist eine hübsche 26-Kanonen-Fregatte und man erkennt, dass das Schiff für den Betrieb gebaut wird. Die Untermaste lagen im nicht zugänglichen hinteren Bereich der Zelte bereits scheinbar fertiggestellt bereit. 2014 sind Fahrversuche und eine Überfahrt nach Amerika geplant. Es wird sicher eine Augenweide.

 

Auch die königliche Seilerei ist den Besuch und das Eintrittsgeld wert.

 

Überhaupt: die kleine französische Stadt hat die letzten paar hundert Jahre schön überstanden und strahlt den Flair des 17ten Jahrhunderts aus. Allein das ist einen Abstecher wert, wie ich finde!

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  • 8 years later...

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