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Farquhar

Ulffers, Handbuch der Seemannschaft [1872]

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Ich habe einen Faksimile Druck des oben betitelten Buches aufgetrieben. Es ist der Nachdruck eines 1872 erschienen Buches des ehemaligen " Corvetten-Capitänes" Ullfers , der damit versucht hat , seine Zahlreichen Vorlesungen vor der Marine Akademie Kiel zu einem verwertbaren Lehrbuch zusammenzufassen. Dieses Buch lässt eigentlich keine Fragen offen zur handhabung von Militärisch genutzten Grosseglern . Es behandelt Takeln , Reparaturen, Verproviantierung, Stationsbesetzungen und genauestens beschriebene Segelmanöver in allen Situationen . Sowohl Fregatten als auch noch im Dienst befindliche Linienschiffe werden hier abgehandelt......der Einsatz von Hilfsmaschinen wird nur am Rande erwähnt........

 

Corvetten-Capitän Franz Ulffers ist 1829 geboren und als 20 Jähriger 1849 in die Preussische Marine eingetreten wo er schon als junger Offizier und Kommandant reichlich Erfahrungen sammeln konnte.

Als das Buch erschien, war der Deutsch französische Krieg 1870/71 gerade beendet und die Kaiserliche Marine stand am Anfang ihres Aufbaus. Damals verfügte sie über 52 aktive Einheiten , von denen 43 sogenannte Expansionsmaschinen zur unterstützung der Besegelung hatten ,5 Schiffe reine Segler waren und 4 Einheiten ausschliesslich über Expansionsmaschinen verfügten.

 

Vor diesem Hintergrund ist das Buch zu verstehen , es behandelt Übernahme von geschützen aus diesem Grunde vor den Nöten eines Handelsschiffers......

 

Das Buch ist gebunden im Verlag Theodor Schäfer / Hannover erschienen, hat die ISBN Nummer 3-88746-317-x Edition " libri rare" Bestellnummer 7212,

 

allerdings ist es vergriffen :( und wohl in absehbarer zeit nur in Antiquariaten oder bei Intensiver Suche zu bekommen............allerdings! Es lohnt sich

Edited by McCool

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Das scheint mir allerdings nur der Tafelband zum Handbuch zu sein.. das steht was von "Atlas", und hat nur 83Bl, das Handbuch hat aber ca 400 S.

 

Den Reprint des Handbuchs (Schäfer libri rari; TAfeln sind da mit drin) habe ich in letzter Zeit nicht für unter 50 Euro gesehen, wenns ihn überhaupt gab. Das Handbuch ist zwar sehr schön, aber die Preislage ist m.E. nicht akzptabel.

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Sieht nicht so aus, als ob es das wäre. Meine Ausgabe ist wie gesagt Theodor Schäfer Verlag Hannover und dort die Edition "libri rari", eine Edition die Ausschliesslich Faksimile Drucke alter Handbücher oder Lehrbücher alter Gewerke anbietet. @Threepwood: Das Original von 1872 dürfte unseren Geldbeutel eher überfordern. Die einzige Originalausbgabe, die ich je von diesem Buch gesehen habe, hat auf einer Buchauktion fast 200 Euro eingebracht. Die meisten Exemplare dürften verloren gegangen sein. Man darf nicht vergessen, dieses Buch wurde von Offiersschülern als Handbuch benutzt, dementsprechend dürften die meisten Exemplare eine sehr kurze Lebensdauer gehabt haben. Darüber hinaus wurde diese Ausgabe ziemlich bald durch genormte Ausbildungshilfen ersetzt. Ich erwähnte dieses Buch auch nur deshalb, weill es sehr deutlich den Betrieb auf einem Segelkriegsschiff beschreibt und die einzelnen Manöver detailliert beschrieben sind.

 

@ McCool: Jau 50 Euro ist eindeutig zuviel! Die Ausgabe, die ich gekauft habe, hat bei Schäfer ( letzte Bestände Aufgekauft) so um die 20 Euro pro Exemplar gelegen, genau weiss ich das gerade nicht. Eines hab ich verkauft, eines ist eingeschweisst und eines hab ich in Benutzung.

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Das oben erwähnte Büchlein ist dann wohl tatsächlich nur der Tafelband, der ursprgl. seperat war, aber bei der Schäfer - Edition vernünftigerweise gleich an den passenden Stellen ins Buch integriert wurde.

Etwas eigenartig an der Schaefer - Ausgabe fand ich allerdings den grellblauen Plastikeinband und das gefleckte Papier; ersteres ist natürlich praktisch für den Gebrauch an Bord :D, aber letzteres hätte nicht unbedingt sein müssen... Bis 30 Euro würde ich grad noch dafür ausgeben, aber das ist schon reichlich. Vermutlich wird dem mir bekannten Bibliotheksexemplar letzlich die Indignation nicht erspart bleiben, intensive Bekanntschaft mit dem Fotokopierer zu machen! 8o :D

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Als das Buch erschien, war der Deutsch französische Krieg 1870/71 gerade beendet und die Kaiserliche Marine stand am Anfang ihres Aufbaus. Damals verfügte sie über 52 aktive Einheiten , von denen 43 sogenannte Expansionsmaschinen zur unterstützung der Besegelung hatten ,5 Schiffe reine Segler waren und 4 Einheiten ausschliesslich über Expansionsmaschinen verfügten.

 

Nach dem Ende des deutsch-französischen Krieges verfügte die nun Kaiserliche Marine lediglich über ein Dampfschiff ohne Hilfsbesegelung - SMS Arminius.

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Ich hatte bisher keine Veranlassung die Aussage des Vorwortes anzuzweifeln. Hat sie doch kein geringerer als Kapitän z.S. ad. Immo von Schnurbein ( 1978/79 nach Jahrelanger Tätigkeit als Geschwaderkommandant des 1. Versorgungsgeschwaders und einem Anschliessenden Admiralslehrgang beurlaubt von der Bundesmarine um das Kommando über die "Shebab Oman" ein Segelschulschiff des Sultanates Oman zu Übernehmen.) verfasst.

 

Woher stammt diese Differenz über die Ansichten in der Anzahl der Schiffe ohne Hilfsbesegelung?? Waren neben der SMS Arminius die anderen drei eventuell Nachträgliche Umbauten , bzw wurde ihnen die Hilfsbesegelung Nachträglich Entfernt??

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Mir ist die Differenz unerklärlich. SMS Arminius war das erste deutsche Schiff ohne Takelage, nachdem diese 1869 bei einem Umbau entfernt worden war. Erst die Ausfallkorvetten der Sachsen-Klasse wurden von vorn herein ohne Takelage konzipiert, doch die gab es zum Zeitpunkt der Gründung der Kaiserlichen Marine noch nicht.

 

Eine Möglichkeit wären die beiden Flußkanonenboote, die im deutsch-französischen Krieg erbeutet wurden. Diese gehörten während des Krieges aber zum Heer und wurden evtl. erst später von der Marine übernommen. Ich bin mir jedoch hinsichtlicht einer Takelage bei diesen nicht sicher.

 

Oder er meint die in den 1870er Jahren gebauten Flussmonitore, die aber auch erst nach Gründung bzw. Umbenennung der Kaiserlichen Marine gebaut wurden.

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Ohne hier zusehr ofTopic zu werden, jetzt bin ich völlig verwirrt.

 

Die SMS Arminius wird hier bei Wikipedia als Monitor bezeichnet8o. Ja war sie das denn?? und in der Liste der Kaiserlichen Schiffe stehen noch ein paar Kandidaten, die für die die Zählung im Vorwort in Frage kämen.

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Bei der Bezeichnung Monitor hast Du wahrscheinlich das berühmte Panzerschiff gleichen Namens vor Augen. Das damals revolutionäre Design führte dazu, dass es ziemlich schnell Nachahmer gab und vor allem, dass USS Monitor Namensgeber für ganze Generationen von gepanzerten Kanonenbooten wurde, deren Geschütze in Türmen untergebracht waren. SMS Arminius hatte 4 Geschütze in 2 Geschützturmen und entsprach damit der ursprünglichen Definition eines Monitors.

 

Übrigens hab ich noch mögliche Erklärungen für die verwirrende Angabe der rein dampfgetriebenen Schiffe gefunden. 1871 wurden nämlich bei Waltjen (die spätere AG Weser) und bei Devrient je 3 Torpedoboote gebaut. Die sogenannten Devrientschen Kanonenboote sind dabei deutlich bekannter, so dass es möglich wäre, dass Herr von Schnurbein diese gemeinsam mit Arminius im Auge hatte, als er von 4 Schiffen schrieb.

 

Übrigens wird das Buch bei Amazon für 49,95 € angeboten und soll innerhalb 1-2 Tagen versandbereit sein.

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Juhu, ich konnte noch ein günstiges, sehr gut erhaltenes Exemplar ergattern! ;) Es ist die von Farquar erwähnte Ausgabe des Th. Schäfer-Verlages, Hannover.

Die vorliegenden Ausgabe ist einbändig; das Original war ursprünglich in einen Text- und einen Tafelband unterteilt, der Verlag aber gliederte für den Repring Tafeln an den passenden Stellen in den Textband ein (41 Doppleseitige Tafeln; Buchfalz stört dabei kaum).

 

Es gab noch einen anderen Reprint durch Hamecher 1981 in zwei Bänden, offensichtlich wie beim Orignal. Bei antiquarischen Angeboten ist darauf zu achten, daß hier nicht nur entweder der Tafel- oder nur der Textband, sondern beide angeboten werden!

 

Eine weitere Ausgabe scheint es vom AK historsischer Schiffbau 1969/ 71 gegeben zu haben, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob dies ein vollständiger Reprint war oder nur der Tafelband. Ich fand jedenfalls zwei Angebote, die nur aus dem Tafelband bestanden.

 

Wieviele Schiffe ohne Besegelung die kaiserliche Marine nun 1872 auch besessen haben mochte; bemerkenswert ist schon, daß die Maschinierie in diesem Buch praktisch keine Rolle spielt, obwohl es in der Marine kaum mehr Schiffe ohne zusätzlichen Dampfantrieb gab; dies ist ja der Umstand, den v. Schnurbein hervorheben wollte.

Lediglich bei den verschiedenen Mannschafts-Rollen wird Maschinenpersonal erwähnt.

Das Buch ist eine Quelle allerersten Ranges, aber so ganz ohne Vorkenntnisse wahrscheinlich nicht zu verstehen. Ich denke man merkt deutlich, daß Ulffers sich an ein Fachpublikum wendet. Bezeichnenderweise gibt es kein Glossar (wie etwas bei Levers Sheer Anchor und anderen Büchern über Seemannschaft und Takelage), und die Tafeln sind zwar sehr anschaulich und hübsch gemacht, aber keineswegs detailliert beschriftet. Da muß man schon den zugehörigen Text verstehen können.

 

Der Abschnitt über "Schleppen" ist übrigens auf Lars Bruzelius's Seiten zu finden: Klick!

 

Besprechung des Buchs siehe auch hier.

 

 

P.S. Ein Besuche der e-Bucht scheint sich gelegentlich zu lohnen - Klick

Edited by McCool

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Bei Amazon fiel mir kürzlich der Titel "Takelage und Takelung historischer Schiffe" von Franz Ulffers auf.

 

http://www.bod.de/index.php?id=296&objk_id=215851

http://www.amazon.de/Takelage-Takelung-historischer-Schiffe-Nachdruck/dp/394184203X/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1288100840&sr=1-1

 

Franz Ulffers - Takelage und Takelung historischer Schiffe. Nachdruck der Originalausgabe von 1871 [sic]. Salzwasser-Verlag 2009.

 

Das ist leider nicht so erfreulich, wie es zunächst aussieht. Der Verlagstext legt den Schluß nahe, es handele sich hierbei um den Nachdruck des "Handbuchs der Seemannschaft" dieses Autors. Das steht auch im Buch auf dem Titelblatt: "Takelage und Takelung (... ). Nachdruck des Handbuchs der Seemannschaft von 1872"

 

Aus dem modernen "Geleitwort" des Nachdrucks zu Ulffers' Buch:

 

"Sein 1871 [sic] erstmals erschienenes reich bebildertes Standartwerk [sic] „Handbuch der Seemannschaft“ beschreibt anschaulich und lehrreich auf 41 Tafeln, was der Seemann zu jener Zeit handwerklich beherrschen musste. Das Stellen eines Mastes ohne Hilfsmittel, das Ersetzen eines Bugspriets, aber auch sämtliche Reparaturen am stehenden und laufenden Gut - all das und noch viel mehr wird durch Zeichnungen exakter dargestellt, als Worte es je vermögen können. Man merkt dem Original an, dass es in einer Zeit entstand, in der Lesen und Schreiben ein Privileg darstellte."

 

Die Vorstellungen des Vorwortschreibers von der Literalität der älterer Zeiten ist etwas nebulös; wie auch immer: Erstens erschien das "Handbuch" tatsächlich nicht 1871, wie auf dem Umschlag des "Nachdrucks" und im Vorwort geschrieben, sondern 1872.

Außerdem hat das "Handbuch" über 400 Seiten, der "Reprint" jedoch nur 96: Daher kann es sich ja offensichtlich nur um einen Teilnachdruck handeln. Dazu sagt das Geleitwort/ der Verlagstext nichts.

 

Das vollständige Handbuch hat 410 Textseiten und zusätzlich 41 Tafeln. Die Tafeln lagen bei der Erstausgabe in einem separaten Tafelband vor, wurden aber beim oben besprochenen Reprint des Schäfer-Verlags an den entsprechenden Stellen ins Buch integriert (doppelseitig- ohne Seitenzahlen). Die Seitenanzahl des Textbandes des Schäfer-Reprints entspricht der Seitenzahl des Textbandes der Erstauflage.

 

Der Teilnachdruck des "Salzwasser-Verlags" scheint sich lediglich auf den Nachdruck des Tafelbandes zu beschränken. Wie in der Buchvorschau zu sehen ist, wird dabei die magere Tafelbeschreibung auf eine ganze Seite gedruckt, die Tafel selbst auf die gegenüberliegende.

 

Möglicherweise wußte man beim "Salzwasser-Verlag" vielleicht gar, daß das "Handbuch" aus mehr als dem Tafelband bestand -das könnte der Grund für das merkwürdige Vorwort sein (Bilder erklären mehr als Worte, Lesen und Schreiben früher ein Privileg). Allerdings das Vorwort mit dem des mir vorliegenden vollständingen Handbuchs identisch, und es wäre merkwürdig, wenn auf dem Titelblatt des Tafelbandes nicht vermerkt wäre, daß es sich nur um die Tafeln handelt.

 

Also Vorsicht: Das fragliche Buch ist keineswegs ein Reprint des "Handbuchs", sonden nur der Tafeln. Ulffers' (vollständiges) Handbuch der Seemannschaft ein ausgezeichnetes Werk. Die Tafeln sind zwar nicht schlecht, aber auch nicht gerade überragend. Ein separater Nachdruck ohne den Textzusammenhang lohnt sich m.E. nicht - so "selbsterklärend" wie das Salzwasser-Vorwort suggeriert, sind die Abbildungen nämlich durchaus nicht. Ihr Zweck war ja auch umgekehrt, im Text Erklärtes zu veranschaulichen.

 

 

 

Übrigens wurde das "Handbuch" 1969 Jahren auch einmal vom Arbeitskreis Historischer Schiffbau herausgegeben - ob im vollen Umfang, ist mir unbekannt [Edit: Es ist nur eine unvollständige Neuausgabe, siehe unten!].

http://www.arbeitskreis-historischer-schiffbau.de/publika/publika.htm

 

Ein zweibändiger Reprint (Text/Tafeln) von Hamecher scheint ziemlich selten zu sein, oft wird dann antiquarisch auch nur einer der Bände einzeln angeboten.

 

Die sicherste Wahl ist sicherlich der ganz oben im Thread besprochene Nachdruck vom Th. Schäfer-Verlag, Hannover (1993).

Edited by McCool

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Diese Erläuterungen bringen unter Weglassung überholter Vorschriften ergänzende Hinweise, so dass der vorliegende Nachdruck wesentlich an Übersichtlichkeit gewinnt.
Damit dürfte es klar sein, das die Veröffentlichung des Buches in deinem letzten Link nicht das Original darstellt. Nach wie vor finde Ich es Schade das der Schäfer Verlag kein Interesse hat seine Ursprüngliche Faksimile Reihe neu aufzulegen. Es gab in dieser Reihe neben dem für uns Interessanten "Handbuch der Seemannschaft" noch eine große Anzahl von Lehrbüchern aus alten Zeiten. Ein Telefonat mit dem inzwischen auf extremer Sparflamme kochenden Verlag lässt wenig bis überhauptkeine Hoffnung zu, das es nochmals zu einer ursprünglich so umfangreichen Kollektion alter Hand/Lehrbücher kommen wird. Neuauflagen sind nicht geplant, vermutlich hat der Verlag keinerlei Finanzielle Ressourcen um soetwas zu wiederholen. Bleibt zu hoffen, das das vorhandene Archivmaterial zumindest im E-Format irgendwann zur verfügung gestellt wird, gegen Gebühr.

Allerdings ist der Verlag ein sehr Traditionelles Unternehmen........auch da gibt es kaum Hoffnung.

Der TH.Schäfer Verlag wird von:

Vincentz Network

Plathnerstr. 4c Postfach 6247

D-30175 Hannover D-30062 Hannover

 

Betreut

Edited by Farquhar

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Damit dürfte es klar sein, das die Veröffentlichung des Buches in deinem letzten Link nicht das Original darstellt.

Also die Ausgabe des "Arbeitskreises" - danke für den Hinweis. Diese Version ist dann eigentlich auch nicht zu empfehlen, denn was der Kompilator da für uninteressant erachtet, kann jemand anders als sehr wichtig sehen. Als diese Augabe 1969 erschien, war die Herausgabe sicher eine verdienstvolle Sache, aber seitdem vollständige Reprints erschienen, ist das dann eigentlich überholt.

 

Zu empfehlen wären also nur der zweibändige Reprint von Hamecher und der einbändige von TH. Schäfer, der wirklich sehr sorgfältig, geradezu liebevoll, gemacht ist.

 

Hier mal der Link zu Schäfer, die haben, wie erwähnt, interessante Bücher und Reprints zu alter Handwerkskunst:

http://www.verlag-th-schaefer.de/buch/anzeige.cfm/u_bestellnr/1025

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Noch einmal zu Ulffers und dem Chaos, das gewisse "Verlage" mit ihren Reprints veranstalten. Den folgenden Text hatte ich schon mal zusammenfassend vor einem Jahr geschrieben, ich denke er wird wohl noch aktuell sein und hilft vielleicht jenen, die das Handbuch von Ulffers gern hätten.

 

 

Franz Ulffers' hervorragendes Handbuch der Seemannschaft wurde hier schon vor längerer Zeit einmal vorgestellt. Besonderer Anlaß dafür, noch einmal auf Ulffers hinzuweisen, ist für mich der Umstand, daß man bei der Suche nach Angeboten von Ulffers' Werk im Internet eigentlich nur auf einen irreführend betitelten Teilreprint stößt.

 

Zum Original: Ulffers "Handbuch ist ein umfassendes Werk von 410 Seiten und 41 anschaulichen Tafeln. Erschienen ist es im Jahre 1872 in zwei Bänden - einem Text- und einem Tafelband. Der 1829 geborene Ulffers war Corvetten-Kapitän der Marine des Norddeutschen Bundes bzw dann der Kaiserlichen Marine und Lehrer der Seemannschaft an der Marine-Schule zu Kiel. Diese Lehrertätigkeit war für Ulffers der Anlaß, das Handbuch, das "dem Seemann und ins Besondere dem See-Offizier der deutschen Kriegs-Marine" Kenntnisse der Seemannschaft vermitteln sollte. Das reicht vom Auftakeln des Schiffs bis hin zur Einteilung der Mannschaft in verschiedene Rollen.

Ausgespart hat Ulffers alles, was mit dem Dampfantrieb zusammenhängt, sowie die Taktik, weil diese seiner Ansicht nach zur Entstehungszeit des Werks noch mitten in einem umfassenden Wandlungsprozeß steckte.

 

Von dem Werk existieren folgende Reprints vom..

 

 

*Arbeitskreis historischer Schiffbau e.V., Wiesbaden 1969. Der Titel lautet:

"Ulffers - Handbuch der Seemannschaft". Es ist ein nur 88 Seiten umfassender Band, es dürfte sich wohl vor allem um die Tafeln handeln. Ein Nebentitel weist möglicherweise darauf hin, daß es sich nur um die Tafeln handelt? Diese Ausgabe ist mir nicht aus eigener Anschauung bekannt. Nur noch antiquarisch erhältlich.

 

*Verlag Th. Schäfer, Hannover 1993. 410 Seiten, 41 Tafeln, solider blauer Kunstledereinband. Titel lautet:

"Franz Ulffers Handbuch der Seemannschaft von 1872". Fotomechanische Reproduktion, Vorwort von Immo v. Schnurbein. Die Tafeln des ursprünglichen Tafelbandes wurden in den Textband an den entsprechenden Stellen eingfügt. Es ist der einzige mir bekannte vollständige Nachdruck. Nur noch antiquarisch erhältlich.

 

 

 

Seit 2009 wurde dann unvollständiges Material - d.h. nur die Tafeln - aus dem Handbuch mehrfach unter verschiedenen Titeln/Imprints veröffentlicht:

 

*"Salzwasser Verlag", (bzw Europäischer Hochschulverlag) Bremen 2009. Nur 96 Seiten, Preis 29,90 €. Titel:

"Franz Ulffers - Takelage und Takelung historischer Schiffe. Nachdruck der Originalausgabe 1871". Es handelt sich hierbei lediglich um die Tafeln des Handbuchs, ist also nur ein winziges Bruchstück des ganzen Handbuchs, auch wenn der kenntnisfreie Klappentext einen anderen Eindruck vermitteln will. Ein Tafelband ist nun einmal kein Handbuch! Anscheinend hat man bei diesem Verlag aber gar nicht begriffen, daß es die Hauptsache des Werks eben der Textband ist, der dort offenbar nicht vorlag. Zu allem Überfluß prangt auf dem Titel auch noch das falsche Erscheinungsdatum "1871". Erschienen ist das Werk aber 1872, und das ist hier das relevante Datum - 1871 hat Ulffers das Vorwort verfaßt.

 

*"Maritime Press", 2012. Der Titel lautet diesmal "Franz Ulffers - Handbuch der Seemannschaft". Da der Klappentext, Format und Seitenzahl identisch ist mit der Ausgabe von 2009, scheint es sich hier also nur um dieselbe schlechte Ware unter neuem Titel zu handeln; immerhin wurde der Preis auf diesmal 40 € erhöht.

 

*"Klassik Literatur" 2012. Nocheinmal dasselbe, diesmal unter dem Titel "Takelage und Takelung historischer Schiffe (1871)". Seitenzahl und Klappentext wieder identisch mit den Ausgaben von "Salzwasser" bzw. "Maritime Press. Angeblich, laut Amazon, "gebundene Ausgabe".

 

 

Laut Wikipedia gilt der "Salzwasser Verlag" seit 2009 als eigenständig. Das Programm scheint ausschließlich im Nachdruck urheberrechtsfreier Fachliteratur zu bestehen, und wenn man aus dem vorliegenden Unfall mit Ulffers Schlüsse ziehen kann, offenbar ohne Fachkenntnis, Redaktion oder Lektorat. Man muß sich fragen, wieso dasselbe Material innerhalb dreier Jahre unter drei verschiedenen Labels und unter drei verschiedenen Titeln auf den Markt geworfen wird.

 

 

Zu empfehlen ist nur der Reprint des Verlags Th. Schäfer von 1993, der leider relativ rar ist. Die Abdruck der Tafeln alleine mag bei anderen Werken gelegentlich sinnvoll erscheinen, hier bringen die Abbildungen ohne die entsprechenden Texte leider nicht allzuviel Erkenntnis.

 

 

Nachtrag 10.02.16:

 

Es gab auch einen vollständigen weiteren Reprint von Horst Hamecher, 1981. Diese Ausgabe bestand offenbar wie das Original aus getrenntem Text- (410 S.) und Tafelband (41 Tafeln). Es war ein fotomechanischer Reprint, ob das Format dem des Originals entsprach, ist mir unbekannt.

Dieser Reprint scheint selten und recht teuer zu sein (Antiquariatsangebot 120 Euro).

Edited by McCool

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Derzeit sind wieder Schäfer Ausgaben bei Amazon erhältlich.NAtürlich Antiquarisch.Denn Th. Schäfer hat schon vor längerem seine Reprint Reihe eingestellt.

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    • By Flyingdutchman
      Hallo liebe Forumsmitglieder,
       
      eigentlich veröffentlichen wir keine Dinge vorab aus unserem Buch, aber ich glaube, diese Flagge sollte gerade in diesem wichtigen Forum gezeigt werden.
       
      Hier der Buchtext im Vorentwurf und die Flagge dazu:
       
       
      Das Foto der SMS Preußen wurde uns heute sofort von dem begeisterten Mitarbeiter der Marineschule Mürwik dazugegeben. Man kann diese einzigartige Flagge am Toppmast klar erkennen, ein wirklich toller Fund.
       
      Danke fürs Schauen !
      Gruß
      Flyingdutchman



    • By McCool
      Der Trimm eines Schiffs hatte entscheidende Auswirkungen darauf, wie gut ein Schiff segeln konnte. Das ist neben der Frage der Takelung noch ein weiterer Faktor, der die Vergleichbarkeit verschiedener Rümpfe erschweren könnte, wenn einer davon ideal, der andere aber schlecht gestaut war.
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    • By Jörg
      Hallo,
       
      ich recherchiere ja immer mal wieder gern zur preussischen Segelfregatte GEFION
      und so fand ich kürzlich einige sehr interessante Fotos und ich konnte das
      Schiff auf zwei Fotografien identifizieren.
      Die Quellenangaben der Bilder befinden sich am Ende dieses Beitrages.
       
      Eine kurze Beschreibung zur GEFION findet sich bei Wikipedia:
      Gefion bei WIKIPEDIA
       
      Es gibt nicht wirklich viele Fotografien der Gefion und die folgenden beiden
      Bilder sind vielen von Euch vermutlich bekannt.
       
      Bild 1

       
      Bild 2

       
       
      Die Gefion lag ab 1870 als Wohnschiff in Kiel und wurde 1891 abgewrackt.
      Von Gustav Schönleber (1851-1917) gibt es den Holzstich der Gefion und mich
      hat immer interessiert, wie authentisch die Szenerie ist, die Schönleber zeigt.
       
      Man sieht auf dem Holzstich die Gefion an einem Anleger an der Wasserallee
      in Kiel mit dem Schloss im Hintergrund und ich machte mich auf die Suche nach Fotos.
      Bild 3

       
       
      Ich durchstöberte das Online-Fotoarchiv des Stadtarchives Kiel. (Ein hochinteressantes Fotoarchiv.)
      Online-Fotoarchiv - Stadtarchiv Kiel
       
       
      Folgendes Bild habe ich gefunden. Es zeigt den Bereich der Anleger an der Wasserallee um 1900
      und in dem Bereich lag die Gefion als Wohnschiff.
      Bild 4

       
      Hier ein Vergleich des Holzstiches von Schönleber und der Fotografie.
      Bild 5

       
       
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      Bild 6

       
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      Bild 7

       
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      Bild 8

       
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      Hastings (Cooke Stich)
       
      Es ist natürlich faszinierend, so ein Foto zu finden, auch weil man hier sieht,
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      ist auch nur der Großmast mit diesen 3 Krangalgen zu sehen.
      Zwei auf der Gefion und einer auf einem Schiff hinter der Gefion.
      Eventuell hat Schönleber ja sogar eine Fotografie als Vorlage gehabt, oder er hat
      die Szenen dort vor Ort skizziert und danach den Holzstich gefertigt.
       
      Aber es kommt noch interessanter...
       
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      Ostseekai (2007). Dort legen heute die großen Kreuzfahrtschiffe an.
      Auf der Suche nach Bildern vom Oslokai in Kiel fand ich dieses Foto.
      Es zeigt den Oslokai vom Sellspeicher aus fotografiert im Jahre 1966 mit den Fährschiffen
      Kronprins Harald, Scania und Langeland.
      Den Sellspeicher erkennt man gut auf Bild 7. Es ist das hohe Gebäude unterhalb vom Schloss.
      Bild 9

       
      Ein weiteres Bild aus dem Jahre 1888 zeigt den gleichen Bereich.
      Rechts im Bild das Panzerschiff BADEN.
      Bild 10

       
      Und dann fand ich noch dieses Bild aus dem Jahre 1878 in der Bundesarchiv Bilddatenbank.
      Es zeigt eindeutig den gleichen Bereich mit einigen aufgelegten Schiffen.
      Das Schiff rechts oberhalb der Bildmitte ist vermutlich die Niobe.
      Bild 11

       
      Dann stach mir der Heckspiegel eines Schiffes mit den weißen Untermasten, links oben in
      Bild 11, ins Auge. Das ist die Gefion.
      Es gibt keine guten Aufnahmen vom Heck der preussischen Gefion und insbesondere
      nicht vom genauen Verlauf der weißen Zierlinien am Heckspiegel.
      Die bekannten Aufnahmen lassen immer noch Raum für Spekulationen.
      Auf diesem Bild sind zwar keine Details erkennbar, aber das Bild mit der Gefion war
      so nicht bekannt und man weiß jetzt, wie die weißen Zierlinien, insbesondere im
      oberen Bereich des Heckspiegels, tatsächlich verlaufen. Ich freue mich sehr über das Bild.
       
      Ich wollte einen "Beweis", dass das Schiff auf dem Bild aus dem Bundesarchiv (Bild 11)
      auch tatsächlich die Gefion zeigt. Durch den Vergleich mit den Bildern 9 und 10 ist
      für mich dieser Beweis erbracht. Vorher war ich mir nicht wirklich sicher, wo genau die
      Aufnahme entstand und ob das tatsächlich die Gefion ist, die man da sieht.
      Hier nochmal ein Vergleich der drei Bilder.
       
      Bild 12

       
      Und hier ein Vergleich mit zwei Ausschnitten der Darstellung der Eckernförde/Gefion
      auf Lüder Arenholds Bildern der ersten Bundesflotte und der preussichen Flotte.
      Bild 13

       
      Abschließend noch ein Vergleich mit Vergrößerungen der Gefionbilder aus dem Bundesarchiv
      und den dänischen Originalplänen.
      Hier sieht man deutlich die Umbauten, insbes.an den Gallerien, der preussischen Gefion.
      Bild 14

       
      Nun, mir macht diese Art Recherche viel Freude. Besonders so Vergleiche von
      Bildern (damals/heute, Gemälde/Realität) finde ich faszinierend.
       
      Ich freue mich auf eine interessante Diskussion.
      Jörg
       
       
      Bildquellen:
       
      Bild 1 - Bundesarchiv Bilddatenbank, Signatur: Bild 134-B0340
       
      Bild 2 - Bundesarchiv Bilddatenbank, Signatur: Bild 134-B0339
       
      Bild 4 - Online Fotoarchiv, Stadtarchiv Kiel, Signatur: 44728 Public Domain Mark 1.0
       
      Bild 6 - Online Fotoarchiv, Stadtarchiv Kiel, Signatur: 44773 Public Domain Mark 1.0
       
      Bild 9 - Online Fotoarchiv, Stadtarchiv Kiel, Signatur: 38196, CC BY-SA 3.0 DE
       
      Bild 10 - Online Fotoarchiv, Stadtarchiv Kiel, Signatur: 45728 Public Domain Mark 1.0
       
      Bild 11 - Bundesarchiv Bilddatenbank, Signatur: Bild 134-C0848




























    • By Magnus
      Hallo,
       
      ich stelle mir die Frage, wie im 18.Jh auf Rahseglern Segel eigentlich genau gerefft wurden. D.h. wenn der Stoff unterhalb der Rah kompakt verstaut wird, wie geschieht das genau? Wird der Stoff aufgerollt, in bestimmten Schichten verstaut, eine Kombination aus beidem ...?
       
      Sollte jemand einen Hinweis oder einen Verweis auf eine Abhandlung/Darstellung dazu kennen, so würde mich das interessieren.
    • By McCool
      Nach ca 1810 wurde verbreitete sich die Praxis, Gaffelsegen an Schnaumasten zu fahren und auch die entsprechenden Stagsegel an Groß - und teilw. auch Fockmast durch Schnausegel zu ersetzen. Jedoch scheint mir die Praxis einigermaßen unterschiedlich, was kleinere Schiffe betrifft. Gibt es für Fregatten der RN genauere Spezifikationen? Haben die Amerikaner das zuerst eingeführt? Über die Takelungspraxis der Franzosen habe ich leider für diese Zeit praktisch nichts.
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