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Farquhar

Experimentelle Waffensysteme des 18ten/19ten Jahrhunderts

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Nachtrag zu Espignolen:

 

Sie wurden früher auch Klotzbüchsen genannt.

1393 wird eine Klotzbüchse erwähnt.

Als Zündung diente ein mit geschmolzener Salpeter-Schwefel-Kohle

getränkter Faden, der durch die durchbohrten Kugeln hindurchgezogen wurde.

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Nachtrag zu : Espignolen

 

Im Buch " Elegant gespannt " ( siehe unter Fachliteratur )

fand ich noch folgendes:

 

Zitat: Mehrschußradschlösser wurden Mitte des 17. Jhds. von der Kavallerie der niederländischen Armee eingesetzt.

Sie konnten 15 bis 19 Schuß in einem Intervall von etwa 5 Sekunden abgeben. Diese Waffen sind

mit 4 Läufen ausgestattet, zusammengelötet in einem Block im Diamantschnitt etc.

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Verstehe ich das recht, daß die Läufe auf die o.g. Espignolen-Art geladen waren, und nach der Zündung eines Laufes aus dem Rohrbündel dann jeweils die Kugeln eines Laufs in ihrer Reihenfolge abgefeuert wurden? Oder zündete man nur einmal und hatte dann "Dauerfeuer" bis alle Läufe leer waren? :o Stelle ich mir auf einem Pferd besonders spannend vor! :lol:

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Verstehe ich das recht, daß die Läufe auf die o.g. Espignolen-Art geladen waren, und nach der Zündung eines Laufes aus dem Rohrbündel dann jeweils die Kugeln eines Laufs in ihrer Reihenfolge abgefeuert wurden? Oder zündete man nur einmal und hatte dann "Dauerfeuer" bis alle Läufe leer waren? :o Stelle ich mir auf einem Pferd besonders spannend vor! :lol:

 

Nein, einmal abgedrückt und Dauerfeuer , bis alle Rohre leer sind. So und nicht anders funktionieren

Espignolen. Die Rohre feuern je nach Zündbohrung in den jeweiligen Läufen, jedoch niemals erst ein

Lauf und dann erst der nächste, da die Zündung ja stets von vorne nach hinten durchläuft und durch jeden

Schuß ja erst der nächste Schuß ausgelöst wird.

Was mich etwas stutzig machte, war der Zeitintervall. Aber nur alle 5 Sekunden ein Schuß entfällt.

Es kann nur sein, daß alle Schüsse in 5 Sekunden abgegeben wurden, das heißt: Mitten rein ins Rudel.

Es war sicher wie bei Sharpe: die Nocksche Volleygun konnte auch nicht jeder halten. Und so werden

es auch nur wenige , ausgesuchte Reiter gewesen sein, die diese Dinger führten.

Wenn die Waffe gut geführt wurde, kann ich mir schon vorstellen, das die Wirkung im Nahkampf nichts zu

wünschen übrig ließ. Jedoch eine Wunderwaffe sind Espignolen scheinbar nicht gewesen. Sonst hätte es

sicher mehr davon gegeben und sie hätten sicher auch in Berichten mehr Widerhall gefunden.

Und, wenn die Pferde daran gewöhnt sind, passiert auch nix, wenn aber nicht, naja, dann wars sicher

lustig :)) .

Edited by Peter Gun

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Vielleicht - oder sogar ziemlich wahrscheinlich - konnte eine derartige Waffe nur abgesessen benutzt wurden. Dragoner z.B. waren ja lange Zeit im Grunde nur mobile Infanterie, die abgesessen kämpfte, im Gegensatz zur echten Kavallerie, die Attacken ritt ("Dragoner sind halb Mensch, halb Vieh, auf Pferd gesetzte Infanterie").

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zufällig fand ich gerade:

 

Google books: Die älteste Teutsche sowol allgemeine als insbesondere Elsassische und Straßburgische Chronicke

 

Anno 1444: Da thate man zwen Schütz mit Klotzbüchsen under sie, der ein Schütz fehlte, der ander schosse 5 Personen

zu todt.

 

Hat denn ja wohl doch manchmal geklappt. Leider steht nicht dabei, ob die Reiter dabei abgesessen waren oder nicht.

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Ich fand gerade im DWJ 4/1981 ein Radschloßespignolenmonstrum aus Norddeutschland, um 1680:

 

Neun gezogene Läufe im Quadrat angeordnet; 113 Schuß

Das Gewehr muß von 2 Mann getragen werden und ist noch heute schußfähig.

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Nö, hat weder Räder noch ist es lafettiert, sondern einen Schaft.

War´n MG zur Fliegerabwehr; Hinten der Schütze, vorn der Träger, wie bei der BW.

post-209-020056600 1324325875_thumb.jpg

Edited by Peter Gun

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Hier mal eine Ferguson-Rifle in Aktion:

 

 

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Heute stelle ich einmal Magazinwaffen vor:

 

Die bedeutendsten sind:

 

1.System Kalthoff:

 

Die aus Solingen stammende Familie Kalthoff stellte ungefähr ab 1628 ( Caspar Kalthoff ) die ersten Rad-und Steinschloß-Magazin-Waffen

her. Die verschiedenen Familienmitglieder arbeiteten jeweils in England, in den Niederlanden, Dänemark und in Rußland. Sie entwickelten

3 verschiedene Ausführungen ihres Systems. Diese erfolgreichen Systeme wurden oft kopiert, daher gibt es Original-Kalthoff-Waffen und

welche nach dem System Kalthoff. Es wurden sowohl Gewehre als auch Pistolen hergestellt.Die modernsten und am meisten produzierten

Waffen dieser Art sind von Peter Kalthoff.

 

Eine Variation besitzt eine senkrechte Verschlußwalze, die zweite ist mit einem rechteckigen Verschlußkasten und die dritte mit

einem horizontalen, zylindrischen Verschlußkasten versehen.

Allen gleich ist die Ausführung des Ladevorgangs mithilfe des um sein vorderes Ende horizontal bewegten, verlängerten Abzugsbügels.

Diese Drehbewegung wird per Zahnrad auf entweder einen Drehzylinder oder auf eine Kammer übertragen.Dadurch wird aus den Magazinen

zunächst eine Kugel in den Lauf gedrückt, sodann in weiterer Drehung das Pulver in einer Kammer hinter die Kugel gebracht.

Gleichzeitig wird etwas Zündpulver für die Pfanne abgezweigt, der Pfannendeckel heruntergeschlagen und der Hahn gespannt.

So ist die Waffe sofort schußbereit.

Die ersten Waffen hatten 8 -10 Schuß Kapazität, die späteren bis zu 29. In Dänemark wurden diese Waffen z. B. mindestens bis

1680 militärisch verwendet.

 

2. System Lorenzoni:

 

Hierbei handelt es sich um ein Magazinsystem mit Querwalze. Ursprünglich kommt das System aus Italien, kann aber nicht

unbedingt einem Büchsenmacher Lorenzoni zugeordnet werden. Daher auch hier" System Lorenzoni ", da es viele Hersteller

in der Folgezeit gab. Hauptunterschied zum Kalthoff-System ist die vertikale Handhabung des Drehhebels.

Beide Systeme mußten allerdings extrem paßgenau gearbeitet sein, da sonst Feuer in das Pulvermagazin

gelangt wäre und zur Explosion geführt hätte.

 

Edited by Peter Gun

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Eine hab ich noch:

 

1854 Percussion Treeby Chain Gun ( 14-Schüssiges Perkussions Kettenmagazin-Gewehr )

 

 

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@ Kriegshammer

 

Du hast recht. Die Constitution sowie etliche andere amerikanische Fregatten waren im Krieg 1812 jeweils mit

mehreren Espignolen ausgerüstet.

 

Joseph Chambers erhielt 1814 ein Patent auf " Chambers multibarrel swivelguns ".

Bereits 1812 lieferte er jedoch schon einige Exemplare an die Marine aus.

Es waren siebenläufige, gebündelte, zuerst mit gezogenen, später mit glatten

Läufen ausgestatteten 175- oder 224 -schüssige Waffen im caliber .75.

 

Die Waffe wird z.B. in D.R. Baxters " Superimposed Load Firearms 1360 - 1860 " abgehandelt.

Die allgemeine Funktionsweise der Espignolen ist weiter oben bereits ausführlich erläutert.

Diese Waffe unterscheidet sich jedoch dadurch von andren, daß offenbar nach dem Leerschiessen

eines Laufes der Schütze etwa 30 Sekunden Zeit hatte, um ein neues Ziel anzuvisieren.

 

http://modelshipworld.com/userupload/443/fighting_top_2.jpg

 

http://modelshipworld.com/phpBB2/files/chambers_swivel_gun_small_489.jpg

 

 

 

https://lh3.googleusercontent.com/-2mNBVHXHwPI/UQbmPuUm76I/AAAAAAAABxw/2Wa96QxbXxk/s640/blogger-image-1488193705.jpg

 

http://www.google.de/imgres?um=1&hl=de&client=firefox-a&sa=N&tbo=d&rls=org.mozilla:de:official&biw=1920&bih=908&tbm=isch&tbnid=zXHgoXNSrxnwmM:&imgrefurl=http://dpwilkens.blogspot.com/2013/01/a-war-of-1812-gun.html&docid=eq9PVu048NMpEM&imgurl=https://lh3.googleusercontent.com/-2mNBVHXHwPI/UQbmPuUm76I/AAAAAAAABxw/2Wa96QxbXxk/s640/blogger-image-1488193705.jpg&w=640&h=478&ei=7KwKUYSyHY3BswaI1YHQCQ&zoom=1&iact=hc&vpx=212&vpy=182&dur=3237&hovh=194&hovw=260&tx=139&ty=217&sig=106779534402070069375&page=1&tbnh=163&tbnw=219&start=0&ndsp=51&ved=1t:429,r:1,s:0,i:86

 

Gruß

Peter

Edited by Peter Gun

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Eine hab ich noch:

 

1854 Percussion Treeby Chain Gun ( 14-Schüssiges Perkussions Kettenmagazin-Gewehr )

 

 

Ist ja ein interessantes Gerät, aber man kann sich vorstellen, daß es für den Feldeinsatz viel zu schwer und sperrig war. Außerdem tatsächlich auch hakelig nachzuladen. Wer soll denn das wohl bestellt haben?

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Nun, die Treeby Gun wurde seinerzeit der britischen Armee angeboten.Es gab und gibt nur zwei Stück davon.

Die Briten waren von der Mehrladeeinrichtung eigentlich begeistert. Allein die Schußleistung war

dem Untersuchungsausschuß zu schwach. Verglichen aber z.B. mit den Revolvergewehren in Amerika, hatte

die Treeby Gun erhebliche Vorteile: Erstens hatte es durch den gasdichten Abschluß zum Lauf eine wesentlich

höhere Schußleistung und zweitens konnte es dadurch nicht zu einer Feuerüberleitung in die anderen

Kammern kommen.Der Nachteil dazu war , wie Du schon anführtest, sicherlich das höhere Gewicht.

Das mit der Feuerüberleitung in die andren Kammern bei VL-Revolvern kenne ich gut.Ist mir vor 40 Jahren auch

einmal passiert.Das Laden der Treeby-Kammern ist sicherlich nicht umständlicher als bei Revolvern.

Interessant finde ich aber hauptsächlich das Gasabdichtungssystem.

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Eine Espignole schiesst:

 

 

 

 

 

 

Nee, Spaß beiseite; es ist nur eine Filmmontage.

Die Kanone schießt nur einmal.

Aber so in etwa müßte es ausgesehen haben.

Edited by Peter Gun

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Ausgezeichnete Vorstellung einer Chambers Volleygun .Diese Dinger waren auf der Constitution montiert.

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Das Datum hätte er ruhig genauer im Titel nennen sollen, es ist ja schon post-1800, also genau 1814. Erstaunlich primitiv gearbeitet, und im Grunde ja eine ziemlich alte Idee, wie eine dieser Feuerwerksbatterien, einmal zünden, und dann 2 Minuten unstoppbares Dauerfeuer von über 200 Geschossen - vielleicht nicht die allerbeste Idee auf einem Schiff. In der Literatur konnte ich aber keine zufriedenstellende Bezeichnung finden. Es ist schon ein Salvengeschütz, oder ein Orgelgeschütz, oder mit den Vielfachladungen je Lauf eine Klotzbüchse? Oben erwähnt, wurden die wohl auch als Espignolen bezeichnet, aber unter dem Namen findet man auch simple drehbassenartige Geschütze.

Das Gemälde, das im Video erwähnt wird, dürfte übrigens ein modernes von Thomas Gilkerson im USS Constitution Museum in Boston sein, nicht etwa ein zeitgenössisches.

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Nun, es ist kein Orgelgeschütz und keine Drehbasse. Klotzbüchse war die alte Bezeichung für eine Espignole, denn das ist die eigentlich richtige Bezeichnung dafür ( römische Kerze ).

Ein Orgelgeschütz hat zwar mehrere Läufe, jedoch sind die jeweils nur 1-Schüssig. Ergo 12 Läufe gleich 12 Schuß aber nur1 Zündung. Drehbassen sind einschüssig und wurden in der Regel mit Posten geladen.

Sollten Drehbassen mehrere Läufe haben, wären es wieder Orgelgeschütze, oder bei Einzelzündung der Läufe Revolverkanonen.

Es gibt leider keine Einsatzberichte über diese Dinger, aber da jede US-Fregatte zu der Zeit mit mehreren dieser Waffen ausgerüstet war, müßte der Feuersturm ziemlich heftig gewesen sein.

Aus jeder Waffe 2Schuß in der Sekunde, eventuell x4 und das über 2 Min., schon heftig.

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