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McCool

Van Wyck Mason: Drei Häfen

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Francis Van Wyck Mason (1901-1978) war ein ziemlich produktiver und zu seiner Zeit offenbar hochbewerteter US-amerikanischer Autor; der Klappentext der mir vorliegenden Ausgabe aus den 1950ern des erstmals 1938 erschienenen Romans sieht ihn als "längst in die Weltliteratur eingegangen".

Neben zahlreichen "historischen Romanen" aller möglichen Epochen schrieb van Wyck-Mason auch Krimis. Verfilmt wurden 1938 "The Spy Ring" (offenbar nie in Deutschland in den Kinos) und 1960 "Revak, der Sklave von Karthago". http://www.imdb.com/name/nm0556704/

Heutzutage ist van Wyck-Mason, sicherlich zu Recht, einigermaßen vergessen, und zur "Weltliteratur" wird ihn wohl kaum noch jemand zählen.

Nach sehr langer Zeit habe ich mir diesen Roman mal wieder vorgenommen und stichprobenartig die Erinnerung aufgefrischt. Die Geschichte spielt 1774 im vriginischen Norfolk, kurz vorm Ausbruch der offenen Feindseligkeiten zwischen den amerikanischen Kolonisten und den Briten. Die Hauptfigur ist ein junger, ehrgeiziger Schiffbauer, der widerwillig in die politische Auseinandersetzung hineingezogen wird. Der Versuch des Autors am Beginn, die gesellschaftlichen Verhältnisse zu skizzieren, gar nicht mal schlecht. Z.B. begegnet der Leser bald durchaus unsympathischen "Söhnen der Freiheit", die kurz davor sind, einen Loyalisten zu lynchen. Letztlich werden jedoch, soweit ich mich entsinne, aber dann auch die üblichen antibritischen Ressentiments hervorgekehrt, wobei allerdings eine der wichtigeren Figuren ein britischer Obrist ist. Die Handlung findet an verschiedenen Schauplätzen (Norfolk, London, Bermudas, Boston) statt und findet einen Höhepunkt in einer Schilderung der Schlacht von Bunker Hill (=Boston). Es gibt eine relativ große Zahl von Haupt- und Nebenpersonen, deren Geschichten abwechselnd erzählt werden. Große Literatur und "Weltliteratur", ist dieser Roman ganz sicher nicht. Geschichte und Charaktere sind nicht gerade tiefschürfend; der Roman ist eher breit als tief. Vielleicht soll die Menge an Figuren und Schauplätzen da über eine gewisse Dürftigkeit in puncto Tiefgang hinwegtäuschen. Es ist handwerklich einigermaßen gut gemachte Trivialliteratur, würde ich sagen. Die historische Kenntnis des Autors ist nach meinen Eindrücken recht gut, und es gelingt ihm sicher besser als vielen seiner Kollegen, den Leser in die Welt des 18. Jahrhunderts zu versetzen.

 

"Drei Häfen" wurde erstmals 1940 in Deutschland veröffentlicht (Übers. Ruth und Walter Gerull-Kardas) und erlebte etliche Neuauflagen. Anscheinend war die Ausgabe von Bertelsmann 1962 die letzte Ausgabe. Antiquarisch ist der Roman sehr reichlich und billig zu haben, insofern ist der Kauf ein geringes Risiko.

 

Anscheinend sind die Romane "Stars on the Sea" und "Rivers of Glory", die ebenfalls im Unabhängigkeitskrieg spielen sollen, soetwas wie Fortsetzungen (engl. Wikipedia: "Companion Books"). Zum Inhalt ist mir leider nichts bekannt, auch nicht, ob es deutsche Übersetzungen gibt.

Bisher fand ich ohnehin nur drei weitere deutsche Titel des Autors: "Auf Adlerschwingen in die Freiheit . Ein Roman um Kampf und Liebe"; vielleicht ist das die Übersetzung von "Eagle in the Sky", was auch ein Roman des Unabhängigkeitskrieges ist, siehe hier: http://www.fantasticfiction.co.uk/m/francis-van-wyck-mason/

Die zwei anderen sind "Der Silberleopard: Die Abenteuer des Sir Edmund de Montgomerie 1095 - 1099. und "Korsar des Königs".

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