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Der Thread zur Klinkerbeplankung an Aufbauten lenkte meine Gedanken neulich etwas in Richtung Prince Royal von 1610 von erst nur 55 und 1666 92 Kanonen (während des Commonwealth Resolution, danach offenbar vornehmlich als Royal Prince bekannt), dem ersten In-etwa-Dreidecker. B) Lavery charakerisiert das Schiff ja in Ship of the Line sehr interessant, indem er auf fortschrittliche, aber auch altmodische Merkmale hinweist. Eines der letzteren dürfte sicherlich der Bonaventure-Mast sein, den man auf dem ersten Gemälde des Schiffs noch sehen kann und der bestimmt lange vor dem ersten rebuilt 1641 verschwand. Bemerkenswert dort noch die Lateintopsegel.

Der Prince müßte ja eigentlich noch ein Plattgat besessen haben. Im Zustand nach zwei rebuilts scheint man ihm dann auch noch ein gewrungenes verpaßt zu haben, wenn man dem Gemälde Willem van de Veldes d. J. (Kapitulation des Schiffs 1666-Klick! ) Glauben schenken will, hier ein Ausschnitt:

post-21-1256404857_thumb.jpg

Die Frage ist allerdings, nach welchen Vorlagen der Künstler malte, denn das Schiff wurde ja von den Niederländern verbrannt. Gibt es noch mehr van de Velde - Abbildungen? Das wäre ganz interessant, um die Änderungen durch die rebuilts nachvollziehen zu können. Die Abstufungen der Decks sind anscheinend auch verschwunden, aber ich bin mir nicht sicher, wie vollständig das obere Deck tatsächlich bestückt ist. Auf dem Gemälde von 1613 konzentrieren sich die Kanonen auf allen Decks ja eher in der Schiffsmitte. Auf dem Achterdeck und der Back hatte es wohl keine Kanonen gegeben, dito die Back. Auf dem 66er Bild sind auf dem Achterdeck etliche zu sehen, auf der Back wird es wohl auch welche gegeben haben.

Der letzte rebuilt war erst 1663 beendet worden, und interessanterweise hat Pepys dazu auch etwas zu melden:

Saturday 11 July 1663 [o.S./m.S?]

Up early and to the Dock, and with the Storekeeper and other officers all the morning from one office to another. At noon to the Hill-house in Commissioner Pett’s coach, and after seeing the guard- ships, to dinner, and after dining done to the Dock by coach, it raining hard, to see “The Prince” launched, which hath lain in the Dock in repairing these three years. I went into her and was launched in her.

Man muß ja wohl davon ausgehen, daß der rebuilt bzw die "Reparatur" im Trockendock stattfand - das demnach lange Zeit, wenn nicht sogar die ganzen drei Jahre, durch dieses Schiff belegt war.

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Gibt es noch mehr van de Velde - Abbildungen? Das wäre ganz interessant, um die Änderungen durch die rebuilts nachvollziehen zu können.

Es gibt ein ernst zunehmendes Porträt der Royal Prince von Isaac Sailmaker des Schiffes im Zustand von 1663. Leider habe ich es noch nicht im Internet gefunden, das Original hängt übrigens im Trinity House. Wer "Pepys Navy" hat findet es dort aber auch abgedruckt, sogar in Farbe und relativ groß.

 

aber ich bin mir nicht sicher, wie vollständig das obere Deck tatsächlich bestückt ist.

Alle 3 Batteriedecks sind nun vollständig mit Geschützen auf ununterbrochenen Decks ausgestattet.

Die Back ist tatsächlich bewaffnet, das Halbdeck sowieso, es befinden sich scheinbar auch Geschütze auf dem Quarterdeck die ich nicht auf der Vergrößerung der Kapitulation des Schiffes erkennen kann. Überhaupt gibt es verschiedene Details die unterschiedlich sind, besonders auffällig ist das Sailmaker das Schiff wesentlich dekorativer an den Bordwänden zeigt. Sailmakers Abbildung der Royal Prince glänzt mit einem (Trophäen-)Fries und die Pforten des oberen Batteriedecks sind mit Ornamenten umrandet. Vielleicht sieht man daran aber auch wie haltbar solche Art Dekoration zu Kriegszeiten ist? Immerhin liegen 3 Jahre zwischen den dargestellten Zuständen da paßt es wohl dann auch das Sailmaker die Bordwände in einem frischen hellen brauton malt während van de Veldes Version doch schon recht düster dunkelbraun daher kommt.

Interessant ist auch das die bei Sailmaker dargestellten drei großen Hecklaternen bei van de Veldes Bild fehlen. Wurden die vielleicht bei bevorstehenden Gefechten entfernt? So groß wie die sind kann ich mir das nicht recht vorstellen.

Unterschiedlich wirkt auch die Silhouette des Schiffes, bei Sailmaker ist die Form der Schanzkleider irgendwie flüssiger als die wie abgehackt wirkenden van de Veldes. Müßte man sich vielleicht mal genauer anschauen, am besten mit Lupe.

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Das Bild von Sailmaker wird dann wohl in der Tat zuverlässiger sein als die niederländischen, welche aus Anlaß der Viertageschlacht entstanden sind. Leider habe ich es in meinen Büchern bisher nirgends gefunden.

Hier sind noch zwei, die den Prinzen in der Viertageschlacht zeigen sollen - einmal Storck und noch einmal van de Velde d.J. Vergleicht man den oberen v.d.V. mit dem Gemälde von Storck, sind gewisse Übereinstimmungen zu erkennen, aber auch Differenzen. Bei beiden Darstellungen ist in der vertikalen Achse eine Figurennische zu erkennen, die aber bei Storck nach unten gerutscht erscheint. Kann mir nicht vorstellen, daß es gut möglich war, das untere Ende dieser Figurennische in der überhängenden kleinen Gillung zu plazieren. Bei Storck findet man übrigens auch eine Staatspforte, die bei van de Velde nicht vorhanden ist. Was zeigt Sailmaker?

 

Wie oben schon angedeutet, die nach der Schlacht entstandenen niederländischen Darstellungen sind ja eh problematisch, da Prince Royal verbrannt wurde. Es wäre allerdings nicht ausgeschlossen, daß van de Velde das Schiff schon von früher her kannte... aber auch im passenden Bauzustand? Es scheint ja wahnsinnig viele Gemälde zur Viertageschlacht zu geben, manche entstanden auch erst Jahrzehnte später. Insofern muß man sich intensiver mit den Bildern befassen, um den Quellenwert beurteilen zu können. Ob man also die Differenzen zwischen Sailmaker und van de Velde tatsächlich als Folge des Kriegseinsatzes deuten kann? Interessant wäre nun noch ein Vergleich zwischen Sailmaker und Storck. Bei letzterem sind auf dem oberen Batteriedeck immerhin ein paar Pfortenkränze auszumachen, die bei v.d.V. auch fehlen. Ich erinnere mich blaß an irgendwelche Anmerkungen zur zeitlichen Verbreitung von Pfortenkränzen, hm... leider scheint es keine sichere Datierung des Gemäldes zu geben. http://www.nmm.ac.uk/mag/pages/mnuExplore/...ion=ArtistTitle Storck ist 1644 geboren, wäre zum Zeitpunkt der Schlacht also noch recht jung gewesen. Das Bild ist mit "Storck" signiert, und da er erst nach 1688 mit diesem Namen signierte, ist das Bild also wahrscheinlich erst Jahrzehnte nach der Schlacht entstanden. Wie gründlich sich Maler wie Storck der Rekonstruktion älterer, längst zerstörter Schiffe befleißigten, ist mir leider unbekannt. Wenn ich die Angaben auf der HP des Rijksmuseums richtig interpretiere, ist das Bild van de Veldes tatsächlich 1666 entstanden?

 

Das van de Velde- Bild hier soll angeblich auch Royal Prince zeigen, aber im dem Schiff fehlt doch wohl ein Geschützdeck und eine Fensterreihe im Heck. Die Bildbeschreibung in dem Buch, in dem ich es fand, ist also vermutlich falsch. Weiß jemand, worum es sich tatsächlich handelt?

 

 

Den finsteren Anstrich der Bordwände findet man übrigens recht oft in Gemälden, vor längerer Zeit hatte ich dazu auch mal etwas im Farbgebungs-Thread geschrieben. Vielleicht ist es ein Teeranstrich, wie ihn auch die Vasa besaß - und auch diese war ja ein königliches und ansonsten reich dekoriertes Schiff.

Edited by McCool

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Hier noch eine van de Velde - Zeichnung, angeblich Royal Prince c. 1666.

Kann das sein? In der Breitseite mache ich 43 Kanonen aus, inclusive einer in der Staatspforte. Auf der Back offenbar keine Kanonen. Beachte die Fenster der Pantry, Coach, oder wie auch immer man das Ding nennen will. Die Pforten des Oberdecks scheinen eckige geschnitzte Rahmen zu haben. Der Glockenstuhl hat offenbar eine recht große Kuppel.

http://www.kotiposti.net/felipe/Pictures/R...nce_c_1666.html

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Die Frage ist allerdings, nach welchen Vorlagen der Künstler malte, denn das Schiff wurde ja von den Niederländern verbrannt.

Habe gerade Fox Buch über die Viertageschlacht vor mir liegen. Demnach ist die "galjoot" der van de Veldes im rechten Vordergrund des Bildes zu erkennen. Im Text steht sicherlich noch mehr darüber , aber im Moment kann man wohl annehmen das 1666 einer der van de Veldes Augenzeuge der Kapitulation der Royal Prince war.

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finsteren Anstrich der Bordwände

 

Das entstand durch die Anwendung von sog. 'Holzteer', eine bituminöse Flüssigkeit die durch trockene Destillation von Holz unter Luftabschluss gewonnen wurde. Standardanstrich im 17. Jahrhundert bei allen Marinen, vornehmlich in Schweden produziert.

 

aber im Moment kann man wohl annehmen das 1666 einer der van de Veldes Augenzeuge der Kapitulation der Royal Prince war

 

Das bezweifle ich persönlich sehr stark. Willem van de Velde (der Jüngere) hat sich selbst in diversen Bildern als "Kriegsberichterstatter" immer wieder gezeichnet. Beispielsweise auch in dem Bild von der 'Battle of Scheveningen'. Details: http://www.nmm.ac.uk/collections/explore/o....cfm?ID=BHC0277 Könnte den damaligen Gepflogenheiten der Selbstdarstellung geschuldet sein.

 

Die Veldes waren nach meinem Kenntnisstand, ebenso wie Nicolaas Witsen, zwischen den Englisch-Holländischen-Kriegen auch in England zu Besuch. Es gibt von den beiden sehr viele Skizzen von Schiffen, die erst im Anschluß - sozusagen nach den Seeschlachten - in Gemälde übernommen wurden. Eventuell basieren die Bilder der Royal Prince auf Skizzen solcher Besuche ...

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Noch eine Ergänzung, Frank Howard hat in seinem Buch "Segel-Kriegsschiffe 1400-1860" auch 'Royal Prince' und die Beurteilung der Zeichnungen von van de Velde. Im Anhang eine weitere Skizze der Prince (No.172) und die Gegenüberstellung mit dem Modell (No.171).

 

EDIT: Abbildungen zeigen die 1670er Prince!

post-578-1256718111_thumb.jpg

post-578-1256718124_thumb.jpg

Edited by modellbau.fan

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Hi modellbau.fan,

 

das zwote Bild zeigt aber die Prince von 1670. Das war meines wissens ein Neubau und keine Umbauvariante der Prince Royal von 1610.

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ZITAT

finsteren Anstrich der Bordwände

Das entstand durch die Anwendung von sog. 'Holzteer', eine bituminöse Flüssigkeit die durch trockene Destillation von Holz unter Luftabschluss gewonnen wurde. Standardanstrich im 17. Jahrhundert bei allen Marinen, vornehmlich in Schweden produziert.

Interessant ist dabei das es in der Kunst zwei farbliche Varanten (mit Zwischenstufen) der Darstellung dieses Anstrichs gibt. Hell- und dunkelbraun eben, aber ist das nun künstlerische Freiheit oder ergibt sich der Farbunterschied über die Jahre durch wiederholtes überstreichen wie bei Jägerzäunen.

Wenn dem so wäre, und davon hoffe ich ausgehen zu können, könnte man ja evt. durch ein zunehmend dunkleres Farbkleid Rückschlüsse auf das zurückliegen des letzten Werftaufenthalts/Umbau ziehen.

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Bild zeigt aber die Prince von 1670. Das war meines wissens ein Neubau und keine Umbauvariante der Prince Royal von 1610.

 

Hallo Neptun65,

uuups - sorry - Du hast richtiger Weise meine Verwechslung bemerkt, dass war heute noch zu früh für mich. Die beiden Bilder von Horward sind die 1670er Prince!

CU modellbau.fan

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Hallo

 

das zweite Bild in McCools Beitrag vom 25.10. ist die Swifture, nicht die Royal Prince. Ist aber auch ein ehrwürdiger Veteran.

 

Von der Royal Prince gibt es relativ viele Abbildungen der unterschiedlichen Bauzustände. Um 1666 hatten die beiden Van der Veldes schon sehr konkrete Vorstellungen von englischen Schiffen. Sie sind auch irgendwann nach England umgesiedelt. Bei älteren Darstellungen sind die Kenntnisse englischer noch recht diffus, falsch niederländische Einflüsse sind unverkennbar.

Die Bilder wurden natürlich erst nach der Schlacht angefertigt. Die Maler waren mitunter tatsächlich zugegen. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, fertigte man schnelle Skizzen der Situation an und vermerkte die Schiffsnamen. Später bediente man sich im Atellier für die Details der Schiff-Portraits. Es kann also durchaus sein, daß es Diskrepanzen von Ereignis und Erscheinungsbild gibt.

 

Ein gutes Beispiel ist das erwähnte Gemälde von Storck. Das Bild entstand lange nach der Schlacht. Der Zeven Provincien fehlen die Türmchen auf den Gallerien, die sie aber erst 1672 verlor. Wahrscheinlich kannte Storck das Schiff sehr gut in dieser späteren Form. Ob er dann die Royal Prince noch gesehen hat ist die große Frage. Vielleicht hat er das Schiff einfach von einem anderen Gemälde "geborgt".

 

Die Darstellung von Sailmaker kenne ich auch, sie erscheint sehr lang gestreckt. Das Schiff ist direkt mit Blick auf die Breitseite abgebildet. Meist kennt man Ansichten von schräg hinten oder vorn. Dadurch erscheint der Rumpf eventuell gedrungener als er tatsächlich war.

 

Grüße

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Hallo,

 

eine Abbildung des Gemäldes von Isaac Sailmaker findet sich im Buch:

 

Early Sea Painters

ISBN 1-85149-230-5

Autor: F.B.Cockett

Verlag: Antique Collectors´Club

 

In diesem Buch sind sehr viele zeitgenössische Schiffe abgebildet. Für jemanden, der sich für den Schiffbau dieser Zeit interessiert, ein richtiger Leckerbissen!

 

Auf dem Gemälde von Sailmaker sieht die Prince Royal allerdings ganz andes aus, als im Modell des NMM.

 

Die Unterschiede können kaum mit unterschiedlichen Bauzuständen ein und desselben Schiffes erklärt werden.

 

Wahrscheinlich wurde beim Rebuild das ganze Schiff auseinandergenommen und aus den Hölzern ein ganz Neues gebaut. Nur aus verwaltungstechnischen Gründen, um keinen Neubau genehmigen zu müssen, wurde es als "rebuild" geführt.

 

 

Dieter Biela

Kleinostheim

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Hallo & herzlich Willkommen hier im Forum!

Auf dem Gemälde von Sailmaker sieht die Prince Royal allerdings ganz andes aus, als im Modell des NMM.

 

Die Unterschiede können kaum mit unterschiedlichen Bauzuständen ein und desselben Schiffes erklärt werden.

 

Wahrscheinlich wurde beim Rebuild das ganze Schiff auseinandergenommen und aus den Hölzern ein ganz Neues gebaut. Nur aus verwaltungstechnischen Gründen, um keinen Neubau genehmigen zu müssen, wurde es als "rebuild" geführt.

 

Sailmakers Gemälde zeigt das Schiff ja wohl in den 1660ern, also ein halbes Jahrhundert nach der Erbauung. Es gab wohl nur wenige hölzerne Schiffe, die, sofern sie überhaupt annähnernd so alt wurden, in dieser Zeit nicht mehrfach grundlegend "repariert" bzw. im Grunde genommen neuerbaut wurden. Aber auch wenn Schiffe auf derartige Weise neu aufgebaut wurden, gelten sie ja noch als dasselbe Schiff; sonst wäre bei den erhaltenen Exemplaren der Segelschiffsära auch mehr von der "Constitution von 1797" oder der "Victory von 1765" zu reden..

Bemerkenswert finde ich allerdings, daß man im Falle des "Sovereign" von 1637 auch nach vielen Jahrzehnten noch einige Element der ursprünglichen Dekoration wiedererkennen konnte. Es wäre wirklich mal interessant, genauer zu untersuchen, wie Prince Royal oder Sovereign im Laufe der Zeit verändert wurden. In neueren Zeiten wurden ja wenigstens meist, bedingt durch die vorhandenen und wiederzuverwertenden teuren Inhölzer, die Parameter beibehalten, aber im 17. Jahrhundert wurden die oft ranken Rümpfe ja auch gerne mal verbreitert - und nicht erst bei rebuilts.

 

Übrigens fiel mir neulich noch eine interessante Bugansicht des Prince aus seiner Frühzeit auf. Die Vorderseite des Vorderkastells weist eine bastionsartige Struktur auf, die sogar noch mit Kanonen bestückt ist (was auch auf der Rekonstruktion von Landström erkennbar ist, die bastellino freundlicherweise eingestellt hat; Landströms Quelle war vermutlich dieses Gemälde). Auch das oben verlinkte Modell im NMM scheint das darstellen zu wollen - aber in wohl abgeschwächter Form, wenn ich die nicht sehr guten Fotos richtig interpretiere.

 

Die "Bastion" erinnert ein wenig an Darstellungen gewisser Galeassen. Ob Vroom die einzige Quelle für diesen eigenwilligen Bug des "Prince" ist?

Edited by McCool

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Hallo

 

der Modellbauer der Prince aus dem NMM hat sich mit Sicherheit in Puncto Farbe am Bild von Landström orientiert.

 

Auf dieser Seite beschäftigt sich ein ungarischer Modellbauer auch mit der Thematik "Prince Royal",

und ist auch schon beim Bau von diesem, bin mal gespannt auf sein Aussehen.

 

http://szeibel.makettblog.hu/category/prin...rekonstruktion/

 

 

Er hat auch so seine Zweifel mit der grünen Farbe, lest es Euch mal durch.

Edited by bastellino

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Vielleicht hat sich Landström dadurch irritieren lassen, daß die Felder auf Vrooms Gemälde nicht tiefschwarz erscheinen - vielleicht hatte Landström auch einfach nur nur vermurkste Farbreproduktionen zur Verfügung.

Ebenso ist ja eindeutig falsch, daß die Schnitzereien sämtlich vergoldet gewesen seien. In einer Kostenaufstellung für die Ausstattung des Prince etliche Male die Wendung "primed three times... all gilded and laid in oil colours.."

Z.B.: "On the lower counter two great mask heads three times primed and stopped, all gilded and laid in oil colours." Hier ist nur von der Schnitzerei selbst, nicht den Flächen die Rede, und es wurden sowohl Gold als auch (mehrere) Ölfarben verwendet. Die Gemälde werden dadurch m.E. bestätigt. Der Grüne Anstrich von Landström und dem NMM-Modell ist offenbar schlichtweg ein Irrtum. Oder beruht er vielleicht auf dem Gemälde mit der Bugansicht? Das kenne ich leider nicht in brauchbarer Größe in Farbe. Es weicht ja vielleicht in ein paar Details merkwürdig von der bekannten Seitenansicht ab - vielleicht auch in der Farbe?

Edited by McCool

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in der Tat ist das Vorderkastell bei der Bugansicht sehr weit nach gezogen, ich kenne nur eine

Zeichnung die in dieser Hinsicht vergleichbar wäre.

Das ist die von der Sovereign of the Seas abgenommen von einem Stich, auf dieser ist das Vorderkastell auch sehr weit nach vorn gezogen und ist auch rund wie bei der Prince, was ich noch bei keinem Modell gesehen habe, diese zeigen alle nur das gerade bzw. leicht abgerundete.

Vielleicht hatten diese Schiffe zu Beginn ihrer langen Karriere wirklich ein rundes Vorderkastell

und das wurde dann im Zuge der Umbauten ersetzt durch ein gerades.

Beide Erbauer stammen ja aus der Pett-Family.

post-911-1274276322_thumb.jpg

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Vielleicht hatten diese Schiffe zu Beginn ihrer langen Karriere wirklich ein rundes Vorderkastell

und das wurde dann im Zuge der Umbauten ersetzt durch ein gerades.

Beide Erbauer stammen ja aus der Pett-Family.

Das Frontschott der Back - wenn man es "Schott" nennen will - war beim Sovereign zweifellos gewölbt. Unklar ist allerdings, wie stark. Busmann hebt den Punkt in seiner Arbeit auch hervor, erwähnt in dem Zusammenhang aber leider nicht den Vorgänger Prince, was ja wirklich interessant gewesen wäre.

Ein auffälliger Unterschied bei beiden Konstruktionen ist jedenfalls, daß bei Prince die "Bastion" nur bis knapp unterhalb der Ankerkranbalken reicht. Der Raum unter dem Backdeck wird offenbar durch eine gerade oder geringer gewölbte Wand abgeschlossen. Das ist besonders bei der oben eingestellten Bugansicht zu sehen, aber auch in der wohl bekannteren Seitenansicht zu erahnen. Beim Sovereign ergibt sich hingegen nach vorn eine durchgehende, gewölbte Fläche. Übrigens ist es interessant, mal einen Blick auf den Entwurf zu werfen. Da scheint die Front der Back noch stärker gewölbt als auf dem Stich von Payne oder der Zeichnung von van de Velde. Möglicherweise besaß das "Schott" beim Prince keine größere Wölbung als jenes des Sovreign auf diesem Vorentwurf; beim Sovereign war es dann aber weiter hochgezogen.

DAvon ausgehend wäre dann allerdings wäre der Eindruck des Gemäldes mit de Bugansicht des Prince von den Proportionen hier als fragwürdig einzuschätzen, auch wenn die sich auf (d.h. auf einer Platfom?oder befinden sie sich inder Bastion?) der Bastion tummelnden Personen die Größe derselben noch zu unterstreichen scheinen. Die Prince-Seitenansicht erscheint dann realistischer, was die Proportionen angeht.

Übrigens weist beim Sovereign ja auch das Schott zum Achterdeck Wölbungen auf - entweder je eine an backbord und steuerbord, oder es sind sogar drei Wölbungen - auch das ist nicht ganz so einfach zu bestimmen. Es gibt hier auch Stückpforten mit Geschützen darin. was ja noch auf die große Bedeutung des Enterkampfs hindeutet, bei dem Vorder- und Achterkastell gegen die niedrigere Kuhl hin verteidigt werden konnten.

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    • By Neptun65
      Hi!
       
      Bei Amberley Publishing soll mit Erscheinungstermin 1.Nov.20010 ein neues interessantes Buch über die Sovereign of the Seas erscheinen.
       
      Titel: Sovereign of the Seas
      Autor: James Sephton
       
      Link: Mr. Amazon
    • By McCool
      John McKay: SOVEREIGN of the SEAS, 1637: A Reconstruction of the Most Powerful Warship of its Day. 272 Seiten, Seaforth Publishing / Pen & Sword.  Erscheint vermutlich am 28.02.2020.
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      Eigentlich wäre eine umfassende Monographie zu diesem Schiff - es gibt z.B. auch eine vom produktiven Angus Konstam, die ich nicht kenne, aber aber sich offenbar kaum um die physische Beschaffenheit des Schiffs an sich dreht - eine hochinteressante Sache. Ideale Autoren schienen mir dafür Brian Lavery oder Richard Endsor  - letzterer hat ja mit "The Restoration Warship" ein phänomentales Werk vorgelegt, in dem sich Kenntnis des Schiffbaus und der Geschichte, Schreibtalent, Maltalent und last but not least die Fähigkeit, technische Zeichnungen anzufertigen, aufs Beste vereinigen.
      John McKay hat ja nun auch bereits über Jahrzehnte hinweg verschiedene Bücher verfaßt bzw. Zeichungen beigesteuert, immer sehr anschaulich, aber da gabs eben durchaus Probleme, und zwar dort, wo keine exakten Unerlagen wie z.B. die von Bugler zur Victory vorlagen.  Nun gibts heute eine große Anzahl recht gut erreichbarer Bücher zum Schiffbau des 17. Jahrhunderts, aber der Sovereign ist als erstes Schiff seiner Art etwas Besonderes. Es scheint vielleicht allzu mokant, sich über solche Dinge zu äußern, bevor das Buch überhaupt erschienen ist, nur gab mir das Titelbild schon gewissen Anlaß zu Zweifeln; besaß der SOVEREIGN nicht doch schon ein Rundgat?
      Im Ggs. zum Plattgat des PRINCE ROYAL von 1610? Auf besagter Titelillustration ist beim SOVEREIGN leider eindeutig ein altmodisches Plattgat zu erkennen.
      Ein schönes Modell mit Rundgat von Jürgen Rotter siehe hier beim @schifferlbauer
    • By McCool
      Die Ende 2002 in der Schriftenreihe des DSM erschienene brilliante Arbeit Hendrik Busmanns zum Dekorationsprogramm des ersten echten Dreideckers, des "Sovereign of the Seas" von 1637, ist mittlerweile via Amazon oder in Antiquariaten sehr billig zu haben (ab ca 20 Euro, meist offenbar neuwertig und eingeschweißt - das Buch kostete bei Erscheinen 75,90. Z.B. erhältlich bei Amazon, Z-Shops, abebooks, zvab)
      Zum Inhalt:
      http://idw-online.de/pages/de/news57312
      http://www.dsm.museum/Pubs/wiss54.htm
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