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McCool

"HMS Victory rotting and being pulled apart under its own weight"

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Ein Bericht des Telegraph von Anfang Januar sieht den Zustand der im Trockendoch in Portsmouth befindlichen Victory, dem 1765 gebauten Trafalgar-Flaggschiff Nelsons, nicht sehr rosig.

"The 245-year-old ship is leaking, is riddled with rot and is gradually being pulled apart by its own weight, according to maintenance documents and a structural survey obtained by The Sunday Telegraph."

Notwendige Reparaturen sollen nicht ausgeführt worden sein, einige Arbeiten hingegen könnten sogar die "strukturelle Integrität" des Schiffs beeinträchtigt haben.

An anderer Stelle hieß es, "Surveys carried out last year revealed that, under her exterior, HMS Victory was in a shocking state."

Bereits seit den 1990er Jahren werden Restaurierungsarbeiten nicht mehr von der Royal Navy selbst, sondern von Privatfirmen durchgeführt. Ob die jetzt bekanntgewordenen Probleme damit zusammenhängen, wird aus dem Artikel nicht klar. Aber Gerüchte besagten, daß das Verteidigungsministerium offenbar mit dem Gedanken spielte, die Kosten für die Victory durch bedenkliche Maßnahmen weiter zu reduzieren.

"The ship faces an uncertain fate, with the government looking to cut funding for her and considering handing over the running of her."

Einige der Probleme werden noch etwas detaillierter ausgeführt. So wurden offenbar während der Restaurierungsarbeiten die strukturell wichtige Knie (die Decksbalken mit der Bordwand verbinden), lediglich an der Beplankung, nicht aber am Spantwerk befestigt - das klingt fast ein wenig nach den berüchtigten "devil bolts", quasi Bolzenattrappen, mit denen Privatwerften in der Nelson-Zeit versuchten, ihre Gewinnspanne durch Einsparung wertvollen Materials zu vergrößern.

A spokesman for the MoD [Anm: Ministry of Defence] insisted that it will not sell off the Victory, but campaigners fear the running of it will be taken over by a charity – such as the Mary Rose Trust – the local council, or a private company.

Gegen solche Absichten regt sich glücklicherweise Widerstand.

http://www.telegraph.co.uk/earth/environment/archaeology/8247770/HMS-Victory-rotting-and-being-pulled-apart-under-its-own-weight.html

Ende Januar wurden Berichte veröffentlicht, daß innerhalb der nächsten zehn Jahre aufwendige Restaurierungsarbeiten an dem Schiff durchgeführt werden sollen:

"HMS Victory's Future is to be secured":

http://www.portsmouth.co.uk/news/local/east-hampshire/hms_victory_s_future_to_be_secured_1_2358603

Edited by Threepwood

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Das Problem, daß die Victory sich unter ihrem eigenen Gewicht deformiert, besteht fort. Hier ein BBC-Bericht vom Mai dieses Jahres. Derzeit wird ein auf 13 Jahre angelegtes Reparaturprojekt durchgeführt, das 35 Millionen Pfund kosten soll.

http://www.bbc.com/news/uk-england-hampshire-36254359

Offenbar sackt das Oberdeck ab und drückt dabei die Bordwände auseinander- oder, wie es der Telegraph umschrieb, "collapsing under its own weight like a “squashed football”". Das Deck nähere sich dem Kiel 0,5 cm im Jahr, mit zunehmender Tendenz. Gleichzeitig sackt der Rumpf nach achtern ab.

http://www.telegraph.co.uk/news/2016/05/10/hms-victory-collapsing-under-own-weight/

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In den letzten Wochen wurden mehrere Videos über das neue Abstützungssystem für die Victory veröffentlicht:

 

 

 

 

Edited by McCool

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    • By McCool
      Hier gibts einen Nachrichtenbeitrag über die Bergung des Wrack der Mary Rose, des Schiffs Heinrichs VIII.
       
      Erst 2016 wurde im neuen Mary Rose-Museum die zur Konservierung durchgeführte Besprühung mit Polyethylen-Glycol beendet und das Wrack getrocknet,  so daß man es endlich ungehindert betrachten konnte.
      Ende letzten Jahres berichteten die Medien, daß Experten festgestellt hatten, daß die Struktur der Mary Rose zu kollabieren droht.
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      In diesem Vortrag von Sir Percy Watts von 1905 (Klick) heißt es:
       
      Die alte Exmouth war anscheinend das 90-Kanonen-Schiff aus den 1850ern, auf einem Bild auf dieser Seite ist sie mit hängenden Enden zu sehen. Dieses Schiff wurde 1905 abgebrochen und dann offenbar durch den oben erwähnten stählernen Neubau ersetzt, siehe hier und hier.
       
      Etwas über die Geschichte dieses Stahlschiffs ist hier nachzulesen.
      Wobei mir nicht klar ist, was hier "the old Exmouth type" sein sollte; aber die Ähnlichkeit mit irgendeiner alten Vorlage könnte sehr begrenzt gewesen sein, auch wenn Watts oben nahelegt, die Rumpflinien der Victory würden in dieser stählernen Exmouth weiterexistieren, auch wenn ihre hölzerne Vorlage längst vergangen sein. Nun existiert diese ja noch immer, aber wo ist TS Exmouth geblieben? Es wird noch die Verwendung als Depotschiff erwähnt, aber nicht der endgültige Verbleib.
    • By McCool
      2015 erhielt die Victory einen neuen Anstrich, der Viele irritierte.  Die einstmals kräftig gelben, denn in einem dunkleren Ocker gestrichenen Batteriestreifen erhielten nun einen Farbton, den einer der Verantwortlichen als "Terracotta" bezeichnet, den einige aber für Pink halten. Es gibt hier ein schönes Video dazu:
       
      Ab hier wird etwas zur Analyse von Farbproben vom Schiff erläutert. Bemerkenswert finde ich da, daß noch 1802 ein stärker gelb/ockerfarbiger Abstrich erfolgte (Puh, Modellbauer, die Pink nicht mögen, haben Glück gehabt -  das bietet noch einen Ausweg aus dem Pink: Victory 1803, direkt nach dem großen Umbau.). Die nächste Schicht ist deutlich heller, das ist der Farbton, den man 2015 rekonstruiert hat.  Von diesem Farbton aus ist es nur noch ein  kleiner Schritt ist, bis man die Batteriestreifen gleich weiß anstreicht.
      Insgesamt ist der "neue" Farbton keine große Überraschung. Das finstere Ockergelb, das man davor hatte, hätte um 1800 wohl nicht so viel Anklang gefunden. In einem anderen Thread hatte ich schon einmal auf eine Quelle verwiesen, die hellere Ockertöne gegenüber den billigeren Standardmaterialien bevorzugte - das hing dann aber auch vom Geldbeutel des Kommandanten ab.
    • By McCool
      Vielleicht ist es jedes der vier noch erhaltenen Schiffe mit "napoleonischer" Relevanz wert, daß ihm ein eigener Thread zur Diskussion, zum Zusammentragen von Information, Literaturhinweisen und Internetlinks gewidmet werde - Victory dürfte das berühmteste Relikt dieser Zeit sein (die anderen sind die Fregatten Constitution, Trincomalee und Unicorn), und es ist das einzige hölzerne Linienschiff, das noch existiert; bei der Vasa bin ich mir nicht ganz sicher, ob man sie schon als Linenschiff bezeichnen darf. Wenn ja, so ist Victory immernoch der einzige Dreidecker!
      Im Laufe der Zeit wurde dieses 1765 vom Stapel gelaufene Schiff viel verändert, ihr gegenwärtiger Zustand soll, so wird allgemein angegeben, jenem von 1803 bzw 1805 gleichen. Dem ist zwar durchaus nicht so, aber man bemüht sich noch immer, sie in dieser Richtung zu verbessern.
      Auf dieser Seite ist ein Heckbild zu sehen, das Änderungen jüngeren Datums offenbart: Die Heckdavits ("Bootskräne") sind entfernt worden, und der Name in der Gillung ist jetzt nicht mehr umrandet, sondern scheint größer und die Gillung fast auszufüllen - das kommt der damaligen Praxis sicherlich näher.
      Die Bootsdavits hatte man erst während der REstaurierungsarbeiten in den 1920er Jahren wieder angebracht; tatsächlich sollen sie aber mit der Einführung des "geschlossenen Heckspiegels", also des Balkonlosen, abgeschafft worden sein. Da die Victory während ihres großen Umbaus von 1800 - 1803 nach gängiger Auffassung wahrscheinlich einen solchen geschlossenen Spiegel statt des alten "offenen" bekam, hätte sie vermutlich auch keine Heckdavits gehabt. Heute hat die Victory nun so oder so einen geschlossenen Heckspiegel, aber ob jemals seite den 1920er Jahren ein Boot in den Davits hing? Wäre mir unbekannt und aus statischen Gründen auch nicht ratsam.
       
      Auf der folgenden Seite findet man noch einen Längsschnitt durch die Victory, der einen ganz schönen Überblick über die Raumaufteilung eines Dreideckers gibt; er soll aus dem "Trafalgar Companion" von Mark Adkin stammen; Klick! Da er die Victory in modernem Zustand zeigt, sind allerdings nicht alle Details ernstzunehmen.
    • By McCool
      HMS Implacable war ursprünglich das französische 74 - Kanonen - Linienschiff DUGUAY TROUING, das 1800 in Rochefort vom Stapel lief. Bei Trafalgar konnte das Schiff den Briten entkommen, wurde aber im November in der Biscaya nach zähem Widerstand gekapert und nach Umbau als IMPLACABLE in Dienst gestellt. Nach der aktiven Dienstzeit diente wie so viele andere hölzerne Schiffe den Rest des Jahrhunderts durch als stationäres Ausbildungsschiff u.ä. 1920 wurde es mit einigem Aufwand restauriert, aber 1947 beschloß die Admiralität, das Schiff loszuwerden. 1949 wurde es versenkt.
      Was vom Schiff übrigblieb ist seine Galionsfigur aus britischer Zeit und die Dekorationen des Heckspiegels; beide sind im National Maritime Museum zu besichtigen. Der Heckspiegel war jahrzentelang eingelagert und wurde erst Ende der 1990er Jahre restauriert und ausgestellt.
      Galionsfigur
      Heckspiegel
      Implacable kurz vorm Ende
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