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Nur ein kleiner Hinweis ;) :

In der häßlich betitelten Reihe "SCHIFF Profile", nicht zu verwechseln mit dem kongenialen Titel "SCHIFF Classic" ist als Band No 18 ein Heft über das Schulschiff CHARLOTTE (1885-1921). Es trug eine Vollschiffstakelage, hatte einen Hilfsantrieb und eine Bewaffnung aus 15 cm-Geschützen und Revolverkanonen.

Nach Angaben des Verlags "dokumentiert [der Band] die große Ausbildungsreise der Kadettencrew von 1898 bis 1899 in einzigartigen Aufnahmen". Beim flüchtigen Durchblättern im Zeitungsladen erschienen mir in der Tat die zahlreichen Fotografien äußerst wertvoll.

Was den Modellbau-Aspekt angeht: Wieder einmal gibt es leider keine annähernd modellbautauglichen Unterlagen, ein halbwegs vollständiger Riß fehlt im Heft, sofern ich das nicht übersehen habe. Es gibt einen kleinen Generalplan mit Segelriß und Decksdraufsicht, von Rahhardt gezeichnet, einen Querschnitt, und in der Heftmitte eine sehr schöne farbige Darstellung, wie man sie von Olaf Rahardt kennt. Ein zeitgenössischer einfacher Segelriß aus irgendeiner Publikation - also kein Admiralitätsplan - auch abgedruckt.

Der große Wert, und daher dürfte sich das jedenfalls Heft lohnen, sind die tollen Fotos. (Zum Text kann ich vorläufig nichts sagen). Schön, daß Olaf Rahardt sich diess interessanten Schiffes angenommen hat!

 

 

Apropos Pläne, für den älteren MOLTKE gibts ja hier zwei digitalisierte Originalpläne:

http://dreadnoughtproject.org/plans/SM_Moltke_1900/

Kennt jemand für irgendeine der sogenannten "Kreuzerfregatten" Spantrisse?

Edited by McCool

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Von der Charlotte habe ich keine Spanten, aber für die Gedeckten Korvetten Leipzig und Stosch. Da gibt es im Deutschen Museum München schöne Pläne - eventuell auch von der Charlotte?

 

Das ist meine Besprechung des Charlotte-Hefts:

http://www.modellmarine.de/index.php?option=com_content&view=article&id=4356:schiff-profile-sms-charlotte&catid=169

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Von der Charlotte habe ich keine Spanten, aber für die Gedeckten Korvetten Leipzig und Stosch. Da gibt es im Deutschen Museum München schöne Pläne - eventuell auch von der Charlotte?

Danke für die Info, das wäre ja auch eine Möglichkeit. Nach wie vor finde ich es nicht gut, wenn in einem Buch über ein Schiff nicht einmal die Rumpflinien enthalten sind. Sollten keine Pläne mehr existieren, ist das halt nicht zu ändern. Auch der Quellennachweis läßt oft zu wünschen übrig.

Ach, ich mußte es selbst bezahlen! :) Eine ausführliche Würdigung ist dann an dieser Stelle auch nicht mehr nötig, das ist ja ein sehr guter überblick. Zu empfehlen ist der Band auf jeden Fall, es ist eine sehr verdienstvolle Veröffentlichung.

Edited by McCool

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Vor vielen Jahren hatte ich mal das Vergnügen eines Mailwechsels.

Zu Plänen, da gibt es ja z.B. einen neugezeichneten Querschnitt, irgendetwas muß da ja die Vorlage gewesen sein. Ist natürlich auch so Tradition in diesen Heften, daß da kaum Pläne drin sind, wenn ich da an "Marine Arsenal" und dergleichen zurückdenke. Keine gute Tradition, meiner Meinung nach, aber vielleicht interessieren sich viele Leute auch wirklich nicht so sehr dafür? Manche Institutionen scheinen allerdings auch derart eifersüchtig auf ihren Schätzen zu hocken, daß eine Veröffentlichungsgenehmigung sich wirtschaftlich nicht lohnt.

 

Wie auch immer, der sehr interessante Artikel Rahardts über Ariadne und Luise Ende 2006 in der Modellwerft enthielt sehr gute Originalpläne; allerdings keine Rumpflinien, die waren anscheinend nicht vorhanden.

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Der Artikel in ModellWerft enthält Pläne in dem Stil der Pläne der Leipzig und Stosch, die es im Deutschen Museum gibt.

 

Ich denke auch, dass Rahardt vollständigere Pläne zur Verfügung hatte - oder sogar schon neu gezeichnet hat.

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Hattest Du mal vor, eine Kreuzerkorvette im Rahmen Deiner Kreuzersammlung zu bauen? Wäre sicher mal ein interessanter Typ, obwohl die Schiffe doch sicher schon hauptsächlich als Schulschiffe gebaut wurden, oder? Weiß jetzt gar nicht, was Rahardt dazu schreibt.

 

Ach ja, mir fiel auf, daß da eine Darstellung war, welche die Charlotte im schwarzen Anstrich zeigt. Ist man ja auch gar nicht gewohnt. Die ist aber vor dem Stapellauf erschienen. Fuhren die Charlotte oder eines der andern ähnlichen Schiffe tatsächlch jemals in Schwarz?

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Die Idee, eine der Gedeckten Korvetten zu bauen, habe ich schon lange. Der Favorit ist SMS Moltke.

 

Diese Schiffe wurden ursprünglich nicht als Schulschiffe gebaut, sondern als Kreuzer für Auslandseinsätze. Deshalb hatten sie, um die notwendige Reichweite zu haben, auch noch so lange eine so extensive Segeltakelage. Die Korvetten wurden im größeren Umfang für die Inbesitznahme/Eroberung der Kolonien und der Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen (Kanonenbootpolitik) verwendet. Parallel wurden sie auch als Schulschiffe verwendet - bei Ende ihre Lebensläufe fast ausschließlich. Charlotte wurde fast ausschließlich als Schulschiff verwendet, aber wenn ich mich richtig erinnere, wurde sie mindestens einmal für einen dieser typischen Machtdemonstrationen verwendet (wofür sie nicht mehr so eindrucksvoll war).

 

In einem der Bücher von Hansen über die deutsche Flotte (Die Schiffe der deutschen Flotten 1848-1945) ist ein Foto der Gneisenau mit schwarzen Rumpf enthalten - zumindest in der englischen Ausgabe. Dazu gibt es Fotos der Bismarck mit schwarzen Rumpf:

http://www.deutsche-schutzgebiete.de/sms_bismarck.htm

 

Gneisenau:

http://www.deutsche-schutzgebiete.de/sms_gneisenau.htm

 

Moltke (nur ein Bild)

http://www.deutsche-schutzgebiete.de/sms_moltke_1.htm

 

Bis zur Leipzig-Klasse habe ich auch von allen Klassen von Korvetten Fotos mit schwarzen Rumpf bzw. mit schwarzen Rumpf und weißen Batteriestreifen (bei der Leipzig-Klasse). Bei der Charlotte habe ich nur Zeichnungen gesehen, aber keine Fotos. Später als Schulhulks hatten natürlich viele wieder schwarze Rümpfe.

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Sehr interessant! Seit wann gab es eigentlich die hellen Tropenanstriche bei der Kaiserlichen Marine? Würdest Du eher zu einem schwarzen oder hellen Moltke tendieren?

In einem der Bücher von Hansen über die deutsche Flotte (Die Schiffe der deutschen Flotten 1848-1945) ist ein Foto der Gneisenau mit schwarzen Rumpf enthalten - zumindest in der englischen Ausgabe.

In der deutschen auch, auf S. 72! Dankesehr, da hatte ich gar nicht mehr dran gedacht, aber es ist ja auch ein sehr kleines Foto.

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Hallo Forengemeinde,

 

sorry, leider habe ich erst jetzt die Themenbeiträge zur CHARLOTTE und dem SCHIFF-Profile Nr. 18 entdeckt. Ich bedauere es daher, dass mir McCool nicht gleich direkt geschrieben hat, denn offenbar hatten wir ja schon mal Kontakt. Zumindest hätte ich ihm da schon alle seine Fragen, die er hier nun im Forum stellte, beantworten können. :rolleyes:

 

Zunächst erst mal vielen Dank für Eure lobenden Worte, sowohl zu dem Heft und natürlich dem Thema an sich. Ich hatte mich hierbei auch sehr darüber gefreut, dass sich soviel Material dazu zusammentragen ließ, dass es für ein solches Heft ausreichte. Und natürlich gibt es dazu auch noch weitaus mehr - einschließlich diverser Pläne. Wenn nun Mc Cool aber beispielsweise genau diesen Sachverhalt der fehlenden Pläne im Heft bemängelt, dann muss ich erst mal darüber aufklären, dass solch ein Heft immer nur ein Kompromiss ist, zwischen dem was man als Autor am liebsten möchte (!) und dem was auch machbar ist. Das hängt sowohl vom Verlag wie auch der Quellenlage ab. Wer schon mal im B+M-Archiv Freiburg recherchiert hat wird schnell merken, wo die Grenzen liegen. Nicht nur, dass hier horende Kosten ins Haus stehen um entsprechende Archivalien zu bekommen, sondern der geneigte Nutzer wird dann gleich nochmal ein zweites Mal geschröpft, wenns um Nutzungsrechte für Veröffentlichungen geht. Nun kommt nämlich die Ökonomie ins Spiel.(leider !!!) Also bitte nicht Autor und/oder Verlag für fehlende Pläne kritisieren, sondern mal die Ursachen dafür erfragen. Denn, vorhanden ist eine ganze Menge. Einschließlich der Linienrisse. Unterm Strich steht aber immer die Frage zu welchen Bedingungen man all das Vorhandene im Heft mit veröffentlichen kann. Mir tut's logischerweise auch leid, dass die Pläne dabei wegbleiben mussten.

 

Um dieses Problem aber anzugehen, sollte man die Arbeitsweise der staatlichen Archive mal auf den Prüfstand stellen. Vom Geld der Bürger für Bürger angelegt, sind es wieder die Bürger die tief in die Tasche greifen müssen um Inhalte der - qasie eigenen - Archive zu nutzen !?! :angry:

 

Die Beantwortung aller fachlichen Fragen lässt sich im Heft finden. Auch jene nach Anstrichvarianten. Jeweilige Bildbelege sind ebenfalls vorhanden.

 

Für weitere Fragen könnt Ihr mich auch gern direkt kontaktieren.

 

Olaf Rahardt

www.marinemaler-olaf-rahardt.de

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Hallo Olaf,

vielen Dank für die Erklärung!

 

Du hast ins Heft ja schöne selbstgezeichnete Pläne beigefügt, worauf sich die Vermutung bezog, dass Du noch umfangreichere selbst gezeichnete Pläne verfügen könntest.

 

Wegen dem Archiv gebe ich Dir vollkommen recht: wie z.B. in Dänemark und den Niederlanden sollten die Archive allen ihren Inhalt kostenlos zur Verfügung stellen, am besten hochauflösende Scans online gestellt. Das wäre auch schonend für die Originale und würde langfristig weniger Arbeit machen.

 

Aber da Du Dich hier schon mal gemeldet hast: kennst Du eventuell Pläne der Panzerfregatten Deutschland und Kaiser als Große Kreuzer? Hattest Du nicht mal Pläne im Zustand als Panzerfregatten gezeichnet und im Logbuch veröffentlicht?

 

Auf jeden Fall wäre es toll, wenn es weitere ähnliche Schiff Profile geben würde!

 

Bis denn

Lars

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Hallo,

 

Vielen Dank für den Kommentar! Der Email-Kontakt übrigens liegt bereits 10 Jahre zurück, es ging damals um kleine Porträts napoleonischer Schiffe.

 

In diesem Forenthread scheint ja vor allem der Teilaspekt der Zeichnungen herauszustehen. Das hat folgenden Grund: Zur Zeit des ersten Postings hatte ich das Heft über die CHARLOTTE nur kurz einsehen können, wollte aber darauf aufmerksam machen, weil ich nicht wußte, wie lange es im Handel erhältlich sein würde. Eine umfangreichere Rezension wollte ich später verfassen, nach gründlicher Beschäftigung mit dem Heft. Nachdem aber Lars seine Modellmarine-Rezension oben verlinkt hatte, schien mir eine weitere an dieser Stelle nicht notwendig. Daher also erfolgte hier vor Ort keine umfassende Würdigung sämtlicher Aspekte des Hefts, sondern es kam eben der kleine Einzelaspekt der Zeichnungen in den Vordergrund -wobei ich sowohl erwähnte, daß diese für viele Leser vermutlich weniger wichtig sind, als auch, daß ich das Heft jedenfalls für verdientsvoll und empfehlenswert halte.

 

Um dann noch mal das Gesamtheft kurz zu charakterisieren (eine ausführliche Rezension hole ich evtl. für die HP nochmal nach): Die CHARLOTTE ist ein interessant gewählter Gegenstand, der Text ist gut strukturiert und geschrieben, die zahlreichen Fotos sind eine wunderbare Zeitdokumente. Zusätzlich die guten neuen Zeichnungen und das attraktive doppelseitige Farbprofil in der Heftmitte. Das Heft gibt ein umfassendes Bild von der Technik, Takelage und Bewaffnung hin zu alltäglichen Dienstabläufen und der Einsatzgeschichte. Es ist sicherlich ein Glanzlicht unter den maritimen Veröffentlichungen der der letzten Zeit insgesamt, und erst recht unter jenen über die kaiserliche Marine; bei Kleinigkeiten wäre ein gewisses Feintuning möglich.

 

Daß die Abwesenheit der Originalrisse im CHARLOTTE-Heft mit der restriktiven Politik gewisser Museen und Archive zusammenhängen könnte, hatte ich ja selbst auch oben angemerkt (das kann aber nur ein Teil der Erklärung sein für die generelle Spärlichkeit deutscher maritimer Publikationen in puncto technischer Zeichnungen: Harald Fock zeigte, daß es auch anders geht). Es sind ja nun im CHARLOTTE-Heft auch einige Zeichungen enthalten, die nicht vom restriktiven oder überteuerten Archiv-Nutzungsrechten betroffen sind: Die sehr schön neu gezeichnete Seiten- und Decksansicht (was sind die Quellen? Diese schöne Zeichnung ist leider sehr klein abgedruckt, hochkant auf einer Seite wäre toll gewesen), ein Hauptspantquerschnitt (Quelle?), das farbige Längsschnittschema und natürlich die Seiten- und Draufsicht in der Heftmitte. Da wäre doch ein ebenfalls neu gezeichneter Linien- und Spantriß die perfekte Ergänzung gewesen. Aus welchem Grund auch immer diese Zeichnungen nicht vorhanden sind - aus Lesersicht ist es wohl kaum abwegig oder irrational, ihr Vorhandensein zu wünschen! Denn auch dieses Heft über die CHARLOTTE hat nicht nur die Einsatzgeschichte zum Inhalt, sondern eben auch die technische Seite. Was aber definiert die materielle Beschaffenheit eines Schiffs besser als die Risse?

 

Was das erwähnte restriktive Gebaren gewisser deutscher Museen und Archive angeht, so stimme ich der Kritik daran vollauf zu. Allein der Blick ins Ausland und die dort öffentlich verfügbaren Digitalisate von z.B. historischen Plänen und Fotos, teilweise in höchsten Auflösungen, lassen lassen unsere Institutionen als rückständig erscheinen und sollte sie beschämen. Sofern aber nicht dagegen protestiert wird, wird sich daran vermutlich nichts ändern.

 

Bye,

Knut

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    • By Flyingdutchman
      Hallo liebe Forumsmitglieder,
       
      eigentlich veröffentlichen wir keine Dinge vorab aus unserem Buch, aber ich glaube, diese Flagge sollte gerade in diesem wichtigen Forum gezeigt werden.
       
      Hier der Buchtext im Vorentwurf und die Flagge dazu:
       
       
      Das Foto der SMS Preußen wurde uns heute sofort von dem begeisterten Mitarbeiter der Marineschule Mürwik dazugegeben. Man kann diese einzigartige Flagge am Toppmast klar erkennen, ein wirklich toller Fund.
       
      Danke fürs Schauen !
      Gruß
      Flyingdutchman



    • By Jörg
      Hallo,
       
      ich recherchiere ja immer mal wieder gern zur preussischen Segelfregatte GEFION
      und so fand ich kürzlich einige sehr interessante Fotos und ich konnte das
      Schiff auf zwei Fotografien identifizieren.
      Die Quellenangaben der Bilder befinden sich am Ende dieses Beitrages.
       
      Eine kurze Beschreibung zur GEFION findet sich bei Wikipedia:
      Gefion bei WIKIPEDIA
       
      Es gibt nicht wirklich viele Fotografien der Gefion und die folgenden beiden
      Bilder sind vielen von Euch vermutlich bekannt.
       
      Bild 1

       
      Bild 2

       
       
      Die Gefion lag ab 1870 als Wohnschiff in Kiel und wurde 1891 abgewrackt.
      Von Gustav Schönleber (1851-1917) gibt es den Holzstich der Gefion und mich
      hat immer interessiert, wie authentisch die Szenerie ist, die Schönleber zeigt.
       
      Man sieht auf dem Holzstich die Gefion an einem Anleger an der Wasserallee
      in Kiel mit dem Schloss im Hintergrund und ich machte mich auf die Suche nach Fotos.
      Bild 3

       
       
      Ich durchstöberte das Online-Fotoarchiv des Stadtarchives Kiel. (Ein hochinteressantes Fotoarchiv.)
      Online-Fotoarchiv - Stadtarchiv Kiel
       
       
      Folgendes Bild habe ich gefunden. Es zeigt den Bereich der Anleger an der Wasserallee um 1900
      und in dem Bereich lag die Gefion als Wohnschiff.
      Bild 4

       
      Hier ein Vergleich des Holzstiches von Schönleber und der Fotografie.
      Bild 5

       
       
      Ein weiteres hochinteressantes Foto fand ich in dem Onlinearchiv.
      Es stammt, lt.Bildbeschreibung, aus der Zeit um 1882. Also aus der Zeit, wo die
      Gefion noch als Wohnschiff in Kiel lag. Links im Bild sieht man das Schloss
      und etwa in Bildmitte kann man einen Rumpf mit einem weißen Streifen erahnen.
      Bild 6

       
      Hier ist ein vergrößerter Ausschnitt.
      Bild 7

       
      Und noch weiter vergrößert.
      Bild 8

       
      Man erkennt die Gefion mit dem Untermast des Großmastes und drei "Krangalgen".
      Ich bin nicht sicher, wie diese Konstruktionen genau heißen,
      die vermutlich zum Heben von Lasten durch die Luken benutzt wurden.
      McCool schickte mir netterweise einen Link, wo man derartige Konstruktionen auch sehen kann.
      Hastings (Cooke Stich)
       
      Es ist natürlich faszinierend, so ein Foto zu finden, auch weil man hier sieht,
      dass Schönlebers Stich offenbar sehr exakt ist, denn auch auf dem Stich
      ist auch nur der Großmast mit diesen 3 Krangalgen zu sehen.
      Zwei auf der Gefion und einer auf einem Schiff hinter der Gefion.
      Eventuell hat Schönleber ja sogar eine Fotografie als Vorlage gehabt, oder er hat
      die Szenen dort vor Ort skizziert und danach den Holzstich gefertigt.
       
      Aber es kommt noch interessanter...
       
      Der Bereich, in dem die Gefion liegt, wurde später zum Oslokai (1961) und danach zum
      Ostseekai (2007). Dort legen heute die großen Kreuzfahrtschiffe an.
      Auf der Suche nach Bildern vom Oslokai in Kiel fand ich dieses Foto.
      Es zeigt den Oslokai vom Sellspeicher aus fotografiert im Jahre 1966 mit den Fährschiffen
      Kronprins Harald, Scania und Langeland.
      Den Sellspeicher erkennt man gut auf Bild 7. Es ist das hohe Gebäude unterhalb vom Schloss.
      Bild 9

       
      Ein weiteres Bild aus dem Jahre 1888 zeigt den gleichen Bereich.
      Rechts im Bild das Panzerschiff BADEN.
      Bild 10

       
      Und dann fand ich noch dieses Bild aus dem Jahre 1878 in der Bundesarchiv Bilddatenbank.
      Es zeigt eindeutig den gleichen Bereich mit einigen aufgelegten Schiffen.
      Das Schiff rechts oberhalb der Bildmitte ist vermutlich die Niobe.
      Bild 11

       
      Dann stach mir der Heckspiegel eines Schiffes mit den weißen Untermasten, links oben in
      Bild 11, ins Auge. Das ist die Gefion.
      Es gibt keine guten Aufnahmen vom Heck der preussischen Gefion und insbesondere
      nicht vom genauen Verlauf der weißen Zierlinien am Heckspiegel.
      Die bekannten Aufnahmen lassen immer noch Raum für Spekulationen.
      Auf diesem Bild sind zwar keine Details erkennbar, aber das Bild mit der Gefion war
      so nicht bekannt und man weiß jetzt, wie die weißen Zierlinien, insbesondere im
      oberen Bereich des Heckspiegels, tatsächlich verlaufen. Ich freue mich sehr über das Bild.
       
      Ich wollte einen "Beweis", dass das Schiff auf dem Bild aus dem Bundesarchiv (Bild 11)
      auch tatsächlich die Gefion zeigt. Durch den Vergleich mit den Bildern 9 und 10 ist
      für mich dieser Beweis erbracht. Vorher war ich mir nicht wirklich sicher, wo genau die
      Aufnahme entstand und ob das tatsächlich die Gefion ist, die man da sieht.
      Hier nochmal ein Vergleich der drei Bilder.
       
      Bild 12

       
      Und hier ein Vergleich mit zwei Ausschnitten der Darstellung der Eckernförde/Gefion
      auf Lüder Arenholds Bildern der ersten Bundesflotte und der preussichen Flotte.
      Bild 13

       
      Abschließend noch ein Vergleich mit Vergrößerungen der Gefionbilder aus dem Bundesarchiv
      und den dänischen Originalplänen.
      Hier sieht man deutlich die Umbauten, insbes.an den Gallerien, der preussischen Gefion.
      Bild 14

       
      Nun, mir macht diese Art Recherche viel Freude. Besonders so Vergleiche von
      Bildern (damals/heute, Gemälde/Realität) finde ich faszinierend.
       
      Ich freue mich auf eine interessante Diskussion.
      Jörg
       
       
      Bildquellen:
       
      Bild 1 - Bundesarchiv Bilddatenbank, Signatur: Bild 134-B0340
       
      Bild 2 - Bundesarchiv Bilddatenbank, Signatur: Bild 134-B0339
       
      Bild 4 - Online Fotoarchiv, Stadtarchiv Kiel, Signatur: 44728 Public Domain Mark 1.0
       
      Bild 6 - Online Fotoarchiv, Stadtarchiv Kiel, Signatur: 44773 Public Domain Mark 1.0
       
      Bild 9 - Online Fotoarchiv, Stadtarchiv Kiel, Signatur: 38196, CC BY-SA 3.0 DE
       
      Bild 10 - Online Fotoarchiv, Stadtarchiv Kiel, Signatur: 45728 Public Domain Mark 1.0
       
      Bild 11 - Bundesarchiv Bilddatenbank, Signatur: Bild 134-C0848




























    • By Speedy
      Irgendwie haben es mir diese merkwürdigen Schiffe angetan und je mehr ich mich mit ihnen beschäftige, desto besser gefallen sie mir auch. Klar, sonderlich schöne Formen haben sie nicht aufzuweisen, was sie ausmacht ist wohl eher "das Gesicht in der Masse".
       
      Doch darum geht es mir hier nicht. Schönheit liegt ja ah im Auge des Betrachters. Ein ebenfalls sehr dankbares Thema ist die Bewaffnung der Klasse und die wechselnden Angaben, die dazu gemacht werden.
      H/R/S schreiben dazu, dass die Sachsen-Klasse ursprünglich mit 30,5 cm-Geschützen bewaffnet werden sollte, man dann wegen Lieferproblemen auf die 26-cm-Ringkanonen zurückgriff. So weit, so gut, denn jetzt kommt es.
      Ein Zeitungsbericht über die Indienststellung von SMS Sachsen (Nachdruck in Deutschland wird Seemacht) und Brommy in der Flottenliste seines Buches "Die Marine" geben als Bewaffnung 1x30,5 cm und 4x26 cm an. War das die ursprüngliche Bewaffnung und man ging, um die Munition vereinheitlichen zu können nach ersten Erprobungen auf 6x26 cm, wie dies ja auch H/R/S für die Erstbewaffnung angeben?
      Jetzt beginnt das komplette Wirrwarr. Schrittweise erhielten die Schiffe der Sachsen-Klasse als leichte Artillerie 8,7 und 3,7 cm-Geschütze. Die dazu vorhandenen Angaben sind in meinen Augen teilweise recht abenteuerlich, weil diese angeblich auf der Brücke platziert wurden. Meiner Meinung nach ist die Angabe in Meyers Konversationslexikon (Luxusausgabe von 1893) die eizig logische: 6x26 cm, 2x8,7 cm und 6x3,7 cm. Wenn man davon ausgeht, dass mindestens 4 3,7 cm-Geschütze auf dem Achterdeck platziert waren und die verbleibenden 2 evtl. im Gefechtsmars oder auf dem Vorderdeck, wäre das machbar.
      Beim großen Umbau wurden nicht nur die Kessel ausgetauscht, die vier Schornsteine durch einen einzigen ersetzt, es wurde auch die Kommandobrücke so stark erweitert, dass die Zitadellbatterie eine Art Panzerschutz von oben erhielt, man erweiterte die Brücke auch nach vorn bis zum Schornstein. Erst jetzt erscheint die Bewaffnung sinnvoll, die in Abwandlung (8,7 cm anstelle der nun verwendeten 8,8 cm) bereits für die Zeit vor dem Umbau kolportiert wurde:
      6x26 cm, 8x8,8 cm und 8 x 3,7 cm. Hinzu kamen wohl noch 8 0,8 cm Maxim-Maschinengewehre zu denen es bei Reventlow heißt, dass diese nach bedarf aufgestellt wurden.
    • By McCool
      Dieses Schiff betrachte ich seit einiger Zeit mit einem gewissen Interesse, vielleicht auch nicht gänzlich ohne Hintergedanken an Modellbau, obwohl die Epoche nicht unbedingt den den von mir favorisierten gehört (eklig viele Lüfter, Bullaugen mit Ablaufrinnen, stumpfsinnige Relingstützen in großer Zahl usf. usf.).
      Eine schöne Informationsbasis bot seinerzeit eine Artikelserie inkl. Planbeilage in der "Modellwerft" 1994, die das Schiff im Originalzustand zeigt (i. Ggs. zu einem Plan von Bohlayer).
      Hier gibts eine Meldung über die Übergabe eines zeitgenössischen Gemäldes an das Marinemuseum Wilhelmshaven:
      http://www.nwzonline.de/Region/Stadt/Wilhelmshaven/Artikel/1721970/,Oldenburg%26lsquo%3B+in+Wilhelmshaven.html
      Es dürfte sich wohl um dieses hier handeln, wenn ich das recht sehe:
      http://en.wikipedia.org/wiki/File:SMS_Oldenburg_%281884%29.jpg
      Hier ein interessantes Foto aus den Beständen des Bundesarchivs:
      http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Bundesarchiv_Bild_134-C0079,_Panzerschiff_Oldenburg.jpg&filetimestamp=20081203221541
      Ebenfalls Bundesarchiv, ein Foto jenes Modells, das sich wohl früher im Museum für Meereskunde befand:
      http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_134-C1035,_Panzerschiff_Oldenburg,_Modell.jpg
      http://www.bild.bundesarchiv.de/archives/barchpic/search/_1329582972/?search[view]=detail&search[focus]=1
      Hier, auch sehr interessant, die zeitgenössische Darstellung vom Bau, die mir bisher unbekannt war:
      http://www.bildindex.de/obj02531409.html#|home
      Wenn jemand noch interessante Tips hat, wo Infos, Abbildungen usf zu finden sind...?
       
       
      P.S. Hier noch Links zur einem Baubericht des Schiffs als Wohnhulk auf Modellmarine.
      http://www.modellboard.net/index.php?topic=27477.0
       
      Bilder von Kartonmodellen findet man ja recht häufig:
      http://www.kartonist.de/wbb2/thread.php?postid=147230
      http://www.modelshipgallery.com/gallery/misc/sms/oldenburg-250-ks/pages/P1140302.htm
      (täusche ich mich, oder ist der Bug da etwas dick geraten?)
      Irgendwo in diesem Forum gabs auch noch ein fortgeschritteneres Modell, wenn ich mich recht entsinne:
      http://www.u-boot-net.de/phpBB/viewtopic.php?f=11&t=2733
    • By Farquhar
      Ich habe einen Faksimile Druck des oben betitelten Buches aufgetrieben. Es ist der Nachdruck eines 1872 erschienen Buches des ehemaligen " Corvetten-Capitänes" Ullfers , der damit versucht hat , seine Zahlreichen Vorlesungen vor der Marine Akademie Kiel zu einem verwertbaren Lehrbuch zusammenzufassen. Dieses Buch lässt eigentlich keine Fragen offen zur handhabung von Militärisch genutzten Grosseglern . Es behandelt Takeln , Reparaturen, Verproviantierung, Stationsbesetzungen und genauestens beschriebene Segelmanöver in allen Situationen . Sowohl Fregatten als auch noch im Dienst befindliche Linienschiffe werden hier abgehandelt......der Einsatz von Hilfsmaschinen wird nur am Rande erwähnt........
       
      Corvetten-Capitän Franz Ulffers ist 1829 geboren und als 20 Jähriger 1849 in die Preussische Marine eingetreten wo er schon als junger Offizier und Kommandant reichlich Erfahrungen sammeln konnte.
      Als das Buch erschien, war der Deutsch französische Krieg 1870/71 gerade beendet und die Kaiserliche Marine stand am Anfang ihres Aufbaus. Damals verfügte sie über 52 aktive Einheiten , von denen 43 sogenannte Expansionsmaschinen zur unterstützung der Besegelung hatten ,5 Schiffe reine Segler waren und 4 Einheiten ausschliesslich über Expansionsmaschinen verfügten.
       
      Vor diesem Hintergrund ist das Buch zu verstehen , es behandelt Übernahme von geschützen aus diesem Grunde vor den Nöten eines Handelsschiffers......
       
      Das Buch ist gebunden im Verlag Theodor Schäfer / Hannover erschienen, hat die ISBN Nummer 3-88746-317-x Edition " libri rare" Bestellnummer 7212,
       
      allerdings ist es vergriffen und wohl in absehbarer zeit nur in Antiquariaten oder bei Intensiver Suche zu bekommen............allerdings! Es lohnt sich
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