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McCool

Die Bonustexte in der englischen Taschenbuchausgabe

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Wie andernorts schon mal erwähnt, befinden sich in der Taschenbuchausgabe der Aubrey & Maturin-Reihe hinten kleine Essays - sowie das jeweils erste Kapitel des Folgebandes.  Das waren in denen, die ich bisher kenne, folgende:

1. Master & Commander -  Alan Judd: Winning Post at last. Aus Spectator, 1. Juli 1995

2. Post Captain -  William Waldegrave: Patrick O'Brian. Aus "Critical Appreciation" (s.u.)

3. HMS Surprise - Charlton Heston: Arms and Man. Aus "Critical Appreciation".

4. The Mauritius Command - Brian Lavery: Jack Aubrey's Ships. Aus "Critical Appreciation".

5. Desolation Island - N.A.M. Rodger: The Naval World of Jack Aubrey. Aus "Critical Appreciation".

 

Vier der fünf Essays stammen aus dem Band Cunningham: (ed.)  Patrick O'Brian: Critical Appreciations and a Bibliography, 1994. Der Band Titel "Critical Essays..." veröffentlicht. Eine Rezension des Bandes findet man hier.

Die Essays von Waldegrave und Judd sind sehr kurz und ganz nett, bieten ein paar zusätzliche Informationsbröcklein. Charlton Heston, auch kurz, schreibt eine hemmungslose Lobhudelei auf seinen Freund Patrick. Dabei disst er noch den armen Forester, wenn er feststellt, "but with a sure feel for comedy totally absent in Foresters Work, O'Brian eclipses his distinguished predecessor". Da ist ja was dran, aber nett ist es nicht, und Hestons Text bietet letztlich nicht viel Substanz. 

Der Aufsatz von Brian Lavery muß aufhorchen lassen, denn das ist natürlich D.E.R. Fachmann für die Royal Navy der Epoche, an dem niemand vorbeikommen kann, der sich mir ihr befassen will. Der Text ist allerdings, wie die oben verlinkte Rezension bemerkt, " chockablock with information on Aubrey's ships, is well done but dry."  Es sind nicht alle Schiffe drin vor, und mit der Surprise setzt er sich am ausführlichsten auseinander. Allerdings hat Lavery selbst die Kenntnis über die reale Surprise seitdem selbst enorm erweitert, durch das gleichnamige Buch von 2008. Die Sache mit dem 36er-Mast sah dann realiter doch anders aus, auch wenn eine zeitgenössische Autorität die Sache kolportierte. Ja, trocken ist der Text, und endet ziemlich abrupt. Für erfahrene Lesesesselmatrosen ist nicht viel neues drin. Mit Zwölfeinhalb Seiten ist der Text recht lang, entsprechend an einen der kürzeren Romane gekoppelt. Fast doppelt so lang ist der Aufsatz von N.A.M. Rodger in "Desolation Island". Auch Rodger ist auf seinem Gebiet eine Autorität, er legte mit "The Wooden World. An Anatomy of the Georgian Navy" eine hochinteressante, recht simpel strukturierte Studie vor, welche sich mit den Lebensverhältnissen an Bord befaßt. Der Essay ist m.E. der bislang wertvollste in der Reihe. Er zeigt auf, wie schnell man an die Grenzen dessen kommt, was man über das Alltagsleben von Seeleuten der Zeit eigentlich weiß. Eine große Schwierigkeit, wenn man eine glaubwürdige fiktionale Welt erschaffen will, wie O'Brian es tat. 

 

 

 

 

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