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Farquhar

Griechisches Feuer in den Rosenkriegen???

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Sowohl Conn Iggulden in seiner Romanreihe zu den Rosenkriegen als auch C.J. Sansome in seiner Reihe um den Rechtsanwalt Matthew Shardlake zu der Zeit Heinrichs des 8ten erwähnen bzw behandeln das Griechische Feuer.

Zuerst Iggulden.

In Band zwei seiner Reihe setzt der Kommandant des Londoner Towers von Katapulten geschleuderte Tongefässe ein. Diese enthielten ein extrem Brennbares Material mit verheerenden Auswirkungen auf die Angreifenden Truppen der Anhänger von Richard von York und die sich solidarisch mit ihnen stellende Londoner Bevölkerung.

Erst durch  einen Trupp Londoner Bürger, welche ein Zeughaus Plünderten und mit den eingesetzten Kanonen einen Teil der Mauern des Tower zum Einsturz brachten konnten die Verteidiger überwältigt werden. Das Zeug in den Tongefässen wurde Griechisches Feuer genannt. Ohne direkte Erwähnung des Namens wird der Vorfall auch in Sheakespeares Heinrich VI erwähnt.Darauf bezieht sich auch Iggulden.

Sansom hingegen macht die Suche nach der Rezeptur des Griechischen Feuers zu einem Thema in einem seiner Bände der Shardlake Reihe.Ausdrücklich weisst er in dem Anhang darauf hin, das es zur Zeit Heinrichs des VIII , also deutlich nach den Rosenkriegen, keinerlei solche Dinge gegeben hat. Aus diesem Grund lässt er die Suche danach auch erfolglos enden, bzw. werden letzte Reste eines ( fiktiven) Fundes eines Fasses in einer Ausgeräumten Abtei unanalysiert verbraucht.

Ich habe bei meinen Recherchen zu der Substanz herausgefunden das das Rezept tatsächlich schon seid hunderten von Jahren verschollen ist und zwar bis heute. Ist die Erwähnung dieser Substanz in den Rosenkriegen nun ein Übersetzungsfehler, oder gab es andere, ähnlich verheerende Brandbeschleuniger die nur von übereifrigen Übersetzern als Griechisches Feuer übersetzt wurden?

Dagegen spricht allerdings, weder zur Zeit Heinrichs des 8ten später, als auch in den Strategisch Taktischen Schriften noch  später, also auch den Kriegen die folgten, wird eine ähnliche Substanz zum Einsatz gebracht. Denn warum, wenn es schon zur Zeit des Gemetzels zwischen den Häusern York und Lancaster im Londoner Tower soetwas gab wurde dies nicht später auch zum Einsatz gebracht. Man denke nur an die vielen schönen Schiffe, welche in den Koaltionskriegen / Napoleonischen Kriegen verbrannt wurden um verankerte Flotten zu schädigen. Mit diesem Zeugs wären die Engländer doch in einem echten Vorteil gewesen. Und soetwas wie Konventionen gab es ja wohl nicht, die diese Waffen, ähnlich den Armrüsten/Brüsten davor mit einem Päpstlichen , bzw. Kirchlichen Bann belegten.

Aber vieleicht weiss hier ja jemand näheres.

Lieben Gruss,

Farquhar

 

Edited by Farquhar
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Sehr interessant! Eventuell handelt es sich ja nicht um die berüchtigte, unlöschbare antike Rezeptur, die, sofern ich mich recht entsinne, mit einem regelrechten Flammenwerfer verschossen wurde. Sondern um eine andere hochentzündliche Subsztanz, die durchaus in Erinnerung an die legendäre antike so genannt wurde, und der Versuch einer Neuerfindung war?

Man könnte sich mal in alten Artilleriehandbüchern umsehen. Mir fiel da Sellers Sea-Gunner von 1691 ein, wo man unter den ungewöhnlicheren Garstigkeiten die Pulverkiste und den Stinktopf, aber auch einen Feuertopf aus Ton findet. Mit folgender Füllung:

Their mixture is of Powder, Petre, Sulpher, Sal Armonaick of each one pound, and four Ounces of Camphire pounded and searced and mixed well together, with hot Pitch, Linseed Oyl or Oyl of Petre ; prove it first by burning a small quantity, and if it be too slow add more Powder, or if it be too quick then put more Oyl or Rosin, and then it is for your use.

Siehe hier, wie schön daß es Jeff Lee's gute alte Site immer noch gibt.

Also Pulver, Salpeter (Petre?) Ammoniak, Kampfer; heißes Pech, Leinöl, Petroleum (=Steinöl, Oil of Petre).  Sicher kein original griechisches Feuer, aber zweifellos unschön, damit übergossen oder bespritzt zu werden.

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Vielen Dank fuer die Informationen.......Stink Balls.....unschön.Bestimmt nicht Gentlemen Like.

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Das Batau da unten hat am Bugspriet einen Stinktopf befestigt, um ihn dem Gegner aufs Deck zu lancieren. Vielleicht wars aber auch ein leckerer Pot-au-feu oder ein kreolischer scharfer Eintopf. :D

647337748_BateauPot-au-Feu.thumb.JPEG.524790d1ee39d73290af484d1c957c06.JPEG

 

Edited by McCool

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