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McCool

McKay: SOVEREIGN of the SEAS 1637: A Reconstruction of the Most Powerful Warship of its Day [Feb. 2020]

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John McKay: SOVEREIGN of the SEAS, 1637: A Reconstruction of the Most Powerful Warship of its Day. 272 Seiten, Seaforth Publishing / Pen & Sword.  Erscheint vermutlich am 28.02.2020.

Auf der Internetpräsenz des Verlags selbst habe ich noch keine Ankdündigung zum Buch gefunden, aber es ist bereits bei einem bekannten Onlinekrämer gelistet, inklusive Titelbild.  Bei einem schwedischen findet man denselben Klappentext wie bei ersterem.

Eigentlich wäre eine umfassende Monographie zu diesem Schiff - es gibt z.B. auch eine vom produktiven Angus Konstam, die ich nicht kenne, aber aber sich offenbar kaum um die physische Beschaffenheit des Schiffs an sich dreht - eine hochinteressante Sache. Ideale Autoren schienen mir dafür Brian Lavery oder Richard Endsor  - letzterer hat ja mit "The Restoration Warship" ein phänomentales Werk vorgelegt, in dem sich Kenntnis des Schiffbaus und der Geschichte, Schreibtalent, Maltalent und last but not least die Fähigkeit, technische Zeichnungen anzufertigen, aufs Beste vereinigen.

John McKay hat ja nun auch bereits über Jahrzehnte hinweg verschiedene Bücher verfaßt bzw. Zeichungen beigesteuert, immer sehr anschaulich, aber da gabs eben durchaus Probleme, und zwar dort, wo keine exakten Unerlagen wie z.B. die von Bugler zur Victory vorlagen.  Nun gibts heute eine große Anzahl recht gut erreichbarer Bücher zum Schiffbau des 17. Jahrhunderts, aber der Sovereign ist als erstes Schiff seiner Art etwas Besonderes. Es scheint vielleicht allzu mokant, sich über solche Dinge zu äußern, bevor das Buch überhaupt erschienen ist, nur gab mir das Titelbild schon gewissen Anlaß zu Zweifeln; besaß der SOVEREIGN nicht doch schon ein Rundgat?

Im Ggs. zum Plattgat des PRINCE ROYAL von 1610? Auf besagter Titelillustration ist beim SOVEREIGN leider eindeutig ein altmodisches Plattgat zu erkennen.

Ein schönes Modell mit Rundgat von Jürgen Rotter siehe hier beim @schifferlbauer

Edited by McCool

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Mittlerweile ist McKays Buch erschienen, und es  gibt bei Amazon sowohl eine Vorschau des Textteils und vier "Rezensionen". Nach meiner Skepsis angesichts der Titelabbildung war ich erstmal erfreut davon zu lesen, daß McKay die Unterstützung in Anspruch nahm. Frank Fox habe ihm Hinweise gegeben, die in die Zeichnungen eingeflossen seien, und auch Robert Gardiner wird genannt, obwohl keine Details der Unterstützung von dieser Seite genannt werden. Dann aber stieß ich auf den Namen Mondfeld, und das war der Augenblick für eine spontane Geste. Das bewußte Modellbaubuch darf man es keinesfalls als seriöse Quelle für irgendwas benutzen. Es steht eben auch einiger Unfug drin. Mich hat es schon erschreckt, daß McKay das Buch in seiner Bounty-Anatomy aus den 80ern als Literatur anführte, das konnte noch als Anfängerfehler gelten, aber Jahrzehnte später noch immer dieses Buch für eine gute Quelle halten..?   

Von den "Rezensionen" bei Amazon verdienen zwei die Bezeichung nicht, weil sie nur aus jeweils 1-2 nichtssagenden Sätzen bestehen. Eine ist auf japanisch, und die vierte  (die einzige, die statt maximalem 5 nur den unvermeidlichen Minimalpunkt vergibt) ist extrem ausführlich und offenbar sehr kenntnisreich. Sie stammt von einem Mr. Charles Aldridge, ein Modellbauer, der angibt, sich schon länger mit dem Schiff zu befassen.  Er bestätigt jedenfalls meine Befürchtung hinsichtlich der Konstruktion des Hecks, die ich im letzten Jahr schon aufgrund des damals schon veröffentlichten Titelbildes äußerte: McKay verpaßt dem Sovereign ein Plattgat. Es ist aber sogar noch schlimmer als ich vermutete, denn Aldridge beschreibt, daß McKays Plattgat nicht etwa die bei älteren (und z.B. niederländischen Schiffen weiterhin gebräuchliche) Form besitzt, sondern daß dieses abnorme Gebilde bis zum Kiel herunterreiche. In der Tat, das kann man auch auf besagtem Titel erkennen, aber ich hielt es für eine unglückliche perspektivische Verzerrung - ist es leider nicht. Aldridge weist darauf hin, daß es mit diesem abnormen Heck unmöglich sei, daß das Ruder sauber angeströmt werde. Das hätte wohl bedeutet, daß das Schiff nur schlecht zu steuern gewesen wäre. McKays Entscheidung beruht auf dem bekannten Gemälde, das den Sovereign in Heckansicht zeigt, und den Erbauer Peter Pett zur rechten. Das Gemälde ist in mehrfacher Hinsicht problematisch, aber das ist hier jetzt nicht ausführlich darzustellen. Nur soviel, die Frage ob das Schiff Platt- oder Rundgat hatte, ist damit durchaus nicht eindeutig zu beantworten, weil das Gemälde widersprüchlich ist.

152768743_Sovereignbhc2949-Ausschnitt.thumb.jpg.ecca833377ed406fcc5d5740bd6b9f9a.jpg

Ein weiterer Punkt, den Aldridge bemängelt, sind die Stufen in den Decks von McKays Rekonstruktion, die, wie das Plattgat, auf fragwürdiger  Interpretation einer einzelnen Abbildung beruhen. Ich habe es jetzt nicht nachgeschlagen, aber meiner Erinnerung nach beschreibt Lavery als eine der Innovationen des Sovereign eben die Abschaffung der Stufen in den Decks beim Sovereign. Aldridge weist sogar darauf hin, daß der alte Prince Royal bereits 1623  entsprechend umgebaut wurden - die Stufen in den Decks verschwanden, wie auch aus späteren Darstellungen aus dem langen Leben dieses Schiffs ersichtlich ist. 

Ein drittes Problem, das der Rezensent anspricht, ist das Ruder. Wie beim  Plattgat vertreut McKay wohl auch in dem Punkt dem ominösen Gemälde mit Pett und der Heckansicht  des Sovereign, das den Ruderkopf wohl in falscher Höhe zeigt- bzw in einer Position, die man falsch interpretieren kann. McKays Konstruktion bringt letztlich den Kolderstock aufs Oberdeck. Mr. Aldridge besteht gerechtfertigterweise darauf, daß sich die Pinne aber bei Dreideckern grundsätzlich unter den Mitteldecksbalken befand, der Kolderstock folglich also auf dem Mitteldeck. (zur Orientierung s. Gemälde-Ausschnitt eines 1st rate um 1690)  412714355_Section1stRate1690stern.jpg.4739e9334f5942e516e35e10122d91cd.jpg

Viertens hat "all the juggling he's done with the stern area" zur Folge, daß auch die Seitengalerien aus dem Lot geraten und nicht mehr dort sitzen, wo sie sollten. 

Es ist ungünstig, ein Buch auf diese Art, mit nur sehr begrenztem Einblick und aufgrund einer Rezension, beurteilen zu wollen, aber die Rezension von Mr Aldridge erscheint mit stichhaltig. Sie bestätigte meine Befürchtungen, und ich habe auch Erfahrungen mit vier Büchern des Autors. Aber die Ausführungen hier mögen lediglich als Hinweis dienen, der vielleicht jemandem eine unerfreuliche Überraschung ersparen kann. Und falls jemand eine andere, positive Meinung zu dem Buch hat, und die Problempunkte ausräumen kann, möge der das hier gern kommentieren.

Edited by McCool
Korrektur
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Wenn der Kolderstock so angebracht ist wie bei dem Gemäldeausschnitt, erreicht man einen maximalen Ruderausschlag von ca. 30°-40° +/-. (Bei meinem RC-Modell der Goldenen Jacht wird das Ruder auch über den Kolderstock angesteuert und erreicht so einen gemessenen Ruderausschlag von 40° +/-. Das nur zum Vergleich).

Wenn der Kolderstock aber nun auf dem Oberdeck angebracht wird, verlängert sich der Hebelarm dementsprechend und analog dazu wird der Hebelweg auf der kurzen Seite geringer. Folglich reduziert sich der mögliche Ruderausschlag erheblich. Meiner Einschätzung nach würde das Schiff so nicht mehr steuerbar sein.

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vor 9 Stunden schrieb Carpfanger:

Wenn der Kolderstock aber nun auf dem Oberdeck angebracht wird, verlängert sich der Hebelarm dementsprechend und analog dazu wird der Hebelweg auf der kurzen Seite geringer. Folglich reduziert sich der mögliche Ruderausschlag erheblich. Meiner Einschätzung nach würde das Schiff so nicht mehr steuerbar sein.

Mr Aldridge hat das wohl besser ausgedrückt als ich - McKay verlängert den Ruderkopf aufgrund seiner irrigen Interpretation der o.g. Heckansicht dermaßen, daß er eine Etage höher rauskommt als üblich. Somit liegt dann die Pinne nicht unter den Mitteldecks - sondern unter den Oberdecksbalken. Der Kolderstock selbst bleibt gleich lang, der Ruderstand liegt also auf dem Oberdeck. Ruderkopf, Pinne und damit dann Ruderstand liegen alle ein Deck zu hoch.
Und das hätte ja auch noch Folgen für die Raumaufteilung. Dann würde man eine   geräumigen state room auf dem Mitteldeck verlieren, weil sich Ruderkopf und Pinne darin befänden - siehe den Längsschnitt des 1st rate oben, da ist diese Kammer getäfelt und mit Gemälden geschmückt, es steht ein großer Tisch drin.

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Es gibt noch ein weiteres dickes Problem mit dem Buch, das bisher nicht angesprochen wurde, und das betrifft die Dekorationen.

McKay zeigt das Schiff grundsätzlich von der Steuerbordseite, vermutlich, weil er das bisher in allen seinen Büchern so gemacht hat. Das ist aber in vorliegendem Fall eine schlechte Wahl. Denn es gibt drei zeitgenössische bzw -nahe Abbildungen, die für die Rekonstruktion entscheidend sind:  Der Stich von Payne (wohl 1637/38 entstanden) zeigt das Schiff unter vollen Segeln, mit Flaggenschmuck, und vor sehr detailliert den Skulpurenschmuck; wesentlich, aber nicht nur auf diesem Stich basiert eine Zeichnung Willem van de Veldes aus etwas anderer Perspektive; obwohl sie den Ursprungszustand abbildet (oder das intendiert), sie ist nicht zeitgenössisch, sondern stammt vermutlich aus den 1650ern oder 60ern, als der Sovereign bereits deutlich umgebaut worden war. Diese Darstellung ist als "Morgan-Zeichung" bekannt, nach einem Sammler, der sie einmal besaß. Diese beiden entscheidenden Quellen zeigen den Sovereign - von der Backbordseite.

McKay malt nun also die Skulpturen der Backbordseite aus o.g. Quellen einfach spiegelverkehrt auf die Steuerbordseite seiner Rekonstruktion. Dazu zitiere ich mal den für dieses Schiff absolut unverzichtbaren Busmann:

"Gewisse Schwierigkeiten ergeben sich aus der Tatsache, daß daß keine dieser Abbildungen [Anm: u.a. Payne, van de Velde] Angaben über das Aussehen der Steuerbordseite liefert. Spiegelbildliche Gleichheit der beiden Seiten darf man im vorliegenden Fall nicht voraussetzen, da die an Backbord erscheinenden Motive, wie die Beschreibung zeigen wird, zum Teil zu Zyklen gehören, welche erst bei ergänzender Fortführung auf der Steuerbordseite ihren Sinn haben." (Busmann, S. 64)

Nun existiert im Bostoner Museum of Fine Arts noch eine dritte wichtige Quelle, eine Entwurfszeichung des Sovereign, die das Schiff von der Stuerbordseite zeigt. Allerdings präsentiert sie laut Busmann "einen teilweise abweichenden Ausstattungsvorschlag" und kann daher nicht ohne weiteres auf das tatsächlich gebaute Schiff übertragen werden.

"Diese Abweichungen ermöglichen zudem einen tiefen Einblick in das gedankliche Umfeld, aus dem das ikonographische Programm erwuchs. Dennoch bleibt manche Frage offen, da die Bostoner Zeichung, indem auch sie nur eine  Schiffsseite zeigt, ihrerseits den Entwurf fragmentarisch wiedergibt." (Busmann, ebenda)

Aus irgendwelchen Gründen zeigt McKay die Dekorationen sowohl "nach Payne", als auch "nach van de Velde" - beide natürlich spiegelverkehrt. Er wird sich vermutlich im Textteil dazu geäußert haben, aber den konnte ich nicht einsehen. Jedenfalls hat sich offenbar nicht allzu viele Gedanken darum gemacht, daß die Dekorationen beider Seiten unterschiedlich gewesen sein müssen, und daß die Spiegelung der Backbord-Darstellung auf die Steuerbordseite somit irritierender Unfug ist. 

Wenn ein Modellbauer also ein halbwegs gutes Modell mit wenigstens korrekter Backbordseite bauen will, muß er also zumindest mal

  • die Stufen in den Decks ausbügeln
  • das Plattgat in ein Rundgat umkonstruieren
  • die Ruderanlage korrigieren
  • die Seitengalerien zurechtrücken
  • die Dekorationen nach Backbord zurückspiegeln und anhand von Busmann überprüfen

Und wer weiß, vielleicht ergibts sich ja noch das ein oder andere; ich konnte ja auch gar nicht im Detail untersuchen, ob McKays Dekorationszeichnungen überhaupt mit den Quellen übereinstimmen; meine Eindrücke vom Zeichnungsteil des Buchs habe ich nur aus einem "overview"-Video bei youtube, das dort dankenswerterweise eingestellt wurde.

Mir fiel noch auf, daß McKay wohl gar keine Grätingdecks über Kuhl und Achterdeck zeigt, obwohl die bei Payne doch ganz deutlich zu erkennen sind. Ihre Entfernung beim Umbau 1651 ist schriftlich dokumentiert  - ein sicherer Beweis für ihre Existenz. Die Empfehlung der Schiffbauer war:

First, as to the Sovereign, we conceive that - to make her more serviceable than now she is - the gratings and the upper deck in the midships be taken down, that the side be lowered to the upper edge of the ports in the midships; (...) (zit. nach Winfield, First Rate, S 16.)

Siehe die Grätings über Kuhl und Achterdeck bei Payne, mit Leuten drauf:

206287633_Payne1638.thumb.jpg.b07820aee62223fd7500e315c2369021.jpg

Noch ein potenziell verwirrendes Objekt ist die Fallreepspforte. Im Bildteil hat McKay irgendwo eine gezeichnet, und zwar wohl für die Backbordseite. In den Gesamtansichten, die ja nur die andere Seite zeigen, ist keine Pforte erkennbar. Interessanterweise zeigt der Payne-Stich keine Fallreepspforte, im Gegensatz zur van de Veldes Zeichung. Busmann erklärte das Fehlen so, daß das Stechen der Kupferplatte für Paynes Darstellung bereits zu weit fortgeschritten war, als man sich 1638 für den Einbau dieser Pforte entschied (S. 46) - man konnte die Platte nicht mehr ändern. Daß die Platte in mehreren Schritten bearbeitet wurde, z.B. die Ergänzung der Takelage,  scheint nachweisbar.  Während in späterer Zeit Fallreepspforten auf beiden Schiffsseiten eingebaut wurden, war das offenbar in früherer Zeit nicht üblich. Der Sovereign dürfte wohl 1638 tatsächlich nur jene auf der Backbordseite besessen haben, die bei van de Velde zu sehen ist.

5777392_VandeVelde-Fallreepspforte.jpg.0a647b68018b79ade7fe26ca47b29bf5.jpgEs existiert offenbar nach wie vor keine keine vollständige Rekonstruktion des gesamten Dekorationsprogramm des Sovereign. Vermutungen zur Gestaltung der Steuerbordseite bietet Hendrik Busmann. Bei seiner systematischen Betrachtung der Partien der bekannten Backbordseite zieht er stets auch den Bostoner Entwurf hinzu und erläutert, ob dessen Darstellung der anderen Seite inhaltlich und gestalterisch dazu passen könnte, oder ob das Konzept geändert wurde. 

Und wie oben gesagt - würde mich freuen, wenn jemand, der McKays Buch genauer gesehen hat, etwas dazu äußert, und evtl. meine Eindrücke korrigieren könnte, falls ich falsch liegen sollte.

Literatur:

Winfield, First Rate

Busmann, Sovereign of the Seas

Lavery, Ship of the Line, Vol I

 

Edited by McCool
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Noch ein sehr wichtiger Nachtrag. Als ich diesen Beitrag am 2. August schrieb, waren nur 4 Rezensionen zu sehen; jetzt sind es 8, und eine davon ist sehr brisant, denn sie stammt von Frank L Fox, dem Autoren einiger Standardwerke zu den Seekriegen des 17. Jahrhunderts. Mr. Fox' Rezension datiert bereits vom 26. Mai, aber wie gesagt - kürzlich war sie nicht zu sehen, warum auch immer. Klick.

Wie oben erwähnt, wird Mr. Fox von Mr. McKay ihn im Vorwort als Ratgeber genannt. Dazu schrieb ich oben:

"Nach meiner Skepsis angesichts der Titelabbildung war ich erstmal erfreut davon zu lesen, daß McKay die Unterstützung in Anspruch nahm. Frank Fox habe ihm Hinweise gegeben, die in die Zeichnungen eingeflossen seien, und auch Robert Gardiner wird genannt, obwohl keine Details der Unterstützung von dieser Seite genannt werden." 

Mr. Fox schreibt nun selbst zu diesem Rat bei Amazon:

"In the acknowledgements to his book, Sovereign of the Seas 1637, John McKay thanks me for advising him on the ship's design. What he does not say is that he rejected most of what I told him, did not ask me about many subjects on which I could have offered help, and I most definitely do not want readers to think that I endorse the results."

Auf diesen Umstand auch hier hinzuweisen, scheint mir daher wichtig, weil es Fox dabei um seine Integrität geht. Neben den schon bekannten Fehlern des absurden Plattgats und der Stufen in den Decks hat Mr. Fox hat sich die Mühe gemacht, und noch eine erschreckende Anzahl weiterer Irrtümer aufgezählt; sein Fazit lautet,

"Overall, this book ist charakterized by draftsmanship of marvelous quality, and many may buy it for that reason alone. But Mr McKay's research was doomed by a lack of understanding of the context of his sources, and of Early Stuart shipbuilding practices. Thus, any modellists who attempt to recreate the Sovereign of the Seas based on this book are going to get badly inaccurate results." 

Zu den von Mr. Fox umfassend dargelegten Fehlern des Buchs kommt dann noch die hier dargestellte Problematik, daß McKay die Dekorationen auf den Darstellungen von Payne/Van de Velde (Backbordseite) auf die falsche Seite (Steuerbord) spiegelt. Angesichts der Masse von Fehlern und Problemen muß man wohl vom Kauf dieses Buchs dringend abraten.

Edited by McCool

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    • By McCool
      Der Thread zur Klinkerbeplankung an Aufbauten lenkte meine Gedanken neulich etwas in Richtung Prince Royal von 1610 von erst nur 55 und 1666 92 Kanonen (während des Commonwealth Resolution, danach offenbar vornehmlich als Royal Prince bekannt), dem ersten In-etwa-Dreidecker. Lavery charakerisiert das Schiff ja in Ship of the Line sehr interessant, indem er auf fortschrittliche, aber auch altmodische Merkmale hinweist. Eines der letzteren dürfte sicherlich der Bonaventure-Mast sein, den man auf dem ersten Gemälde des Schiffs noch sehen kann und der bestimmt lange vor dem ersten rebuilt 1641 verschwand. Bemerkenswert dort noch die Lateintopsegel.
      Der Prince müßte ja eigentlich noch ein Plattgat besessen haben. Im Zustand nach zwei rebuilts scheint man ihm dann auch noch ein gewrungenes verpaßt zu haben, wenn man dem Gemälde Willem van de Veldes d. J. (Kapitulation des Schiffs 1666-Klick! ) Glauben schenken will, hier ein Ausschnitt:

      Die Frage ist allerdings, nach welchen Vorlagen der Künstler malte, denn das Schiff wurde ja von den Niederländern verbrannt. Gibt es noch mehr van de Velde - Abbildungen? Das wäre ganz interessant, um die Änderungen durch die rebuilts nachvollziehen zu können. Die Abstufungen der Decks sind anscheinend auch verschwunden, aber ich bin mir nicht sicher, wie vollständig das obere Deck tatsächlich bestückt ist. Auf dem Gemälde von 1613 konzentrieren sich die Kanonen auf allen Decks ja eher in der Schiffsmitte. Auf dem Achterdeck und der Back hatte es wohl keine Kanonen gegeben, dito die Back. Auf dem 66er Bild sind auf dem Achterdeck etliche zu sehen, auf der Back wird es wohl auch welche gegeben haben.
      Der letzte rebuilt war erst 1663 beendet worden, und interessanterweise hat Pepys dazu auch etwas zu melden:
      Saturday 11 July 1663 [o.S./m.S?]
      Up early and to the Dock, and with the Storekeeper and other officers all the morning from one office to another. At noon to the Hill-house in Commissioner Pett’s coach, and after seeing the guard- ships, to dinner, and after dining done to the Dock by coach, it raining hard, to see “The Prince” launched, which hath lain in the Dock in repairing these three years. I went into her and was launched in her.
      Man muß ja wohl davon ausgehen, daß der rebuilt bzw die "Reparatur" im Trockendock stattfand - das demnach lange Zeit, wenn nicht sogar die ganzen drei Jahre, durch dieses Schiff belegt war.
    • By Neptun65
      Hi!
       
      Bei Amberley Publishing soll mit Erscheinungstermin 1.Nov.20010 ein neues interessantes Buch über die Sovereign of the Seas erscheinen.
       
      Titel: Sovereign of the Seas
      Autor: James Sephton
       
      Link: Mr. Amazon
    • By McCool
      Die Ende 2002 in der Schriftenreihe des DSM erschienene brilliante Arbeit Hendrik Busmanns zum Dekorationsprogramm des ersten echten Dreideckers, des "Sovereign of the Seas" von 1637, ist mittlerweile via Amazon oder in Antiquariaten sehr billig zu haben (ab ca 20 Euro, meist offenbar neuwertig und eingeschweißt - das Buch kostete bei Erscheinen 75,90. Z.B. erhältlich bei Amazon, Z-Shops, abebooks, zvab)
      Zum Inhalt:
      http://idw-online.de/pages/de/news57312
      http://www.dsm.museum/Pubs/wiss54.htm
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