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triere

Triere in London/Greenwich

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Ich war wie angekündigt vergangene Woche von Do bis So auf einen Kurztrip in London. Hingelockt hat mich Liam Gallagher mit zwei sehr genialen Konzerten, aber auch ohne so einen schönen Vorwand ist London immer eine Reise wert. Allerdings war das Timing etwas ungünstig, denn Black Friday ist nicht das ideale Wochenende zum Reisen, zumindest nicht zum Spazieren auf der Oxford Street … Ich hatte schon bessere Ideen!

Ich war auch ausgerechnet zu der Zeit des letzten (hoffentlich allerletzten!) Anschlags in London, wie ich allerdings erst durch panische Anrufe und Nachrichten von daheim mitbekommen habe, da ich nicht in der Nähe war. Ja, war ein blödes Gefühl, sich danach weiter zu amüsieren und, nicht zuletzt, abends zu einem Konzert zu gehen. Aber man sagt ja immer, die beste Waffe gegen so etwas ist es, sich eben nicht negativ beeinflussen zu lassen, denn man weiß ja ohnehin nie, wann die eigene Zeit gekommen ist.

Abgesehen von mehr oder weniger ziellosem Wandern durch die Innenstadt (meine Lieblingsbeschäftigung auf Reisen) war ich bei einer Oasis-Foto-Ausstellung, im Kensington Palace (passenderweise hatte ich kurz zuvor begonnen, „The crown“ zu schauen) und auf einem ausgedehnten Spaziergang im Hyde Park. Warte mal, habe ich sonst noch was interessantes gesehen? Ach ja! Greenwich und das Marinemuseum.

Greenwich war tatsächlich sehr einfach mit der DLR vom Zentrum aus zu erreichen, nur etwa eine halbe Stunde. Das ist auch ein ausgesprochen hübscher Vorort, ich glaube, da würde man es länger aushalten. Da ich allerdings nur einen Tag Zeit hatte und ohnehin schon eher am Zahnfleisch dahingekrochen bin (tagsüber ununterbrochen auf den Beinen und abends auf einem energetischen Konzert, zweimal, ist nicht unanstrengend!), habe ich beschlossen, mich auf das wichtigste zu beschränken, als da wären Cutty Sark (die hat einen praktisch sofort begrüßt), ein kurzer Besuch im Old Royal Naval College, National Maritime Museum und der Nullmeridian.

Bei der Cutty Sark fand ich es ein bisschen enttäuschend, dass sie eingemauert ist, das wusste ich wohl, hatte ich aber verdrängt. Aber es war trotzdem spannend, auf ihr herumzulaufen und dieses Gewirr, aka Takelage, phänomenal!

Das Marinemuseum war an sich sehr beeindruckend, aber auch ein bisschen anstrengend. Es war nämlich Sa und das Museum ist offenbar ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Jungfamilien. Vielleicht ein Tipp für zukünftige Besuche dort, lieber unter der Woche gehen, wenn es möglich ist! Es ist nicht so, dass ich ein Problem mit Kleinkindern (vom Säugling aufwärts!) habe, aber es war für ein Museum schon ungewöhnlich laut dort.

Was ganz interessant war, dass dort verschiedene Epochen betrachtet wurden, Nelson's Navy natürlich, aber auch Tudors & Stuarts, Forschungsreisen, Händler, … Außerdem war ein Raum im Erdgeschoß der Schlacht von Jütland 1916 gewidmet, der größten Seeschlacht zwischen UK und Deutschland im Ersten Weltkrieg. Auch hier habe ich Prioritäten gesetzt, natürlich vor allem Nelson & Co. Mir ist so zweifellos vieles entgangen, aber ich konzentriere mich dann lieber auf das, was mich besonders interessiert, als einen Overkill zu erleiden. Und ich war nach 2 höchst anstrengenden Tagen wirklich schon ziemlich am Sand!

Neben Schiffsmodellen, Nelsons Trafalgar-Rock (makabererweise inkl. dem Schussloch, das ihn das Leben gekostet hat) und Porträts hat man dort auch einen interessaten Einblick in das Leben an Bord bekommen. Viel detaillierter kann ich da nicht sein, mangels Notizen, ich empfehle Stöbern auf der Website. Und natürlich einen Besuch!

https://www.rmg.co.uk/national-maritime-museum

Danach bin ich zum Observatorium hinaufgestiegen (nicht für Fußlahme!), wo sich der Eintritt nicht so wirklich gelohnt hat, da man außer dem Nullmeridian (den man natürlich, wenn man schon da ist, natürlich trotzdem nicht auslassen will) nur eine kurze Besichtigung des Hauses eines Astronomen geboten bekommen hat. Der Blick von da oben war allerdings überwältigend!

Es folgt eine Auswahl von Fotos.

 

26 a Maritime Museum London.jpg

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Die Herren Smith, Saumarez, Pellew und Peel. Ich hasse mich das schreiben zu lesen, aber irgendwie sahen die aus wie eine Boyband beim Aufritt. :lol:

17 Smith Saumarez Pellew Peel.jpg

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Vielen Dank! Das Forum hat mir verboten, heute noch mehr zu reagieren, daher gibts nicht noch einen größeren Haufen Herzchen. ;-)  

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Wow, was für eine coole Reise und mit dem Wetter hast Du scheinbar auch Glück gehabt. Tolle Bilder!

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Danke schön! Ja, es war kurz, intensiv, anstrengend - aber wunderbar! Und es stimmt, es war für Ende November ungewöhnlich warm, die dicke Winterjacke hätte ich meist gar nicht gebraucht.

Hier noch mein mondänes Zimmer. In London freue ich mich ja schon wie blöd, wenn ich ein Zimmer NICHT im Keller kriege (Erdgeschoß diesmal, allerdings natürlich ohne Tageslicht!) und mich sogar, vorsichtig, umdrehen kann. :lol: Das "Badezimmer" war auch sehr unterhaltsam, immer gut zum Training der Körperkoordination. :P

0 Stylotel London.jpg

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vor 23 Stunden schrieb triere:

Hier noch mein mondänes Zimmer. In London freue ich mich ja schon wie blöd, wenn ich ein Zimmer NICHT im Keller kriege (Erdgeschoß diesmal, allerdings natürlich ohne Tageslicht!) und mich sogar, vorsichtig, umdrehen kann. :lol: Das "Badezimmer" war auch sehr unterhaltsam, immer gut zum Training der Körperkoordination. :P

Das ist doch ein recht geräumiger Schrank, und sogar mit Beleuchtung!;) Den Keller sollte man unbedingt meiden,  ich schätze, da stecken sie Leute in Schubladen?

Du hast da ja noch ein paat tolle Highligt-Modelle fotografiert - das wollte ich ja gern noch mal hervorheben. Später. Von der Cutty Sark habe ich noch ein paar Bilder, wie sie früher aussah, muß ich mal raussuchen. Sie war wunderschön! Dieses Glashaus, in dem sie seit der letzten Resaurierung steckt, hat ja 2012 den Carbuncle Cup gewonnen, einen Architekturpreis, den wirklich niemand haben wollen sollte. Ich hätte nie gedacht, daß man dem armen Schiff das antun könnte.

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vor 7 Stunden schrieb McCool:

Das ist doch ein recht geräumiger Schrank, und sogar mit Beleuchtung!;) Den Keller sollte man unbedingt meiden,  ich schätze, da stecken sie Leute in Schubladen?

Du hast da ja noch ein paat tolle Highligt-Modelle fotografiert - das wollte ich ja gern noch mal hervorheben. Später. Von der Cutty Sark habe ich noch ein paar Bilder, wie sie früher aussah, muß ich mal raussuchen. Sie war wunderschön! Dieses Glashaus, in dem sie seit der letzten Resaurierung steckt, hat ja 2012 den Carbuncle Cup gewonnen, einen Architekturpreis, den wirklich niemand haben wollen sollte. Ich hätte nie gedacht, daß man dem armen Schiff das antun könnte.

Weil Du Schrank sagst, der stand am Fußende und der Zimmersafe war im untersten Fach. Man kam also nur an den Safe ran, wenn man bäuchlings auf dem Bett lag. Auch sehr schön! :D

So sieht das arme Ding von unten aus. Aber wahrscheinlich ging es nicht anders, sie zu erhalten, als sie so zum Un-Schiff zu machen?

 

 

7 CS rumpf.jpg

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Und das hier ein moderneres, leider kann ich den Namen nicht mehr lesen auf dem Schild, normalerweise fotografiere ich die extra  zwecks späterer Identifizierung, sorry! Das war in dem Raum über die Schlacht von Jütland 1916 (Skagerrak). Das war auch sehr interessant.

 

 

13 a Jütland 1916.jpg

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Am 6.12.2019 um 18:59 schrieb triere:

Die Herren Smith, Saumarez, Pellew und Peel. Ich hasse mich das schreiben zu lesen, aber irgendwie sahen die aus wie eine Boyband beim Aufritt. :lol:

Hättest Du Dich doch in Heroinenpose dazugestellt, das hätte ich gern gesehen! :)

Am 6.12.2019 um 19:01 schrieb triere:

Victory.

19 Victory.jpg

Das ist sie, zweifellos! Phantastisches Modell. Aber es ist natürlich nicht die von Nelson, sondern die ältere von Balchen, mit der letzterer 1744 unterging.

  HMS_Victory_sinking.jpgVictory1737-Victory1765.thumb.jpg.30d1d4251189235697fc8353422b46bd.jpg

Die Fregatte von ca 1795 ist auch eine Besonderheit, weil es ein zeitgenössisches voll getakeltes und ausgerüstetes Modell ist. Robert Gardiner meint, es weise Merkmale der Alcmene-Klasse von 18-Pfünder 32ern auf. Wenn ich an Hornblowers Lydia denke, stelle ich sie mir immer so vor! 

Der 74er Cornwallis ist offensichtlich auch kein typisches Admiralty-Modell. Das Original wurde 1812 in Bombay aus Teak gebaut, und war entsprechend langlebig - sie überlebte bis 1957; und das, obwohl sie zur Vengeur-Klasse, den berüchtigten Forty Thieves, gehörte, wie Jack Aubreys fiktive Worcester.  Das Modell der Cornwallis wurde übrigens vom Sohn des Master Builders in Bombay gebaut.

Am 8.12.2019 um 19:33 schrieb triere:

Da Dich die Schiffsmodelle interessieren, eines habe ich noch, noch mal Bellona.

Schön, daß sie Dir nicht nur die Skelettversion gezeigt haben! Vor dem Modell hat vermutlich schon King George gestanden, als man ihm im Unabhängigkeitskrieg die Methode der Unterwasserschiffs-Bekupferung erklärte, eine teure Maßnahme, die aber von enormer Wichtigkeit war.

Die Art von Metallbeschlag schützte dann ja immer noch die Cutty Sark - nur glaube ich, ist es in ihrem Fall Muntzmetall, eine spezielle Messingsorte.

Am 8.12.2019 um 19:32 schrieb triere:

So sieht das arme Ding von unten aus. Aber wahrscheinlich ging es nicht anders, sie zu erhalten, als sie so zum Un-Schiff zu machen?

Es gab Stimmen, die meinten, diese Art der "Aufhängung" würde sie strukturell eher gefährden, weil de Kiel jetzt natürlich nicht mehr gleichmäßig auf dem Dockboden aufliegt - und der Kiel ist halt das stärkste struktuerelle Element. Außerdem siehts halt fies aus. Bei Brunels Great Britain hat man es besser gemacht, sie liegt auf traditionelle Weise in ihrem Dock, und man hat in der Wasserlinie eine Glasebene eingebaut - so sieht man das Schiff nun auch auch, wenn man um es herumgeht so, wie es seinerzeit auf dem Wasser aussah, und nicht wie es auf einer Seifenblase balanciert. Früher konnte man um die Cutty Sark herumgehen, und ihre feinen Linien von allen Seiten betrachten, ohne Unterbrechung durch Glaswände - den Bug, das Heck. Dieser Blick ist jetzt zerstört, und sie jetzt aus der Fischperspektive zu sehen, ist m.E. kein Ersatz. :(

Beim Skagerrakschiff muß ich passen! Aber es wird wohl ein britisches sein...

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