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Fort_Diamond_cannon.jpgVor der Südwestküste von Martinique ragt ein schroffer Felsen 175 Meter aus dem Meer heraus. Im richtigen Winkel von der Sonne angestrahlt, glänzt der Felsen an machen Stellen. Daher wird er noch heute Rocher du Diamant, der Diamantfelsen, genannt. Die Briten nennen diesen Felsen jedoch anders und noch heute müssen vorbeifahrende Schiffe der „Stone frigate“, HMS Diamond Rock, ihren Respekt erweisen.

Commodore Sir Samuel Hood erreichte im September 1803 an Bord der Centaur die Südwestküste von Martinique. Er hatte den Auftrag erhalten, die Buchten von Fort Royal und Saint Pierre zu blockieren. Er erkannte, dass die Lage des Felsens nicht besser hätte sein könnte, denn von ihm aus konnte der Schiffsverkehr zwischen Martinique und St. Lucia gestört werden.

Bei ruhigem Wetter gelang es den Briten zwei Kanonen (18 Pfünder) auf dem Gipfel zu installieren. Schnell wurden weitere Befestigungen und Unterkünfte gebaut. Zwei Leutnants übernahmen das Kommando über die "Besatzung" von 120 Mann auf dem Felsen. Die Soldaten lebten in feuchten Höhlen, während für die Offiziere Zelte errichtet wurden. Eine Sloop mit der Bezeichnung HM Fort Diamond schützte den Felsen zusätzlich. Es gab nur einen kleine Landeplatz und Verpflegung musste aufwändig mit Seilen in die Höhe gezogen werden. Unterstützt wurde die Besatzung von freundlich gesinnten Inselbewohnern, die heimlich Verpflegung verkauften.

Nachdem die Arbeiten Anfang Februar abgeschlossen waren, schrieb Hood an die Admiralität. Er gab bekannt, dass er den Felsen als Schaluppe des Krieges unter dem Namen Diamond Rock in Dienst genommen hatte. Leutnant Maurice wurde zum Kommandeur ernannt. Das Leben auf dem Felsen war nicht ungefährlich. Bothrops lanceolatus, die gelbe Grubenotter, ist eine auf Martinique vorkommende Giftschlange und war auch auf Diamond Rock zu finden.

Die Reichweite der Kanonen vom Gipfel des Diamond Rock war groß. Der Schaden für die französische Schifffahrt war enorm. So blieb es nicht aus, dass die Franzosen Unternehmungen starteten um die steinerne Fregatte außer Gefecht zu setzen. Der erste größere Versuch schlug fehl, nachdem die völlig erschöpften Franzosen mühsam zum Felsen gerudert waren und erst bei Tageslicht ihr Ziel erreichen konnten.

Der französische Gouverneur auf Martinique, Vize-Admiral Louis-Thomas Villaret de Joyeuse, ordnete den Ausbau der Straße auf der Hauptinsel bis zur Küste an um eine Geschützbatterie zu errichten. Ein französischer Ingenieur sollte das Vorhaben umsetzen. Die Briten erfuhren von den einheimischen Inselbewohnern von dem Plan. Um den Beschuss von Land aus zu unterbinden, landete eine Landesgruppe unter Leutnant Reynolds auf der Insel und entführten den Ingenieur.

Capture_of_Diamond_Rock.jpgAdmiral Pierre de Villeneuve, er kommandierte wenig später die vereinigte französisch-spanische Flotte vor dem Kap Trafalgar, gelang es im Juni 1805 den Felsen zurück zu erobern. 16 Schiffe gingen gegen HMS Diamon Rock vor, doch erst als die Zisternen zerstört und die Munition aufgebraucht war, ergab sich die britische Garnison.

Die Briten mussten zwei Tote und einen Verwundeten verzeichnen. Die Verluste auf französischer Seite sind nicht genau zu ermitteln, doch es können bis zu 50 Tote und Verwundete gewesen sein. Zudem verlor Villeneuves Geschwader drei Kanonenboote.

Aufgrund der Tatsache, dass Diamond Rock ein offizielles „Schiff“ der Royal Navy war, musste sich James Wilkes Maurice wegen dem Verlust vor einem Kriegsgericht verantworten. Er wurde jedoch nicht verurteilt.

Heute ist die Vulkaninsel Rocher du Diamant ein wichtiges Vogelschutzgebiet. Als staatliches Schutzgebiet ist das Anlanden auf der Insel verboten, so dass Besucher diesen Ort nur noch vom Meer aus betrachten können.

The War of All The Oceans von Roy Adkins und Lesley Adkins
Rowbotham, W.B. (1949) "The Diamond Rock"

Capture of the Diamond rock - Auguste Étienne François Mayer (1805 - 1890)
South east view of the Diamond Rock, with the cannon being hauled up from the 'Centaur' by the cable - Joseph Constantine Stadler (1780 - 1822)

 

Zitat

 

 

Edited by Threepwood
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