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McCool

Handfeuerwaffen der Kgl. Preuß. Marine

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Es ist vielleicht ohnehin mal interessant, einen Blick auf die Ausrüstung der königlich preußischen Marine (bzw. Marine des Norddt. Bundes) zu werfen. Konkreter Anlaß ist ein interessantes Objekt, das Ian McCollum gerade auf seinem youtube-Kanal "Forgotten Weapons" vorgestellt hat.

Es handelt sich um einen Colt Navy-Revolver von 1851, der 1858 an die preußische Marine ausgegeben wurde. Bemerkenswert ist, wie die Preußen an diese Waffen gelangten: Es handelte sich eigentlich um die Lieferungen Colts von 3000 Revolvern inklusive Zubehört an die russische Marine, die von den Preußen 1855 während des Krimkrieges beschlagnahmt wurden. Schließlich behielt man 1000 Revolver und versteigerte den Rest. Das gezeigte Exemplar ist mit KM 750 gestempelt. Besonders von McCollom hervorgehoben das Holster aus preußischer Fertigung, das interessanterweise eine Tasche für eine Wechseltrommel besitzt.  Die gekaperten preußischen Marinerevolver zeigen den Stempel "Saml Colt New York", während z.B. eine Lieferung an die österreichische Marine die Londonder Adresse Colts aufweist.

 

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Wow, das wußte ich auch alles noch nicht. Sehr interessant!

Toll auch die Kugelzange zum gießen eines runden und eines langen Projektils. Was mag der Hintergrund für zwei Munitionsarten bei einem Revolver sein?

Ein Replik des Colt Army Mod. 1861 hängt in meiner Werkstatt. 

20201030_110952.thumb.jpg.bb8027661aaf253bc536c10bde334406.jpg

Das Design der alten Colt-Revolver ist wirklich sehr ansprechend. Nur der Ladevorgang - Treibladung und Projektil einfüllen und mit dem Hebel anpressen, Zündhütchen drauf, das ganze 6 mal - ist etwas langwierig. Hätten sie in den Westernfilmen die Ladevorgänge mitgedreht wäre wohl kaum ein Streifen unter vier Stunden gelaufen...;)

 

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Ja, die Colts sind ja quasi das Sinnbild des Revolvers, auch wenn es viele andere interessante Zeitgenossen gab. Immerhin, die Ladepresse war schon ein netter Fortschritt, bevor es die modernen Metallpatronen gab. 

vor 7 Stunden schrieb Carpfanger:

Toll auch die Kugelzange zum gießen eines runden und eines langen Projektils. Was mag der Hintergrund für zwei Munitionsarten bei einem Revolver sein?

Der einzige Grund für die zwei Geschoßarten ist im Fall des Revolvers wohl nur, daß das längere Projektil eine weit größere Masse hat. Genauer ist beim relativ kurzen Revolverlauf wohl die Kugel. Anders verhält es sich natürlich bei gezogenen Vorderladergewehren mit Minié-Geschossen, deren hohler Boden sich durch den Druck der Verbrennungsgase aufspreizte, wodurch das Projektil beim Verlassen des Laufs in die Züge gepreßt wurde, so daß eine genaue Führung und der stabilisierende Drall um die Längsachse entstanden.

Edited by McCool
R.
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Salut,

sehr interessantes Video, danke fürs Zeigen. Ian McCollum ist ein wirklicher Enthusiast und Kenner. Netterweise hat er mal ein Buchset von mir rezensiert. Deadly Beauties - Forgotten Weapons

Es ist bemerkenswert, dass diese Waffe in so guten Zustand erhalten ist. Noch bemerkenswerter ist allerdings das Holster. Dies waren im Grunde Verbrauchsartikel. Ich habe bisher noch keines gesehen. Sehr schönes und seltenes Set einer ohnehin begehrten Waffe mit einer spannenden Hintergrundgeschichte. 
Gruß

Hermann

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vor 5 Stunden schrieb Flyingdutchman:

Ian McCollum ist ein wirklicher Enthusiast und Kenner. Netterweise hat er mal ein Buchset von mir rezensiert. Deadly Beauties - Forgotten Weapons

Die Bücher selbst sind ja gewichtige Beauties, und dann noch mit einer besonders prächtigen C 96 auf dem Titel! Ganz sicher extrem interessant! 

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... es war ein spannender Blick in die Geschichte. Unglaublich welche waffentechnische  Entwicklung in wenigen Jahrzehnten möglich war. 
Die C-96 ist in der Tat ein Meilenstein der Waffenentwicklung, ihre Ästhetik, wenn man das überhaupt so nennen darf, ist natürlich etwas polarisierend. 
 

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vor 14 Stunden schrieb Flyingdutchman:

Die C-96 ist in der Tat ein Meilenstein der Waffenentwicklung, ihre Ästhetik, wenn man das überhaupt so nennen darf, ist natürlich etwas polarisierend. 

Jedenfalls sehr markant - ich kann verstehen, daß man das anders sehen kann, aber ich mochte sie eigentlich immer. ;)

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Ab 5:12 die C96. Auch mit Gewehrschaft. Die Durchschkagskraft, die Schußfolge, die Ladezeit - alles große Vorteile gegenüber den Revolvern. Bei Prisenkommandos sicherlich sehr geschätzt.

Überhaupt sehe ich diese Dokureihe recht gerne, weil die Folgen nicht so ewig langgezogen sind wie ein alter Kaugummi (auch wenn in dieser Folge überraschenderweise niemand verletzt wurde...)

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vor 23 Stunden schrieb Carpfanger:

Überhaupt sehe ich diese Dokureihe recht gerne, weil die Folgen nicht so ewig langgezogen sind wie ein alter Kaugummi

Das englischsprachige Original kannte ich, die sind ja auch nach wie vor aktiv, aber von diesem kurzlebingen deutschen Ableger hatte ich noch nie gehört, interessant!

vor 23 Stunden schrieb Carpfanger:

(auch wenn in dieser Folge überraschenderweise niemand verletzt wurde...)

Ja, das ist beängstigend.:o Erhält vielleicht die Spannung, aber man sollte nicht jedem eine Pistole in die Patschpfote drücken, sacre bleu!

McCollom hat etliche Videos zur C96, hier auf dem Schießstand mit einer langen Karabinerversion und einer Schnellfeuernden: Klick!

P.S. Falls aber übrigens jemand noch etwas zu den kleinen Feuerwaffen der königlich preußischen Marine weiß, immer gern. Leider habe ich ausgerechnet zu der Epoche praktisch keine Literatur, weder zu Heer noch Marine. Empfehlungen?

Edited by McCool

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Am 16.11.2020 um 19:55 schrieb McCool:

 

... P.S. Falls aber übrigens jemand noch etwas zu den kleinen Feuerwaffen der königlich preußischen Marine weiß, immer gern. Leider habe ich ausgerechnet zu der Epoche praktisch keine Literatur, weder zu Heer noch Marine. Empfehlungen?

Es gibt bei Still‘s einen interessanten, öffentlich zugänglichen Forumspost:  M1849

Die Spezis dort sind recht aufwändig unterwegs und kannten den Colt bereits, was ich allerdings auch nicht wusste. Colt 

Spannendes und völlig unerschlossenes Thema.

Gruß

Hermann

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Am 20.11.2020 um 15:45 schrieb Flyingdutchman:

Es gibt bei Still‘s einen interessanten, öffentlich zugänglichen Forumspost:  M1849

Vielen, vielen Dank, sehr interessant!  Generell sind Informationen zu den Waffen der Reichsmarine sind offenbar auch ziemlich dürftig, wobei für diese aber auch nur diese o.g. Pistole (von einem Konsortium in Suhl) und ein Gewehr gefertigt wurden. Das Gewehr hatte als Vorlage das preußische M 1839, wenn ich mich recht entsinne. Es war wohl etwas kürzer. Es gibt zur Ausrüstung der Reichsmarine einen sehr mageren Artikel in einem Sammelband über die Reichsmarine, da wird dann auch das Gerücht diskutiert, ob auch diese Marine schon Revoler hatte - nein, hatte sie nicht; und hatte mit der embryonalen preußischen Marine ansonsten auch nicht allzu viel zu tun, außer daß diese später etwas Reichsmarine-Konkursmasse übernahm (z.B. Fregatte Gefion, Dampfer Barbarossa). Der Autor o.g. Artikels verweist noch drauf, daß - wohl der einzige? - ordonnanzmäßige deusche Marinerevolver (dann halt schon kaiserliche Marine) der von 1879 gewesen sei; d.h. er kannte die Geschichte der beschlagnahmten Colts aus dem Krimkrieg noch nicht! 

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