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Line of Battle

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  1. Angeblich wurden über Napoleon Bonaparte bereits eine Million Bücher geschrieben. Trotzdem sind in den letzten Jahren immer wieder neue Biografien und Sachbücher erschienen. Und jetzt liefert der Verlag C.H. Beck ein weiteres Buch über den Korsen, der in ganz Europa seine Spuren hinterlassen hat. Kann man über die historische Person Napoleon Bonaparte überhaupt noch etwas Neues schreiben? Ja! Dieses Buch darf man sich nicht entgehen lassen. Thomas Schuler nimmt den Leser mit auf eine Reise durch Europa und die Zeit. Er begab sich an Orte wie Moskau, Paris, Berlin, London, Kaub oder Venedig und schildert seine Beobachtungen. Fast glaubt man, dass Napoleon eben erst hier gewesen war und jeden Moment an diesen Ort zurück kommen könnte. Besonders interessant ist es, wie viele Spuren Napoleon in England zu finden sind, obwohl er niemals einen Fuß auf die Insel setze. Seine Spurensuche auf den Schlachtfeldern von Waterloo oder Beresina beschreibt er sehr eindringlich. Doch auch unterhaltsame Anekdoten aus Vergangenheit und Gegenwart sind zu finden. Thomas Schuler ist einer der führenden Napoleon-Experten Deutschlands. Neben einer umfangreichen publizistischen Tätigkeit zum Thema und europaweiten Vorträgen organisiert er historische Führungen an Originalschauplätzen der Epoche. Auf Napoleons Spuren - Eine Reise durch Europa erschien am 28. August 2019 im Verlag C.H. Beck. 408 Seiten, mit 32 Abbildungen und 11 Karten.View the full article
  2. Obwohl Cuthbert Collingwood 10 Jahre älter war als Horatio Nelson, schlossen die beiden als junge Offiziere 1777 eine enge Freundschaft, die über Jahrzehnte bis zu Nelsons Tod bei Trafalgar andauern sollte. Nur in dieser Schlacht war Nelson, dessen Karriere gradliniger verlaufen war als die seines Freundes, Collingwoods direkter Vorgesetzter. Ihre Freundschaft ist vor allem auch deshalb bemerkenswert, weil beide von so unterschiedlichem Charakter waren. Collingwood war zurückhaltend, streng und schüchtern, während Nelson charismatisch und ein ein romantische Draufgänger war. Collingwood kämpfte im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und nahm an den Schlachten „The Glorious First of June (1794)“ und „Cape St Vincent (1797)“ teil. Dennoch verlief seine Karriere nicht immer ohne Rückschläge. 1777 wurde er wegen Befehlsverweigerung vor ein Kriegsgericht gestellt und freigesprochen. Nachdem er bei Nelsons Tod das Kommando über die Flotte übernommen hatte, war er der Autor des berühmten „Trafalgar Despatch“, die den Sieg in der Schlacht und Tod von Nelson der Nation ankündigte. Collingwoord wurde Oberbefehlshaber der Mittelmeerflotte, sollte aber niemals nach Hause zurückkehren. Er starb 1810 auf See. Bestattet wurde er an der Seite seines lebenslangen nahen Freundes Lord Nelson in der St Paul’s Cathedral in London. „In the Shadow of Nelson: The Life of Admiral Lord Collingwood“ von Denis Oder versucht Licht in das Leben und Wirken von Cuthbert Collingwood zu bringen. Reprint erschien bei Pen & Sword Books Ltd im Juli 20View the full article
  3. „For God and Glory: Lord Nelson and His Way of War“, für Gott und Ruhm, ist eine ambitionierte Analyse von Horatio Nelson während der Napoleonischen Kriege. Anstatt durch Heldenverehrung geblendet zu werden, versucht Hayward einen überzeugenden und unvoreingenommenen Bericht über einen Mann, der zutiefst religiös war, sich seiner menschlichen Schwächen bewusst war und ein meisterhafter Stratege und Taktiker auf See war zu beschreiben. Joel Hayward geht auf originelle und thematische Weise auf das Studium von Horatio Lord Nelson ein und analysiert den einzigartigen Kampfstil, die Doktrin, die Taktik und die Einsatzkunst des Admirals, seine Führungsqualitäten sowie seine Einstellungen und Überzeugungen. Hayward versucht zu erklären, wie all diese Elemente sich zu dem Mann vereinigten, dessen ansteckendes Ethos sich in seiner gesamten Kraft ausbreitete. Er zeigt, dass Nelsons kreatives Genie, seine aufregende und intensive Persönlichkeit und seine Leidenschaft für alle kriegerischen Dinge nicht nur Mut und Loyalität erweckten, sondern auch die Herzen und Köpfe seiner Männer so verblüfften und entzündeten, dass er zu Lebzeiten beinahe Kultstatus erreichte. Joel Hayward ist Professor für „Strategic Thought“ am National Defense College der Vereinigten Arabischen Emirate. Sein Blick auf den britischen Seehelden Horatio Nelson ist verfügbar bei Naval Institute Press.View the full article
  4. Im Frühjahr 1814 wurde Napoleon Bonaparte besiegt und durch seine Gegner kalt gestellt. Nachdem er ein Imperium auf dem halben europäischen Kontinent aufgebaut, überwacht und das Leben von etwa 80 Millionen Menschen regiert hatte, befand er sich plötzlich im Exil auf Elba, auf weniger als hundert Quadratkilometer Land im Mittelmeer. Dies hätte das Ende der Ära Napoleon Bonaparte sein können. Doch er fügte seiner Geschichte in diesem kurzem ersten Exil ein weiteres spannendes Kapitel hinzu. Denn bald zwang Napoleon seinen Entführern und der Insel selbst sein Charisma und seinen historischen Ehrgeiz auf und plante seine Rückkehr nach Frankreich und an die Macht. Nach zehn Monaten Exil entkam er mit etwas mehr als tausend Anhängern im Schlepptau, marschierte nach Paris und eroberte den Palast der Tuilerien zurück - alles ohne einen Schuss abzugeben. Keiner ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass die 100 Tage bei Waterloo in einem katastrophalen Fanal enden sollte. Autor Mark Braude dramatisiert dieses seltsame Exil und die unwahrscheinliche Flucht in feinen Details. Dabei beschreibt er auch Nebenfiguren, wie seinen britischen Aufpasser auf Elba, Neil Campbell, der für immer beschämt war, "Boney" entkommen zu lassen. Was dabei herauskommt, ist eine überraschende neue Perspektive auf eine der folgenreichsten Figuren der Geschichte. Der unsichtbare Kaiser beschreibt die täuschend ruhige, aber letztendlich dramatische Unterbrechung der 25-jährigen Militärkarriere eines der berühmtesten Soldaten der Geschichte. The Invisible Emperor: Napoleon on Elba from Exile to Escape von Mark Braue im Reprint bei Penguin Books; ab dem 8. Oktober 2019.View the full article
  5. Anfang des Jahres 1794 stand das revolutionäre Frankreich am Rande des Scheiterns. Die Armee und die Marine waren von der Revolution erschüttert worden, und Bürgerkrieg und Hungersnot forderten ihren Tribut. Auf der Suche nach einer Versorgung mit Nahrungsmitteln aus den Karibikkolonien und den Vereinigten Staaten beschloss die französische Regierung, einen gewaltigen Konvoi zu organisieren. Um ihren Auftrag zu erfüllen, müsste die französische Marine jedoch die gefährliche Überquerung des Nordatlantiks unternehmen. Eines Ozeans, der von der Royal Navy, der mächtigsten Marinestreitmacht der Welt, beherrscht wurde. Dies ist die ganze Geschichte einer Schlacht des Age of Sails, die im offenen Ozean, hunderte von Meilen von der Küste entfernt, ausgetragen wurden. 26 Linienschiffen unter Admiral Richard Earl Howe trafen auf den aus der Chesapeake Bay kommenden französischen Geleitzug mit über 100 Frachtschiffen und 27 Linienschiffen. Im Verlauf der Schlacht zeigte sich, dass die Flotte des revolutionären Frankreich, geschwächt durch die Säuberungsaktionen im Offizierskorps und die gegenüber der neuen Regierung unloyale Haltung der verbliebenen meist adligen Offiziere, der britischen Flotte taktisch und vom Ausbildungsstand her unterlegen war. The Glorious First of June 1794 von Mark Lardas mit Illustrationen von Edouard A Groult erscheint in der Reihe Campaign (340) am 31. Oktober bei Osprey Publishing.View the full article
  6. Zwei Jahrhunderte vor den Navy SEALs und Marine Raiders waren die US Navy und das Marine Corps bereits in ähnlich gefährliche Missionen verwickelt: Piratenlager überfallen, feindliche Schiffe im Dunkel der Nacht angreifen oder feindliche Einrichtungen und Ressourcen zerstören. Selbst John Paul Jones, der Vater der amerikanischen Marine, sah solche irregulären Operationen als wichtig für die Seekriegsführung an. Benjamin Armstrong, Assistant Professor of War Studies and Naval History an der U.S. Naval Academy, wirft einen Blick auf den irregulären Seekrieg, der oft im Schatten der Seeschlachten steht. Sein Buch hebt die Bedeutung von Überfällen und irreguläre Seekriege als Schlüsselelemente in der Geschichte der amerikanischen Seemacht hervor. Beginnend mit der kontinentalen Marine, verfolgt „Small Boats and Daring Men“ Seemissionen durch die Kriege der frühen amerikanischen Republik, von der Küste des heutigen Libyen bis zu den Flüssen und Buchten der Chesapeake Bay. Gleichzeitig untersucht Armstrong die Konflikte der Ära mit nichtstaatlichen Feinden und die Bedrohung der amerikanischen Friedensinteressen entlang der pazifischen und karibischen Küste. Armstrong bringt eine einzigartig informierte Perspektive in sein Thema ein. Seine Arbeit, unter Bezugnahme auf Originalberichte über den Seebetrieb, Memoiren und Tagebücher von Seeleuten und die Korrespondenz von Offizieren, ist gleichzeitig eine aufregende Erzählung über Gefahren und Kämpfe auf See und eine gründliche Analyse dessen, wie diese Ereignisse in Konzepte der amerikanischen Seemacht passen . Dieses Buch bietet einen neuen kritischen Blick auf die Marinegeschichte der frühen amerikanischen Ära und wirft auch grundlegende Fragen für die Marinestrategie im 21. Jahrhundert auf. View the full article
  7. Der Bürgerkrieg wird oft als "Krieg der Soldaten" betrachtet, aber „Life in Jefferson Davis’ Navy“ widmet sich den Offizieren und Matrosen der Marine der Konföderierten Staaten an. In dieser umfassenden Studie befasst sich Barbara Brooks Tomblin mit allen Aspekten des Lebens eines konföderierten Seemanns, von den Gefahren eines Kampfes bis hin zu den alltäglichen Routinen. Anhand von Tagebüchern, Briefen, Zeitungsberichten und veröffentlichten Werken bietet Tomblin einen Einblick in die Kriegserfahrungen der Offiziere und Männer der Konföderierten Marine, einschließlich derer, die auf Kanonenbooten, Ironclads und Schiffen an westlichen Flüssen und entlang der Küste gedient haben und in Mobile Bay sowie diejenigen, die auf hoher See an Bord der konföderierten Schiffe Sumter, Alabama, Florida und Shenandoah segelten. Die Autorin erforscht auch das tägliche Leben, die Entbehrungen und das Leid der Matrosen, die gefangen wurden und in Lagern der Union in Kriegsgefangenenlagern in Point Lookout, Elmira, Camp Chase, Johnson Island, Ship Island und Fort Delaware untergebracht waren. „Life in Jefferson Davis’ Navy“ von Barbara Brooks Tomblin erscheint im März 2019. View the full article
  8. Lavery stellt die Geschichte des realen Schiffs umfassend dar, beginnend mit der Konstruktion durch Forfait, über den man auch viele interessante Informationen erhält. Bauzeichnungen der Unité, wie die spätere Surprise zunächst hieß, existieren nicht, aber neben einer weiteren Fregatte von Forfait sind die auch die Pläne eines Schwesterschiffs namens Tourterelle abgedruckt, die das Schiff noch in dem Bauzustand zeigen, in 2044013177_LaverySurprisesm.jpg.3d1b0a4063033a1d6415c6cdaa0ca55a.jpgdem die Briten sie erbeuteten - jedoch weist Lavery darauf hin, daß die Schiffe nicht identisch gewesen seien. Die Geschichte der Unité in französischem Dienst ist zwar sicher insgesamt weniger gut dokumentierbar als die Zeit in der britischen Marine, aber Lavery gewährt auch hier interessante Einblicke in die Verhältnisse der französischen Marine. Nach der Kaperung durch die britische Fregatte Inconstant wurde die französische Fregatte in die Royal Navy eingereiht und diente nach einem Wertaufenthalt in Ajaccio, bei der sie wohl soweit wie nötig und möglich auf britischen Standard umgerüstet wurde, zunächst in Mittelmeer. Das bekannteste Ereignis der Karriere der Surprise war der erfolgreiche Bootsangriff auf die meuterische Fregatte Hermione, den Kapitän Sir Edward Hamilton durchführte. Erst 1798 gelangte die Surprise zu einer Überholung nach England, und hier entstanden die bekannten Pläne, die den den Zustand nach dieser Reparatur darstellen. Zum Bauzustand in den ersten britischen Dienstjahren gibt es nur Schriftquellen. Auf Bitten des Kommandanten stattete man die Surprise nun mit einer vollständigen Carronadenbewaffnung aus - ohne auch nur ein einziges Jagdgeschütz. McCool View the full article
  9. McCool - 144 Seiten, Format 28 x 30 cm, Hardcover mit Umschlag. Umfangreiche Texte von Brian Lavery und Geoff Hunt. Zahlreiche farbige Abbildungen, meist Gemälde von Geoff Hunt, viele davon großformatig; Fotos von historischen Schiffen und Nachbauten; einige Abbildungen historischer Pläne, sowie neugezeichnete Pläne von Karl Heinz Marquardt. Register ist vorhanden. Erstauflage Conway/Anova 2008, vorliegende Auflage Bloomsbury 2015. Das Inhaltsverzeichnis mit den einzelnen Kapiteln folgt am Schluß. Die vier inhaltichen Abschnitte, die ich hier zusammengefaßt habe, entsprechen also nicht der Kapitelanzahl im Buch. Der Text von Brian Lavery: Geschichte der Surprise, ex L' Unité Lavery stellt die Geschichte des realen Schiffs umfassend dar, beginnend mit der Konstruktion durch Forfait, über den man auch viele interessante Informationen erhält. Bauzeichnungen der Unité, wie die spätere Surprise zunächst hieß, existieren nicht, aber neben einer weiteren Fregatte von Forfait sind die auch die Pläne eines Schwesterschiffs namens Tourterelle abgedruckt, die das Schiff noch in dem Bauzustand zeigen, in 2044013177_LaverySurprisesm.jpg.3d1b0a4063033a1d6415c6cdaa0ca55a.jpgdem die Briten sie erbeuteten - jedoch weist Lavery darauf hin, daß die Schiffe nicht identisch gewesen seien. Die Geschichte der Unité in französischem Dienst ist zwar sicher insgesamt weniger gut dokumentierbar als die Zeit in der britischen Marine, aber Lavery gewährt auch hier interessante Einblicke in die Verhältnisse der französischen Marine. Nach der Kaperung durch die britische Fregatte Inconstant wurde die französische Fregatte in die Royal Navy eingereiht und diente nach einem Wertaufenthalt in Ajaccio, bei der sie wohl soweit wie nötig und möglich auf britischen Standard umgerüstet wurde, zunächst in Mittelmeer. Das bekannteste Ereignis der Karriere der Surprise war der erfolgreiche Bootsangriff auf die meuterische Fregatte Hermione, den Kapitän Sir Edward Hamilton durchführte. Erst 1798 gelangte die Surprise zu einer Überholung nach England, und hier entstanden die bekannten Pläne, die den den Zustand nach dieser Reparatur darstellen. Zum Bauzustand in den ersten britischen Dienstjahren gibt es nur Schriftquellen. Auf Bitten des Kommandanten stattete man die Surprise nun mit einer vollständigen Carronadenbewaffnung aus - ohne auch nur ein einziges Jagdgeschütz. Bei diesem Werftaufenthalt sollte auch die Takelage verändert werde. Den berühmten "Großmast einer 36-Kanonen-Fregatte" hat die Surprise möglicherweise doch nicht besessen, wie Lavery richtigstellt. Sowohl der als zuverlässig geltende Historiker William James als auch Hamiltons Biograph berichteten von dem 36er-Mast, und das war der Anlaß für Patrick O'Brian, dieses Detail in den Romanen zu übernehmen. Kapitän Hamilton hatte zumindest zeitweise tatsächlich die Absicht, die Surprise entsprechend zu takeln, aber im Briefwechsel zwischen Admiralität und Hamilton findet sich keine Bestätigung, daß der Plan realisiert wurde - im Gegenteil forderte Hamilton kurz nach der Reparatur in Plymouth eine Reduktion der an sich wohl nicht überproportionierten Takelage ("courses of a 32", von irgendetwas vom "36er" ist in den Navy-Quellen nicht die Rede), die wohl auch durchgeführt wurde. Dabei sollte der Fockmast als neuer Großmast verwendet werden, und ein neuer Fockmast eingesetzt werden. Die 1802 am Ende der Dienstzeit vorhandenen Spieren waren jedenfalls nach Lavery für ein 28-Kanonen-Schiffs sogar gering dimensioniert. Die chronologische Erzählung der Geschichte des Schiffs bildet das Gerüst, aber Lavery läßt sich immer wieder exkursartig über verschiedenste Aspekte der Royal Navy der Epoche aus, nicht zuletzt strategische. Auch beispielsweise Laverys biographischen Ausführungen zu Hamilton selbst sind sind sehr erhellend. Hamiltons Familie hatte typisch schottische Merkmale (Bildungseifer, auch älteste Söhne, die zur Marine geschickt wurden), jedoch sprach Hamilton akzentfrei; vermutlich habe, so Lavery, z.B. Admiral Jervis ihn nicht zur "schottischen Legion" gezählt, jenen in der Marine recht zahlreichen verarmten schottischen Adelssprossen, die auf See ihr Glück und neues Vermögen in Form von Prisengeldern suchten. Die Prisenjagd hielt Admiral Jervis für ein Grundübel der Marine, weil es Offiziere dazu bringen konnte, falsche Präferenzen zu setzen. Hamiltons Fähigkeiten jedoch schätzte der Admiral; die zahlreichen Prisen, die der Kapitän mit der Surprise nahm, scheinen sich auf Jervis' Meinung nicht negativ ausgewirkt zu haben. Worin beide übereinstimmten, war offensichtlich die Auffassung von Disziplin. Hamilton war ein sehr harter Kommandant, der sehr viel auspeitschen ließ, um die zeitweise prekäre Disziplin aufrechtzuerhalten. Bemerkenswert ist, daß so kurz nach den Flottenmeutereien von 1797 im Spithead die Situation auf der Hermione durchaus kein Einzelfall war; aber angesichts der extremen Brutalität Pigotts war es dort eben auch zum Äußersten gekommen. Ein Exkurs, das auch den härter gesottenen Landratten einen guten Eindruck von den Lebensbedingungen an Bord eines Kriegsschiffs geben wird, ist „A Visit on Board“, eine Art Führung durchs Schiff. Illustriert ist dieser Abschnitt mit Fotos vom Äußeren, Inneren und den Decks von Victory, Trincomalee und der Film-Surprise (ex Rose). Auch einige Grundlagen zur Seemannschaft werden gezeigt. Ein letztes Kapitel von Lavery befaßt sich noch mit „Jack Aubreys Surprise“, der fiktionalisierten Interpretation der Fregatte durch O'Brian. Die Pläne von Karl-Heinz Marquardt Um klarzustellen, welche Zeichnungen enthalten sind, folgt eine Auflistung. Als Einzelpläne führe ich auf, was einen eigenen Titel bzw. eine eigene Maßstabsleiste hat; es befinden sich allerdings stets mehrere dieser Pläne auf einer Seite. Auf S. 64 befindet sich ein erläuterder Text von Brian Lavery. Rekonstruierte Details wurden von Lavery, Marquardt und Hunt im Austausch erarbeitet, die Zeichnungen selbst stammen von Marquardt. [S. 65] 1. Exterior Profile (incl. Heckansicht) 2. Interior Profile [S. 66] 3. Complete Plan View (inkl. Plankenverlauf von Achterdeck, Gangways und Back) 4. After Platform (Plattform im Raum achtern) 5. Fore Platform (Plattform im Raum vorn) 6. Lines Drawings (komplette Rumpflinien) [S. 67] 7. Quarterdeck & Forecastle, Upper Deck, Lower Deck 8. Midship Section (inkl. Carronadenbewaffnung und Beplankung, leider sehr klein) [S. 68] 9. HMS Surprise ex L'Unité Rigged to1802 Mast and Spar Dimensions (Takelplan des historischen Schiffs) 10. Carronade (perspektivische Ansicht) 11. 32-PDR Carronade / 18-PDR Carronade (mit Lafettierung. Bewaffnung für die reale Surprise) [S. 69] 12. Jack Aubrey's fictional HMS Surprise ex L'Unité (Takelplan mit dem Großmast einer 36-Kanonen-Fregatte, wie im Roman) 13. Long Gun (perspektivische Ansicht ohne Maßstab) 14. 9-PDR Long Gun (incl. Lafette, Hauptbewaffnung bis 1798) [S. 70] 15. Launch, Cutter, Skiff [S. 71] 16. Jolly Boat, Pinnace Die Zeichnungen sind, wie von Marquardt gewohnt, sehr schön ausgeführt und für die Zwecke dieses Buchs völlig ausreichend. Sie würden sich auch ohne weiteres für den Modellbau eignen, wären sie nicht relativ klein und auch in ziemlich begrenzter Qualität abgedruckt. Das soll heißen: Sie sehen im Buch sehr gut aus, aber wenn man sie sich mit der Lupe betrachtet (oder einscannt) lösen sich die Linien in Rasterpunkte auf, in Wasserlinien oder Berghölzer usf. werden Treppen sichtbar. Das ist bedauerlich, denn die Qualität der Originalzeichnungen hätte sicher mehr hergegeben. Ein separater Plansatz wäre eine gute Idee gewesen, aber den gibt es eben nicht. Es ist ja nicht augeschlossen, daß sich viele Modellbauer mit dieser Zeichungsqualität begnügen können und sie für ein Modell nutzen können – aber verwöhnte, anspruchsvolle Modellisten seien gewarnt, keine allzu allzu hochgesteckten Erwartungen an die Druckqualität der Pläne haben! Text und Gemälde von Geoff Hunt Für rund 20 Seiten erhält Geoff Hunt das Wort: „Constructing a Picture of HMS Surprise“. Ich muß gestehen, daß für mich die Gemälde von Hunt eigentlich nur ein hübscher Nebenaspekt des Buchs waren, denn mich interessierte vor allem die historische Surprise. Aber die vielen schönen Gemälde hier versammelt zu haben - viele davon im großen ganzseitigen Format - und von Geoff Hunt seine Arbeit von der Recherche techhnischer Details bis zum Entwurf einer Komposition für das Gemälde erklärt zu bekommen, ist weit schöner und interessanter, als ich zunächst annahm. Im Abschnitt über die Romane „cover by cover“ sieht man Hunts Entwurfsskizzen den fertigen Gemälden gegenübergestellt. Hunt hat sich für die Arbeit an den Cover-Gemälden nicht nur intensiv nicht nur in die allgemeine Schiffbaukunst und Aspekte der Seemannschaft eingearbeitet, sondern nahm auch die Schilderungen O'Brians ernst. So entstanden nicht irgendwelchen generischen Fregattenbilder, sondern kongeniale Illustrationen zu der Romanreihe. Anhang Hier befindet sich eine tabellarische Chronik der Surprise, eine vollständige Besatzungsliste der Surprise aus dem Jahr 1799, die mehrere Seiten umfaßt, sowie Tabellen zu den Spieren der Surprise, zur Bewaffnung, und zur Maintenance History – die beiden letzteren sind ziemlich knapp.cc View the full article
  10. Im September 2014 wurde das Wrack eines am Heck zerbrochenen Segelschiffes in den gefrorenen Tiefen der kanadischen Arktis am Meeresboden entdeckt. Sein Aufenthaltsort war über anderthalb Jahrhunderte lang ein Rätsel gewesen. Der Name des des umgebauten Bombardierschiffs war Erebus, benannt nach dem griechischen Gott der Finsternis. Jetzt bringt Michael Palin - ehemaliger Monty Python-Star und vielgeliebter Fernseh-Globetrotter - dieses außergewöhnliche Schiff zurück ins Leben. Von seinem Start im Jahr 1826 bis zu den epischen Entdeckungsreisen, die zu Ruhm in der Antarktis und zur Katastrophe in der Arktis führten. Palin erforscht die ineinander verschlungenen Karrieren der Männer, die im Rahmen der „Franklin-Expedition“ die Nordwestpassage suchten: James Clark Ross, der einen Großteil der "Great Southern Barrier" kartierte und einige der frühesten wissenschaftlichen Experimente dort leitete und John Franklin, der im Alter von sechzig Jahren und nach einer langen Karriere das Schiff auf seiner letzten, katastrophalen Expedition befehligte. Erebus - The story of a ship von (9781847948137) Michael Palin erscheint am 20. September 2018 bei Random House Books. Mehr zu der Franklin-Expedition sowie Erebus bei uns im Forum! View the full article
  11. Der 18-Jährige Schotte William Clarke trat 1803 den 2. Royal North British Dragoner bei. Seinen militärischen Werdegang dokumentierte er fortan auf rund 600 Seiten. Diese handgeschriebenen Memoiren bewahrte die John Rylands Library in Manchester auf und stellte sie dem Historiker Garth Glover zur Verfügung. Clarke war Sergeant, als das Regiment nach Napoleons Flucht von Elba in Richtung Belgien geschickt wurde. Die Scots Grey spielten eine zentrale Rolle während der Schlacht von Waterloo. Die Ereignisse im Juni 1815 wurden von Clarke detailliert aus der Sicht eines Kavalleristen der Scots Grey beschrieben und von dem renommierten Historiker Garth Glover kommentiert. Seine Aufzeichnungen enden 1822 mit einem außergewöhnlich detaillierten Bericht über den Staatsbesuch König Georgs IV. in Schottland. Auf 338 Seiten veröffentlichte Pen & Sword Books Ltd „A Scot's Grey at Waterloo: The Remarkable Story of Sergeant William Clarke“ (ISBN 1473894018) im Oktober 2017. View the full article
  12. Das Jahr 1588 markierte einen Wendepunkt in der britischen Geschichte. Der Sieg über die spanische Armada verwandelte England in eine Seefahrernation. Die Grundlage des Erfolgs und die Herrschaft über die Ozeane wurde in dieser Zeit geschaffen. Das wiederaufgelegte Taschenbuch von Brian Lavery erzählt die Geschichte, wie sich die Marine zum komplexesten Industrieunternehmen der Welt entwickelte. Diese Entwicklung hatte ebenso große Auswirkung auf die Kultur und das Nationalgefühl der Insel sowie den Mythos der Royal Navy. Auf 336 Seiten wird der Aufstieg der Marine über vier Jahrhunderte dargestellt. „Empire of the Seas How the navy forged the modern world“ erscheint voraussichtlich im November 2018 bei Osprey Publishing. View the full article
  13. Titel: The 32-Gun Frigate ESSEX Autor: Portia Takakjian Verlag: 1. Auflage Conway Maritime Press, London 1990 ISBN: 1844860132 Umfang: 127 Seiten, davon etwa 25 Seiten Text und Fotos von Modellen und anderen Objekten. Der Hauptteil besteht aus Planzeichnungen Die berühmteste der „subscription frigates“ der US Navy war die Essex, zwar nur mit 12-Pfündern bewaffnet, aber immerhin für diese Klasse ein recht groß geratenes Exemplar. Portia Takajian hat sich des Schiffs in dieser schönen „Anatomy“ angenommen und es detailreich rekonstruiert. Die von William Hackett entworfene und von Enos Briggs in Salem, Mass, gebaute Essex war in ihren ersten Jahren zwar ein hervorragender Segler, aber in schiffbaulicher Hinsicht kein großer Wurf wie die Constitution-Klasse, die neue Maßstäbe setzte. Mit seiner Batterie von Zwölfpfündern war die Fregatte schon fast auf dem Weg in die Obsoleszenz, als sie vom Stapel lief. Aber ihre Geschichte, besonders der Schrecken, den sie unter den britischen Walfängern im Pazifik im Krieg von 1812 verbreitete, hat ihr dauerhaften Ruhm verschafft. Takakjian stellt in ihrem Buch allerdings nicht den wohl kaum zu rekonstruierenden Bauzustand von 1812 dar, sondern den ursprünglichen. Aber auch der ist nicht unproblempatisch, denn die Basis für die Rekonstruktion erscheint, verglichen mit anderen US-Marineschiffen, ganz zu schweigen von britischen, eher schwach. Zwar ist ein Entwurf der Essex von William Hacketts erhalten, aber die Zeichnung ist leider, wie Chapelle schreibt, "hurried and very rough" (American Sailing Navy, S. 164). Takakjian hat, wie sie im Textteil darlegt, auch die leicht zu übersehenden und bei Repros oft nicht zu erkennenden Bleistiftnotizen und Kalkulationen (s.o.!) Hacketts auf dem Plan ausgewertet. Wie sie anhand von Plan, den Notizen darauf, und zeitgenössischen, vielleicht auch für Hackett erreichbaren Schiffbau-Werken den Entwurf nachvollzieht, erscheint sehr überzeugend. Eine wichtige Quelle waren auch die in den 1970erm von Peabody Essex Museum in Salem, Mass, herausgegebenen „Frigate Essex Papers“, eine Quellensammlung, die der Autorin eine große Fülle von Informationen bot. Der Text, wie fast immer eigentlich viel zu knapp, umfaßt dann noch die üblichen Angaben zu Geschichte, Ausrüstung und Bewaffnung des Schiffs. Im Fototeil gibt es eine Repro des Originalplanes mit hervorgehobenen Kalkulationsnotizen Hacketts, sowie zeitgenössischen Abbildungen, einige Objekte aus der Zeit der Essex, Porträts von Erbauer und Kapitänen, sowie Fotos verschiedener moderner Modelle der Fregatte (allerdings kein eigenes, obwohl die Autorin auch Modellbauerin war). Eine Augenweide sind Takakjian sauber ausgeführte, detailreiche Zeichnungen; auch interessante Details wie einen Blitzableiter oder eine transportable Schmiede-Esse findet man hier. Letztere beispielsweise wird auch im Text erwähnt, ist also quellenmäßig belegbar; aber bei vielen anderen Details muß man sich darauf verlassen, daß Takakjian gut recherchiert hat, denn für allzu viele Quellennachweise reichen Raum und Struktur der Reihe nicht aus. Dem Buch sind Takakjians 10 Jahre Recherche über die Essex, anzumerken. Aber die Quellen zum Schiff sind eben nicht optimal, und bei manchem könnte man wohl auch zu anderen Ergebnissen kommen. Ein Beispiel dafür: Besaß die Essex soetwas wie das Spar Deck der großen US-Fregatten, oder waren Achterdeck und Back durch die traditionelle Form schmaler Gangways verbunden? Takakjian gibt der Essex sehr breite Gangways, die strukturell so massiv ausgeführt sind, wie ein richtiges Deck (inkl. liegender Knie), aber tiefer als Achterdeck und Back liegen. Noch mehr Richtung spar deck geht anscheinend eines der Modelle im Fototeil (Bild 16). Dort bezeichnet Takakjian die Konstruktion auch wirklich als „spar deck“; in ihrer Zeichnung bleibt es aber bei „gangways“. Ob es für Takakjians Auffassung Quellen gibt? Leider stehen mir die Essex Papers nicht zur Verfügung, die vielleicht Aufschluß geben könnten. Ergäbe es aber bei derart schwer ausgeführten Gangways Sinn, dieselben dann nicht gleich noch auf die Höhe von Achderdeck und Back zu bringen und strukturell zu integrieren? Die Reling in der Kuhl in Hacketts Plan scheint aber ein Indiz für die tiefere Lage der Gangways zu sein – natürlich könnte man den Bau auch abweichend ausgeführt haben, zu anderen Veränderungen ist es ja noch gekommen. Chapelle zeichnet die Essex in seiner Rekonstruktion mit den traditionellen, leichten Gangways, s. „History of American Sailing Ships“(1937), Plate IV. Chapelle merkt dort an: „Extent of gangways in deck arrangement uncertain“. Bei dem starken Umbau der Essex durch Josiah Fox mag das aber alles geändert worden sein. Ungewiß ist auch das Aussehen des Hecks. Das von Takakjians rekonstruierte gleicht jenem britischer Fregatten. Chapelle rekonstruiert es in einer Form, die man in etwa als unten abgeschnittenes Oval umschreiben könnte. In den Zeichnungen und Skizzen Samuel McIntires (dendie Autorin merkwürdigerwesie "Donald" nennt), der die Schnitzereien für die Essex anfertigte, gibt es Beispiele für beide Formen, wie man in Brewingtons „Shipcarvers of North America“, sehen kann. Immerhin, auf dem frühen, etwas naiven Gemälde der Essex sind sowohl die Galionsfigur als auch die Seitengalerien erkennbar, auch wenn diesese Gemälde der Essex in puncto Eleganz wohl nicht gerecht wird. In Anbetracht solcher Rekonstruktionsprobleme finde ich persönlich es immer etwas merkwürdig, ausgerechnet von solchen Schiffen auch noch Spantmodelle zu bauen - das suggeriert ein Maß an Rekonstruierbarkeit, das eben nicht gegeben ist. Warum greift jemand, der gern ein Spantmodell bauen möchte, dann nicht lieber auf ein Schiff zurückgreifen, für das die Quellen entsprechend detailliert vorliegen? Ansonsten ist die Essex ja durchaus gut genug dokumentierbar, um ein sehr plausibles beplanktes Rumpfmodell des Urpsrungszustandes zu bauen, auch ein getakeltes. Leider verstarb Portia Takakjian bereits 1992. Ihr Nachlaß in puncto Essex wird in Mystic Seaport aufbewahrt, auf der Site findet man auch eine Biographie. Portia Takakjians "Anatomy"-Band ist ästhetisch ansprechend durch die sorfältig ausgeführten Plänen, und gekennzeichnet durch umfassende Recherche tiefgehendes Verständnis des Gegenstands. Das war nicht bei allen "Anatomy-Autoren" gegeben. Ein jedenfalls sehr zu empfehlender, schöner Band über eine schöne Fregatte. View the full article
  14. Die amerikanische Revolution hat die politische Karte der Welt umgestaltet und zur Geburt der Vereinigten Staaten von Amerika geführt. Dass es dazu kommen sollte, war den Beteiligten der ersten Auseinandersetzungen bei Lexington und Concord natürlich nicht bewusst. Schon gar nicht, wenn man das Kräfteverhältnis der amerikanischen Rebellen und den britischen Streitkräften sowie die Ausgangslage betrachtet. Erst im Laufe des Konflikts und nach zahlreichen Niederlagen gewannen die Amerikaner unter George Washington an Boden. “The Improbable Victory: The Campaigns, Battles and Soldiers of the American Revolution, 1775–83” stellt nicht nur die Kampagnen und Schlachten dar, sondern wirft auf 260 Seiten auch einen Blick auf die beteiligten Soldaten der verschiedensten Dienstgrade. In Zusammenarbeit mit dem American Revolution Museum at Yorktown wurde das Fachbuch im Juli 2017 bei Osprey Publishing veröffentlicht. View the full article
  15. Liebe Besucher, im Moment aktualisieren wir die Forensoftware. Das Forum ist in Kürze wieder verfügbar. View the full article
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