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McCool

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Posts posted by McCool

  1. Es gibt einen interessant illustrierten Wikipedia-Artikel (mit Plan) über diese peruanische Panzerfregatte, die im Gefecht gegen die chilenische Covadonga 1879 ihr Ende fand. http://es.wikipedia.org/wiki/BAP_Independencia

    Das erscheint einigermaßen erstaunlich, weil es sich bei letzerem Schiff offenbar um einen schraubengetriebenen ungepanzerten "Schoner" handelte. Dieser hatte jedoch listigerweise die ihn verfolgende Independencia auf eine Untiefe gelockt. http://es.wikipedia.org/wiki/Archivo:Comba...unta_Gruesa.jpg

     

    Im Zusammenhang mit diesem Gefecht steht auch das von Iquique, an dem der berüchtigte Huáscar (existiert ja noch) die chilenische Esmeralda durch erfolgreichen Rammstoß versenkte

    http://es.wikipedia.org/wiki/Combate_naval_de_Iquique

  2. Also, damit wir nicht aneinander vorbeireden: Alle Zeichnungen haben als Basislinie den Kiel, nicht die Wasserlinien. Weil das Schiff einen gewissen Kielfall besitzt und die Spanten senkrecht auf dem Kiel stehen, stehen Spanten und Wasserlinien nicht rechtwinklig zueinander. Da der Kiel für alle Zeichnungen die Baislinie bildet, sind die Wasserlinien eine Projektion auf die Ebene der Kiellinie - es sind nicht die Flächen, die bei einem Wasserlinienschnitt durch den Schiffskörper entstünden.

    Wenn ich nun also überprüfen will, ob Wasserlinienriß und Spantriß in demselben Maßstab gezeichnet sind, und das z.B. an Spant 9 (von vorn) und der obersten Wasserlinie überprüfen will : Im Wasserlinienriß die enstprechende Strecke von der Mittellinie bis zum Punkt messen, wo sich Spant und Wasserlinie schneiden. Aber nun: Im Spantriß nicht etwa einen Rechten Winkel an der Mittellinie anlegen und die Strecke bis zum Schnittpunkt Spant/Wasserlinie messen - das würde zu einem falschen Ergebnis führen. Sondern: Strecke zwischen Schnittpunkt Spant/Wasserlinie und Schnittpunkt Mittellinie/Wasserlinie messen (die Wasserlinienverläufe sind ja im Spantriß eingezeichnet). Oder sehe ich das falsch? Könnte das etwas mit dem Problem zu tun haben? Zur Reihenfolge der Entstehung der Zeichnungen - ich vermute, daß wird zu Chapmans Zeiten wohl noch so gewesen sein wie früher: Profil, Spant, Wasserlinien.

     

    Im Hinstorff-Reprint habe ich folgendes grob nachgemessen (wirklich nur grob, mit nicht gerade gutem Werkzeug). Der beplankte Querschnitt ist etwa 1mm zu breit, wenn man ihn mit dem Spantriß vergleicht. Die Draufsicht ist ebenfalls ca 1mm breiter als der Spantriß. Gemessen habe ich bei Draufsicht und Querschnitt natürlich Breite auf Spant an der breitesten Stelle, da der Spantriß ja diese Breite zeigt. 1 mm entsprächen in der Zeichnung in etwa 2 Zoll (englisch). Das ist vielleicht schon relativ viel, aber die oben genannten Abweichungen von 30 oder 40 cm zwischen Spanten und Draufsicht kann ich mir nicht erklären. Für alles, was mit den Wasserlinien zusammenhängt, wäre das oben ausgeführte erstmal die einzige mögliche Fehlerquelle, die mir einfällt, abgesehen von einer brachialen Verzerrung des digitalisierten Plans.

    Zu den kleineren Ungenauigkeiten im Millimeterbereich - man muß ja bedenken, daß diese unglaublich sauberen Pläne in der "Architectura" Kupferstiche sind. Daß es da gewisse Abweichungen und Fehler gegenüber den den Originalen gegeben haben kann, ist kein Wunder.

    Die elektronische Verhackstückung der Pläne aus dem Netz hat sicher noch ein übriges zu den oben dargestellten Problemen (Wellen, Verzerrungen, Knicke) beigetragen. Erstmal ist es natürlich ein Problem, die Vorlage möglichst wellen- und verzugsfrei in Position zu bringen, und dann haben ja bekanntlich manche Scanner die böse Eigenart, nicht so ganz genau zu arbeiten. Da würde ich einen guten Reprint den elektronischen Plänen aus genannter Quelle doch vorziehen, und auch hier sind Verzerrungen natürlich nicht ausgeschlossen.

  3. Nach sehr langer Zeit lese ich gerade wieder Foresters "General" (rororo, 1956). Mit einem kurzen Präludium im Burenkrieg spielt die Erzählung hauptsächlich im 1. Weltkrieg und ist eine ziemlich sarkastische Charakterisierung des britischen Offiziers.

    Der Protagonist, Herbert Curzon, Offizier in einem Ulanenregiment mittleren Ansehens, aber Gottlob immerhin kein Infanterist oder Schlimmeres, ist von bescheidener Herkunft, ohne einflußreiche Freunde, geistig beschränkt, aber diensteifrig. Erstmals macht er im Burenkrieg von sich reden, nachdem er mehr aus Versehen ein Gefecht entscheidet. 1914 ist er als Kommandeur seiner Lancers in Frankreich und kann dort aufgrund der häßlichen Methoden des sich entwickelnden industiellen Krieges durchaus keine schönen Attacken reiten. Trotz allen bewährt sich Curzon wiederum auf seine Weise: nicht durch taktisches Geschick, sondern durch Fleiß und Disziplin. Eine Granate sorgt dafür, daß Curzons Vorgesetzter aus dem Weg geräumt wird, und er übernimmt das Kommando über eine Brigade. Zurück in England gerät er durch zufällige Fügungen binnen kurzem an das Kommando über eine neuaufgestellte Division und an eine unhübsche, schon fast altjüngferliche Herzogstochter (ihre Gesichtszüge erinnern ihn bei der ersten Begegnung an die eines guten Polopferdes, das er einst bessessen hatte, und sie ist bereits 32!). Mit der Heirat dieser Emily zieht sein ebenso rasanter wie an sich unbegründeter militärischer Aufstieg den gesellschaftlichen nach sich. Unterdessen will Curzon sich unbedingt mit seiner Division in Frankreich bewähren und brennt darauf, seinen Teil zur "Enscheidungsschlacht" beizutragen...

    Es würde mich sehr interessieren, wie die Erzählung bei Erscheinen 1936 aufgenommen wurde. Immerhin lagen die geschilderten Ereignisse noch nicht sehr lange zurück, und viele Leute hätten sich wohl auf den Schlips getreten fühlen können. Aber das die Briten ja jedenfalls Anlaß zur Klage über die Qualität ihrer Generäle hatten, war Foresters Geschichte vielleicht publizistisch auch kein Einzelfall.

    Ist der "General" auch etwas für "Hornblower"-Leser? Vielleicht ja, vielleicht nein; hervorragend geschrieben ist diese Erzählung jedenfalls.. :P Ein grundsätzlicher Unterschied besteht natürlich darin, daß der "General" etwas ganz anderes ist als eine bloße Abenteuergeschichte. Diese Erzählung ist eine Analyse und Kritik "des" Offiziers, bzw. eines bestimten Offizierstypus, wobei Forester auch auf die Vorgänge in der militärischen Verwaltungsstruktur und die Adelsgesellschaft blickt. Abgesehen von den möglichen Präferenzen eines Lesers ist der "General" als literarisches Werk und vom Gehalt her vermutlich weit bedeutsamer als andere Geschichten Foresters.

  4. Vielen Dank, sehr interessant, der Plan! Er hat gegenüber dem bei Chapelle noch den Vorzug, daß dieses Schiff kein gerades Backfrontschott besitzt - obwohl ja angeblich aus der gleichen Zeit stammend. Auch sind die Seiten nicht so stark eingezogen, was für eine Schebecke vielleicht etwas eigentümlich ist. Die geraden Seiten passen gut zu der offenbar nicht zu unterschätzenden Darstellung Pococks, wo man erkennt, daß die Seiten mittschiffs gerade sind und im Bugbereich stark ausfallen. Auf bewußtem Plan hängt das Heck nicht mehr so weit über, wie man das auf anderen Plänen und Zeichungnen sieht. Auch das paßt gut zu Pococks Bild.

    Etwas eigentümlich finde ich allerdings den gewaltigen Sperone. Der fällt bei ähnlichen Schiffen deutlich dezenter aus, z.B. bei den Takelansichten jener venezianischen Schebecke, die hier auch schn mal erwähnt wurden. Auch diese Schebeke besitzt Back und Achterdeck, letzteres alledings nur mit offener Reling und vermutlich unbewaffnet. Der Sporn sitzt niedriger und ist kleiner.

  5. Winston Churchill berichtet von seiner Fahrt auf dem Schlachtschiff "Prince of Wales" zum Treffen mit Präsident Rosevelt im August 1941:

    "Mehrere U-Boote waren gemeldet; wir hielten deshalb Zickzackkurs und machten weite Umwege. Absulute Funkstille herrschte. Wir fingen Meldungen auf, aber eine Zeitlang, konnten wir selbst uns nur in Abständen vernehmen lassen. Meine tägliche Routinearbeit war deshalb unterbrochen, und ein seit Kriegsbeginn mir unbekanntes Gefühl der Muße überkam mich. Zum erstenmal seit langen Monaten durfte ich ein Buch zu meinem Vergnügen lesen. Der Staatsminister in Kairo, Oliver Lyttleton, hatte mir Captain Hornblower (einen Roman von C.S. Forester) gegeben, den ich jetzt höchst unterhaltsam fand. Bei erster Gelegenheit sandte ich ihm die Meldung "Ich finde Hornblower ausgezeichnet". Das schuf im Hauptquartier Nah-Ost allerlei Verwirrung, weil man sich vorstellte, "Hornblower" sei der Deckname für eine Operation, über die man nicht informiert sei."

     

    (Winston S. Churchill, Der Zweite Weltkrieg. Scherz 1995, S. 546.)

  6. Daß Glenn Danzig aussieht, als könne sein Busen jeden Augenblick sein Latexhemdchen sprengen, hielt ihn nicht davon ab, sich mal ganz lässig niederstrecken zu lassen, wie ich neulich zufälligerweise hier sah. Dumm, daß er auch noch den Streit angefangen hatte! :Phttp://www.youtube.com/watch?v=QRImfGCbq-Q

    http://www.roadrunnerrecords.com/BLABBERMO...ewsitemID=24386

    Aber Danzig dürfte das nichts ausmachen. Denn wie sagt er doch:

    .
  7. So, hab mal die Spanten nachgezeichnet und noch die Dicke der Beplankung mit einbezogen.

    Allerdings bin ich dabei auf ein mehr oder minder großes Problem gestoßen: Die Spanten wollen nicht so recht zu den Wasserlinien bzw. der beplankt dargstellten Draufsicht passen

    Du hast sicherlich in Betracht gezogen, daß Spanten auch in diesem Fall vermutlich senkrecht zum Kiel und nicht zu den Wasserlinien stehen? Wasserlinien sind überbewertet. Man hat die allerlängste Zeit ohne soetwas Schiffe gebaut! :):P

  8. Höchstwahrscheinlich ist die Planzeichnung einer Schebecke die man in Chapelles Buch findet nicht Cochranes "Gamo" da Sie von spanischer Seite Jorge Juan y Santacilla. C. 1750 zugeordnet wird.

     

    Das ist aber kein Problem :D da es noch weitere Originalzeichnungen gibt, darunter eine die auf 177? datiert mit 32 Pforten ausgestattet und den vorhandenen, nicht nach vorne geneigten, Maststümpfen nach zu urteilen ziemlich genau DER GAMO entspricht wie sie beschrieben wird.

     

    Falls Interesse besteht könnte sich eine kleine Gruppe um die Rekonstruktion des Schiffes bemühen.

    Ich wäre dabei!

    Speedy und Gamo wären ein schönes Paar, oder?

     

    Ich fände es auch sehr interessant, die beiden Schiffe direkt vergleichen zu können - d.h. einen Gamo möglichst ähnlichen Plan zu finden. Eine regelrechte Rekonstruktion, falls sich kein passender Plan findet - keine Ahnung, ob das sinnvoll wäre. Mir wäre es lieber, die authentische Zeichnung eines sehr ähnlichen Fahrzeugs zu haben, auch wenn es vielleicht ein paar Fuß kürzer war. :P Für ein kleines Diorama allerdings könnte man sich dann auf dieser Basis einen Gamo herstellen. Aber es gibt übrigens auch zu Speedy noch ein, zwei offene Fragen zur Rumpfbauweise. Glücklicherweise gibts ja fürs äußere Erscheinungsbild dieses schöne Gemälde:

    http://www.nmm.ac.uk/server/show/conMediaFile.3100 Wir hatten ja schon einen Speedy/Vensejo/Sophie-Thread http://www.napoleon-forum.de/index.php?showtopic=1732 im Hinblick auf Jack Aubreys Schiff. Oder sollte es besser noch einen extra für Speedy geben? :)

  9. Wikiartikel(!!)

     

    Die 1500 ;) Pumpstösse für 20 Schuss, was dann ja wohl einem Magazin entsprach müssen eine ordentliche Rödelei gewesen sein, sofern die Aussage stimmt. Hätten sich diese Waffen durchgesetzt.....es wäre zu weitreichenden Veränderungen in der Linientaktik gekommen.

    Eine grandiose Vorstellung - ganze Bataillone in Linie wie wild pumpend! Aber Büchsen hatten in der Linie eh nichts verloren - jedenfalls nicht zur Zeit der Girandoni-Windbüchse. Und ansonsten nur, wenn man gezogene Musketen nach 1850, die Minié-Geschosse verfeuerten, trotz ihrer Länge noch als Büchse bezeichnen will...

    Wenn man bei der Windbüchse davon ausgeht, daß eine Flaschenladung für 20-30 Schuß ausreichte und ein Schütze drei Ersatzflaschen mitführte, kam er auf eine Gesamtzahl von 80-120 Schuß, ohne etwa auf dem Schlachtfeld wie wild pumpen zu müssen. Ein normaler Infanterist hättem, wenn ich nicht irre, auch eine Patronenzahl in der Größenordnung bei sich gehabt, oder eher weniger (deutlich unter 100, meine ich).

     

    In dem besagten Wikiaerikel wird als Druckbehälter auf Kugelförmige hingewiesen. Ich meine auch schon eine Zeichnung einer Waffe mit Kugelförmigem Druckbehälter gesehen zu haben.
    Gabs auch, aber die bewußte Girandoni-Büchse hatte als Reservoir eben den abschraubbaren Kolben. Eine Kugel unter der Waffe ist vermutlich etwas unpraktisch, siehe hier:

    http://www.deutschefotothek.de/obj32004646.html

    Der Guss einer hohlen Kugel mit Hilfe einer verlorenen Form dürfte in der Tat eine echte Herausforderung gewesen sein.
    Nun ja - immerhin war jede Bombe oder Granate so hergestellt. Allerdings dickwandiger, als es für den Zweck einer Luftdruckbehälters sinnvoll gewesen wäre, schätze ich.
    Zylindrische Behälter hingegen dürften Handwerkliche echte Meisterwerke gewesen sein, sollte es sie wirklich gegeben haben.

    Gewalztes Blech zu einer Röhre biegen und längs verlöten und dann die Stirnkappen mit umgeschlagenen, auf die Röhre geschobenen Kragen verlöten....... :(

    In der Tat, wieso sollte man die Windflasche nicht genauso hergestellt haben? Die Windflasche der Girandoni-Büchse war, wie man in den Animationen des ersten Links sieht, ein recht langer Kegelstumpf mit gewölbtem Boden. Sicher keine sehr schwierige Form. Vielleicht war der Corpus auch nur zusammengenietet und mit Pech und Leder überzogen, wer weiß! ;)

    Übrigens wird auf der Lewis & Clark-Seite ein funktionstüchtiger Nachbau einer Windbüchse und ein Artikel darüber erwähnt.

  10. Leider weiß ich auch nicht, wie groß der Druck in der Windflasche war oder wie sich die V0 nach mehreren Schüssen verringerte. Gegenüber den sonst gebräuchlichen Büchsen hatte diese Windbüchse allerdings ein paar bemerkenswerte Vorteile - neben Wegfall von Pulverqualm, der die Sicht nehmen oder den Standort des Schützen verraten konnte, waren diese Büchsen sehr schnell und einfach nachzuladen. Bei Vorderladerbüchsen, die mit Kugeln geladen werden, geht das eben nicht so einfach - wenn ich mich recht entsinne, wurden daher für Schützenabteilungen auch gemischte Bewaffnungen aus Büchsen und Flinten empfohlen, weil letztere weit schneller nachzuladen sind und somit eine solche Abteilung nicht während des langwierigen Nachladens der Büchsen überrannt werden kann. In der Tat ist die Girandoni-Büchse ja übrigens auch ein Hinterlader. In Großbritannien gab es ja die Baker-Büchse, auch schon ein besser zu ladender Hinterlader, jedoch zwangsläufig mit Verschlußproblemen (wie möglicherweise die Girandoni-Büchse auch). Nicht ohne Grund hielten sich Vorderlader so lange. Die letzten waren dank der modernen Projektile viel schneller zu laden, obwohl sie Züge hatten.

  11. Es gibt hier zwei kleine Animationen zur österreichischen Girandoni-Windbüchse zu sehen:

    http://www.lewis-clark.org/content/content...?ArticleID=1829

    (Offenbar auf dieser Lewis-und-Clark-Seite, weil man eine solche auf der Expedition dabeihatte?).

     

    Diese interessanten Windbüchsen (Kal. 13 mm, 12 Züge) waren seit 1780 bis offenbar zum Ende der napoleonischen Kriege bei der österreichischen Armee im Einsatz.

    Wie in den Animationen zu sehen, war der Kolben ein Druckluftreservoir

    ("Windflasche") Durch Betätigung des Abzugs wurde ein Ventil geöffnet, das eine zum Schuß ausreichende Luftmenge durchließ. Eine Flaschenfüllung soll für bis zu 30 Schuß gereicht haben, ein Infanterist konnte mehrere Flaschen mitführen. Die Kugeln befanden sich in einem Röhrenmagazin (Angaben nach Ortenburg, Waffen der Revolutionskriege).

  12. Ein kleines Diorama Speedy-Gamo wäre schon interessant. Dank des interessanten Materials, das Neptun aufgetan hat, scheint ja die Gestalt des Schiffs ja nun recht gut vorstellbar. Am besten wäre natürlich ein Originalplan. Der oben genannte von ca 1770 stammt ja aus dem Marinemuseum Barcelona - ohne Namensangabe allerdings. Gamo muß wohl dem Typ mit langem Achterdeck und Back angehört haben, obwohl es zu der Zeit auch noch andere gab, wie diese leichtere aus den "Souvenirs" ohne Back (beachte die merkwürdige Bewaffnungsangabe - Zweipfünder?).

  13. Ich schätze, bei Marquardt, Bemastung und Takelung, sollte man einigermaßen brauchbare Angaben finden können - habe jetzt aber nicht nachgeschlagen. Bei Schrage, Rundhölzer... sind die Maßangaben wohl etwas dürftig, obwohl es ein paar Seiten mit sehr schönen Zeichnungen der verschiedenen Blocksorten gibt - Blöcke unterschieden sich ja in mehr als ihrer Länge und der Anzahl der Scheiben...

  14. Dieses Schiff wäre tatsächlich ein sehr schönes Modellbauobjekt, weil es sehr charakteristisch für Chapman ist.

    Pivotierte Schlittenlafetten fanden ja immerhin dann bei Carronaden eine sehr weitgehende Verwendung, auch bei gewissen Leichtkanonen wurden welche verwendet, da dann allerdings wieder in beschränktem Umfang. Schlittenlafetten wurden bis weit in die Dampfschiffsära für die großen Oberdecksgeschütze verwendet. In der Breitseite hingegen setzten sie sich wohl nie langfristig durch.

     

    Die Galionsfigur ist bestimmt irgendein antiker Held oder König (abgesehen von ausgesprochen kriegerischen wie Ares/Mars aber vermutl. kein Gott?). Da kann ich allerdings keine spezifischen Attribute erkennen - ob nun ein Achill, Ajax oder Theseus? :(

  15. Hallo Mali, herzlich Willkommen im Forum! Und ein toller Einstand mit den Bildern des 3d-Modells! Leider bin ich viel zu dumm, um Blender etwas derartiges abzuringen! :lol:

    Deine Literaturliste ist ja höchst einschlägig. Surprise/Rose paßt ja doch recht schön zum Thema (danke auch für den tollen Link), und über die historische Surprise bzw ihre Rolle in den O'Brian-Romanen gibts ja nun auch eine Monographie von Brian Lavery. Ob die Pläne ausreichen, weiß ich allerdings nicht. http://www.napoleon-forum.de/index.php?s=&...ost&p=15242

    Wenn es auch französische 6thrate-Äquivalente sein dürfen, gibts natürlich noch das teure Fregattenwerk von Jean Boudriot. http://www.napoleon-forum.de/index.php?showtopic=1098

    Darin sind für drei Schiffe (Renommee, Belle Poule, neugezeichnete recht vollständige Pläne, die auch separat im Großformat und vermutlich noch umfangreicher bei Editions Ancre erhältlich sind. Die 6thrate-Entsprechung ist die schöne Renommee. Belle Poule ist eine 12-Pfünder, Venus eine 18-Pfünder-Fregatte. (natürlich sind ansonsten noch viele Originalpläne abgedruckt, aber ich nehme an, für Deine Zwecke sollten sie einigermaßen vollständig, mit Decks und Takelrissen sein?).

    Hier die Einzelpublikation über die Renommee:

    http://www.ancre.fr/Product.aspx?ID=3765255&L=FR

    Eine Planprobe hier:

    http://www.ancre.fr/Admin/Products/Technic.../larenommee.pdf

    Die Seite aus Chapman mit Sirene und Unicorn dürfte ja bekannt sein. Beides schöne Objekte, und mit Gardiners "First Frigates" bekommt man über Unicorn/Lyme auch relativ viel zusammen.

  16. Offensichtlich war jener unglückselige Admiral Popow durchaus nicht der Erste, der kreisrunde Kriegsschiffe für eine gute Idee hielt.

    Nach irgendwelchen Skizzen Leonardo da Vincis wurde ein Modell gebaut, dessen Fotos man hier findet: http://www.leonardo3.net/leonardo/atlantico/modelli_eng.htm

    Immerhin eine Art "Panzerschiff" mit Antrieb durch ein doppeltes Schaufelrad in der Mitte. Möglicherweise gibt es ein, zwei Gründe, weshalb dieser Entwurf den Kriegsschiffbau nicht revolutioierte. :lol:

  17. Ein beliebter Pirat, dieser Long John. Es gab ja schon mal einen Silver-Roman. Der Comic sieht jedenfalls sehr interessant aus, schön, daß es eine so umfangreiche Vorschau gibt.

  18. "Gnod ist eine Suchmaschine für Dinge die sich nicht formulieren lassen." Hm? "Gnod ist ein Experiment der künstlichen Intelligenz und lernt selbstständig für wen was interessant sein könnte, indem es seine Besucher befragt. Je mehr Gnod benutzt wird, desto intelligenter wird es. Und eines Tages wird Gnod vielleicht die ultimative Quelle des verknüpften Wissens..." Oho, und dann nett es sich Skynet und wird versuchen, die Menschheit zu dezimieren, n'est-ce pas, du kleiner Schelm?

     

    Vorerst ist das Ding allerdings ein wenig täppisch und macht stolpernde Schritte Richtung "künstlicher Intelligenz". So gibts eine Literaturlandkarte, welche das Ergebnis der Fütterung mit Angaben zu Lieblingsautoren ist.... nimmt man z.B. C.S. Forester, so erscheint eine Wolke weiterer Autorennamen, die darumwabern. "Je näher sich zwei Schriftsteller sind, desto wahrscheinlicher ist eine Überschneidung bei der Leserschaft."

    http://www.literaturlandkarte.de/c-2e+s-2e+forester.html

    Nun, für C.S. sieht das ja gar nicht mal so schrecklich aus. Aber durch einen bizarren Unfall treibt z.B. der arme Heinrich v. Kleist in unmittelbarer Nähe der "überambitionierten Klassenstreberin" (FAZ) Juli Zeh. Tragisch. Und wer Stefan Aust (sogar noch weniger Literat als Juli Zeh?) mag, ist nach Gnods Ansicht auch ein Freund von Astrid Lindgren und Aleister Crowley. :lol:

  19. Die Angabe beider Maße ist natürlich das Angenehmste. Jedoch schreibt Steel zum Thema:

    BREADTH. A term more particularly applied to some essential dimensions of the extent of a ship or vessel athawrtships, as the BREADTH-EXTREME, and the BREADTH -MOULDED, which are two of the principal dimensions given in the contract for building a ship. The extreme-breadth is the extent of the midships, or dead-flat, with the thickness of the bottom plank included. The breadth-moulded, is the same extent without the thickness of the plank.

    Das ist ja nun auch wieder bemerkenswert. Wieso die Stärke der Bodenplanken (bottom plank)? Vermutlich weil sie bei der Konstruktion auch eine gewisse Rolle spielt? Es ist im Spant/Profilriß Plänen auch die einzige Plankenstärke, die sichtbar ist.

    Breadth extreme ignoriert also, wenn ich das recht verstehe, die tatsächliche Plankenstärke an der breitesten Stelle, wo nach Einführung der breiten Berghölzer bis zur Mitte des 18. Jhdts. sich zweifellos diese befinden. Unberücksichtigt bleibt dann auch "thick stuff" oder "black strake" in der Wasserliniengegend. Insofern wäre, wie ansonsten ja mehrfach erwähnt, breadth moulded die relevantere Angabe. Aber ist nun auf all den Plänen, auf denen nur Breadth Extreme aufgeführt ist, die Angabe nach Falconers Verständnis gemeint? Erschiene ja nach der gängigen Art, den "body plan" zu zeichnen, logisch, aber... :lol:

    Wie auch immer, wenn in Betracht gezogen werden muß, daß breadth extreme nur eine gemitteltes/künstliches Maß wäre, wäre das natürlich bei der Betrachtung von Andersons Prince-Rekonstruktion auch zu erwägen. Allerdings ist natürlich völlig unklar, ob Steels Definition - extreme breadth = moulded breadth + bottom plank - nicht erst neueren Datums ist. Allerdings denke ich, daß man tatsächlich als extreme breadth nicht die Breite über Außenkante der Berghölzer zugrundelegen sollte. Das wäre allerdings auch sehr nachvollziehbar. Steels Definiton wäre für alte Schiffe mit den schmalen Berghölzern eigentlich noch gerechtfertigter als für neuere.

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