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McCool

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  1. Wenn jemand von einem "deutschen Kulturschatz" redet, dann sollte muß der neben anderen deutschen Kulturschätzen bestehen. Die Filmkunst ist hierzulande sicher insgesamt ziemlich schwach. Obwohl es vielleicht andere Filme gibt, die eher als "Kulturschatz" gelten könnten. "Das Boot" sieht doch letztlich auf der erzählerischen Ebene ziemlich trivial aus. Die Stärken lieben in der Überzeugungskraft des Visuellen, das rettet das Boot. Ich find es ganz gut - eine der wenigen Eichinger-Produktionen, für die ich das sagen kann, Petersen sei dank - aber ich find wirklich nicht, daß es in jeder Hinsicht großartig und ein wirklicher "Kulturschatz" ist. Die Schauspielerei hat doch bei einigen ziemlich manieristische Züge, und die Charakterzeichnung ist ziemlich unsubtil, um es mal freundlich zu sagen. Von dem, was Buchheim auszusetzen hatte, halt ja vieles auch der künstlerischen Umsetzung und dem Pathos, wenn ich mich recht entsinne. Und wenn man weiß, daß auch Buchheim schon die realen Ereignisse ziemlich freizügig zurechtkomponiert und dramatisiert und Charaktere erfunden (den 1. strammen Nazioffizier gab es z.B. gar nicht) und zugespitzt hat, und das dann fürs Drehbuch nochmal vergröbert wurde, dann ist es mit der suggerierten Authentizität auch nicht mehr weit her. Der Öllappen in Grönemeyers Gesicht freut mich natürlich immer wieder, aber das war eine Drehbucherfindung und solch ein Vorfall hätte, wie Buchheim sagte, natürlich schwerwiegende Folgen gehabt, während im Film nur das Ego des Badegasts ein wenig geknickt wird. Hochinteressant sind ja im Zusammenhang mit Bucheims Roman und der Verfilmung die Tagebuchaufzeichnungen des ehemaligen LI Friedrich Grade, die von der Nordwestzeitung im Oktober 2016 zusammen mit Interviewvideos veröffentlicht wurden. Grade war da 100 Jahre alt. Im Film wurde er von Klaus Wennemann verkörpert, mit dessen Darstellung er offenbar sehr einverstanden war. https://www.nwzonline.de/hintergrund/der-letzte-augenzeuge-von-u96_a_31,1,2462531975.html https://www.nwzonline.de/u96 Der Übersichtlichkeit hier die Videos, die in den einzelnen Artikeln versteckt sind, und auf youtoube nicht gelistet sind: 1. Jugend 2. Über Buchheim (verbissen, Streber! Technikverstand) 3. Lernt U 96 kennen 4. Hintergründe zum Buch von Buchheim. (Bekommt Manuskript zur Durchsicht. Lehnt die "Zoten" im Buch ab. 5. Zur Verfilmung (Technische Beratung. Kritik am Film)
  2. McCool

    Altstadt und Alter Zoll

    Demnächst sind die Modelle vielleicht sogar noch kompostierbar!
  3. "Das Boot" ist kein schlechter Film, besonders für deutsche Verhältnisse, und trotz Grönemeyer. Aber wer in diesem Film allen Ernstes "einen der Schätze der deutschen Kulturgeschichte" sehen will, könnte es glatt noch fertigbringen, den "Spiegel" für ein glaubwürdiges Informationsmedium zu halten. Daß eine Neuverfilmung vom erzählerischen Mehrgewinn her völlig überflüssig ist, sehe ich allerdings auch so.
  4. McCool

    Altstadt und Alter Zoll

    Bei der nächsten energetischen Sanierung des Originals wird man vielleicht noch die ganzen Simse abkloppen, das vereinfacht natürlich den Modellbau.
  5. McCool

    Holzkörper als Tischuntergrund

    Sieht wirklich interssant aus. Werden die wohl stabil genug sein, und etwas darauf und daran zu befestigen? Außer Malgrund meine ich - dafür sind sie ja eigentlich gedacht.
  6. Wie andernorts schon mal erwähnt, befinden sich in der Taschenbuchausgabe der Aubrey & Maturin-Reihe hinten kleine Essays - sowie das jeweils erste Kapitel des Folgebandes. Das waren in denen, die ich bisher kenne, folgende: 1. Master & Commander - Alan Judd: Winning Post at last. Aus Spectator, 1. Juli 1995 2. Post Captain - William Waldegrave: Patrick O'Brian. Aus "Critical Appreciation" (s.u.) 3. HMS Surprise - Charlton Heston: Arms and Man. Aus "Critical Appreciation". 4. The Mauritius Command - Brian Lavery: Jack Aubrey's Ships. Aus "Critical Appreciation". 5. Desolation Island - N.A.M. Rodger: The Naval World of Jack Aubrey. Aus "Critical Appreciation". Vier der fünf Essays stammen aus dem Band Cunningham: (ed.) Patrick O'Brian: Critical Appreciations and a Bibliography, 1994. Der Band Titel "Critical Essays..." veröffentlicht. Eine Rezension des Bandes findet man hier. Die Essays von Waldegrave und Judd sind sehr kurz und ganz nett, bieten ein paar zusätzliche Informationsbröcklein. Charlton Heston, auch kurz, schreibt eine hemmungslose Lobhudelei auf seinen Freund Patrick. Dabei disst er noch den armen Forester, wenn er feststellt, "but with a sure feel for comedy totally absent in Foresters Work, O'Brian eclipses his distinguished predecessor". Da ist ja was dran, aber nett ist es nicht, und Hestons Text bietet letztlich nicht viel Substanz. Der Aufsatz von Brian Lavery muß aufhorchen lassen, denn das ist natürlich D.E.R. Fachmann für die Royal Navy der Epoche, an dem niemand vorbeikommen kann, der sich mir ihr befassen will. Der Text ist allerdings, wie die oben verlinkte Rezension bemerkt, " chockablock with information on Aubrey's ships, is well done but dry." Es sind nicht alle Schiffe drin vor, und mit der Surprise setzt er sich am ausführlichsten auseinander. Allerdings hat Lavery selbst die Kenntnis über die reale Surprise seitdem selbst enorm erweitert, durch das gleichnamige Buch von 2008. Die Sache mit dem 36er-Mast sah dann realiter doch anders aus, auch wenn eine zeitgenössische Autorität die Sache kolportierte. Ja, trocken ist der Text, und endet ziemlich abrupt. Für erfahrene Lesesesselmatrosen ist nicht viel neues drin. Mit Zwölfeinhalb Seiten ist der Text recht lang, entsprechend an einen der kürzeren Romane gekoppelt. Fast doppelt so lang ist der Aufsatz von N.A.M. Rodger in "Desolation Island". Auch Rodger ist auf seinem Gebiet eine Autorität, er legte mit "The Wooden World. An Anatomy of the Georgian Navy" eine hochinteressante, recht simpel strukturierte Studie vor, welche sich mit den Lebensverhältnissen an Bord befaßt. Der Essay ist m.E. der bislang wertvollste in der Reihe. Er zeigt auf, wie schnell man an die Grenzen dessen kommt, was man über das Alltagsleben von Seeleuten der Zeit eigentlich weiß. Eine große Schwierigkeit, wenn man eine glaubwürdige fiktionale Welt erschaffen will, wie O'Brian es tat.
  7. Originaltitel: Mighty Wooden Warships. Gestern auf ntv; die Sendung lief dort schon einmal letztes Jahr. Gezeigt wurden Mary Rose, Victory, Constitution und Trincomalee - das ist auch gleich der positive Aspekt, ein paar nette Ansichten der Schiffe. Constitution und Victory sahen ziemlich gerupft aus, da man sie bis auf die Untermasten abgetakelt während der Überholung gefilmt hatte. Die Victory (laut deutscher Fassung ein "viktorianisches" Schiff, logisch) war schon in ihren neuen Farben zu sehen, auffällig dabei das ziemlich feurige Orangerot der Stückpfortendeckelinnenseiten/Trempelrahmen. Insgesamt mal wieder ein verhältnismäßig dämliches Fernsehprodukt. Schlechtes, oberflächliches Konzept, verschlimmert durch inkompetente Übersetzung.
  8. Der Production Designer Ken Adam (1921-2016. hat durch seine Arbeit viele berühmte Filme wesentlich mitgestaltet, so z.B. James Bond-Filme wie Dr No, Feuerball, Goldfinger, Diamantenfieber; Ben Hur; Kubricks Barry Lyndon und Dr Seltsam (Adam erfand den "war room", den Präsident Reagan nach seiner Wahl vergeblich suchte) und viele weitere, bis hin zu Star Trek-Filmen. Aber eine von Adams ersten Arbeiten war die für Raoul Walshs "Captain Horatio Hornblower, R.N.", zu Deutsch "Des Königs Admiral. Es gibt hier ein in Abschnitte untergliedertes Inteview (wohl 2015 geführt?), in dem er auch dazu etwas erzählt, z.B.: First Big Break: Captain Hornblower: https://www.webofstories.com/play/ken.adam/33 Zu Bernard Voisin, the Shipbuilder (der Mann, der die Schiffe für den Film in Villefranche herrichtete) https://www.webofstories.com/play/ken.adam/36 Raoul Walsh, a tough guy https://www.webofstories.com/play/ken.adam/37 Becoming the reluctant "ship man" https://www.webofstories.com/play/ken.adam/40 Man beachte, daß es jeweils Transkripte gibt, kann hilfreich sein. Ein paar Informationen und Fotos zu Ken Adams Arbeit am Film gibts auch im Ken Adam-Archiv: https://ken-adam-archiv.de/ken-adam/captain-horatio-hornblower-rn
  9. McCool

    Was lest ihr grade? Was ist neu im Regal?

    Das ist ein sehr interessanter Bursche. Obwohl ich mich noch nicht mit ihm selbst beschäftigt habe, stolpert man ja ständig über ihn, egal ob man sich mit Cook, Bligh, Flinders oder Darwin beschäftigt - Dampier war für die eine entscheidende Referenz. Sein Reisebericht wurde übrigens schon seit 1702 auf Deutsch veröffentlicht - >http://digitale.bibliothek.uni-halle.de/vd18/content/titleinfo/9215703 In maritimen Genre ist die Konkurrenz natürlich auch besonders hart.. aber jedenfalls gut zu wissen, auf welche Autoren es sich zu achten lohnt.
  10. Ich wette, der war im Idealzustand schwarzbraun wie die Haselnuß, zäh wie leder und hart wie Kruppstahl. Und ich bin mir fast sicher, daß mir ZDF schon längst Informationen zu Einzelheiten dargeboten hat, basierend auf Dr. Morells intimer Kenntnis dieser Materie.
  11. McCool

    Was lest ihr grade? Was ist neu im Regal?

    Nachdem Jack in fernen Gewässern einem alten Seefuchs die Trauben versauert und Stephen einen kapitalen Rivalen erle(di)gt hat, Band 4: Patrick O'Brian: The Mauritius Command
  12. Marie Antoinette und die Geheimnisse von Versailles [Doku, Arte 2018] Für Arte existieren zwei Abschnitte der Geschichte. "Das 20. Jahrundert", in dem man sich wohl hauptsächlich Nazis, 68ern usf. zu beschäftigen scheint. Außerdem gibt es dann noch "Die Zeit vor dem 20. Jahrundert". In diese Kategorie fallen die restlichen Jahrtausende seit Menschengedenken, und auch die Zeit, von der nur Archäologen berichten können. Unter den Dokumentationen aus diesem Feld gibt es eine interessante, sehr zu empfehlende Sendung über Marie Antoinette, ihr Wirken als Gartengestalterin und Kunstmäzenin, ihre öffentliche Wahrnehmung als meist vom Volk gehaßte Königin und Zielscheibe boshafter Gerüchte und Karikaturen, ihre Ehe mit dem dicken Ludwig, dem es nach sieben Jahren immer noch nicht gelungen war, mit der Gattin fruchtbringend zu kopulieren, weil ihm halt niemand gezeigt hatte, wie das ging. Die Sendung ist noch bis zum 22. Juli in der Mediathek zu sehen. https://www.arte.tv/de/videos/072463-000-A/marie-antoinette-und-die-geheimnisse-von-versailles/
  13. McCool

    Der gemordete Midshipman.

    O'Brian hatte es von Beginn an auf Kadetten abgesehen. In "Master & Commander" kommt ein junger Freiwilliger namens Henry Ellis an Bord. Er ist das Kind eines unausstehlichen Paares, das sich in Mahon sehr darum bemüht hatte, ihren armen Sproß auf Jacks Sophia unterzubringen, gegen die Zahlung von 50 Pfund. Dafür erlebte young Ellis auch ein bischen was, bevor er schließlich bei der Enterung der Cacafuego umkam. Der Anblick der Leiche bewegt Jack sehr. "The burials. That child Ellis in his hammock whith the flag sewed over him looked like a little pudding, and now at the recollection his eye clouded again." (S. 329). Und Jack hat den Eltern noch einen Brief zu schreiben. Ein etwas anderer Fall ist der Tod des kleinen Mädchen Dil, das Stephen in "HMS Surprise" durch Bombay führt. Das ist richtig fies, besonders weil Stephen wohl letztlich durch eine großherzige Tat,seinen Tod verursacht hat.
  14. McCool

    Toilettenpapierwasser...

    Danke für den appetitlichen Thementitel und das Video. Ein sehr schönes Ergebnis, obwohl es bei der Methode ja recht wenig Transparenzeffekt gibt. Ich frage mich, ob die Methode zur Rißbildung neigen könnte? Und man sollte sicher drauf achten, einen Lack zu nehmen, der nicht zum Vergilben neigt. Aber ich bin kein Lackexperte, muß ich sagen.
  15. McCool

    White Squall (1996)

    Oha, das war ja beeindruckend schwach. Das war wohl der schlechteste Film von Ridley Scott, den ich bislang gesehen habe, den Kolumbusfilm inklusive. Die Musik war ähnlich enervierend. Und zum Schluß noch Courtroomdrama, danke. Hinterher gabs ja noch "All is lost", an dem es in fachlicher Hinsicht natürlich wahnsinnig viel auszusetzen gibt, und zusätzlich noch schlicht Unlogisches. Aber ich finde den trotzdem insgesamt dennoch um Klassen besser, wegen der Stimmung, die er zu erzeugen vermag.
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