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McCool

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  1. McCool

    Hörbücher?

    Der würde mich auch interessieren, nachdem ich den Roman gelesen habe. Aber - anderes Genre.
  2. McCool

    Hörbücher?

    Ist das die Musik der deutschen Fassung? Das war ja offensichtlich die beste.
  3. McCool

    Total War: Thrones of Britannia

    Da bist Du ja ein richtiger Friedensfürst. So im Sinne von Peacemaker.
  4. "The Shipbuilders of Essex" ist offenbar soetwas wie eine "Dokufiktion" der United States Information Agency von 1947. Die USIA war bzw ist in ihrer derzeitigen Form für die Vermittlung eines positiven USA-Bildes im Ausland zuständig (sie spielte auch in Deutschland eine wichtige Rolle in der Nachkriegszeit). Man hätte die Funktion in früheren Zeiten, bevor das Wort eine durchweg negative Bedeutung erhielt, vielleicht als "Propaganda" bezeichnet. Vor dem PR-Hintergrund ist dieser Film wohl zu sehen. Dargestellt wird in diesem Film etwas Alltagsleben von der Ostküste der USA, der Holzschiffbau in Essex, Massachusetts. Ob der Auftraggeber und der Name des Schiffes echt sind, oder inwieweit man hier beispielhaft einen typischen Fall inszenieren wollte, weiß ich nicht. Das Schiff, um das es sich hier dreht, ist kein Segler, sondern ein hölzerner "Dragger" mit Motorantrieb.
  5. Die 2015 erschienene Ausgabe bei Bloomsbury nehme ich hier noch einmal zum Anlaß für eine ausführliche Besprechung. Im alten Thread über das Buch war es ja auch zu einigen Verwirrungen über die Frage gekommen, ob es eine Sonderausgabe mit separatem Plansatz gebe. Antwort: Nein. Die "Limited Edition", die es gibt, ist eine Sonderausgabe mit Schuber und Autogrammen von Hunt und Lavery. *** Brian Lavery & Geoff Hunt: HMS Surprise. The Complete Story of the Ship Made Famous by Patrick O'Brian. 144 Seiten, Format 28 x 30 cm, Hardcover mit Umschlag. Umfangreiche Texte von Brian Lavery und Geoff Hunt. Zahlreiche farbige Abbildungen, meist Gemälde von Geoff Hunt, viele davon großformatig; Fotos von historischen Schiffen und Nachbauten; einige Abbildungen historischer Pläne, sowie neugezeichnete Pläne von Karl Heinz Marquardt. Register ist vorhanden. Erstauflage Conway/Anova 2008, vorliegende Auflage Bloomsbury 2015. Das Inhaltsverzeichnis mit den einzelnen Kapiteln folgt am Schluß. Die vier inhaltichen Abschnitte, die ich hier zusammengefaßt habe, entsprechen also nicht der Kapitelanzahl im Buch. Der Text von Brian Lavery: Geschichte der Surprise, ex L' Unité Lavery stellt die Geschichte des realen Schiffs umfassend dar, beginnend mit der Konstruktion durch Forfait, über den man auch viele interessante Informationen erhält. Bauzeichnungen der Unité, wie die spätere Surprise zunächst hieß, existieren nicht, aber neben einer weiteren Fregatte von Forfait sind die auch die Pläne eines Schwesterschiffs namens Tourterelle abgedruckt, die das Schiff noch in dem Bauzustand zeigen, in dem die Briten sie erbeuteten - jedoch weist Lavery darauf hin, daß die Schiffe nicht identisch gewesen seien. Die Geschichte der Unité in französischem Dienst ist zwar sicher insgesamt weniger gut dokumentierbar als die Zeit in der britischen Marine, aber Lavery gewährt auch hier interessante Einblicke in die Verhältnisse der französischen Marine. Nach der Kaperung durch die britische Fregatte Inconstant wurde die französische Fregatte in die Royal Navy eingereiht und diente nach einem Wertaufenthalt in Ajaccio, bei der sie wohl soweit wie nötig und möglich auf britischen Standard umgerüstet wurde, zunächst in Mittelmeer. Das bekannteste Ereignis der Karriere der Surprise war der erfolgreiche Bootsangriff auf die meuterische Fregatte Hermione, den Kapitän Sir Edward Hamilton durchführte. Erst 1798 gelangte die Surprise zu einer Überholung nach England. Hier erst entstanden die bekannten Pläne, die den den Zustand nach dieser Reparatur darstellen. Jener in den ersten britischen Dienstjahren ist nur durch Schriftquellen belegt. Auf Bitten des Kommandanten stattete man die Surprise nun mit einer vollständigen Carronadenbewaffnung aus - ohne auch nur ein einziges Jagdgeschütz. Bei diesem Werftaufenthalt sollte auch die Takelage verändert werde. Den berühmten "Großmast einer 36-Kanonen-Fregatte" hat die Surprise möglicherweise doch nicht besessen, wie Lavery richtigstellt. Sowohl der als zuverlässig geltende Historiker William James als auch Hamiltons Biograph berichteten von dem 36er-Mast, und das war der Anlaß für Patrick O'Brian, dieses Detail in den Romanen zu übernehmen. Kapitän Hamilton hatte zumindest zeitweise tatsächlich die Absicht, die Surprise entsprechend zu takeln, aber im Briefwechsel zwischen Admiralität und Hamilton findet sich keine Bestätigung, daß der Plan realisiert wurde - im Gegenteil forderte Hamilton kurz nach der Reparatur in Plymouth eine Reduktion der an sich wohl nicht überproportionierten Takelage ("courses of a 32", von irgendetwas vom "36er" ist in den Navy-Quellen nicht die Rede), die wohl auch durchgeführt wurde. Dabei sollte der Fockmast als neuer Großmast verwendet werden, und ein neuer Fockmast eingesetzt werden. Die 1802 am Ende der Dienstzeit vorhandenen Spieren waren jedenfalls nach Lavery für ein 28-Kanonen-Schiffs sogar gering dimensioniert. Die chronologische Erzählung der Geschichte des Schiffs bildet das Gerüst, aber Lavery läßt sich immer wieder exkursartig über verschiedenste Aspekte der Royal Navy der Epoche aus, nicht zuletzt strategische. Auch beispielsweise Laverys biographischen Ausführungen zu Hamilton selbst sind sind sehr erhellend. Hamiltons Familie hatte typisch schottische Merkmale (Bildungseifer, auch älteste Söhne, die zur Marine geschickt wurden), jedoch sprach Hamilton akzentfrei; vermutlich habe, so Lavery, z.B. Admiral Jervis ihn nicht zur "schottischen Legion" gezählt, jenen in der Marine recht zahlreichen verarmten schottischen Adelssprossen, die auf See ihr Glück und neues Vermögen in Form von Prisengeldern suchten. Dies taten sie sehr zum Verdruß des Admirals Jervis, der Prisengeld für ein Grundübel der Marine hielt, weil es Offiziere dazu bringen konnte, falsche Präferenzen zu setzen. Jervis hielt Hamilton jedoch für tüchtig - was letzteren aber nicht darn hinderte, mit der Surprise ziemlich viele Prisen zu nehmen. Hamilton war ein sehr harter Kommandant, der sehr viel auspeitschen ließ, um die zeitweise prekäre Disziplin aufrechtzuerhalten. Bemerkenswert ist, daß so kurz nach den Flottenmeutereien von 1797 im Spithead die Situation auf der Hermione durchaus kein Einzelfall war; aber angesichts der extremen Brutalität Pigotts war es dort eben auch zum Äußersten gekommen. Ein Exkurs, das auch den härter gesottenen Landratten einen guten Eindruck von den Lebensbedingungen an Bord eines Kriegsschiffs geben wird, ist „A Visit on Board“, eine Art Führung durchs Schiff. Illustriert ist dieser Abschnitt mit Fotos vom Äußeren, Inneren und den Decks von Victory, Trincomalee und der Film-Surprise (ex Rose). Auch einige Grundlagen zur Seemannschaft werden gezeigt. Ein letztes Kapitel von Lavery befaßt sich noch mit „Jack Aubreys Surprise“, der fiktionalisierten Interpretation der Fregatte durch O'Brian. Die Pläne von Karl-Heinz Marquardt Um klarzustellen, welche Zeichnungen enthalten sind, folgt eine Auflistung. Als Einzelpläne führe ich auf, was einen eigenen Titel bzw. eine eigene Maßstabsleiste hat; es befinden sich allerdings stets mehrere dieser Pläne auf einer Seite. Auf S. 64 befindet sich ein erläuterder Text von Brian Lavery. Rekonstruierte Details wurden von Lavery, Marquardt und Hunt im Austausch erarbeitet, die Zeichnungen selbst stammen von Marquardt. [S. 65] 1. Exterior Profile (incl. Heckansicht) 2. Interior Profile [S. 66] 3. Complete Plan View (inkl. Plankenverlauf von Achterdeck, Gangways und Back) 4. After Platform (Plattform im Raum achtern) 5. Fore Platform (Plattform im Raum vorn) 6. Lines Drawings (komplette Rumpflinien) [S. 67] 7. Quarterdeck & Forecastle, Upper Deck, Lower Deck 8. Midship Section (inkl. Carronadenbewaffnung und Beplankung, leider sehr klein) [S. 68] 9. HMS Surprise ex L'Unité Rigged to1802 Mast and Spar Dimensions (Takelplan des historischen Schiffs) 10. Carronade (perspektivische Ansicht) 11. 32-PDR Carronade / 18-PDR Carronade (mit Lafettierung. Bewaffnung für die reale Surprise) [S. 69] 12. Jack Aubrey's fictional HMS Surprise ex L'Unité (Takelplan mit dem Großmast einer 36-Kanonen-Fregatte, wie im Roman) 13. Long Gun (perspektivische Ansicht ohne Maßstab) 14. 9-PDR Long Gun (incl. Lafette, Hauptbewaffnung bis 1798) [S. 70] 15. Launch, Cutter, Skiff [S. 71] 16. Jolly Boat, Pinnace Die Zeichnungen sind, wie von Marquardt gewohnt, sehr schön ausgeführt und für die Zwecke dieses Buchs völlig ausreichend. Sie würden sich auch ohne weiteres für den Modellbau eignen, wären sie nicht relativ klein und auch in ziemlich begrenzter Qualität abgedruckt. Das soll heißen: Sie sehen im Buch sehr gut aus, aber wenn man sie sich mit der Lupe betrachtet (oder einscannt) lösen sich die Linien in Rasterpunkte auf, in Wasserlinien oder Berghölzer usf. werden Treppen sichtbar. Das ist bedauerlich, denn die Qualität der Originalzeichnungen hätte sicher mehr hergegeben. Ein separater Plansatz wäre eine gute Idee gewesen, aber den gibt es eben nicht. Es ist ja nicht augeschlossen, daß sich viele Modellbauer mit dieser Zeichungsqualität begnügen können und sie für ein Modell nutzen können – aber verwöhnte, anspruchsvolle Modellisten seien gewarnt, keine allzu allzu hochgesteckten Erwartungen an die Druckqualität der Pläne haben! Text und Gemälde von Geoff Hunt Für rund 20 Seiten erhält Geoff Hunt das Wort: „Constructing a Picture of HMS Surprise“. Ich muß gestehen, daß für mich die Gemälde von Hunt eigentlich nur ein hübscher Nebenaspekt des Buchs waren, denn mich interessierte vor allem die historische Surprise. Aber die vielen schönen Gemälde hier versammelt zu haben - viele davon im großen ganzseitigen Format - und von Geoff Hunt seine Arbeit von der Recherche techhnischer Details bis zum Entwurf einer Komposition für das Gemälde erklärt zu bekommen, ist weit schöner und interessanter, als ich zunächst annahm. Im Abschnitt über die Romane „cover by cover“ sieht man Hunts Entwurfsskizzen den fertigen Gemälden gegenübergestellt. Hunt hat sich für die Arbeit an den Cover-Gemälden nicht nur intensiv nicht nur in die allgemeine Schiffbaukunst und Aspekte der Seemannschaft eingearbeitet, sondern nahm auch die Schilderungen O'Brians ernst. So entstanden nicht irgendwelchen generischen Fregattenbilder, sondern kongeniale Illustrationen zu der Romanreihe. Anhang Hier befindet sich eine tabellarische Chronik der Surprise, eine vollständige Besatzungsliste der Surprise aus dem Jahr 1799, die mehrere Seiten umfaßt, sowie Tabellen zu den Spieren der Surprise, zur Bewaffnung, und zur Maintenance History – die beiden letzteren sind ziemlich knapp. Dieses Buch ist ebenso schön wie historisch inhaltsreich. Es ist sehr zu empfehlen für nicht nur für O'Brian-Fans, sondern auch für jeden, den die Royal Navy der Nelsonzeit interessiert. *** Contents Introduction by Nikolai Tolstoy L' Unité joins the Royal Navy The Voyage to Trieste Captain Hamilton A Visit on Board The Drawings by Karl Heinz Marquardt The West Indies Taking the Hermione The Last Years Jack Aubrey's Surprise Constructing a Picture of Surprise by Geoff Hunt / The Aubrey-Maturin Novels Cover by Cover Appendices, Endnotes, Bibliography, Sources, Glossary, Author's Acknowledgements. Index.
  6. McCool

    Stanley Kubrick's Napoleon

    Immerhin hat Spielberg es ja auch geschafft, Kubricks A.I.-Projekt hervorragend umzusetzen. Kubrick hielt ja ziemlich viel von Spielberg, ich glaube, er sah ihn so ziemlich als einzigen als ebenbürtig an... Gehört zu dem Filmfakten, die ich immer wieder gern vergesse, aber ja, jetzt wo Du es erwähnst....
  7. Über die interessante Komposit-Sloop Gannet von 1878, die heute restauiert in Chatham liegt, erschien im Mai ein Buch bei Seaforth. Leider ist die Buchvorschau bei Amazon nicht besonders aufschlußreich. Das Buch scheint aber vor allem auf Modellbau ausgerichtet zu sein. Ob es Planunterlagen und sonstige Quellen zum Schiff enthält, oder ob der Autor hier vor allem sein modellbauerisches Können präsentiert, ist mir leider nicht klar. https://www.pen-and-sword.co.uk/HMS-Gannet-Hardback/p/14732
  8. Portia Takakjian: The 32-Gun Frigate ESSEX. 127 Seiten, davon etwa 25 Seiten Text und Fotos von Modellen und anderen Objekten. Der Hauptteil besteht aus Planzeichnungen. 1. Auflage Conway Maritime Press, London 1990. Die berühmteste der „subscription frigates“ der US Navy war die Essex, zwar nur mit 12-Pfündern bewaffnet, aber immerhin für diese Klasse ein recht groß geratenes Exemplar. Portia Takajian hat sich des Schiffs in dieser schönen „Anatomy“ angenommen und es detailreich rekonstruiert. Die von William Hackett entworfene und von Enos Briggs in Salem, Mass, gebaute Essex war in ihren ersten Jahren zwar ein hervorragender Segler, aber in schiffbaulicher Hinsicht kein großer Wurf wie die Constitution-Klasse, die neue Maßstäbe setzte. Mit seiner Batterie von Zwölfpfündern war die Fregatte schon fast auf dem Weg in die Obsoleszenz, als sie vom Stapel lief. Aber ihre Geschichte, besonders der Schrecken, den sie unter den britischen Walfängern im Pazifik im Krieg von 1812 verbreitete, hat ihr dauerhaften Ruhm verschafft. Takakjian stellt in ihrem Buch allerdings nicht den wohl kaum zu rekonstruierenden Bauzustand von 1812 dar, sondern den ursprünglichen. Aber auch der ist nicht unproblempatisch, denn die Basis für die Rekonstruktion erscheint, verglichen mit anderen US-Marineschiffen, ganz zu schweigen von britischen, eher schwach. Zwar ist ein Entwurf der Essex von William Hacketts erhalten, aber die Zeichnung ist leider, wie Chapelle schreibt, "hurried and very rough" (American Sailing Navy, S. 164). Takakjian hat, wie sie im Textteil darlegt, auch die leicht zu übersehenden und bei Repros oft nicht zu erkennenden Bleistiftnotizen und Kalkulationen (s.o.!) Hacketts auf dem Plan ausgewertet. Wie sie anhand von Plan, den Notizen darauf, und zeitgenössischen, vielleicht auch für Hackett erreichbaren Schiffbau-Werken den Entwurf nachvollzieht, erscheint sehr überzeugend. Eine wichtige Quelle waren auch die in den 1970erm von Peabody Essex Museum in Salem, Mass, herausgegebenen „Frigate Essex Papers“, eine Quellensammlung, die der Autorin eine große Fülle von Informationen bot. Der Text, wie fast immer eigentlich viel zu knapp, umfaßt dann noch die üblichen Angaben zu Geschichte, Ausrüstung und Bewaffnung des Schiffs. Im Fototeil gibt es eine Repro des Originalplanes mit hervorgehobenen Kalkulationsnotizen Hacketts, sowie zeitgenössischen Abbildungen, einige Objekte aus der Zeit der Essex, Porträts von Erbauer und Kapitänen, sowie Fotos verschiedener moderner Modelle der Fregatte (allerdings kein eigenes, obwohl die Autorin auch Modellbauerin war). Eine Augenweide sind Takakjian sauber ausgeführte, detailreiche Zeichnungen; auch interessante Details wie einen Blitzableiter oder eine transportable Schmiede-Esse findet man hier. Letztere beispielsweise wird auch im Text erwähnt, ist also quellenmäßig belegbar; aber bei vielen anderen Details muß man sich darauf verlassen, daß Takakjian gut recherchiert hat, denn für allzu viele Quellennachweise reichen Raum und Struktur der Reihe nicht aus. Dem Buch sind Takakjians 10 Jahre Recherche über die Essex, anzumerken. Aber die Quellen zum Schiff sind eben nicht optimal, und bei manchem könnte man wohl auch zu anderen Ergebnissen kommen. Ein Beispiel dafür: Besaß die Essex soetwas wie das Spar Deck der großen US-Fregatten, oder waren Achterdeck und Back durch die traditionelle Form schmaler Gangways verbunden? Takakjian gibt der Essex sehr breite Gangways, die strukturell so massiv ausgeführt sind, wie ein richtiges Deck (inkl. liegender Knie), aber tiefer als Achterdeck und Back liegen. Noch mehr Richtung spar deck geht anscheinend eines der Modelle im Fototeil (Bild 16). Dort bezeichnet Takakjian die Konstruktion auch wirklich als „spar deck“; in ihrer Zeichnung bleibt es aber bei „gangways“. Ob es für Takakjians Auffassung Quellen gibt? Leider stehen mir die Essex Papers nicht zur Verfügung, die vielleicht Aufschluß geben könnten. Ergäbe es aber bei derart schwer ausgeführten Gangways Sinn, dieselben dann nicht gleich noch auf die Höhe von Achderdeck und Back zu bringen und strukturell zu integrieren? Die Reling in der Kuhl in Hacketts Plan scheint aber ein Indiz für die tiefere Lage der Gangways zu sein – natürlich könnte man den Bau auch abweichend ausgeführt haben, zu anderen Veränderungen ist es ja noch gekommen. Chapelle zeichnet die Essex in seiner Rekonstruktion mit den traditionellen, leichten Gangways, s. „History of American Sailing Ships“(1937), Plate IV. Chapelle merkt dort an: „Extent of gangways in deck arrangement uncertain“. Bei dem starken Umbau der Essex durch Josiah Fox mag das aber alles geändert worden sein. Ungewiß ist auch das Aussehen des Hecks. Das von Takakjians rekonstruierte gleicht jenem britischer Fregatten. Chapelle rekonstruiert es in einer Form, die man in etwa als unten abgeschnittenes Oval umschreiben könnte. In den Zeichnungen und Skizzen Samuel McIntires (dendie Autorin merkwürdigerwesie "Donald" nennt), der die Schnitzereien für die Essex anfertigte, gibt es Beispiele für beide Formen, wie man in Brewingtons „Shipcarvers of North America“, sehen kann. Immerhin, auf dem frühen, etwas naiven Gemälde der Essex sind sowohl die Galionsfigur als auch die Seitengalerien erkennbar, auch wenn diesese Gemälde der Essex in puncto Eleganz wohl nicht gerecht wird. In Anbetracht solcher Rekonstruktionsprobleme finde ich persönlich es immer etwas merkwürdig, ausgerechnet von solchen Schiffen auch noch Spantmodelle zu bauen - das suggeriert ein Maß an Rekonstruierbarkeit, das eben nicht gegeben ist. Warum greift jemand, der gern ein Spantmodell bauen möchte, dann nicht lieber auf ein Schiff zurückgreifen, für das die Quellen entsprechend detailliert vorliegen? Ansonsten ist die Essex ja durchaus gut genug dokumentierbar, um ein sehr plausibles beplanktes Rumpfmodell des Urpsrungszustandes zu bauen, auch ein getakeltes. Leider verstarb Portia Takakjian bereits 1992. Ihr Nachlaß in puncto Essex wird in Mystic Seaport aufbewahrt, auf der Site findet man auch eine Biographie. Portia Takakjians "Anatomy"-Band ist ästhetisch ansprechend durch die sorfältig ausgeführten Plänen, und gekennzeichnet durch umfassende Recherche tiefgehendes Verständnis des Gegenstands. Das war nicht bei allen "Anatomy-Autoren" gegeben. Ein jedenfalls sehr zu empfehlender, schöner Band über eine schöne Fregatte.
  9. Gareth Glover: The Two Battles of Copenhagen 1801 and 1807. Britain & Denmark in the Napoleonic Wars. Erscheint bei Pen & Sword Military am 30. September. https://www.pen-and-sword.co.uk/The-Two-Battles-of-Copenhagen-1801-and-1807-Hardback/p/15322
  10. McCool

    Was lest ihr grade? Was ist neu im Regal?

    Brian Lavery: Nelson's Victory. 250 Years of War and Peace.
  11. Diese schöne Sendung befaßt sich mit der Expedition des Prinzen Maximilian zu Wied und seines Illustrators Karl Bodmer zu den nordamerikanischen Indianern im Missouri-Gebiet. Der Reisebericht und die Illustrationen sind heute eine wichtige völkerkundliche Quelle. Vielleicht liegt es an Bodmers präzisen Abbildungen, das diese Expedition des Prinzen bekannter ist als seine anderen. Die Sendung ist in der Mediathek abrufbar: https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/prinz-wied-im-wilden-westen-100.html
  12. Und wie gesagt, es ist auch sonst ziemlich nett da. Momentan sicher noch besonders reizvoll, mal in den Rammelsberg einzufahren: Schön kühl da drin. Das sieht ganz danach aus! Es kam hier im Forum, glaub ich, vor einiger Zeit unter den "Links" schon mal vor.
  13. Das Internet weiß eben doch nicht alles. Über das Zinnfigurenmuseum in Goslar, insbesondere was seine Geschichte angeht, findet man überraschend wenig. Auf der eigenen HP überschüttet man sich mit dem nicht unbedingt wohlriechenden Eigenlob „Deutschlands schönstes Zinnfigurenmuseum" zu sein, aber Informationen zur Vergangenheit des Museums und über zurückliegende Ausstellungen gibt es nicht. Heute befindet sich das Museum am Klapperhagen 1, in einer 500jährigen Lohmühle. Lohmühlen pflegen auffallend häufig am Wasser zu liegen, und daher gab es im letzten Jahr eine Überschwemmung, die offenbar Schäden anrichtete. Der Klapperhagen ist aber nicht der erste Standort, und ich wage zu bezweifeln, daß der jetzige schöner ist als der alte - wobei ich letzteren aus eigener Anschauung kenne, das Museum in seiner aktuellen Form nicht. Glücklicherweise scheint die Selbsteinschätzung von Besuchern geteilt zu werden, einen kleinen Bericht mit Fotos, gibt’s hier: hier Begründet wurde das Museum 1984/85 und im leerstehenden Teil eines schönen alten Ausspanns untergebracht, der sich im Besitz der Stadt befand (Münzstraße 11). Der reichhaltig mit Schnitzereien versehene Gebäudekomplex, der einen durch eine Toreinfahrt zu erreichenden Innenhof umschließt, stammt weitgehend aus dem 17. Jahrhundert. Gegenüber des Zinnfigurenmuseums befand sich in dem Komplex auch das Gasthaus „Weißer Schwan“. In dem Gebäude-Ensemble existieren Reste, die aus dem 15. Jahrhundert stammen sollen. Möglicherweise waren sie Teil des städtischen Münzhofs, dessen genaue Lage aber wohl nicht gesichert ist. In jedem Fall wunderbare Gebäude, und historisch hochinteressant. Heute befindet sich hier statt des Zinnfiguremmuseums ein Viersterne-Hotel. Hier hat jemand einige Eindrücke aus dem Innenhof Eindrücke davon gesammelt. Im Museum befanden sich Dioramen mit zur Stadtgeschichte, die einiges zu bieten hat,- mit 1000 Jahren Bergbau im Rammelsberg, als Freie Reichs- und Hansestadt und Standort einer Kaiserpfalz. Zusätzlich gab es Sonderausstellungen, die in Verbindung mit der Klio Berlin entstanden. Die folgenden Informationen stammen überwiegend aus der Klio-Zeitschrift „Die Zinnfigur“, Sonderheft 1999, S. 28f., sowie Begleitheften zu zwei Ausstellungen: Die Antike in Zinn (1985?), Vom Saurier zu Hochkultur (vor 1989) Das Deutsche Mittelalter, Eintracht und Zwietracht – Versuche der Deutschen zur Einheit (1992), Das Römische Reich. Nach der Wende knüpfte man auch weitere Beziehungen zu Sammlern in Ostdeutschland, insbesondere Leipzig. Die Austellung „Vom Saurier zur Hochkultur“ hatte übrigens auch schon Figuren aus der DDR präsentiert, wie aus dem Begleitheft zu entnehmen ist. Im Jahr 1999, als das „Zinnfigur“-Heft erschien, war das nächste große Ereignis, dem man entgegenblickte, die Expo 2000 in Hannover. Der Mietvertrag für das Museum war gerade um 10 Jahre verlängert worden. Über die Zwischenzeit bis heute, z.b. wann das Museum verlegt wurde, habe ich leider keine Informationen – aber vielleicht helfen die obigen Bruchstücke ja irgendjemandem weiter, der nach Infos sucht, quasi als Flaschenpost im Internetorkus. Das Museum ist sicher nach wie vor den Besuch wert, obwohl ich Leute erlebte, die sich nicht für Zinnfiguren begeistern können. In dem Fall kann man sich im Brusttuch trösten, wo einem schon die berühmteste Goslarerin, die Butterhanne freundlich winkt, und weitere Pläne schmieden. Es herrscht in dem Städchen nämlich echt kein Mangel an kulturellen Sensationen. Und Gastronomie.
  14. McCool

    Amazon-Nachdrucke....

    In bestimmten Fällen wären solche Nachdrucke ja durchaus hilfreich, z.B. bei Büchern aus den USA oder Australien. Ich habe auch zwei aus den USA, die sind halt im Gegensatz zu regulären Buchern etwas eigenartig, evtl. Abbildungen auch schlechter, aber sie erfüllen rein funktional ihren Zweck. Gekennzeichnet sollten diese Nachdrucke aber auf jedenfalls sein.
  15. McCool

    Amazon-Nachdrucke....

    Es betrifft sowohl Sachbücher als auch Fiktion: Mittlerweile habe ich vier Bücher, die von bzw für Amazon nachgedruckt wurden - es sind also keine regulären Exemplare vom Verlag. Zwei wurden in Polen gedruckt, eines in England und eines - übrigens O'Brians "Mauritius Command" - in Leipzig. Bei dreien der Bücher fühlt sich der Pappeinband merkwürdig klebrig aus, und sie sehen in etwa so aus wie mit einem Laserdrucker gedruckt. Zwei sind von Harper Collins. Beim manchen Büchern wäre es mir vielleicht egal - aber gerade in einer Romanreihe finde ich die seltsame Haptik doch eher unschön, mehr noch als die leichte Abweichung der Coverfarben. Minderwertig ist z.B. der Nachdruck von "Mauritius Command" nicht, eigentlich ist das Papier sogar besser. Aber leider beginnt sich nach einmaligem Lesen die Folienbeschichtung des Einbandes an den Kanten ein wenig abzulösen, dito leichte Faltenbildung der Folie am Buchrücken. Und üblicherweise behandelte ich Taschenbücher pfleglich, sie haben nur minimale Gebrauchsspuren. Amazon scheint die Nachdrucke auf seiner Angebotsseite nicht als solche zu kennzeichnen; um solche Exemplare in der O'Brian-Sammlung zuverlässig zu vermeiden, muß ich wohl zu einem andern Händler wechseln...
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